{"id":117818,"date":"2022-05-28T00:03:00","date_gmt":"2022-05-27T22:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=117818"},"modified":"2022-05-28T00:03:00","modified_gmt":"2022-05-27T22:03:00","slug":"tell","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=117818","title":{"rendered":"Tell"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Schweizer Nationalepos aus dem vierzehnten Jahrhundert von Friedrich Schiller erfolgreich dramatisiert wurde jetzt von dem 1981 Schweizer Joachim B. Schmidt, der  in Island lebt nicht neu oder nachgeschrieben, wie am Buchr\u00fccken des &#8220;Diogenes-Buchs&#8221; steht, sondern &#8220;zu einem spannenden Thriller in beinah hundert Sequenzen mit zwanzig verschiedenen Protagonistenstimmen&#8221;, gemacht. &#8220;Modern, frisch, und mit einen unwiderstehlichen Sog.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Stimmt!&#8221;, kann ich schreiben, obwohl ich das Anfangs gar nicht glaubte und vor dem Lesen fast bereute, da\u00df ich mir das Buch zuschicken lie\u00df. Denn was soll ich mit einer Schweizer Heldensage und dem Nationalhelden aus dem vierzehnten Jahrhundert? Irgendwann habe ich das Schiller Drama ja wohl gesehen oder in der Schule gelesen. <\/p>\n\n\n\n<p>Bestellt habe ich es mir, weil es da ja einmal einen &#8220;Diogenes-Talk&#8221; gab, den ich fast verschlafen habe, also vor Rudi Anschobers &#8220;Pandemia&#8221; auf das ich schon sehr warte, weil die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/04\/28\/loslassen\/\">Pandemie<\/a>, wie ich \u00fcberall h\u00f6re, ja noch nicht vorbei sein darf, noch hinein in die Schweizer Alpen und wie schon geschrieben, ich wurde \u00fcberrascht und kann das Buch nur sehr empfehlen, auch wenn man, wie ich bei dem historischen Romanen schon beim <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/12\/die-letzten-tage-der-menschheit\/\">ersten Weltkrieg<\/a> aufh\u00f6ren will.<\/p>\n\n\n\n<p>Es beginnt mit einem B\u00e4ren und den sieht Hedwig, die Frau des Wilhelm Tell, es gibt ja die fast hundert kurzen Kapitel, ich habe sie nicht nachgez\u00e4hlt, die immer einen Protagonistennamen tragen. Tell jagt mit seinem Sohn Walter, der eigentlich der seines Bruders Peter ist, der in den Bergen einmal verungl\u00fcckte, ihm nach und hat das Pech dabei vom Llandtvogt Gessler erwischt und des Wilderns verd\u00e4chtigt zu werden. Der schickt von seinem Helfer Harras angestachelt, dann die Soldaten um ihn zu bestrafen und klauen ihm den Leiterwagen, die Gro\u00dfmutter verhindert, da\u00df es dabei zu etwas Schlimmen kommt, f\u00e4llt aber um und stirbt, was Tell noch rasender macht. Mit seinem Buben Walter gr\u00e4bt er die Leiche dann ins Tal zu Vater Taufer hinab und dann mu\u00df er eine Kuh verkaufen. <\/p>\n\n\n\n<p>Dazu mu\u00df er in die Stadt und den ber\u00fchmten Hut gr\u00fc\u00dfen, tut er nicht, weil er ihn nicht bemerkt, die Schergen oder die jungen Soldaten, die meisten immer betrunken sind, tun das aber und Gessler erscheint mit Harras ebenfalls und gibt den Auftrag, da\u00df er den Apfel von Walters Kopf schie\u00dft. Tell hat den zweiten Pfeil im K\u00f6cher, wird danach gefangengenommen und soll \u00fcber einen See irgendwohin gef\u00fchrt werden. Das Boot kentert, Tell kann aber schwimmen, richtet alle und zieht dann los in die Berge, um dort weiterzuleben oder nach seinem toten Bruder zu suchen, der genauso, wie ein Gespenst \u00fcber allen schwebt, wie auch die Tatsache, da\u00df der fr\u00fchere Priester Vater Loser, VaterTaufer und auch Tell, als sie Kinder waren vergewaltigt hat. Die Mi\u00dfbrauchserfahrung mu\u00df nat\u00fcrlich auch noch in die Legende hinein, ist es ja ein spannender Thirller geworden und am Schlu\u00df scheucht Lotta, die j\u00fcngste Tochter, die damals noch ein Baby, jetzt aber schon Gro\u00dfmutter ist, den Schreiber weg, der sich nach all dem erkundigt, obwohl man sich ja jetzt, wie die Tochter sagt, nicht mehr f\u00fcrchten und die Geschichte auch nicht mehr vertuschen mu\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Schweizer Nationalepos aus dem vierzehnten Jahrhundert von Friedrich Schiller erfolgreich dramatisiert wurde jetzt von dem 1981 Schweizer Joachim B. 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