{"id":118736,"date":"2022-07-02T00:03:00","date_gmt":"2022-07-01T22:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=118736"},"modified":"2022-07-02T00:03:00","modified_gmt":"2022-07-01T22:03:00","slug":"die-jagd","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=118736","title":{"rendered":"Die Jagd"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/05\/rote-kreuze\/\">&#8220;Roten Kreuzen&#8221; <\/a>und den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/05\/05\/der-ehemalige-sohn\/\">&#8220;Ehemaligen Sohn&#8221; <\/a>kommt jetzt der dritte Roman, den ich von den 1984 in Minsk geborenen Sasha Filipenko gelesen habe, der sein Buch beim <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/04\/03\/fursprache-und-widerworte\/\">&#8220;Fried Festival<\/a>&#8221; im Literaturhaus vorstellte und mich da verwirrte, geht es in dem Buch doch darum, wie ein Journalist in Moskau, glaube ich, von der russischen Mafia fertig gemacht wird und die Textstellen die projeziert wurden, waren ,wie ein Musikst\u00fcck aufgebaut. Da gibt es eine &#8220;Einleitung&#8221;, eine &#8220;Exposition&#8221; und so weiter,  zwischendurch immer wieder &#8220;Pausen&#8221; und der Autor erz\u00e4hlte im Gespr\u00e4ch von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/10\/27\/reibungsverluste\/\">Masha Dabic<\/a> gedolmetscht, glaube ich, da\u00df er das bewu\u00dft machte, um den Leser zu verwirren und ihn so auf die Handlung neugierig zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Wui!&#8221;, habe ich gedacht und, da\u00df ich mir nicht vorstellen kann, wie das gehen k\u00f6nnte. Jetzt wei\u00df ich es und kann sagen, Sasha Filpenko versucht auf ungew\u00f6hnliche Art, die Mi\u00dfst\u00e4nde, die in Russland herrschen, hin\u00fcberzubringen. Er versucht es sanft, in ein Musikst\u00fcck gekleidet und kommt erst langsam in die Handlung und es dauerte lange, bis ich mich auskannte. <\/p>\n\n\n\n<p>Es geht um eine russische Oligarchenfamilie, die in Frankreich  Urlaub macht und dort auch wohl H\u00e4user besitzt, den Sohn zum Fu\u00dfballspieler aufbaut und, um den Journalisten Anton Quint, wieso hat der einen nicht russischen Namen, der die Machenschaften des Oligarchen aufdecken will. Der hat eine kleine Tochter, versucht sich auch als Schriftsteller und da gibt es eine Stelle, wo einer einen leeren Text ins Internet stellt und daf\u00fcr vom Fernsehpublikum und \u00fcberhaupt verurteilt wird. Da kann man abstimmen, aber wenn man f\u00fcr einen Freispruch pl\u00e4diert, mu\u00df man daf\u00fcr zahlen, w\u00e4hrend Verurteilungen gratis sind oder wer schweigt sowieso schon zugestimmt hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Das ist offenbar eine Geschichte von diesem Quint und dann geht es nach Lugnano, wo ein Musiker sich auf ein Konzert vorbereitet. Der wird von seinem Bruder besucht, der ihm seine Geschichte erz\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende Achtzig hat die Familie ihr Geld verloren, musste in eine kleinere Wohnung, die Markenkleidung wurde im Discounter gekauft,  der Sohn in der Schule und auf der Uni gemobbt. Der ist auch Journalist und in eine Alissa verliebt. Die l\u00e4dt er auf teure Reisen ein, sonst passiert dort nichts. Gesponsert wird das alles von seiner reichen Frau und die geht in ihren Massagesalon und wird dort von Managerin Alissa in alles informiert. Sie schmei\u00dft ihn hinaus und der Bruder wird von Onkel Wolodja und einem Freund angeheuert,  Quint fertig zu machen. Sie machen, das auf subtile Art, heuern zwei Schauspieler an, die in der Nebenwohnung  Dauerl\u00e4rm machen, Quint schl\u00e4gt die Warnungen in den Wind, glaubt auch nicht, da\u00df der Oligarch dahinter steckt. Es wird aber immer \u00e4rger.  Quint wird von einer Prostituierten ins Hotel geschleppt und dort gefilmt. Seine Frau wird vergewaltigt. Er wird als P\u00e4dophiler geoutet und Demonstraten schreien vor seiner Wohnung &#8220;An das Kreuz mit ihm!&#8221; und machen ihn solcherart zum psychischen Wrrack,  so da\u00df er seine kleine Tochter aus dem Fenster wirft.<\/p>\n\n\n\n<p>Das alles wird dem Musiker von dem Bruder erz\u00e4hlt, der daraufhin sein Konzert versaut, w\u00e4hrend der Bruder Alissa wieder in die Schweiz mitgenommen hat und sie dort offensichtlich doch ins Bett bekommen hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Sehr ungew\u00f6hnlich und verwirrend, die Tatsache, da\u00df Misst\u00e4nde, die auf diese Art und Weise erz\u00e4hlt werden. Aber das Leben geht weiter und w\u00e4hrend Menschen fertiggemacht werden und sich bekriegen, werden Konzerte gespielt, man vergn\u00fcgt sich und  versucht sein Leben zu genie\u00dfen. Mir geht es  in den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/04\/28\/loslassen\/\">Kriegs- und Coronazeiten<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/04\/27\/zuruckkommen\/\"> auch nicht viel anders, <\/a>denn was kann man wirklich gegen das B\u00f6se tun, als es aufzuzeigen? Und wenn man das literarisch tut, hilft das  wahrscheinlich auch nicht  viel weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach den &#8220;Roten Kreuzen&#8221; und den &#8220;Ehemaligen Sohn&#8221; kommt jetzt der dritte Roman, den ich von den 1984 in Minsk geborenen Sasha Filipenko gelesen habe, der sein Buch beim &#8220;Fried Festival&#8221; im Literaturhaus vorstellte und mich da verwirrte, geht es &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=118736\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[1534,4968,5026],"class_list":["post-118736","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-diogenes","tag-russland","tag-sasha-filipeno"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/118736","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=118736"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/118736\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=118736"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=118736"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=118736"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}