{"id":109799,"date":"2021-11-19T00:37:00","date_gmt":"2021-11-18T23:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=109799"},"modified":"2021-11-19T00:37:00","modified_gmt":"2021-11-18T23:37:00","slug":"metropolis","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=109799","title":{"rendered":"Metropolis"},"content":{"rendered":"\n<p>\u00dcber die 1920 Jahre gibt es sehr viele B\u00fccher, die ich zum Teil schon im<a href=\"\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/09\/27\/1929-frauen-im-jahr-babylon\/\"> Vorjahr <\/a>gelesen habe, vor kurzem eines \u00fcber den <a href=\"\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/11\/12\/februar-33\/\">Februar 1933 in Berlin<\/a>, das sich speziell mit der Rolle der Dichter, wie Thomas <a href=\"\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/11\/12\/februar-33\/\">Mann<\/a><a href=\"\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/12\/vom-doml-ins-musa\/\">, Alexander D\u00f6blin<\/a>, Heinrich Mann, etcetera besch\u00e4ftigte und jetzt, Zufall, wie es  sie gibt, ist mir ein Krimi des <a href=\"\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/05\/26\/drei-todesfaelle\/\">2018 verstorbenes Philip Kerrs,<\/a> den ich einmal in der <a href=\"\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/10\/07\/wiener-kriminacht\/\">Hauptb\u00fccherei <\/a>gesehen und <a href=\"\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/06\/das-wittgensteinprogramm\/\">zwei <\/a><a href=\"\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/19\/trojanische-pferde\/\">B\u00fccher<\/a> von ihm gelesen habe, in dem er mit seiner Bernie Gunther Reihe bis ins Jahr 1928 zur\u00fcckgeht und da teilweise Personen, wie in &#8220;Berlin 1933&#8221; vorkommen und ich mu\u00df sagen, das ist das Buch von Philip Kerr, das mir bisher am besten gefallen hat, obwohl es auch da einige sehr ungew\u00f6hnliche Ermittlungsweisen und einiges nicht wirklich logisch ist, sowie, glaube ich, Handlungsl\u00fccken gibt, aber es ist wahrscheinlich das Thema und das Berlin, in den Neunzehnzwanzigerjahren, was wieder sehr dicht und beeindruckend beschrieben wird, das mir sehr gefiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Den vorletzten Bernie Gunther Krimi habe ich ja gelesen. Der jetztige, den Philip Kerr kurz vor seinen Tod fertiggestellt haben d\u00fcrfte, beschreibt den jungen Bernhard Gunter, der gerade in die Mordkommission kommt. Beim lesen habe ich mir gedacht, wenn es da schon eine ganze Reihe von Bernie Gunther B\u00fccher gibt, mu\u00df der im letzten, den ich gelesen habe, schon eine ganze Reihe Ungesetzlichkeiten auf den Buckel haben und spannend auch, da\u00df sich Kerr in seinem Romanen mit dem historischen Berlin besch\u00e4ftigte und sich da gut auszukennen schien.<\/p>\n\n\n\n<p>Also Berlin 1928. <a href=\"\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/12\/die-letzten-tage-der-menschheit\/\">Der erste Weltkrieg ist zehn Jahre vorbei,<\/a> auf den Stra\u00dfen Berlin laufen die &#8220;Kr\u00fcppel&#8221; &#8220;in ihren verschliessenen Uniformen auf denen noch die Orden h\u00e4ngen und betteln, weil sie ihre Beine im Krieg verloren haben und die Frauen, die ihre Arbeit verloren haben, m\u00fcssen sich prostituieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch sehr interessant, das Buch ist in drei Teilen, wie ein Tryptichon gegliedert und das gibt es von Otto Dix, der in dem Buch auch vorkommt, nach dem  Prolog von Ian Rankin zu sehen, der erste Teil &#8220;Frauen&#8221; zeigt einen solchen &#8220;Kr\u00fcppel&#8221;, Teil zwei &#8220;Niedergang&#8221;, zeigt eine Jazzclubszene und Teil drei hei\u00dft &#8220;Erotik&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Teil drei geht es um Prostituiertenmorde, da wurden vier oder f\u00fcnf Frauen von einem &#8220;Winnetou&#8221; genannten M\u00f6rder skalpiert und Bernie Gunther wird von der Sitte in  die Mordkommission berufen, um bei der Aufkl\u00e4rung zu helfen. Der war auch im Krieg, ist <a href=\"\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/02\/02\/der-rote-ziebula\/\">daher<\/a> <a href=\"\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/03\/21\/abels-auferstehung\/\">kriegsgesch\u00e4digt <\/a>und s\u00e4uft sich seine Traumen weg. Eigentlich h\u00e4tte ein Inspektor Reichenbach die Stelle bekommen sollen. Aber der ist nicht nur Jude, sondern geht auch recht gewaltt\u00e4tig bei seinen Ermittlungen um. Der Chef der Mordkommission ist ein Dr . Wei\u00df, sein Stellvertreter hei\u00dft Ernst Gennat und beide sind historische Personen und man kann im Anhang \u00fcber ihr weiteres Schicksal lesen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Polizisten unterbezahlt halten die Gesetze auch nicht so ganz ein, sondern leeren am Tatort manchmal auch die Geldb\u00f6rsen der Opfer  aus oder dealen vielleicht ein bi\u00dfchen. <\/p>\n\n\n\n<p>Also ein starkes Sittenbild Berlins und das ist sehr dicht beschrieben. Dann kommt es zu einem Schnitt, denn &#8220;Winnetou&#8221; verwandelt sich in einen &#8220;Dr. Gnadenschuss&#8221;. Bernie Gunther beginnt bald zu ahnen, da\u00df das das vielleicht dieselbe Person sein k\u00f6nnte, denn die Frauenmorde h\u00f6ren auf, stattdessen werden pl\u00f6tzlich die Bettler umgebracht und Dr. Gnadenschu\u00df, wie er sich nennt, hat Bekennerschreiben an Zeitungen wie beispielsweise das &#8220;Tageblatt&#8221;, die ja in &#8220;Berlin 1933&#8221; auch vorkommt, wo er sich dazu bekennt Berlin von den &#8220;unn\u00f6tigen Kr\u00fcppel&#8221; zu befreien und wieder sch\u00f6n  sauber  machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Weiss kommt auf die Idee, da\u00df sich Bernie Gunther als Lockvogel mit einem &#8220;Kr\u00fcppelknarren&#8221; auf die Stra\u00dfe stellt, um den M\u00f6rder zu fassen. Er geht mit einer Saxophonspielerin, die in seiner Pension wohnt, auch ins &#8220;Sing-Sing&#8221;, das ist ein Lokal, das es auch gegeben hat, wo es einen elektrischen Stuhl gibt und Bernie Gunter wird auserw\u00e4hlt das Opfer zu spielen, das sich vor den Schaulustigen guiilitieren lassen mu\u00df. Da kommt Gunther mit dem Vater des letzten Frauenopfers in Kontakt. Der mischt sich in die Aufkl\u00e4rung ein und Gunther wird als Bettler verkleidet von einer Jugendbande angriffen und bl\u00f6derweise hat er vorher die Pistole verloren, so da\u00df er froh sein kann, da\u00df pl\u00f6tzlich sein Kurt Reichenbach kommt, ihm hilft und ihm seine Pistole gibt. <\/p>\n\n\n\n<p>Einen Mordfall kann Gunter auch noch beobachten, den soll Reichenbach aufkl\u00e4ren. Aber der verschwindet und ist, stellt sich heraus, der Prostituierten- und Bettlerm\u00f6rder. Aber statt die Sache aufzukl\u00e4ren und ihn festzunehmen, hat der Vater ihn entf\u00fchrt und ermorden lassen, beziehungsweise vor ein Gericht bestellt und \u00fcberredet Gunther, die Sache zu vertuschen. Denn wem hilft es, wenn die Witwe pl\u00f6tzlich die Gattin eines M\u00f6rder war?<\/p>\n\n\n\n<p>Einen eigenen Mord oder Notwehr, als Dr. Weiss angegriffen wurde und die Kollegen holte wollte, hat er  auch vertuscht. Daf\u00fcr kl\u00e4rt er den schon erw\u00e4hnten Mord auf, was ich sehr seltsam finde und mich st\u00f6rt. <\/p>\n\n\n\n<p>Ansonsten ein sehr interessantes Buch, das mir aber manchmal etwas zu lang und auch unlogisch vorkam. So hatte Kurt Reichenbach in seinem Auto ein  scharfes Messer, einen Hammer und eine Per\u00fccke liegen, die ihn an M\u00f6rder auswiesen. Das denke ich, wird die Witwe wohl gefunden haben, als sie sich um den Nachla\u00df k\u00fcmmerte oder das Auto verkaufen wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Und der Titel, bezieht sich auf Fritz Langs Film und mit dessen Frau, die Drehbuchautorin Thea von Harbou, die Nationalsozialistin war, trifft sich Bernie Gunter auch, um sie bei einem Drehbuch  zu beraten.<\/p>\n\n\n\n<p>Also interessant, wie es in Berlin in den Zwanziger und Drei\u00dfigerjahren aussah und wieder interessant, wieviele B\u00fccher es dar\u00fcber gibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber die 1920 Jahre gibt es sehr viele B\u00fccher, die ich zum Teil schon im Vorjahr gelesen habe, vor kurzem eines \u00fcber den Februar 1933 in Berlin, das sich speziell mit der Rolle der Dichter, wie Thomas Mann, Alexander D\u00f6blin, &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=109799\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[768,3302,4542],"class_list":["post-109799","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-berlin-1928","tag-krimi","tag-philip-kerr"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/109799","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=109799"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/109799\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=109799"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=109799"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=109799"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}