{"id":105039,"date":"2021-08-16T00:41:00","date_gmt":"2021-08-15T22:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=105039"},"modified":"2021-08-16T00:41:00","modified_gmt":"2021-08-15T22:41:00","slug":"mama","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=105039","title":{"rendered":"Mama"},"content":{"rendered":"\n<p>Jetzt kommt eine Neuerscheinung und ein Debut der 1988 in St. P\u00f6lten geborenenen Jessica Lind, also mal sehen auf<a href=\"\/deutscher-buchpreis\/\"> welchen<\/a> <a href=\"\/oesterreichischer-buchpreis\/\">Preislisten<\/a> sie stehen wird. Auf der<a href=\"\/bloggerdebutshortlist\/\"> Longlist des Bloggerdebuts<\/a> steht sie schon und es ist oder soll sein eine &#8220;Parabel \u00fcber die Urgewalt der Mutterschaft&#8221;. Das scheint  jetzt modern zu sein, so habe ich vor kurzem <a href=\"\/2021\/06\/26\/muttermilch\/\">&#8220;Muttermilch&#8221;<\/a> von Melissa Broder gelesen, das mir sehr gut gefallen hat und die <a href=\"\/2019\/12\/14\/doris-kloimsteins-sechzigster-geburtstag-und-vierzehntes-nika-fenster\/\">Doris<\/a> hat mir als sie am Sonntag bei uns war, auch von einer Gedichtesammlung erz\u00e4hlt, bei der  <a href=\"\/2016\/10\/25\/priessnitz-preis-an-sandra-gugic\/\">Sandra Gugic<\/a>,  <a href=\"\/2017\/10\/18\/feministische-oder-auch-unfeministische-schreibgespraeche\/\"> Gertraud Klemm<\/a>, etcetera \u00fcber ihre &#8220;ungeheuren Muttererfahrungen&#8221; schreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich wei\u00df ich gar  nicht so genau was die &#8220;Urgewalt der Mutterschaft&#8221; ist, obwohl ich ja  eine  solche  und  auch  schon Gro\u00dfmutter bin. Das Buch wird jedenfalls im beigelegten kleinen Katalog als &#8220;unheimlich&#8221; bezeichnet und das ist es auch. Eine Mischung zwischen Elfriede Kern und <a href=\"\/2014\/09\/04\/wie-im-wald\/\">Elisiabeth Klar<\/a> k\u00f6nnte man sagen. Sp\u00e4ter wird man dann auch an die  <a href=\"\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/05\/die-wand\/\">&#8220;Wand&#8221; <\/a>erinnert und M\u00e4rchen spielen auch eine Rolle. Also etwas Geheimnisvolles, Mystischen. Die lebensnahe Psychologin k\u00f6nnte vielleicht auch  eine postnatale Pyschose vermuten, aber sehr surreal erz\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Da ist also ein Paar. Josef und Amira und die fahren in eine Art Hexenh\u00e4uschen auf eine Lichtung. Josef hat dort seine Kindheit verbracht. Sein Vater ist dort auch verschwunden. Vorher hat er aber ein  M\u00e4rchenbuch f\u00fcr seinen Sohn geschrieben, das auch in dem Haus zu finden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das in vier Teilen gegliederte Buch, wo jeder Teil aus unterschiedlich langen Skizzenteilen besteht, beginnt schon sehr geheimnisvoll mit einem Reh das die Anfahrt behindert und Spannungen zwischen Josef und Amira scheint es auch zu geben. Sie will unbedingt ein Kind. L\u00e4\u00dft sich daher ihren Eisprung von einer App berechnen. Das ist eigentlich das Moderne an dem Buch, das mit seinem eher m\u00e4rchenhaften Stil sonst dem neunzehnten Jahrhundert anzugeh\u00f6ren scheint. Die Zeugung der kleinen Luise erfolgt dann auf der schon erw\u00e4hnten Lichtung.<\/p>\n\n\n\n<p> Amira hat merkw\u00fcrdige Begegnungen und Tr\u00e4ume, die miteinander in einer surreale Wirklchkeit zu verschwimmen scheinen. Da gibt es eine H\u00fcndin, die sehr bedrohlich scheint. Einen Mann, der  sich sp\u00e4ter vielleicht als Josefs Vater entpuppt. Am Dachboden liegen nicht nur M\u00e4rchenb\u00fccher, sondern auch Gewehre und im dritten Teil kehren die Beiden mit der kleinen Luise wieder in das Hexenh\u00e4uschen zur\u00fcck, um dort den dritten Geburtstag des Kindes zu feiern. Die Spannungen zwischen dem Paar haben sich verst\u00e4rkt. Josef beschuldigt Amira auf Luise nicht genug aufzupassen, geht dann mit ihr allein im Wald spazieren. Sie sammeln Pilze und Amira will unbedingt nach Wien, in die Stadt zur\u00fcck. Josef verspricht ihr das erst am Morgen zu tun. Sie starten auch los. Er findet den Weg aber nicht, so sagt sie er soll ihn zuerst allein suchen. Sie und das Kind bleiben zur\u00fcck. Er kommt nicht wieder uns sie findet dann, wie bei <a href=\"\/2011\/10\/20\/grundbuch-wand\/\">Marlen Haushof<\/a>er nicht mehr aus dem Wald hinaus. Hat aber auch keine Nahrungsmittel, um sich und das Kind zu ern\u00e4hren. Trotzdem leben sie noch eine Weile dahin, bis es am Schlu\u00df wieder Rehe gibt und &#8220;Amira gleich den Wald verlassen wird&#8221; und ich ich bin ein wenig ratlos zur\u00fcckgeblieben, wohl weil ich den roten Faden nicht so recht fand. <\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt aber bei dem wieder graphisch sehr sch\u00f6n gestalteten &#8220;kremayr&amp;scheriau-Buch&#8221; ein oranges Cover auf dem eine Art Baumwurzelmosaik zu sehen ist, das sich auch als eine Schlange entpuppen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Eine neue, aufregende Stimme. Eindringlich sch\u00f6n,unheimlich und megaspannend&#8221;, hat Bernhard Aichner am Buchr\u00fccken noch geschrieben. Ich habe das nicht ganz so empfunden. Habe aber wahrscheinlich Schwierigkeiten mit den allzu geheimnivollen unheimlich surrealen B\u00fcchern und  der Art,  wie man sie vielleicht deuten k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt eine Neuerscheinung und ein Debut der 1988 in St. P\u00f6lten geborenenen Jessica Lind, also mal sehen auf welchen Preislisten sie stehen wird. 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