{"id":101836,"date":"2021-06-03T10:59:15","date_gmt":"2021-06-03T08:59:15","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=101836"},"modified":"2021-06-03T10:59:15","modified_gmt":"2021-06-03T08:59:15","slug":"der-42-breitegrad","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=101836","title":{"rendered":"Der 42. Breitegrad"},"content":{"rendered":"\n<p>Jetzt kommt, etwas vesp\u00e4tet, denn der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/04\/13\/die-neuen-leipziger-buchpreisbucher\/\">&#8220;Preis der Leipziger Buchmesse&#8221; <\/a>ist ja <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/05\/30\/leipzig-im-mai\/\">schon vergeben<\/a>, das dritte Buch aus der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/preis-der-leipziger-buchmesse\/\">\u00dcbersetzerschiene<\/a>, das eigentlich aus drei B\u00fcchern besteht. N\u00e4mlich die &#8220;USA-Trilogie&#8221; des von 1896-1970 gelebt habenden amerikanischen  Autors John Dos Passos, die ich schon seit November auf meinen Badezimmerstapel liegen habe, habe ich mir das Buch, das aus1644 sehr d\u00fcnnen Seiten besteht, von der Anna <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/11\/09\/geburtstag-sowie-ost-buchpreis-ohne-fest\/\">zum Geburtstag <\/a>gew\u00fcnscht und h\u00e4tte den W\u00e4lzer wahrscheinlich liegen lassen oder Ende des Jahres in ein Regal ger\u00e4umt, w\u00e4re es nicht auf die \u00dcbersetzer-Schiene gekommen. Da hat mich dann der Ehrgeiz gepackt und ich habe es lesen m\u00fc\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dirk van Gunsteren und Nikolaus Stingl haben den W\u00e4lzer \u00fcbersetzt und ich habe von John dos Passos schon was gelesen oder durchgebl\u00e4ttert, habe ich doch als &#8220;Buch und Wein&#8221; in der Sch\u00e4ffergasse geschlo\u00dfen wurde und abverkaufte wurde, mir &#8220;Manhattentransfer&#8221; gekauft und in den St. P\u00f6ltner B\u00fccherschr\u00e4nken habe ich einmal  &#8220;Jahrhundertmitte&#8221; gefunden&#8221; und dann noch die &#8220;Drei Soldaten&#8221; irgendwo in den Regalen stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt also der amerikanische Montageroman, wo auf sehr lesbare Weise, wie im Klappentext steht, das politische und soziale Geschehen Amerikas verkn\u00fcpft mit  verschiedenen Charakteren zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, verbunden mit dem ersten Weltkrieg, dem Aufstieg Hollywoods, etcetera, geschildert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Der erste Teil hei\u00dft &#8220;Der &#8220;42 Breitegrad&#8221;, dann gibt es noch &#8220;1919&#8221;und &#8220;Das gro\u00dfe Geld&#8221; und auf  den vierhundertf\u00fcnfzig Seiten des &#8220;42. Breitegrades&#8221; gibt es die verschiedensten Textsorten. Da findet man immer die &#8220;Wochenschauen&#8221;, dann Textpassagen die &#8220;Das Auge der Kamera&#8221; hei\u00dft und dann gibt es die Lebensl\u00e4ufe von f\u00fcnf Personen, drei M\u00e4nner und zwei Frauen, die auf den ganzen Band verteilt, beschrieben werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Da gibt es  Fainly  oder Fenian, der, als seine Mutter stirbt, von seinem Onkel, einem Gewerkschaftler, der eine Druckerei besitzt, zu sich geholt wird. Fainly, der dann nur noch Mac genannt wird, wird auch Drucker und als der Onkel seine Druckerei verliert, zieht er mit einem windigen Agenten durch die Lande, um B\u00fccher dort an den Mann oder die Frau zu bringen. Er schl\u00e4gt sich auf verschiedene Art und Weise durch das Leben,  schlie\u00dft sich der Gewerkschaft an, verl\u00e4\u00dft sie, sie wei er heiraten und ein Kind versorgen mu\u00df. Schlie\u00df\u013aich zieht er nach Mexiko, um zu k\u00e4mpfen, \u00fcbernimmt eine Buchhandlung, erlebt die mexikanischen Freiheitsk\u00e4mpfe, etcetera.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ganz wird von Amerkungen unterf\u00fcttert und dann lernen wir Janey kennen, die macht eine Sekret\u00e4rinnenausbildung, Stenografie war damals noch angesagt und dann tippte man die diktierten Texte auf einer Remington ab, arbeitet bei verschiedenen Rechtsanw\u00e4lten, teilt sich ein Zimmer bei einer Freundin, mit der sie Sonntags in einem Drugstore ein Soda trinkt oder mal ins Kino geht. Schlie\u00dflich kommt sie nach New York und wird die pers\u00f6nliche Sekret\u00e4rin eines J. Ward Moorhouse, dessen Lebenslauf auch geschildert wird.<\/p>\n\n\n\n<p> Der arbeitet als Journalist, wird schlie\u00dflich Gesch\u00e4ftsmann oder sowas, wie Kommunikationsberater, wenn es das 1916 schon gegeben hat. Er  nimmt seine Sekret\u00e4rin jedenfalls nach Mexiko mit, wo sie sich mit Mac kreuzen und eine Eleonaor Stoddard, die ist eine Art Architektin, die sich als Verk\u00e4uferin hochgearbeitet hat, gibt es auch. Man sieht John Dos Passos ist eigentlich sehr modern. Sie lebt in christlichen Boardinghouses, wird die platonische Freundin von J. Ward, der dadurch Schierigkeiten mit seiner zweiten Frau bekommt. Von der er sich nicht l\u00f6sen kann, weil das Geld von seinen Betrieben von der Schwiergermutter kommt und am Schlu\u00df begegnen wir noch einem Charley Anderson, der als Mechaniker durch die Lande bummelt, Frauen begegnet, s\u00e4uft und sich auch mal pr\u00fcgelt.<\/p>\n\n\n\n<p> Das Ganze wird, was auch bei &#8220;Amazon&#8221; kritisiert wird, ziemlich zusammenhanglos geschildert und bei den &#8220;Wochenenschauen&#8221; oder &#8220;Auge- Passagen&#8221; werden bei den Abs\u00e4tzen oft  die S\u00e4tze auseinandergerissen. Ich bin gespannt, wie es mit beiden anderen Teilen weitergeht und habe das Lesen, obwohl die d\u00fcnnen Seiten in der Badewanne ziemlich gelitten haben, eigentlich sehr geno\u00dfen und einen interessanten Autor kennengelernt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt, etwas vesp\u00e4tet, denn der &#8220;Preis der Leipziger Buchmesse&#8221; ist ja schon vergeben, das dritte Buch aus der \u00dcbersetzerschiene, das eigentlich aus drei B\u00fcchern besteht. 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