{"id":1184,"date":"2009-04-25T10:17:47","date_gmt":"2009-04-25T08:17:47","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1184"},"modified":"2009-04-25T10:17:47","modified_gmt":"2009-04-25T08:17:47","slug":"vom-gehen-und-vom-reden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1184","title":{"rendered":"Vom Gehen und vom Reden"},"content":{"rendered":"<p>Am 23. April war der Welttag des Buches, Todestag von Shakespeare und Cervantes, der von der Unesco 1995 ausgerufen wurde.<br \/>\n&#8220;Was bringt er?&#8221;, hat Anni B\u00fcrkl vor ein paar Tagen gefragt, die ihren <a href=\"http:\/\/texteundtee.wordpress.com\/\">Blog <\/a>jetzt sehr professionell neu gestaltet hat.<br \/>\nNun es gibt das Gratisbuch, das zum vierten Mal von Eveline Polt-Heinzl, der Germanistin, die auch im Literaturhaus t\u00e4tig ist, sehr liebevoll herausgegeben wurde.  Heuer war das Thema der Nahverkehr &#8220;Zwischen Stationen&#8221;.<br \/>\nMan kann sich dieses Buch gratis in der Buchhandlung holen und wenn der Buchh\u00e4ndler es vom Hauptverband bestellt hat, bekommt man es auch. Manche tun das nicht, weil es etwas kostet und so rennt man herum.<br \/>\nMan kann allerdings auch auch im Internet nachschauen und auf der Margaretenstra\u00dfe, wo ich diesmal zuerst fragte, war der Buchh\u00e4ndler so nett, mir zu verraten, wer es als n\u00e4chstes hat. N\u00e4mlich &#8220;Reichmann&#8221; und &#8220;Malota&#8221; auf der Wiedner Hauptstra\u00dfe, die Buchhandlung &#8220;Jeller&#8221; nicht, da habe ich schon vor ein paar Jahren gefragt.<br \/>\nNach der &#8220;Im Gespr\u00e4ch&#8221; &#8211; Wiederholung aus dem Jahr 1989 mit Elfriede Jelinek, zu dem Erscheinen ihres Romanes &#8220;Lust&#8221;, habe ich es dann in der Badewanne durchgebl\u00e4ttert und am n\u00e4chsten Morgen gab es im Leporello ein Gespr\u00e4ch mit Julian Schutting \u00fcber das Gehen.<br \/>\nDer, wie er erkl\u00e4rte, ein begnadeter Geher ist, mit Schlapphut und weiten Schritten, da schaut er sich die Hunde und die Menschen an, beobachtet die V\u00f6gel und die Kr\u00e4ne, denkt nicht ans Schreiben, sondern freut sich, da\u00df er seinem Schreibtisch entkommen ist und zwei Stunden sp\u00e4ter, wei\u00df er, wie er weiterschreibt.<br \/>\nIch gehe ja  bekanntlich auch sehr viel in der Stadt herum und z.B. letzten Dienstag auf den Zentralfriedhof.<br \/>\nBesondere Gl\u00fccksmomente versp\u00fcre ich da meistens nicht und auch nicht die ber\u00fchmte Hormonaussch\u00fcttung, ein paar Anregungen habe ich mir aber sicher davon mitgenommen. Zum Beispiel die alte Frau mit den beiden kleinen M\u00e4dchen, die jetzt Hertha Werner hei\u00dft.<br \/>\nUnd am  Dienstag oder Mittwoch war noch etwas anderes los. Da konnte man bei der Stadt Wien anrufen und sich ein Gratisbuch aussuchen. Ich w\u00e4hlte Erich Lessings Bilder zu Joseph Haydn und die freundliche Dame sagte mir, da\u00df ich das Buch selber in der Lenaugasse abholen mu\u00df, weil zu schwer f\u00fcr den Postversand. Zum Gl\u00fcck gab es beim Leiner auch die passende Gratistasche und so hatte ich einen weiteren Mittagsspaziergang diese Woche.<br \/>\n&#8220;Wir werden einen Wettbewerb veranstalten, welche der abholenden Damen die sch\u00f6nste Tasche hat!&#8221;, scherzte der freundliche Herr vom Pressedienst und der Bildband \u00fcber Joseph Haydn war wirklich interessant und umfangreich. Ich bin noch eine Weile auf einer Bank gesessen, habe in dem Buch gebl\u00e4ttert, aber auch in den Gratiszeitungen &#8220;Heute&#8221; und  &#8220;\u00d6sterreich&#8221;.<br \/>\nUnd von einer Frau erfahren, da\u00df auf der Freyung die Jacobs  &#8220;Zeit zum Reden-Sofatour&#8221; startet. Die Firma Jacobs bringt die Leute zum Reden zusammen, in dem sie rote Sofas auf die Sta\u00dfe stellt, gratis Kaffee ausgibt, der von freundlichen jungen M\u00e4dchen, gegen einen Euro Tassenpfand serviert wird und um f\u00fcnzehn Uhr interviewte die &#8220;Gute Gespr\u00e4chs Botschafterin&#8221; Barbara St\u00f6ckl die Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel und den City Festwochen Kurator Markus Huber, der, wie  \u00f6fter erw\u00e4hnt wurde, Philosophie studiert hat.<br \/>\nVom Klang der Stille f\u00fcr die innere Stadt wurde dabei gesprochen und wie wichtig es ist, den Menschen und den Sch\u00fclern die tradierte Kultur, wie das Ursula Stenzel nannte, n\u00e4herzubringen.<br \/>\nDie Sch\u00fcler haben mit Christoph Braendle Kaffehausliteratur gelesen und Texte dar\u00fcber geschrieben, sind aber auch durch die Innenstadt gegangen, haben dabei Kirchenglocken und Supermarktger\u00e4usche geh\u00f6rt und davon hat auch Julian Schutting gesprochen.<br \/>\nDie Wichtigkeit der F\u00f6rderung von Kreativit\u00e4t wurde gepriesen, weil damit f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige Sch\u00fclerinnen h\u00f6chst literarische Texte zusammenbringen, w\u00e4hrend immer mehr junge Menschen die Schulen verlassen und kaum lesen k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Kaffeefirma Jacobs verteilte Brosch\u00fcren mit ihren Aktionsterminen und  den Untersuchungsergebnissen, die zeigen, wie sinnvoll das miteinander Reden ist und wie sehr die Menschen in dieser schnellebigen Zeit es schon verlernt haben. Man konnte bei einem Gewinnspiel seine Tips zur Gespr\u00e4chsf\u00fchrung geben, bzw. aufschreiben, wann man das letzte gute Gespr\u00e4ch gef\u00fchrt hat.<br \/>\nBei  Kaffee geht das besonders gut, erkl\u00e4rte die Jacobs Botschafterin, da habe ich als Psychotherapeutin nichts hinzuzuf\u00fcgen, au\u00dfer, da\u00df ich das Gespr\u00e4ch, das ich ein paar Wochen vor ihrem Tod mit Erika Mitterer im ehemaligen Antiquariat &#8220;Buch und Wein&#8221; in der Sch\u00e4ffergasse gef\u00fchrt habe, als mein pers\u00f6nliches Gespr\u00e4chshighlight angegeben habe. Jetzt kann ich das Sofa oder ein Kaffeeh\u00e4ferl gewinnen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 23. 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