{"id":1022,"date":"2009-03-20T11:32:30","date_gmt":"2009-03-20T10:32:30","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1022"},"modified":"2009-03-20T11:32:30","modified_gmt":"2009-03-20T10:32:30","slug":"paul-schatz-im-uhrenkasten-und-margaretner-kunst-und-kulturmesse","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1022","title":{"rendered":"Paul Schatz im Uhrenkasten und Margaretner Kunst-und Kulturmesse"},"content":{"rendered":"<p>Bei einem meiner Spazierg\u00e4nge zur Buchlandung auf der Mariahilferstra\u00dfe habe ich aus der Ein-Euro-Schn\u00e4ppchenkiste Jan Koneffkes Roman &#8220;Paul Schatz im Uhrenkasten&#8221; gezogen und gedacht, da\u00df das der Erich Fried Preistr\u00e4ger von 2005 sei.<br \/>\nWas, wie ich dem Lebenslauf des Autors inzwischen entnommen habe, ein Irrtum war. 2005 hat Yaak Karsunke den Fried Preis bekommen.<br \/>\nJan Koneffke, der 1960 in Darmstadt geboren wurde, lebt aber seit 2003 in Wien.<br \/>\nVielleicht daher die Verwechslung, ich bin ja ein bisserl legasthen oder auch etwas schlampig.<br \/>\nHabe den Roman aber trotz jokers literatur quiz inzwischen gelesen und will, da Otto Lambauer  mehr Rezensionen  von mir w\u00fcnscht, ein bi\u00dfchen was dar\u00fcber schreiben.<br \/>\nJan Koneffke der, wie in Wikipedia steht, an die f\u00fcnfzehn Romane geschrieben hat, f\u00e4llt durch eine fantastische Bildersprache und die ironische Verwendung eines altert\u00fcmlichen Stils auf.<br \/>\nPaul Schatz ist der Sohn eines schimmeligen Schildermalers, halber Israelit mit arischem Piephahn, w\u00e4chst im Berliner Scheunenviertel bei seinem Gro\u00dfvater Karl Haueisen, der ein bedeutender Uhrensammeler ist, Tante Else und der Nenntante Ida auf.<br \/>\nDann gibt es noch den Dr. Schmidt aus biegsamen Stahl, der Hitler f\u00fcr einen Juden h\u00e4lt, in den Tante Else sich verguckt, bevor sie sich mit dem Wehrmachtsoffizier  Franz Klein verlobt, aber das passiert erst sp\u00e4ter.<br \/>\nZuerst verstirbt der Gro\u00dfvater, den Mosche Sternkukker mit seinem Strau\u00dfenei, aber als Logenbruder, der im Erdinnern durch das Verstellen von Zeigern Unrecht verhindern kann, weiterleben l\u00e4\u00dft.<br \/>\nPaul Schatz kommt zu seinem Onkel Max, dem Leiter der Quedlinburger Schlo\u00dfbibliothek und wird zum Stotterer aus \u00dcberlebenswillen.<br \/>\nAls Kommissar Flotow Onkel Max eines auswischen will und ihn zu sich bestellt, versteckt sich Paul drei Jahre lang im Schlupfloch, entwirft phantastische Uhren, tr\u00e4umt von Mozart und Bach und l\u00e4\u00dft sich von Charlotte versorgen, die von ihm nach  Ende der tausendj\u00e4hrigen Geschichte aber nichts mehr wissen will.<br \/>\nSo da\u00df Paul Schatz mit der gro\u00dfv\u00e4terlichen Uhrensammlung als Sonderling von Tante Hanna verlassen, 1999 im Osten Deutschlands an Krebs verstirbt.<br \/>\nDas und noch viel mehr passiert in diesem wundersamen Roman mit der verdrehten Sprache und den lyrischen Bildern und das ist auch ein Weg Vergangenes zu bew\u00e4ltigen, sowie Geschichte verstehbar zu machen.<br \/>\nSo weit zum B\u00fccherlesen nach Leipzig und der Lit Cologne, der zweiten gro\u00dfen Buchveranstaltung, die dieser Tage still und heimlich in K\u00f6ln passiert.<br \/>\nH\u00e4tte ich nicht Elke Heidenreich, w\u00fc\u00dfte ich nicht viel davon.<br \/>\nUnd, da\u00df das K\u00f6lner Stadtarchiv mit dem B\u00f6ll-Nachla\u00df dieser Tage einst\u00fcrzte und zwei Menschen versch\u00fcttete, w\u00e4hrend ich mich gerade  intensiv mit dem Literaturquiz besch\u00e4ftigte und versuchte \u00fcber die 280.000 Punktgrenze zu kommen, habe ich auch noch nicht erw\u00e4hnt.<br \/>\nOtto Lambauer ist  schon bei 164.550 Punkten.  Jetzt funktioniert das Ganze aber nicht und gestern war auch etwas anderes los.<br \/>\nRoman Gutsch hat mich n\u00e4mlich auf eine Kultur- und Kunstmesse im Amtshaus Margareten im Rahmen der Wiener Festwochen aufmerksam gemacht, wo sich die Margaretner Kunst- und Kulturschaffenden am 12. Mai von 17 &#8211; 22 Uhr kostenlos der Bev\u00f6lkerung pr\u00e4sentieren und damit reich werden k\u00f6nnen, wie der Bezirksvorsteher bei der gestrigen Besprechung launig versprach.<br \/>\nNun ja, das ist nicht nur ein Magaretner Dilemma.<br \/>\nSoll man gratis oder \u00fcberhaupt nicht lesen?<br \/>\nDie, die es nicht anders k\u00f6nnen, werden es wohl tun.<br \/>\nUnd wenn jeder der f\u00fcnfundzwanzig interessierten K\u00fcnstler zehn Freunde mitbringt, ist der Saal auch voll und es wird ein Erfolg, f\u00fcr den der Herr Berzirksvorsteher vielleicht  einen Orden oder Preis bekommt.<br \/>\nSo war ich gestern Nachmittag also sehr besch\u00e4ftigt und habe viele Mails verschickt. Meine Texte f\u00fcr die n\u00e4chsten Lesungen und den Tag der Freiheit des Wortes am 11. Mai mu\u00df ich auch noch vorbereiten und nat\u00fcrlich &#8220;Das Haus&#8221; korrigieren, in dem ich jetzt anfange,  Fehler zu finden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei einem meiner Spazierg\u00e4nge zur Buchlandung auf der Mariahilferstra\u00dfe habe ich aus der Ein-Euro-Schn\u00e4ppchenkiste Jan Koneffkes Roman &#8220;Paul Schatz im Uhrenkasten&#8221; gezogen und gedacht, da\u00df das der Erich Fried Preistr\u00e4ger von 2005 sei. 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