{"id":100488,"date":"2021-05-05T00:51:00","date_gmt":"2021-05-04T22:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=100488"},"modified":"2021-05-05T00:51:00","modified_gmt":"2021-05-04T22:51:00","slug":"der-ehemalige-sohn","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=100488","title":{"rendered":"Der ehemalige Sohn"},"content":{"rendered":"\n<p>Mit Sasha Filipenkos <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/05\/rote-kreuze\/\">&#8220;Roten Kreuzen&#8221;<\/a> habe ich nicht soviel anfangen k\u00f6nnen, beziehungsweise es f\u00fcr nicht so ungew\u00f6hnlich gehalten. Bei dem 2014 erstmals erschienen &#8220;Ehemaligen Sohn&#8221; des1984 in Ninsk geborenen und in St. petersburg lebenden auf Russisch schreibenden Autors, ist das anders. Denn das ist ein wahrscheinlich sehr aktuelles Buch, das auch in einer sehr ungew\u00f6hnlichen frischen Sprache geschrieben ist. Es wird zu Anfang viel geschimpft und hat dann auch  sehr originelle Szenen. Gleich am Anfang gibts ein Vorwort des Autors und ein  Nachwort der \u00dcbersetzerin Ruth Altenhofer in der ein bi\u00dfchen die belarussische Situation erkl\u00e4rt gibt es auch und, was in diesem Fall fast schade ist, einen Klappentext, aber der Autor hat die Handlung und das wie und das warum in seinem Vorwort auch schon erkl\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin ja eine, die zu <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/09\/13\/ueber-das-spoilern\/\">Beginn eines Buches  meistens zuerst das Beschreibung liest<\/a>, aber hier nimmt es viel vorweg, was man anfangs gar nicht findet. Da wacht einer, ein Cellosch\u00fcler,  nach zehn Jahre Koma auf und erlebt, es hat sich nichts ge\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p> Nun gut, nun ja, interessant und man hat von Wei\u00dfrundland in der letzten Zeit auch sehr viel geh\u00f6rt. Dann findetman zun\u00e4chst aber etwas ganz anderes. Eine Gro\u00dfmutter schimpft mit dem Enkel, weil der nicht Cello \u00fcben will. Dann gehts in die Schule in das Musikgymnasium, das Franzisk besucht, dort gibt es eine Notenkonferenz und da wird immer ein Veteran eingeladen, der ein bi\u00dfchen was \u00fcber die Geschichte erz\u00e4hlt. Diesmal ist es offenbar ein rebellerischer, das habe ich trotzdem ein wenig langweilig gefunden. Dann gehts in die Konferenhz, dort soll der faule Zisk hinausgeschmissen werden, obwohl die Gro\u00dfmutter, wie \u00fcblich die Lehrer bestochen hat und der geht dann zu einem Konzert, ger\u00e4t in eine Massenpanik und f\u00e4llt ins Koma.<\/p>\n\n\n\n<p> Ab da wirds spannend, der Chefarzt gibt den Jungen  auf, die Gro\u00dfmutter ist die Einhzige die f\u00fcr ihn k\u00e4mpft. Sie besticht die \u00c4rzte, erk\u00e4mpft ein Einzelzimmer, r\u00e4umt es mit Plakaten voll und  quatscht den Enkelden ganzen Tag an, obwohl alle ihr erkl\u00e4ren, da\u00df das verr\u00fcckt ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Das ist vielleicht auch nicht so ungew\u00f6hnlich, ob so was wirklich, wie oft passiert, wei\u00df ich nicht. Man h\u00f6rt oder liest aber dar\u00fcber und Sasha Filipenko erz\u00e4hlt das auch sehr genau. Die Freundin Nastja verl\u00e4\u00dft ihn. Die Mutter, die sich ohnehin nicht so sehr um den Sohn gek\u00fcmmert hat, wird vom Chefarzt geheiratet, der dann und das ist f\u00fcr uns ein wenig ungew\u00f6hnlich, die Wohnung, der Gro\u00dfmutter verkauft, denn die ist durchaus eine selbstbewu\u00dfte Frau und auch eine bekannte \u00dcbersetzerin. Es gibt auch eine deutsche Gastfamilie, die Zisk jeden Sommer besucht hat und die erscheint miteiner \u00fcbersetzerinund will den Jungen nach Deutschland holen. Die Gro\u00df\u00fcmutter lehnt ab und stirbt nach zehn Jahren und ausgerecht einen Tag danach erwacht Zisk aus dem Koma und erholt sich rasch. Er zieht in die nunmehrige Einraumwohnung der Gro\u00dfmutter, besucht sie am Friedhof und die hat  und das ist auch originell, einen Berief an den Enkel hinterlassen, in dem sie all das voraussieht, und ihn mahnt auf die Orden des Gro\u00dfvaters zu achten, aber die hat der Stiefvater l\u00e4ngst verkauft und der tobt auch geh\u00f6rig, \u00fcberlegt sich aber schon seine Habilitation.<\/p>\n\n\n\n<p>Zisk bekommt eine Stelle als Verk\u00e4ufer in einem Sanit\u00e4rgesch\u00e4ft, erkennt die Mi\u00dfst\u00e4nde desLandes, obwohl es doch immer hei\u00dft, wie toll es dort ist. Er geht auf eine Demonstration und erlebt, wie alle hunderttausend, die dort waren gejahgt und verhafte wurden. Es tut mir leid, das hat mich ein bi\u00dfchen an meine <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/03\/06\/wo-ist-die-demo\/\">letzten<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/01\/17\/grosdemo\/\"> Demonstrationen<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/02\/13\/faschingsamstagspaziergang\/\">erinnert<\/a> und am Schlu\u00df sucht er um ein Visum an, geht nach Deutschland zu seiner Gastfamilieund spielt dort auf der Stra\u00dfe Cello.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein tolles Buch, ein sehr aktuelles, das viel \u00fcber das mir doch sehr unbekannte Wei\u00dfrussland erz\u00e4hlt, spannendundungew\u00f6hnlich geschrieben, ein Lesegewinn und f\u00fcge ich noch an, bei &#8220;Diogenes&#8221; erschienen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Sasha Filipenkos &#8220;Roten Kreuzen&#8221; habe ich nicht soviel anfangen k\u00f6nnen, beziehungsweise es f\u00fcr nicht so ungew\u00f6hnlich gehalten. 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