{"id":102339,"date":"2021-06-19T00:29:00","date_gmt":"2021-06-18T22:29:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=102339"},"modified":"2021-06-19T00:29:00","modified_gmt":"2021-06-18T22:29:00","slug":"das-grose-geld","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=102339","title":{"rendered":"Das gro\u00dfe Geld"},"content":{"rendered":"\n<p>Im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/06\/03\/der-42-breitegrad\/\">dritten<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/06\/13\/1919\/\"> Teil<\/a> der  &#8220;USA-Trilogie&#8221; kommt alles nach sechzehnhundert Seiten langsam zusammen. Die Kritiker m\u00f6gen meinen, das das alles f\u00fcr den heutigen Lesegeschmack zu langartmig ist und heutige Lektorenw\u00fcrden vielleicht einiges hinausstreichen und ich frage mich auch wieder wieviele Leute die Neu\u00fcbersetzung von Dirk van Gunsteren und Nikolaus Stingl wirklich gelesen haben?  Ich habe jedenfalls vierzehn Tage dazu gebraucht und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/10\/08\/leseruffel\/\">nicht abgebrochen<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/09\/30\/himmel-auf-zeit\/#comments\">liebe Kritiker<\/a>, denn das tue ich Erstens \u00fcberhaupt nie und Zweitens hatte ich keinen Grund dazu. Denn ich habe das gewaltige Opus sehr interessant gefunden und bin darauf gekommen, da\u00df ich einmal vor <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/24\/vierzig-jahre-matura-vierzig-jahre-schreiben\/\">fast f\u00fcnzig Jahren <\/a>auch \u00e4hnlich montageartig zu schreiben angefangen habe. Die &#8220;U-Bahn-Geschichten&#8221; sind ein Beispiel daf\u00fcr und hier bekommt man in den Neunzehnhundertrei\u00dfigerjahren geschriebenen B\u00e4nde, glaube ich  einen guten Eindruck, \u00fcber das damalige Amerika, das und das finde ich interessant, in manchen Teilen sogar erstaunlich aktuell erscheint.<\/p>\n\n\n\n<p>So wird die spanische Grippe erw\u00e4hnt, ist doch der Vater, von Mary French, ein altruistischer Hausarzt, daran gestorben. Die eher b\u00fcrgerlicher Mutter war mit seinem sozialen Engagement nicht einverstanden und  hat sich sp\u00e4ter wieder gut verheiratet. Die Tochter wurde Sozialarbeiterin und in die Gewerkschaftsstreiks vermittelt.<\/p>\n\n\n\n<p> Aber kehren wir an den Beginn des dritten Teils zur\u00fcck. Kehrt da doch Charley Anderson , den wir schon vom ersten Teil kennen, aus dem Krieg zur\u00fcck und f\u00e4hrt mit dem Schiff an den gro\u00dfen Banken vorbei, was schon ein Hnweis auf den Titel ist. Dann ist  vom gro\u00dfen Geld lange nicht die Rede,  denn der Flieger, der sp\u00e4ter in der Autobranche t\u00e4tig ist, s\u00e4uft und hurt sich durch das Leben. Hat mehrere Unf\u00e4lle, weil er betrunken am Steuer sitzt und, wie einer seiner\u00c4rzte lapidar feststellt, wie alle Flieger, ein verdammt schlechter Autofahrer ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Margo Dowling kommt vor.  Die ist eine Variete\u00e4nzerin und Schauspielerin, die zuerst in Kuba unter dem Patriachat der weiblichen Verwandten ihres Ehemanns fast verkommt. Dann wird sie eine ber\u00fchmte Hollywoodschauspielerin, degradiert ihren Ex-Mann Tony zu ihrem Chauffeur und wird schlie\u00df\u013aich vom Tonfilm, weil sie eine Fistelstimme hat, aus dem Business vertrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Schlu\u00df treffen wir dann auf die Bekannten von Teil eins und zwei und da erlebte ich wieder eine \u00fcberraschende Aktutallit\u00e4t, geht es doch um eine geplante <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/15\/hassposting-an-corona-oder-veranstaltungsstop-ii\/\">Gesundheitsdiktur <\/a>mit der das gro\u00dfe Geld zu verdienen ist.  Krankenversicherung war ja  nicht vorhanfden. Daher kostetKrankeheiten  und Geburten oft ein Verm\u00f6gen und machte die Betroffenen arm oder sie gingen nicht zu den \u00c4rzten und in die Spit\u00e4ler.<\/p>\n\n\n\n<p>Da kam ein sehr gesundheitsbewu\u00dfter  Tycoon, der in den Restaurants, die Kellner zusammenschi\u00df, wenn sie den Kohl zu weich und die Karotten zu hart servierten, das Rauchen und den Alkohol verbot  w\u00e4hrend er sich in den Varietees am nackten Fleisch der dortigen Damen durchaus am\u00fcsierte, auf die idee in Drugstores patentfreie Medikamente anzubieten.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;In meinen Augen&#8221;, unterbrach ihn Colonel Judson,&#8221;ist dieses sogenannte Gesett zur Llebensmittelqualit\u00e4t nichts weiter als ein Klassengestz zum Wohl der \u00c4rzteschaft. Nat\u00fcrlich wollen die \u00c4rzte,dass wir sie konsultieren, bevor wir eine Zahnb\u00fcrste oder eine Schachtel Laktritz kaufen.&#8221;,<\/p>\n\n\n\n<p>J W. fuhr fort, wo er aufgeh\u00f6rt hatte. &#8220;Die wissenschaftlich entwickelten Naturheilmittel sollen den Laien bef\u00e4higen, frei und selbst\u00e4ndig zu entscheiden und kleinere Beschwerden zubehandeln, ohne einen Arzt aufsuchen zu m\u00fcssen.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>So wird mit dem Tycoon  ein gro\u00dfer Handel abgeschlossen, aber J. W. Morrehouse erleidet eine Herzschw\u00e4che, w\u00e4hrend seine Sekret\u00e4rin Miss Williams sich zu einers\u00e4uerlichen alten Jungfer entwickelt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Portraits der ber\u00fchmten Pers\u00f6nlichkeiten werden unter andern Isadora Ducan, Rudolfo Valenino und der Zeitungstycoon William Randolph Hearst skizziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein interessantes Buch. Ein wenig m\u00fchsam zu lesen, vor allem, wenn man es mit den vielen d\u00fcnnen Seiten in der Badewanne versucht, aber ein interessanter Gewinn undein interessanter autor, der ja, wie schom im ersten Teil erw\u00e4hnt, 1970 in Baltimore gestorben ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im dritten Teil der &#8220;USA-Trilogie&#8221; kommt alles nach sechzehnhundert Seiten langsam zusammen. Die Kritiker m\u00f6gen meinen, das das alles f\u00fcr den heutigen Lesegeschmack zu langartmig ist und heutige Lektorenw\u00fcrden vielleicht einiges hinausstreichen und ich frage mich auch wieder wieviele Leute &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=102339\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,5],"tags":[2944,4639,545,5953],"class_list":["post-102339","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","category-buchpreisbloggen","tag-john-dos-passos","tag-preis-der-leipziger-buchmesse","tag-uebersetzung","tag-usa-trilogie"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/102339","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=102339"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/102339\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=102339"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=102339"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=102339"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}