{"id":10143,"date":"2011-11-25T00:03:22","date_gmt":"2011-11-24T23:03:22","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=10143"},"modified":"2011-11-25T00:03:22","modified_gmt":"2011-11-24T23:03:22","slug":"short-cuts-eroffnung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=10143","title":{"rendered":"Short-Cuts-Er\u00f6ffnung"},"content":{"rendered":"<p>Short Cuts- Kurze Prosa lautet bekanntlich der Titel der heurigen Erich Fried Tage, die ja wie schon <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/24\/erich-fried-special\/\">erw\u00e4hnt<\/a> jedes zweite Jahr im Literaturhaus stattfinden und bei denen ich eigentlich regelm\u00e4\u00dfig war. Da es das Literaturgefl\u00fcster ja erst seit 2008 gibt, wei\u00df ich, da\u00df 2009 <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/28\/laut-lauter-lyrik\/\">Laut lauter lyrik<\/a> das Thema war und das tr\u00e4gt, glaube ich, schon die Handschrift der neuen Leitung und ist vielleicht auch ein Resultat der Umstrukturierbem\u00fchungen, die zuerst mich als Veranstalterin aus dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/28\/literaturverhinderungshaus-priessnitzpreis\/\">Literaturhaus<\/a>  und sp\u00e4ter auch Silvia Bartl vertrieb, zumindestens l\u00e4\u00dft es sich da am deutlichsten ablesen. Eine Leistungsschau von dem, was als das Sch\u00f6nste und das Beste im g\u00e4ngigen Literaturbetrieb gilt, w\u00e4hrend unter Heinz Lunzer, wie Anne Zauner in ihrer Einleitung erkl\u00e4rte, 2005 &#8220;Literatur und Politik&#8221; das Thema war und 2007 &#8220;\u00dcbersetzerfragen&#8221;, bei beiden war ich  und es gibt dazu, glaube ich, auch Publikationen. 2009 war ein Lyrik Workshop und 2009 ist die Kurzprosa das Thema. Und wenn ich da pers\u00f6nlich werden darf, meine Leser wissen es, die Kurzprosa ist nicht so mein Thema, tr\u00e4ume ich ja davon lange Romane zu schreiben, die dann oft ohnehin nur l\u00e4ngere Erz\u00e4hlungen werden und auch beim Lesen, dr\u00fccke ich mich um das Kurze mehr oder weniger herum. So stehen das von der Buch-Wien 2010 erschnorrte Anna Weidenholzer-Buch und die Rom-Anthologie noch immer auf meiner <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/leseliste\/\">Leseliste<\/a> und bei meinem CickLit Schwerpunkt aus der Vergangenheit, den ich derzeit habe, bin ich daraufgekommen, da\u00df der &#8220;Wunderbare W\u00fcstling&#8221; von Eva Bakos auch ein Erz\u00e4hlband ist und das habe ich sowohl Robert Huez, als auch Anne Zauner gefragt, eine h\u00e4ufige Suchanfrage, die ins Literaturgefl\u00fcster findet ist &#8220;Lange Texte zum Abschreiben&#8221;, trotzdem wird bei dem Symposium der Blog als eine literarische Kurzform erw\u00e4hnt. Nun ein Blog ist, was die Blogger daraus machen und Eva Jancaks Literaturgefl\u00fcster wird immer l\u00e4nger, ist aber nat\u00fcrlich eine Kurzform, wenn auch eine, die manchmal die tausend Wortgrenze \u00fcberschreitet und es ist ein Frustblog, die literarische Ausdrucksform einer zu Kurzgekommenen, die seit fast vierzig Jahren im Literaturbetrieb herumroutiert, viel liest und da sie nun ja sozusagen einen eigenen B\u00fccherschrank am <a href=\"http:\/\/zwillingsleiden.blogspot.com\/2011\/11\/literatursplitter-offene-bibliothek.html\">Margaretenplatz<\/a> bekommen hat, fast gezwungen ist, beinahe t\u00e4glich zu bloggen \u00fcber die Lesungen, die B\u00fccher, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/26\/vorschau-auf-zwillingswelten\/\">das eigene Schreiben<\/a> und manchmal, ganz wenig, auch eigene Texte und die sind dann nat\u00fcrlich kurz, das stimmt schon. Und da ist vor zehn Tagen w\u00fcrde ich fast sagen eine eigene Literaturgattung entstanden, n\u00e4mlich der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/15\/bestandsaufnahme\/\">Jammertext<\/a>. Dann gibt es noch den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/30\/traumtinte\/\">&#8220;Wundersch\u00f6nen Tintentraum&#8221;<\/a>, die Reisereportagen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/11\/nikolaiken\/\">1<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/09\/campingfreuden\/\">2<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/07\/im-storchendorf\/\">3<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/05\/das-schiff-auf-den-schienen\/\">4<\/a> und die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/17\/momentaufnahme\/\">&#8220;Momentaufnahme&#8221;<\/a> und das ist ein Text, den ich f\u00fcr die Kurztextmaschine, ein Projekt f\u00fcr die Erich- Fried- Tage,  geschrieben habe. Ein paar der vierhundert eingegangenen Texte sind im Literaturhaus auch ausgestellt, meinen habe ich nicht entdeckt, aber vielleicht habe ich auch nicht genau genug geschaut. Cees Noteboom der Er\u00f6ffnungsredner, war jedenfalls heute morgen im Morgenjournal und so habe ich, was ich auch sehr ungern mache, eine unfertige Diagnostik am Schreibtisch liegen lassen und bin ins Literaturhaus zur offiziellen Er\u00f6ffnungsveranstaltung marschiert. Bernhard Denscher hat die f\u00fcr das Kulturamt der Stadt Wien vorgenommen, nach dem ihm Robert Huez f\u00fcr die gro\u00dfz\u00fcgige Unterst\u00fczung ohne die es das Festival nicht geben w\u00fcrde, dankte und Anne Zauner, die das Festival kuratierte. Klaus Amann vom Musil Institut in Klagenfurt hielt die Er\u00f6ffnungsrede &#8220;\u00dcber kleine Formen&#8221; und erw\u00e4hnte das M\u00e4rchen, die Sage, die Reportage, das Graphic Novel, den Blog etc als Beispiele und  auch ein kleines gelbes Reclambuch, das sich mit den Kurzformen besch\u00e4ftigt und nat\u00fcrlich all das nicht gelten lassen will, sondern nur die Kurzgeschichte als eine solche erw\u00e4hnt und short cuts, das habe ich vergessen, ist ein Film von Robert Altmann aus dem Jahr 1993, den ich mit dem Alfred gesehen habe und der sich auf Raymond Carver bezieht. Und die short story kommt aus Amerika, die Kurzgeschichte stammt aus dem deutschen Sprachraum. Ich mag sie, wie schon erw\u00e4hnt nicht so sehr, schreibe aber immer wieder kurze Texte, wenn sie angefragt werden. So hat mich vor ein paar Tagen Anton Blitzstein f\u00fcr eine Wortspende f\u00fcr seinen Kalender gebeten, ansonsten bin ich gerne lang und breit. Wenn ich k\u00f6nnte, wie ich ich wollte, so langatmig wie Heimito von Doderer, wenn vielleicht auch politisch linker, seine &#8220;D\u00e4monen&#8221; haben mich aber im Sommer 1977, als ich von zu Hause ausgezogen bin, sehr besch\u00e4ftigt und Klaus Amann und Thomas Bernhard, auch ein eher langatmiger, besch\u00e4ftigte er auch. So soll der gro\u00dfe Meister, als er von Doderers Tod erfahren hat, ausgerufen haben, &#8220;Jetzt ist der Weg frei!&#8221; und in einer Kurzstory hat er sich mit seinem Konkurrenten Peter Turrini besch\u00e4ftigt und  ihn in den Tod geschickt.<br \/>\nEs gibt aber noch viele andere literarische Kurzformen, Klaus Amann hat sie in seinem Einleitungsreferat erw\u00e4hnt und die Zeitschrift &#8220;Volltext&#8221;, die zur freien Entnahme auflag und die auch in das Projekt einbezogen wurde, hat die beteiligten Promis befragt, was sie von Twitter, Blogs und Co halten und siehe, viele der Befragten schreiben noch mit der Schreibmaschine und haben keine Ahnung was Twitter und Co ist und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/08\/staatspreis-fur-literaturkritik-und-jury-andruchowytsch\/\">Klaus N\u00fcchtern, der kulturgewaltige preisgekr\u00f6nte<\/a>, meint, &#8220;da\u00df es die massenhaft ins Netz gestellte Texte entwertet, wenn jeder publizieren kann und darf&#8230;&#8221;<br \/>\nDas trifft mich Dauerbloggerin nat\u00fcrlich, ist f\u00fcr mich das Bloggen ja ein Weg, mich von dem Literaturbetrieb, der mich nicht mag, zu verabschieden und mich trotzdem literarisch zu \u00e4u\u00dfern und der Vorwurf, da\u00df das Vielschreiben ein mangelnder Qualit\u00e4tsbeweis ist, trifft mich irgendwie auch, denn in der K\u00fcrze liegt ja bekanntlich die W\u00fcrze und ich bin ja episch breit und auch Klaus Amann beschr\u00e4nkte sich irgendwann und beendete sein Einleitungsreferat. Dann kam Cees Nooteboom im Gespr\u00e4ch mit Susanne Schaber und gab einen wahrscheinlich kurzen Einblick in seine literarische Produktion seit den F\u00fcnfzigerjahren. Da hat er, sagte er, ein Romankapitel in einer Bibliothek geschrieben, das er einem Autor zeigte, der es dann gleich bei einem Verlag ver\u00f6ffentlichte. Dann kamen aber einige Jahrzehnte Kolummnen und davon las Cees Nooteboom einige vor. Er ist auch viel auf Reisen, so schrieb er Reisereportagen und 1989 war er in Berlin, da habe ich einmal um einen Euro, bei Thalia in der Kremsergasse zu Weihnachten ein d\u00fcnnes B\u00e4ndchen gekauft, es ist aber auch der Roman &#8220;Allerseelen&#8221; entstanden und ein paar Prosaskizzen, die er zu den Werken eines Malers geschrieben hat. Auch da gab es ein paar Kostproben aus dem Buch &#8220;Selbstbildnis eines Anderen&#8221; und einen Bildband der mit seiner Frau einer Fotografin entstanden ist, da hat er s\u00e4mtliche Friedh\u00f6fe bereis und herausgefunden, was dort zu finden ist, Bleistifte, Whiskeyflaschen etc. So hat er das Grab von Joseph Roth und das von Paul Celan bereist und war dann auch in dem Cafe, in dem Joseph Roth, ich glaube, das war 1939, zusammengebrochen ist und auch beim Grab seines Lehrers \u00fcber das er ein Gedicht &#8220;Der Dichter der Leser&#8221; geschrieben hat, war er. Am Schlu\u00df gab es noch eine Kurzgeschichte aus dem Band &#8220;Nachts kommen die F\u00fcchse&#8221; und eine Vorschau auf die &#8220;Briefe an Poseidon&#8221;, die n\u00e4chstes Jahr erscheinen werden. Nachher gab es wieder Wein und Knabberstangen und diesesmal interessante Gespr\u00e4che, so haben mich beispielsweise ein paar Leute auf meinen Blog angesprochen, von denen ich keine Ahnung hatte, da\u00df sie ihn kennen und ich bin jetzt nat\u00fcrlich neugierig auf die Short Cuts, obwohl das eine literarische Form ist, die mir so gar nicht liegt, das Literaturgefl\u00fcster inzwischen aber auch schon achthunderteindundneuzig Artikeln hat und ein paar davon sind Prosaskizzen. Ein neues &#8220;Kolik&#8221;, das sich auf die Short Cuts Kurzprosa bezieht und einige Erich Fried Prosatexte enthalten soll, gibt es auch. Gustav Ernst war so freundlich es mir zu schenken, dem ich mein Bedauern ausdr\u00fcckte, da\u00df die Namensliste der Studierenden der Sprachkunst inzwischen nicht mehr im Internet zu finden sind. Der erste Jahrgang war dort noch angegeben, bei den Studenten der zweiten Klasse habe ich das Ausdrucken vers\u00e4umt und beim dritten Jahrgang habe ich \u00fcberhaupt keine Ahnung, ob ich die kenne, die dort studieren. Inzwischen kommen aber immer wieder Suchanfragen, der von mir Erw\u00e4hnten und Gustav Ernst verriet mir auch, da\u00df es im J\u00e4nner wieder eine Lesung geben wird. Und wem es interessiert, das ist jetzt wieder ein langer Text von  tausenddreihundertf\u00fcnfunddrei\u00dfig Worten geworden. Man sieht von Kurzprosa ist auf meinem Blog keine Spur, ich bin aber auch eine Au\u00dfenseiterin des Literaturbetriebs.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Short Cuts- Kurze Prosa lautet bekanntlich der Titel der heurigen Erich Fried Tage, die ja wie schon erw\u00e4hnt jedes zweite Jahr im Literaturhaus stattfinden und bei denen ich eigentlich regelm\u00e4\u00dfig war. 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