{"id":100386,"date":"2021-05-01T00:53:00","date_gmt":"2021-04-30T22:53:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=100386"},"modified":"2021-05-01T00:53:00","modified_gmt":"2021-04-30T22:53:00","slug":"die-beichte-einer-nacht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=100386","title":{"rendered":"Die Beichte einer Nacht"},"content":{"rendered":"\n<p>Jetzt kommt noch ein Buch das das<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/09\/27\/1929-frauen-im-jahr-babylon\/\"> Frauenleben<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/09\/30\/himmel-auf-zeit\/\"> in<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/12\/30\/im-banne-der-sudsee\/\">den<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=99852&amp;preview_id=99852&amp;preview_nonce=22d900c7d3&amp;preview=truehttps:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=99852&amp;preview_id=99852&amp;preview_nonce=22d900c7d3&amp;preview=truehttps:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=99852&amp;preview_id=99852&amp;preview_nonce=22d900c7d3&amp;preview=true\">Neunzehnhundertzwanziger<\/a>&#8211;<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/12\/20\/patience-geht-voruber\/\">drei\u00dfigerjahre schildert<\/a>, interessant wie viel sich das tut und das 1930 erstmals erschienen Buch der niederl\u00e4ndischen Autorin Marinanne Philips, die von 1886 und 1940 in Amsterdam lebte, &#8220;Diogenes&#8221; hat es auf Deutsch herausgebracht, die Enkeltochter, die Leiteri des j\u00fcdischen Museums in Amsterdam Judith Belinfante hat das Nachwort geschrieben und das Leben ihrer Gro\u00dfmutter vorgestellt und das passt zur Trilogie der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/03\/28\/kindheit\/\">D\u00e4nin Dove Ditlevson,<\/a> obwohl es in einem anderen Stil geschrieben ist.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Die Beichte einer Nacht&#8221;, da erz\u00e4hlt die Patientin einer Nervenheilainstalt einer strickenden nachtschwester ihr Leben und tut das in einem Monolog. hin und wieder wird die Schwester angesprochen und ihr Desinteresse unterstellt, die letzten S\u00e4tze an sie lauten aber<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Schwester, was machen Sie? Weinen Sie? Wegen mir?&#8221; und eine Seite weiter &#8220;Schwester! Was machen Sie jetzt? Beten Sie? F\u00fcr mich?&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Darin liegt die Tragik des Arbeiterkindes, das wohl Ende des Neunzehntenjahrhundert in eine Amsterdamer Arbeiterfamilie geboren wurde. Sie ist die \u00e4lteste Tochter. Der Vater ist Handwerker.Dann gibt es noch eine Reihe Kinder bis die kleine Lintje kommt. Da liegt der Vater nach einem Unfall im Bett. Die Mutter hat er noch einmal geschw\u00e4ngert. Die Mutter ist nach den vielen Geburten ersch\u00f6pft und so mu\u00df die siebzehnj\u00e4hrige Lentje, die aber Heelen, Liilian oderLeen gerufen wird, die kleine nachts zu sich nehmen und sie f\u00fcttern. Sie ist sehr fr\u00fch von der Schule abgegangen, um der Mutter ein Jahr lang im Haushalt zu helfen. Dann verunfallte der Vater und um die Unterst\u00fctzung zu bekommen, mu\u00dfte die Tochter aus dem Haus. Also zu einer Schneiderin in die Lehre. Da lernte die Juffrouw einen Handelsvertreter namen Groenmans, der sie auffordert in sein Hotel zu kommen. Sie tut es, um die kleine Lientje nicht zu erw\u00fcrgen, wie sie erz\u00e4hlt. Folgt ihm dann in die hauptstadt, wo er ihr eine Stelle in einem Herrenmodengesch\u00e4ft f\u00fcr f\u00fcnfzig Gulden, wie er ihr erz\u00e4hlt, verschafft. Dann sind es nurzehn, Groenmans mu\u00df sie unterst\u00fczen, damit sie die zwanzig versprochenen Gulden nach Hause schicken kann und kauft ihr auch die Kleider.<\/p>\n\n\n\n<p> Die scheinen der jungen Frau sehr wichtig zu sein. Sie wird dann auch Leiterin einer Antiquit\u00e4tenabteilung, wo es viele vergoldete Sachen gibt und heiratet dann einen Charles Gould, mit dem sie sehr ungl\u00fccklich ist. Das warum und wieso wird nur diskret angedeutet.Dann stirbt die Mutter und sie nimmt die kleine schwester zu sich.  Sie verl\u00e4\u00dft sie ihren Ehemann und verdient sich das Leben wieder durch N\u00e4hen und lernt dann im Schwimmbad ihren Hannes kennen. Da ist sie drei\u00dfig. Er, der Schwimm- oder Turnlehrer, f\u00fcnfundzwanzig. Was damals offenbar ein Problem war. Lientje dreizehn. Er zieht bald zu ihr. Sie heiraten auch und Leentjes Schwermut scheint hier zu beginnen oder sich fortzusetzen. Denn sie kann ihm keine Kinder schenken. Er w\u00fcnscht sich diese. Sie wird eifers\u00fcchtig. Die Ehe erkaltet und Hannes verungl\u00fcckt dann in der Schweiz. Das rei\u00dft Leentje offenbar vollends den Boden unter den F\u00fc\u00dfen weg, obwohl es schon vorher einen Selbstmordversuch gegeben hat. Sie nimmt an einer Seance teil, um mit Hannes in Verbindung zu treten. Die inzwischen auch schon \u00fcber zwanzigj\u00e4hrige Lientje verbietet ihr das. Sie tut es trotzdem und die Seanceleiterin beschreibt ihr dann, da\u00df Hannes neben Lientje hinter ihr steht und er ihr den Auftrag gibt, da\u00df sie besch\u00fctzt werden mu\u00df. Leentje tappt nach Hause und findet die Schwester in Hannes Zimmer. Da packt sie einen Gegenstand und schl\u00e4gt ohne recht zu wissen, was sie tut, zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr eindrucksvoll, die Beichte einer Insa\u00dfin einer Nervenheilstanstalt. Damals sind ja viele <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/03\/27\/nancy-cunard\/\">intellektuelle<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/03\/27\/nancy-cunard\/https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/04\/18\/beautiful-fools\/?preview_id=99904&amp;preview_nonce=e7512d08f0\"> junge Frauen <\/a>dorthin gekommen, wenn sie aufs\u00e4ssig waren. Sehr eindrucksvoll erz\u00e4hlt, obwohl manches nicht mehr sehr realsitisch wirkt. Die vielen vergoldeten Zimmer etwa. Aber das waren wohl  die Sehnsuchtsorte der jungen Frauen und das Drama zwischen den beiden Schwestern wird auch nur angedeutet. Heute w\u00e4re die Geschchite voll von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/04\/nichts-was-uns-passiert\/\">Mi\u00dfbrauchsbeschreibungen<\/a>, wird nur angedeutet und die Enkeltochter schreibt auch \u00fcber die Gro\u00dfmutter, da\u00df sie eine Psychoanalseerfahrung hatte und sogar<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/06\/25\/auf-den-spuren-sigmund-freuds\/\"> Freud<\/a> dabei kennengelernt haben soll und nach der Geburt eines ihrer Kinder wegen einer postnatalen Depression in einer Nervenheilanstalt war, wo sie vielleicht einiges \u00fcber die anderen Patienten beobachtet hat, was sie in ihrer Beichte beschrieb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt noch ein Buch das das Frauenleben in den Neunzehnhundertzwanziger&#8211;drei\u00dfigerjahre schildert, interessant wie viel sich das tut und das 1930 erstmals erschienen Buch der niederl\u00e4ndischen Autorin Marinanne Philips, die von 1886 und 1940 in Amsterdam lebte, &#8220;Diogenes&#8221; hat es &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=100386\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[2134,2659,4266],"class_list":["post-100386","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-frauenleben","tag-holland","tag-neunzehnhundertdreissigerjahre"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/100386","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=100386"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/100386\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=100386"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=100386"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=100386"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}