{"id":103161,"date":"2021-07-07T00:58:00","date_gmt":"2021-07-06T22:58:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=103161"},"modified":"2021-07-07T00:58:00","modified_gmt":"2021-07-06T22:58:00","slug":"das-duell","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=103161","title":{"rendered":"Das Duell"},"content":{"rendered":"\n<p>jetzt kommt ein Geburtstagsbuch  au dem Jahr 2019, ja ich bin sp\u00e4t daran, denn da habe ich mir von der Anna ja einen &#8220;Thalia-Gutschein&#8221; schenken lassen, mir f\u00fcnf B\u00fccher dort besorgt und erst den <a href=\"\/2020\/01\/25\/der-hammer\/\">&#8220;Hammer&#8221;<\/a> davon gelesen. Jetzt kommt Volker Weidermanns, dem FAZ- oder Spiegelredakteur, der das literarische Quartett geleitet hat<a href=\"\/2017\/05\/23\/ostende\/\"> &#8220;Ostende&#8221;<\/a>, <a href=\"\/2017\/12\/14\/traeumer\/\">&#8220;Tr\u00e4umer&#8221;<\/a>, \u00fcber  die Weimarer Rebublik geschrieben hat, &#8220;Duell&#8221;, die Beziehung zwischen dem deutschen Kulturpapst <a href=\"\/2012\/04\/24\/uber-hilde-spiel\/\">Marcel <\/a>ReichRanicki und dem Nobelpreistr\u00e4ger Gunter Grass daran. Und das ist ja zweifellos ein Buch,das mich interessiert, habe ich ja, glaube ich, sogar ein Buch Reich Ranickis \u00fcber G\u00fcnter Grass, habe ein paar seiner &#8220;Quartette&#8221;, ich bin ja keine Fernsehfrau, gesehen, sein Buch &#8220;Mein Leben&#8221; gelesen und nach seinem Tod, 2013, den sehr ber\u00fchrenden Film dar\u00fcber gesehen.Von G\u00fcnter Grass habe ich glaube ich, <a href=\"\/2010\/12\/26\/grimms-worter\/\">einiges<\/a>, aber nicht sehr viel gelesen, ihn einmal bei einer Ausstelungser\u00f6ffnung im Wien Nuseum, wo er gr\u00fc\u00dfend hereingekommen ist, er war damals, glaube ich, schon Nobelpreistr\u00e4ger und auch sp\u00e4ter einige Male in Leipzig gesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Volker Weidermann beginnt mit einem Foto,wo zwei alte Herren in L\u00fcbeck zeigt, als Grass &#8220;Weites Feld&#8221; erschienen ist, das ich gelesenhabe, hat MRR es im &#8220;Quartett&#8221; zerissen, was dann auf dem &#8220;Spiegel-Cover&#8221; abgebildet war und als sie sich das letzte Mal gesehen habe, h\u00e4tten sie sich, wie, einer ausrief, umarmen sollen,es aber nicht getan.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann geht es in die Jugend und in das dritte Reich zur\u00fcck, denn der eine wurde ja 1920 in Wloclawek, der andere 1927 in Danzig geboren, MRR oder Marcel Reich, wie er damal hie\u00df, war der Sohn einer von der deutschen Literatur sehr begeisterten Mutter, die ihm die Liebe zu dem Land beibrachte. Der Neunj\u00e4hrig ewurde in das Land Goethes geschickt, machte dort Abitur und wurde  noch bevor er studieren konnte, nach Polen ausgewiesen, lebte dort mit seinen Eltern in der Wohnungseines Bruders, der  Zahnarzt war, lernte seine Tosia kennen, deren Vater sich erh\u00e4ngte, wurde, als die Deutschen kamen, Dolmetscher im Judenrat, wurde ins Ghetto einquartiert, wo er die Todeslisten schreiben mu\u00dfte. Seine Eltern wurde deportiert, er floh mit Tosia im Februar 1943 \u00fcberlebte den krieg <a href=\"\/2021\/07\/04\/corona-in-buchenwald\/\">durchs Geschichten erz\u00e4hlen <\/a>bei einem Arbeiterpaar und meldete sich dann mit Tosia bei der polnischen Armee, wo sie in der Zensurabteilung besch\u00e4ftigt waren, w\u00e4hrend GG in Danzig ein begeisteter Hitler-Junge, aber auch von der deutschen Literatur sehr begeistert war, beide haben viel gelesen und Karl May, glaube ich, nicht besonders gemocht, grass hat sich dann, bevor der Kunstbegeisterte studieren konnte, mit siebzehn zur Waffen SS gemeldet, wor\u00fcber er lang geschwiegen hat und sich erst sp\u00e4ter in der &#8220;h\u00e4utung der Zwiebel&#8221;,glaube ich,outete. er wurde 1948 an der Kunstakademie in D\u00fcsseldorf aufgenommen,seine Anna heiratete, die 1954 mit seiner Schwester, seine Gedichte an die <a href=\"\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=gruppe+47\">&#8220;Gruppe 47&#8221;<\/a> schickte, worauf er dann dort eingeladen wurde. Er lernte dort die <a href=\"\/2012\/01\/02\/mythos-bachmann\/\">Bachmann <\/a>und <a href=\"\/2020\/09\/21\/susanne-ayoubs-paul-antschel-film\/\">Celan<\/a> kennen, ging mit Anna nach Paris, wo er  an seiner &#8220;Blechtrommel&#8221; zu schreiben begann.Reich-Ranicki oder Ranicki wie er seinen Namen in Polen umwandeln mu\u00dfte wurde erst 1994 entlarvt, da\u00df er f\u00fcr den polnischen Geheimdiest gearbeitet hat. Er ging mit Toisia als Botschafter nach  London, wurde dort aber, weil zu arrogant und nur \u00fcber Literatur und Musik schwafelnd, diffamtiert ,zur\u00fcck beordert, kam ins Gef\u00e4ngnis wo er Anna Sehers &#8220;Siebentes Kreuz las, die neben <a href=\"\/2017\/06\/18\/koenigsallee\/\">Thomas Mann<\/a> ein weiteres Idol f\u00fcr ihn wurde. 1958 lernte er im Hotel Bristol inWarschau G\u00fcnter Grass kennen, den er zuerst f\u00fcr einen bulgarischen Agenten hielt. Bei der Gruppe 47 gewann die &#8220;Blechttrommel&#8221; aber den Ppreis der Gruppe. Reich Ranicki, derinzwischen nach Deutschland zur\u00fcckgekehrt war,veri\u00df und hielt &#8220;Katz und Maus&#8221; den dritten Teil, der &#8220;Danziger Trilogie&#8221; f\u00fcr das bessere Buch, schrieb in allen Redaktionen wieder unter den Namen Reich Kritiken und stieg bald, als haber Pole, halber Deutscher und ganzer Juder zum gef\u00fcrchtesten Kritiker Westdeutschlands auf, der alles wollte, nur nicht als unterw\u00fcrfig und sich als Bittsteller  geb\u00e4rdend.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Duell, der Konkurrenzkampf zwischen Kritiker und Staatsdichter, der manchmal auch als privat bezeichnet wird, Weidermann nennt es auch Boxrunden,geht weiter, Grass schreibt den dritten Teil seiner Danzinger Trilogie, schreibt auch Gedichte, die au\u00dfer die, die politisch sind, MMR gefallen, Grass beginnt f\u00fcr Will<strong>y<\/strong> Brandt, dem SPD-Politiker Partei zu ergreifen und erregt sich auch \u00fcber den Bau, der Berliner-Mauer am 13. August 1961 und emp\u00f6rt sich da \u00fcber das Schweigen der Schriftsteller, etwas, was man, wie vieles andere, in dem Buch, auch auf <a href=\"\/2020\/03\/29\/leben-im-dystopischen-raum\/\">die heutige Situation beziehen kann<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach den &#8220;Hundejahren&#8221; kam das &#8220;Tagebuch einer Schnecke&#8221;, da ist, glaube ich, MRR als Geschichtenerz\u00e4hler verewigt. Daf\u00fcr will er Honor, bekommt ein Auqarell versprochen und einen &#8220;Butt&#8221; serviert. Er ha\u00dft zwar Fische und hat Angst vor den Gr\u00e4ten. Der n\u00e4chste gro\u00dfe Roman wird aber erscheinen und MRR bekommt endlich in der FAZ eine fixe Anstellung. In der Hamburger &#8220;WELT&#8221; hat man sich  vor den &#8220;Rabauken&#8221; gef\u00fcrchtet. Er geht dann auch in Pension, und bekommt das &#8220;Literarische Quartett&#8221; als Gegenleistung. Da wird dann zuerst das Indientagebuch, denn dorthin ist GG vor MRRs scharfer Zunge gefl\u00fcchtet, zerrissen. Sp\u00e4ter passiert das dann, wie schon beschrieben mit dem &#8220;Weiten Feld&#8221;, den Fontane-Roman, der in den Neunzigerjahren, nach dem Zerfall der DDR erschienen ist und eine lebenslange Ha\u00dffreudschaft scheint geboren.<\/p>\n\n\n\n<p>1999 ist dann MRRs ber\u00fchrende Biografie herausgekommen,der den arroganten \u00fcberheblichen Kritiker in einem anderen Licht sehen lie\u00dfund GG hat den Nobelpreis bekommen. Da gab es, glaube ich ,noch  einen Kampf bez\u00fcglich der Gratulation und dann kommt es, schreibt Weidermann zu der Frage, wer den Kampf grwinnt?<\/p>\n\n\n\n<p>Der, der l\u00e4nger  lebt? Das w\u00e4re G\u00fcnter Grass der am 13. April 2015 in L\u00fcbeck gestorben ist, da waren wir gerade in  <a href=\"\/2015\/04\/13\/wiedermal-nach-ungarn\/\">Ungarn<\/a>, Marcel Reich-Ranicki, da gab es vorher noch den Skandal um den Fernsehpreis, den er nicht genommen hat und Werbung f\u00fcr das Telefon hat er, glaubeich, auch gemacht, ist am achtzehnten September 2013 gestorben, war aber \u00e4lter.<\/p>\n\n\n\n<p>Also h\u00e4tte er das Duell wenn es wirklich eines gegeben hat, gewonnen, der eine hatte eine Holocaust- Vergangenheit und ist dann zum scharfen deutschen Kritikergeworden. Der andere hat seine Hitler Jugend vielleicht nie kompensiert, hat sich dem Realsozialismus und der SPD zugewandt und so waren die beiden, die beide aus Polen kamen, sehr verschieden und ich schlie\u00dfe das Leseerlebnis mit der Feststellung, da\u00df ich mehr GG lesen sollte und auch  das &#8220;Mein Grass-Buch&#8221; wiederlesen., Ich habe da ja einiges in den Regalen, aber leider keine Zeit. Die Weiderische Kurzfassung ist wahrscheinlich nurein Ersatz und eine Erinnerung und, da\u00df es keine Kritiker mehr a la MMR gibt, bin ich eigentlich sehr froh, denn ,ich glaube, da\u00df niemand beurteilen, kann was jetzt ein gutes oder ein schlechtes Buch ist. Dieses f\u00fcge ich an, war aber interessant und wieder viel gelernt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>jetzt kommt ein Geburtstagsbuch au dem Jahr 2019, ja ich bin sp\u00e4t daran, denn da habe ich mir von der Anna ja einen &#8220;Thalia-Gutschein&#8221; schenken lassen, mir f\u00fcnf B\u00fccher dort besorgt und erst den &#8220;Hammer&#8221; davon gelesen. 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