{"id":101447,"date":"2021-05-27T00:53:00","date_gmt":"2021-05-26T22:53:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=101447"},"modified":"2021-05-27T00:53:00","modified_gmt":"2021-05-26T22:53:00","slug":"therese-und-isabelle","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=101447","title":{"rendered":"Therese und Isabelle"},"content":{"rendered":"\n<p>Der &#8220;Aufbau-Verlag&#8221; hat nicht nur<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/03\/28\/kindheit\/\"> Tove Ditlevson autobigorafische Trilogie<\/a> herausgegeben, sondern hat jetzt auchdie von 1907 bis1972 gelebt habende Violette Leduc wiederentdeckt, die in den F\u00fcnfziger-und sechzigerjahren auch eine von Simone de Beauvoir ermuntert, skandalumwitterte Autobiografie geschrieben hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Therese und Isabelle ist der erste Teil eines Romans, den sie in den F\u00fcnfzigerjahren bei &#8220;Gallimard&#8221; herausgeben wollte, die Geschichte einer Liebe zweier siebzehn-und achtzehnj\u00e4hrige Klostersch\u00fclerinnen ,der Mittelteil ist der Liebe zu einer  Lehrerin in einer aufregenden Taxifahrt gewidmet, wie ich dem Nachwort entnehme und im Teil geht es um eine Abrreibung, damals auch verboten, so da\u00df das Ganze nur zensuriert oder gar nicht erscheinen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen ist aber Violette Leducs Leben, die bevor sie zu schreiben angefangen hat, Verlagssekret\u00e4rin war, verfilmt worden und jetzt hat, wie ich ebenfalls dem Nachwort der &#8220;Geschichte einer Zensur&#8221; entnehme, von &#8220;Aufbau&#8221;, das erste Mal unzensiert, auf Deutsch wahrscheinlich, herausgekommen und ich bin, wie meine Leser wahrscheinlich wissen, was die Sexualit\u00e4t betrifft,  etwas verklemmt, obwohl ich schon sehr viel, auch<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/06\/schmerzherz\/\"> erotische<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/04\/26\/klimmen\/\">Romane<\/a> gelesen habe und durchaus offen gegen\u00fcber jede Art von Lebe bin.<\/p>\n\n\n\n<p>Hundertsechzig Seiten erotische Szenen zwischen zwei Sch\u00fclerinnen zu lesen, habe ich als eher langweilig empfunden. Ein Anderer mag sich vielleicht daran begeilen, was wohl auch nicht sehr gut ist. Den Sex eher selber machen, denke ich da, statt in Skandalen zu ersticken oder  sich zu begeilen und wenn man jung ist, mu\u00df man sich nat\u00fcrlich sexuell orientieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Mu\u00df man mit Siebzehn in ein Internat, weil die Mutter wieder heiratet und der Stiefvater eine vielleicht nicht will, f\u00fchrt das wahrscheinlich zu Einsamkeit und dann vielleicht auch zu der &#8220;verbotenen&#8221; Liebe, die von verklemmten Nonnen oder Aufseherinnen mi\u00dftrauisch \u00fcberwacht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja das Z\u00f6libat ist schuld, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/02\/10\/josef-haslingers-fall\/\">da\u00df sich viele Prieser an Kinder vergriffen<\/a> oder Kinder von ihren K\u00f6chinnen bekommen. Eine Siebzehnj\u00e4hrige braucht aber viel Liebe, um ihre ersten Erfahrungen, egal ob zu m\u00e4nnlichen oder weiblichen Partnern zu machen oder sich in ihren <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/10\/11\/ich-bin-linus\/\">K\u00f6rpern <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/08\/19\/fris-oder-stirb\/\">wohl zu f\u00fchlen <\/a>und daf\u00fcr wahrscheinlich auch eine stabile Famile.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie sich der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/02\/24\/das-corona-texte-buch\/\">Lockdown auf die heutigen Siebzehnj\u00e4hrigen auswirkt<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/03\/30\/mauern\/\">und welche St\u00f6rungen er ausl\u00f6st<\/a>, wird man erst sp\u00e4ter herausfinden und hier geht es darum, da\u00df Therese offenbar in das Internat kommt, ihre Schuhe putzt und sich dabei \u00fcber die selbstbewu\u00dfteMustersch\u00fclerin Isabelle \u00e4rgert. Die zieht sie dann in ihre Koje, der Schlafsaal ist offenbar durch Vorh\u00e4nge von einander getrennt und irgendwo schl\u00e4ft auch eine Aufseherin. Also mu\u00df man leise sein, damit einem  nicht die anderen Sch\u00fclerinnen h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p> Violette Leduc schildert das alles sehr offen und auch sehr erotisch. Vor Liebe bricht Therese dann auch einmal zusammen oder tut nur so und so mu\u00df Isabelle sie in die Stadt zum Arzt bringen. Sie gehen aber in ein Stundenhotel und mieten sich dort ein Zimmer. Schw\u00f6ren sich, ins Internat zur\u00fcckgekommen, da\u00df sie sich nie verlasen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Meine Mutter holte mich ab. Ich sah Isabelle nie wieder&#8221;, lauten dann die letzten S\u00e4tze, die gleich darunter stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun ja, nun ja, k\u00f6nnte ich schreiben, ein interessantes Buch. Violett Leduc war auch in einem Internat, entnehme ich &#8220;Wikipedia&#8221; und hat wohl das oder etwas \u00c4hnliches in den ber\u00fchmten <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/09\/27\/1929-frauen-im-jahr-babylon\/\">Zwanziger<\/a> bis <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=99852&amp;preview_id=99852&amp;preview_nonce=22d900c7d3&amp;preview=truehttps:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=99852&amp;preview_id=99852&amp;preview_nonce=22d900c7d3&amp;preview=truehttps:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=99852&amp;preview_id=99852&amp;preview_nonce=22d900c7d3&amp;preview=true\">Drei\u00dfigerjahre<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/12\/20\/patience-geht-voruber\/\">erlebt<\/a>, in den F\u00fcnfzigerjahren dar\u00fcber geschrieben  und ich f\u00fcge, nachdem vielleicht alle \u00fcber die starke Sprache und die literarische Neuentdeckung schw\u00e4rmen,&#8221;Was f\u00fcr ein Temperemt, was f\u00fcr ein Stil&#8221;, hat Simone de Beauvoir dar\u00fcber geschrieben, noch an, da\u00df ich in den Siebzigerjahren oder so, Simone de Beauvoir aber auch viel Hedwig Courths-Mahler, die ich immer noch f\u00fcr sehr gut halte, gelesen und da gab es einen Roman, wo ein Mann seine Frau vor oder nach der Hochzeit verl\u00e4\u00dft und auf Weltreise geht. Denn er hat einen Brief zugesteckt bekommen, wo die Frau einem Fritz hei\u00dfe Liebesschw\u00fcre schickte, wo wohl auch etwas von &#8220;Wir werden uns nie verlassen!&#8221;, steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frau reist ihm nach Hongkong oder so nach und ger\u00e4t dabei ahnungslos und naiv in verschiedene Gefahren. So lauern ihr beispielsweise M\u00e4dchenh\u00e4ndler auf, die das junge wei\u00dfe Blutverkaufen wollen. Am Schlu\u00df kl\u00e4rt sich alles auf und es gibt ein Happyend, denn der Fritz war nat\u00fcrlich eine Friederike und das Ganze eine harmlose Internatsfreundschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Damals habe ich das kommentarlos hingenommen. Heute w\u00fcrde ich wohl auch an etwas anderes denken, habe ich inzwischen ja einige Romane \u00fcber die wilden Zwanzigerjahre, die in Berlin und auch woanders gelesen und in diesem Sinn w\u00fcrde ich auch meinen, da\u00df es sich lohnen w\u00fcrde, kommentiert und vielleicht etwas ausged\u00fcnnt, Hedwig Courts-Mahler wieder zu entdecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Und mu\u00df ich  wieder schreiben, ein Roman, wie drunter steht, ist das Buch  nat\u00fcrlich nicht, sonder wohl eher ein Memoir, aber dieser Ausdruck war Violett Leduc wahrscheinlich nicht bekannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der &#8220;Aufbau-Verlag&#8221; hat nicht nur Tove Ditlevson autobigorafische Trilogie herausgegeben, sondern hat jetzt auchdie von 1907 bis1972 gelebt habende Violette Leduc wiederentdeckt, die in den F\u00fcnfziger-und sechzigerjahren auch eine von Simone de Beauvoir ermuntert, skandalumwitterte Autobiografie geschrieben hat. 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