{"id":10093,"date":"2011-11-21T22:57:03","date_gmt":"2011-11-21T21:57:03","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=10093"},"modified":"2011-11-21T22:57:03","modified_gmt":"2011-11-21T21:57:03","slug":"jelinek-dialoge","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=10093","title":{"rendered":"Jelinek-Dialoge"},"content":{"rendered":"<p>Das Elfriede Jelinek Forschungszentrum, das sich ja um 2004 nach der Nobelpreisverleihung, glaube ich, gegr\u00fcndet hat und dem auch Christoph Kepplinger angeh\u00f6rt, veranstaltet regelm\u00e4\u00dfig Jelinek-Symposien. Bei einem gro\u00dfen war ich in der Alten Schmiede, dann war ich schon zu Literaturgefl\u00fcsterzeiten einmal im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/01\/19\/medien-krieg-kunst\/\">Radio-Kultur-Cafe<\/a> und jetzt gab es die &#8220;Jelinek- Dialoge&#8221; &#8211; S\u00e4tze und Gegens\u00e4tze aus Literatur und Wissenschaft, wo acht j\u00fcngere Gegenwartsautoren eingeladen wurden einen Text zu schreiben, den sie  gemeinsam mit einem Literaturwissenschaftler diskutierten. Gestern ging das los im Schauspielhaus, da waren wir aber in Harland, au\u00dferdem h\u00e4tte es achtzehn Euro Eintritt gekostet und das zahle ich nicht, f\u00e4llt es mir sowieso schon schwer  zu Veranstaltungen zu gehen und immer abseits zu stehen und nie selbst wo eingeladen zu werden, obwohl ich ja auch etwas zu sagen und zu schreiben h\u00e4tte.<br \/>\nSo habe ich Paulus Hochgatterer und Konstanze Fliedl zu &#8220;Du sollst Vater und Mutter ehren &#8211; der Autor und seine literarischen Eltern&#8221;,  Bettina Balaka und Wynfried Kriegleder &#8220;Lockv\u00f6gel, Baby&#8221;, Gerhild Steinbuch und Eva Horn &#8220;&#8230;immer nur Natur&#8221;, Peter Clar und Peter Ernst &#8220;Ich habe einen Stift und bin zu allem f\u00e4hig &#8211; Der Autor und sein Leser&#8221;, H\u00e4ndl Klaus und Richard Schrodt &#8220;Ich ersehne die Alpen&#8221; und Ewald Palemtshofer und Alexandra Millner &#8220;das sprechen kann man nicht &#8211; eine schriftliche Unterredung&#8221; vers\u00e4umt und k\u00f6nnte mir nur selber meine Gedanken dazu machen. Heute bin ich aber zu den letzten zwei Dialogen n\u00e4mlich Andrea Winkler und Ronald Innnerhofer &#8220;Wir, wen k\u00fcmmerts, wer (brigitte, paula, erich und heinz) spricht? und Olga Flor und Daniela Strigl &#8220;Das Haus aus Spreche ist mir leider zusammengekracht&#8221; in die Alte Schmiede zurechtgekommen. Und das war sehr interessant, habe ich ja in den Siezigerjahren, die 1975 erschinenen &#8220;Liebhaberinnen&#8221; gelesen und Elfriede Jelinek, die man damals noch bei Lesungen erleben konnte, bei der bei Balasz Nemeth sagen, h\u00f6ren, meine Figuren sind Kunstfiguren, denn Charaktere interessieren mich nicht. Das hat mich damals sehr erstaunt und Abwehr hervorgerufen, will ich doch anders schreiben, aber wer widerspricht einer Elfriede Jelinek? <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/06\/07\/im-klangtheater\/\">Andrea Winkler<\/a> hat es in ihrem Text wieder sehr sanft und freundlich mit ihrer wundersch\u00f6nen Sprache getan und hat Fragen an die Germanistikstudentin Susi gestellt, die in dem Buch auch irgendwo auftaucht, warum die Paula und die Brigitte keine eigene Sprache haben. Die Siebzigerjahre, wo es einen neuen Realismus gab und man nicht erz\u00e4hlen durfte, sind weit weg, der Literaturwissenschaftler Innerhofer erkl\u00e4rte, wie das war mit dem Wolfsgruber und dem Innerhofer und der Elfriede Jelinek, die als Frau gegen die M\u00e4nner angeschrieben hat und sich dabei von ihren Personen sehr distanzierte  und erkl\u00e4rte, da\u00df er in der Welt, wo die Frau keine Chance hat und dann doch nur in der Fabrik oder in der Prostitution,bzw im Bett ihres trinkenden, sie schlagenden Mannes landet, selber aufgewachsen ist.<br \/>\nIm zweiten Dialog besch\u00e4ftigte sich Olga Flor, die ja erst k\u00fcrzlich mit Daniela Striegl in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/20\/grundbuch-wand\/\">Alten Schmiede diskutieren<\/a> h\u00f6rte, mit ihren Jelinek Leseerfahrungen und verhedderte sich \u00f6fter dabei, w\u00e4hrend Daniela Strigl, wie Pia Janke in ihrem Schlu\u00dfwort  anmerken sollte, die Grenzen der Wissenschaft verlassen hat und fast schon selber literarisch oder essayistisch geworden ist, jedenfalls verglich sie Jelinkes Sprache mit Zitaten aus der &#8220;Kinder der Toten&#8221;, &#8220;Neid&#8221; oder &#8220;Gier&#8221; mit den Werken Olga Flors und meinte, da\u00df die auch keine sehr optimistische Welt aufzeige.<br \/>\nDann kam die Pause, wo man den B\u00fcchertisch betrachten konnte, ich nutze die Zeit Christoph Kepplinger daran zu erinnern, da\u00df er die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_absturzgefahr.html\">&#8220;Absturzgefahr&#8221;<\/a> im November in der Volksstimme rezensieren wollte und stand ein bi\u00dfchen isoliert herum, w\u00e4hrend sich Andrea Grill, Manfred M\u00fcller und die anderen, die gekommen waren, intensiv unterhielten. Auffallend viele junge M\u00e4dchen, wahrscheinlich Germanistikstudentinnen und ein paar Stammbesucherinnen. Dann l\u00e4utete die Glocke und es kam zur Schlu\u00dfdiskussion &#8220;Fortschreibungen &#8211; Gegenschreibungen &#8211; Neuschreibungen&#8221; mit Bettina Balaka, Andreas Beck, dem Direktor vom Schauspielhaus, Pia Janke von der Jelinek Stiftung und Kurt Neumann. Christian Schenkermayr moderierte und stellte Fragen zu Elfriede Jelinek und ihren Einflu\u00df auf die Autorentexte. Gerhild Steinbuch lernte ich, h\u00e4tte ihren Ton am intensivsten getroffen, Bettina Balka betonte, da\u00df sich seit den Siebzigerjahren viel ge\u00e4ndert hat und  es jetzt keine marxistischen Autoren mehr g\u00e4be, da widersprach ihr nicht nur Eva Brenner, die meinte, sie w\u00fcrde lieber Elfriede Jelinek lesen, w\u00e4hrend sich der Theaterdirektor in einen Endlosdialog \u00fcber das Theater verwickelte, den Andrea Winkler schlie\u00dflich mit der Frage unterbrach, ob sie, wenn sie beispielsweise zwei Jelinek-B\u00fccher und dann nichts mehr von ihr gelesen h\u00e4tte, sie fortschreiben &#8211; gegenschreiben &#8211; oder neuschreiben w\u00fcrde? Und mir ist aufgefallen, da\u00df die meisten Autoren verleugneten, einem Jelinek Einflu\u00df erlegen zu sein, w\u00e4hrend das bei Thomas Bernhard ein bi\u00dfchen anders ist, wie ich ja auch in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/09\/wilde-landschaften\/\">&#8220;Alten Schmiede&#8221;<\/a> vor ca einem Jahr h\u00f6ren k\u00f6nnte, aber wahrscheinlich ist es einfacher diesen Ton zu treffen, bei der Jelinek ist das, glaube ich, schwieriger und interessant ist ja auch, da\u00df sie ihre Texte so bereitwillig den Regisseuren zur Weiterbearbeitung \u00fcberl\u00e4\u00dft.<br \/>\nWas nehme ich mir, die ich ja keine unbedingter Jelinek Fan bin, aber sehr viele ihrer Romane gelesen habe, mit? Da\u00df ich sowohl politisch als auch psychologisch schreiben will und mir der Charakter der Figuren sehr wichtig ist und es inzwischen sehr viele sehr junge Frauen gibt, die Germanistik oder Literaturwissenschaften studieren, aber das ist etwas, das ich ohnehin wu\u00dfte, hat ja <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/09\/14\/wiener-literatur-schauplatze\/\">Anna Lindner<\/a>, die mit der Anna maturierte, das auch getan und schon zwei B\u00fccher geschrieben, sie ist aber, glaube ich wieder in Rum\u00e4nien, daf\u00fcr war Alexandra Millner, die ja die Anna ein paar Jahre unterrichtet hat, beziehungsweise zu dieser Zeit Praktikantin in der Rahlgasse war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Elfriede Jelinek Forschungszentrum, das sich ja um 2004 nach der Nobelpreisverleihung, glaube ich, gegr\u00fcndet hat und dem auch Christoph Kepplinger angeh\u00f6rt, veranstaltet regelm\u00e4\u00dfig Jelinek-Symposien. Bei einem gro\u00dfen war ich in der Alten Schmiede, dann war ich schon zu Literaturgefl\u00fcsterzeiten &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=10093\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-10093","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10093","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10093"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10093\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10093"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10093"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10093"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}