{"id":116511,"date":"2022-04-23T23:37:00","date_gmt":"2022-04-23T21:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=116511"},"modified":"2022-04-23T23:37:00","modified_gmt":"2022-04-23T21:37:00","slug":"new-york-und-der-rest-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=116511","title":{"rendered":"New York und der Rest der Welt"},"content":{"rendered":"\n<p>Jetzt kommt offensichtlich ein hipper Kolumnenband, jedenfalls ist das Cover von Fran Lebowitz &#8220;Rowohlt-Buch&#8221; auf vielen Blogs zu sehen und am Klappentext steht zu lesen, da\u00df Fan Lebowitz Taxifahrerin und Putzfrau war, bis sie von Andy Wahrhol entdeckt wurde. Jetzt ist sie offensichtlich ein New Yorker Star und sie hat auch einen sehr frischen frechen Stil.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch ist in verschiedene Teile geteilt und beginnt, was man vielleicht schon ahnen kann, mit dem &#8220;Gro\u00dfstadtleben&#8221; oder mit der Einf\u00fchrung, wie ein Tag der Fran Lebowitz beginnt. Sie tr\u00e4umt vom Nobelpreis, quasselt dann mit verschiedenen Verlegern oder Anrufern, geht in Pubs, f\u00e4hrt im Taxi und kommt wieder nach Hause und dann kommt sie zum Kapitel &#8220;Manieren&#8221;, das wieder in verschiedene Unterkapitel eingeteilt ist und da arbeit Fran Lebwotz offenbar gern mit Frageb\u00f6gen. Sie beginnt aber damit &#8220;Ich bin keineswegs gef\u00fchllos. Ich finde, alle Menschen sollten warme Kleidung, ausreichend zu essen und eine angemessene Unterkunft haben. <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/09\/10\/schutzlockdown-fur-ungeimpfe\/\">Ich finde aber auch, da\u00df sie sich gut einpacken, irgendetwas essen und gleich zu Hause bleiben sollten, wenn sie nicht bereit sind, sich halbweghs vern\u00fcnftig zu benehmen&#8221;<\/a>, aha k\u00f6nnte man da sagen und irgendwo sp\u00e4ter steht da noch, da\u00df nicht alle Leute glauben sollten, da\u00df sie Talente haben und vielleicht einen Roman \u00fcber Familiengeschichte schreiben k\u00f6nnen, weil sie glauben, da\u00df das jemanden interessiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Fran Lebowitz schreibt dann gleich eine solche \u00fcber ihre Gro\u00dfmutter Margaret Lebowitz, die im Fin  de Siecle im ungarischen Ghetto Point aufgewachsen ist mit dem Titel &#8220;Auf die Herkunft kommt es an.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Vorher gibt es noch die schon erw\u00e4hnten Listen, die die &#8220;Nebenwirkungen von Unterdr\u00fcckung und\/ oder Repession&#8221; bzw. &#8220;Die Nebenwirkungen von Freiheit und\/ oder Freiz\u00fcgigkeit&#8221; bei &#8220;Teenagern&#8221; &#8220;Homosexuellen&#8221; ,&#8221;Juden&#8221; und &#8220;Frauen&#8221; beschreibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt dann auch eine &#8220;Berufsberatung f\u00fcr die wahrwahft Ehrgeizigen&#8221;. Da kann man einen Fragebogen ausf\u00fcllen, wenn man beispielsweise &#8220;Papst&#8221;, &#8220;reiche Erbin&#8221;,&#8221; unumschr\u00e4nkter Diktator&#8221;, &#8220;Aufsteiger&#8221; oder &#8220;Kaiserin&#8221; werden will.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann geht es um den &#8220;Sport heute&#8221; oder wie man den am besten in einer Gro\u00dfstadt betreibt. Es geht um &#8220;Disco-Tipps der neuen Etikette&#8221; und darum, wie lange man in Russland bzw. USA arbeiten mu\u00df, um einen &#8220;Laib Brot&#8221;  oder einen &#8220;Fernseher&#8221; kaufen kann oder, wie lange ein &#8220;Kommunist&#8221; bzw. ein &#8220;New Yorker&#8221;, braucht um ein Abo des &#8220;New Yorkers&#8221; zu erwerben. Das hat sich in der letzten Zeit vielleicht ge\u00e4ndert. Die Kolumnen scheinen aber schon vor l\u00e4ngerer Zeit geschrieben zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht aber gleich \u00fcber das &#8220;Pro oder contra Kinder?&#8221; weiter. Es gibt ein &#8220;Training f\u00fcr Mieter&#8221;. Da erw\u00e4hne ich nur die Frage, ob ein Vermieter einen begehbaren Schrank als Zimmer benennen kann?<\/p>\n\n\n\n<p>In &#8220;Erfolgreich ohne College&#8221; werden die verschiedenen &#8220;M\u00fctter-Typen beschrieben. Da gibt es die &#8220;B\u00fchnenmutter&#8221;, die &#8220;Architektenmutter&#8221;, die &#8220;Talkshow-Moderatoren-Mutter&#8221;, die &#8220;Bestatter-Mutter&#8221;, die &#8220;Oberkellner-Mutter&#8221; und die &#8220;Restaurantkritiker-Mutter&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Kapitel pber die &#8220;First-Women Bank&#8221; gibt es auch und dann unter der \u00dcberschrift &#8220;Jeder hat das Recht, zu tun und zu lassen, was ich f\u00fcr richtig halte&#8221;, um Gesetze und im &#8220;Ein Blick in die Welt&#8221; geht es um das Reisen. Da wird Italien und Frankreich beflogen. Aber wir wissen schon, an New York kommt nat\u00fcrlich keiner ran. Also kann man vielleicht auch zu Hause bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann gehts zur &#8220;Wissenschaft&#8221; und da gibts eine Kolumne \u00fcber die Nagelstudio oder die &#8220;Nagelbank&#8221;, wo Fran Lebowiz dar\u00fcber phantasiert, wie man zu sch\u00f6nen N\u00e4geln kommt. Dann macht sie sich Gedanken \u00fcber das Telefonieren und macht Vorschl\u00e4ge \u00fcber die besten Sprechunterst\u00fctzer, wie den &#8220;Oskar Wilde&#8221; oder &#8220;Dorothy Parker-Typ&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>Ums Schlafen geht es auch und dann nat\u00fcrlich \u00fcber das Wetter. Da behauptet sie &#8220;dass das k\u00fchle Wetter im Sommer  von New York nch Southhampton zieht, weil es keine Lust hat, mit lauter unterbezahlten Autoren und Puerto Ricanern in New York zu bleiben.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Pflanzen sind f\u00fcr sie &#8220;Die Wurzeln allen \u00dcblels&#8221; und dann gehts zur &#8220;Kunst&#8221;, die wird erstmal in die verschiedenen Sparten aufgeteilt und dann gehts nach Soho und da wird gekl\u00e4rt wieso &#8220;Mr. Art nichts mit der Kunst anfangen kann.&#8221; und dann zur &#8220;Literatur&#8221; und da ist ja schon angeklungen, da\u00df Fran Lebowitz nicht davon h\u00e4lt, da\u00df sich ihre Leser f\u00fcr das Schreiben interessieren, weil das ja ein sehr &#8220;unangenehmer Beruf&#8221; ist.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Nur weil man in der Highschool keine Freund hatte, ist das noch kein Grund, ein Buch zu schreiben&#8221; oder &#8220;Da\u00df man in der Highschool viele Freunde hatte, sollte einen gen\u00fcgen. Das muss die lesende \u00d6ffentlichkeit nicht erfahren.&#8221; und \u00fcber &#8220;Lyrik -Sollten Sie der Meinung sein, dass Selbstmordgedanken bereits von einer poetischen Natur zeugen, dann vergessen Sie nicht, dass es auf Taten ankommt, nicht auf Worte&#8221;, denn &#8220;Schreiben&#8221; ist f\u00fcr Fran Lebowitz, wie schon erw\u00e4hnt offensichtlich &#8220;Eine lebensl\u00e4ngliche Strafe&#8221;. Daher gibt gleich die Listen &#8220;Woran Sie merken, dass ihr Kind ein Autor ist&#8221; <\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Vor der Geburt- Wenn Ihr Geburtshelfer beim Aufsetzen des Stethokops aus dem Bauch ausreden h\u00f6rt.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der &#8220;Geburt -Das Baby kommt mindestens drei Wochen zu sp\u00e4t, weil es kein Ende finden konnte.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Das Baby schl\u00e4ft sofort die Nacht durch. Den Tag auch.&#8221; im &#8220;Krabbelalter lehnt der Kleine Teddyb\u00e4ren als Plagiat ab&#8221;, w\u00e4hrend  &#8220;Mit sieben denkt er \u00fcber eine Namens\u00e4nderung nach. Und einen Geschlechtswechsel&#8221;. Jetzt wissen wir es und k\u00f6nnen darauf reagieren und beispielsweise unserem Nachwuchs dieses Buch entziehen, damit er es nicht nachahmen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Was &#8220;CB&#8221; ist, habe ich dagegen immer noch nicht verstanden. Aber vielleicht habe ich zu schnell gelesen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber &#8220;Schriftsteller im Streik&#8221; geht es nat\u00fcrlich auch und da habe ich vergessen, da\u00df das Autorenkind seinen Lehrern sagt, &#8220;dass es keine Hausaufgaben machen konnte, weil es eine Schreibblockade hatte.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt ruft ein Autor einen anderen Autor an und unterh\u00e4lt sich mit ihm dar\u00fcber, da\u00dfzu er nicht schreiben kann und dazu gibts dann ein paar Varianten. Also &#8220;Lieber keine Nachrichten&#8221;, auch wenn sie &#8221; wichtig, informativ oder unterhaltsam&#8221; sein k\u00f6nnen, schlie\u00dft Fran Lebowitz diesen Leseteil.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann gehts zu Teil zwei, den &#8220;Sozialstudien&#8221;,wo im Kapiel &#8220;Leute&#8221; Ratschl\u00e4ge gegeben werden, wie sich reiche Leute einen armen Partner oder umgekehrt fischen k\u00f6nnen und Fran Lebowitz in ihrem frechen Ton die verschiedensten Milieustudien gibt oder diese umdeutet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann wird ein neuer Papst besucht, er hei\u00dft Ron und hat Frau und Kind, man sieht wieder Fran Lebowitz ist sehr originell und so gehts gleich mit Portraits von zeitgen\u00f6ssischen Heiligen weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter gehts mit  dem Dienstbotenproblem, da sucht Fran Lebowitz eine Putzfrau, bestellt sich ein paar Kanditaten, der erste ist ein Mann der gleich ihr Schlafzimmer besichtigt, dann kommen ein paar Frauen, die aber nicht in der Nacht putzen wollen und die will ihr Haus nicht verlassen, so da\u00df der Versuch schlie\u00dflich scheitert.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann werden noch die Kapitel &#8220;Dinge&#8221;, &#8220;Orte&#8221; und &#8220;Ideen&#8221; von Fran Lebowitz erforscht und bei den Dingen gibts gleich &#8220;Hinweise f\u00fcr Haustiere&#8221;, beziehungsweise gibt die bekennende Nichttierliebhaberin Ratschl\u00e4ge f\u00fcr die solchen wie &#8220;Wenn du ein Hund bist und dein Besitzer findet, dass du ein  M\u00e4ntelchen tragen sollst&#8230; schlage ihm vor, dass er sich einen Schwanz anschafft&#8221; oder &#8220;Kein Tier sollte je auf ein Esszimmerm\u00f6bel springen, sofern es nicht absolut sicher ist, dass es sich beim Tischgespr\u00e4ch behaupten kann&#8221;, was wieder ein Beispiel f\u00fcr den Lebowitschen Humor ist..<\/p>\n\n\n\n<p>Dann gehts zur &#8220;Frances-Ann-Lebowitz-Sammlung&#8221;, da werden alte Herdplatten oder Toaster angepriesen und bei den &#8220;Orten&#8221; wird  Los Angeles beschrieben. Ein &#8220;Tagebuch einer New Yorker Wohnungssuchenden&#8221; gibt es auch.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Ideen&#8221; hat Fran Lebowitz auch sehr viele. Sie beginnt wieder mit Listen, erkl\u00e4rt den Unterschied von Einf\u00e4llen und Ideen und empfiehlt uns  eine Wunderdi\u00e4t. Du kannst essen soviel dein Magen erlaubt, wenn du nachher nur gen\u00fcgend Stre\u00df hast und dich \u00fcber deinen Anwalt oder Agenten \u00e4rgerst, geht alles wieder weg. <\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich ist es mit der Steuererkl\u00e4rung. Da sieht man den Unterschied zwischen den Armen und den Reichen, denn die ersten m\u00fcssen, weil kein Geld, keine Steuern zahlen und f\u00fchlen sich dadurch ungerecht behandelt und keine Frage, da\u00df Fran Lebowitz dagegen Abhilfe wei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein interessantes Buch mit dessen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/08\/23\/ueber-humor-und-ironie\/\">Humor<\/a> ich manchmal meine Schwierigkeiten hatte oder ihn schlicht und einfach nicht verstanden habe, w\u00e4hrend sich die Lobsagungen am Buchr\u00fccken \u00fcberh\u00e4ufen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Der Goldstandard f\u00fcr Intelligenz und Humor. Jetzt und immerdar&#8221;, schreibt beispielsweise David <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/11\/fuselfieber\/\">Sedaris<\/a>. Aber mit den habe ich ja auch <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/07\/ich-ein-tag-sprechen-hubsch\/\">meine <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/07\/holidays-on-ice\/\">Schwierigkeiten<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt offensichtlich ein hipper Kolumnenband, jedenfalls ist das Cover von Fran Lebowitz &#8220;Rowohlt-Buch&#8221; auf vielen Blogs zu sehen und am Klappentext steht zu lesen, da\u00df Fan Lebowitz Taxifahrerin und Putzfrau war, bis sie von Andy Wahrhol entdeckt wurde. 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