{"id":104234,"date":"2021-07-27T11:14:08","date_gmt":"2021-07-27T09:14:08","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=104234"},"modified":"2021-07-27T11:14:08","modified_gmt":"2021-07-27T09:14:08","slug":"aberleben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=104234","title":{"rendered":"Aberleben"},"content":{"rendered":"\n<p>Wieder eine Neuerschenung und ein  Buch, das sowohl auf der <a href=\"\/deutscher-buchpreis\/\">deutschen,<\/a> als auch auf der <a href=\"\/literaturgefluester.wordpress.com\/schweizer-literaturpreis\/\">Schweizer Buchpreisliste<\/a> stehen k\u00f6nnte,<\/p>\n\n\n\n<p> &#8220;Aberleben&#8221;, des 1934 in Zollikon geborenen Adolf Muschg, von dem ich <a href=\"\/2018\/10\/26\/heimkehr-nach-fukushima\/\">&#8220;Heimkehr nach Fukuschima&#8221;<\/a> gelesen habe und ich mu\u00df sagen, es ist wieder ein sehr kompliziertes Buch, eine Altherrenphantasie k\u00f6nnte man munken, den die alten Herren schreiben offenbar \u00f6fter und lieber \u00fcber sich selbst,<a href=\"\/2021\/02\/20\/literatursplitter-und-alte-frauen\/\"> als die Frauen<\/a> oder haben Protagonisten, die vor oder nach dem siebzigj\u00e4hrigen Geburtstag vor ihren Krembsdiagnosen und ihren Frauen fliehen und ein neues Leben oder Liebe finden.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\/2015\/07\/02\/mein-mann-der-kommunist\/\">Philip Roth<\/a> und  <a href=\"\/2017\/05\/14\/mit-martin-walser-unterwegs-am-bodensee\/\">Martin Walser <\/a>sind Meister darin, Adolf Muschg ebenso, aber der geht nicht nur in die Vergangenheit, beispielsweise ins Mittelalter oder zu Schillers Urururenkel zur\u00fcck, sondern nach vorn und bindet, wie <a href=\"\/2021\/07\/24\/fur-ein-leben\/\">Ulrich Woelk<\/a>, die <a href=\"\/2021\/07\/22\/genderwahnsinn\/\">Genderdebatte <\/a>aber auch, h\u00f6rt her das <a href=\"\/2020\/03\/29\/leben-im-dystopischen-raum\/\">Corona-Virus<\/a> ein.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Und wasdasVirus betrifft, fuhr Wohllebe fort, Epidemien hat es in der Geschichte der Menschheit immer gegeben. Und wie sie gekommen sind, sind sie auch wieder gegangen. Leider hat man daf\u00fcr erst mal S\u00fcndenb\u00f6cke gebraucht. Damals waren es die Juden, heute der Kapitalismus. Es ist immer nur eine Frage der Zeit, bis das passende Gegenmittel gefunden ist. Das Gewinnstreben, das Sie gei\u00dfeln, wird f\u00fcr Tempo sorgen. Und dann ist der Impfstoff eine Goldmiene.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Das steht auf Seite 349. Also zur\u00fcck zum Anfang. Der Held ist ein PeterAlbisser, offenbar Held fr\u00fcherer Muschgs Romane. Der ist siebzg und verl\u00e4\u00dft Z\u00fcrich und seine Frau Henny, um seiner Krebstherapie zu entfliehen und geht nach Berlin,wo er  an einer Sitzung der Akademie der Wissenschaften teilnehmen will. In seiner Jackentasche findet er  eine Einladung im  Osten eine Weihnachtspredigt zu halten und sich dort in einer M\u00fchle in Aberleben einzuquartieren. Vorerst quartiert er sich aber im G\u00e4stetrakt der Akademie ein und triff eine Judith, das ist eine Filmemacherin, die er einmal zur Pr\u00e4sidentin derAkademie vorgeschlagen hat, wieder.<\/p>\n\n\n\n<p> Sp\u00e4ter quartiert er sich in einem seltsamen Haus, das einer seltsamen Adeligen geh\u00f6rt, ein, der Hausmeister ist der schon erw\u00e4hnte Schiller Urururenkel und redet alle in der dritten Person an. Welch Gelehrigkeit k\u00f6nnte man sagen, das typische Buch f\u00fcr die Mittelschicht-Muschg-Vereherin. Einen Vortrag \u00fcber das ewige Leben eben hat es vorher auch schon   gegeben und Albisser wollte eigentlich einen seiner fr\u00fcheren Romane umschreiben und die krebskranke Ruth darin wieder erleben. Die trifft er dann sp\u00e4ter in Marokko bei einer Theaterauff\u00fchrung, denn die Filmmacherin Judith ist dortin  gegangen, um &#8220;Amphitryon&#8221; neu zu inszenieren und da auch M\u00e4nner Frauen spielen zu lassen und umgekehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber vorher reist Albisser ja noch in die Ex-DDr  zu seiner Weihnachtspredigt. Da hat er eine merkw\u00fcrdige Begegnung mit einem altem  Ritterfr\u00e4ulein oder Schlo\u00dfgespenst, denn das geh\u00f6rt einem Verein an, der eine alten Burg renovierten, die ihnen jetzt an einen Investor wegverkauft wurde. Dieser Investor taucht immer wieder auf. Vorher war er in Berlin bei dem Vortrag, nachher in Marokko.<\/p>\n\n\n\n<p>In der M\u00fchle, die sp\u00e4ter abbrennt, erf\u00e4hrt Albisser, da\u00df er Gro\u00dfvater geworden ist, seine Frau Henny taucht auch auf und spielt in Marokko beim Theater mit denn Albisser sagt den Vortrag ab und begibt sich  zu der Auff\u00fchrung. Dort begegnet er nicht nur Judith und  seiner Tochter, von der vorher nichts wu\u00dfte, sondern sogar seiner Romanfigur, die pl\u00f6tzlich zum Leben erwacht ist.<\/p>\n\n\n\n<p> Sehr kompliziert? Absolut und ein Spr\u00fchregen von Einf\u00e4llen, die der Dichter, der ja h\u00fcbsch \u00e4lter, als sein Protagonist ist, auf seine Leser niederm\u00e4\u00dft und ich mu\u00df wieder schreiben, da\u00df ich vieles nicht verstanden, beziehungsweise \u00fcberlesen habe und wenn mich wer fragt, was das Neue an dem Roman ist-?<\/p>\n\n\n\n<p>Die vielen Einf\u00e4lle  und der sprunghafte Wechsel vom Mittelalter, Schiller, der Holocaust und die Juden kommen auch noch vor, zu der Genderdebatte und dem Virus, denn einer stirbt bei der Auff\u00fchrung daran. Das habe ich noch zu erw\u00e4hnen vergessen. Das ist alles sehr gelehrt und kompliziert, aber mir w\u00fcrde wieder mal der strigente Handlungsfasen fehlen und schreibe daher, da passiert  wieder so viel, da\u00df man zehn Romane dar\u00fcber schreiben k\u00f6nnte. Das ist mir auch chon mal <a href=\"\/2011\/10\/26\/vorschau-auf-zwillingswelten\/#comments\">vorgeworfen worden<\/a>, ich wei\u00df und die Idee mit den Romanfiguren, die pl\u00f6tzlich zum Leben geraten oder den umgeschriebenen B\u00fcchern, ist ja auch etwas was mir gef\u00e4llt, aber hier denke ich, sehr kompliziert, daher unrealistich, aber eine sehr sch\u00f6ne Sprache und viel Gelehrsamkeit und jetzt bin ich gespannt, ob Adolf Muschg, wenn schon nicht den deutschen Buchpreis, den Schweizer gewinnt? <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder eine Neuerschenung und ein Buch, das sowohl auf der deutschen, als auch auf der Schweizer Buchpreisliste stehen k\u00f6nnte, &#8220;Aberleben&#8221;, des 1934 in Zollikon geborenen Adolf Muschg, von dem ich &#8220;Heimkehr nach Fukuschima&#8221; gelesen habe und ich mu\u00df sagen, es &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=104234\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[89,2484,5205],"class_list":["post-104234","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-adolf-muschg","tag-h-c-beck","tag-schweiz"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/104234","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=104234"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/104234\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=104234"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=104234"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=104234"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}