{"id":123221,"date":"2022-10-14T00:45:00","date_gmt":"2022-10-13T22:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=123221"},"modified":"2022-10-14T00:45:00","modified_gmt":"2022-10-13T22:45:00","slug":"geschichte-eines-kindes","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=123221","title":{"rendered":"Geschichte eines Kindes"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/09\/22\/in-dschungeln-in-wusten-im-krieg\/\">Buch<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/07\/01\/ein-sommer-in-niendorf\/\"> elf<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/09\/10\/ein-simpler-eingriff\/\"> der<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/deutscher-buchpreis\/\"> deutschen<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/08\/23\/die-neue-deutsche-longlist\/\"> Longlist<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/09\/18\/dagegen-die-elefanten\/\"> und<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/09\/11\/auf-see\/\"> das<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/05\/08\/atemhaut\/\"> zweite<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/09\/03\/dschinns\/\">der <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/oesterreichischer-buchpreis\/\">\u00f6sterreichischen<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/09\/29\/153-formen-des-nichtseins\/\">Liste<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/09\/25\/freudenberg\/\">Anna<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/10\/01\/phlox\/\"> Kims<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/10\/02\/rombo\/\">&#8220;Geschichte eines <\/a>Kindes&#8221; schlie\u00dft fast nahtlos an <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/10\/05\/unsere-verschwundenen-herzen\/\">Celestes Ngs &#8220;Unsere verschwunden Herzen&#8221; <\/a>an. Nahtlos oder nicht, denn es gibt nat\u00fcrlich Unterschiede. Im Sprachstil, in der Bearbeitungsart, das Thema <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/06\/06\/pandemische-zeiten\/\">Covid<\/a> fehlt bei der 1977 in S\u00fcdkorea geborenen und seit 1984 in Wien  lebenden <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/07\/anna-kim\/\">Anna Kim <\/a>und auch die Beziehung darauf, aber vielleicht wurde das Buch auch in dieser Zeit geschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Anla\u00df war jedenfalls eine Sozialakte aus Green Bay, die ihr offenbar ihr Mann, der von dort stammt, \u00fcbergeben hat. Eine Sozialakte aus dem Jahr 1953 und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/07\/13\/o-toene-zu-krieg-flucht-trauma-und-uebersetzung\/\">Anna Kim<\/a> hatte, als sie das Buch geschrieben hat, ein neugeborennes Kind, an Hand dem sie die Entwicklung von Danny Truttmann studieren konnte und das Buch ist und das ist interessant in einer Art geschrieben, wie ich sie <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/01\/06\/mein-schreiben-meine-buecher\/\">auch oft anwende.<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Ein gro\u00dfer Teil des Buches besteht aus den Sozialakten, wo die Sozialarbeiter einer Di\u00f6zese ein zur Adoption freigegebenes Kind, eben diesen Dannys nach seiner rassistischen Herkunft \u00fcberpr\u00fcfen. <\/p>\n\n\n\n<p>Nichr zusammenzucken Sprachkorrekte, der Sozialakt wahrscheinlich von Anna Kim nachgeschrieben, ist in der Sprache von 1953 geschrieben, aher kommen dort die Worte &#8220;Neger &#8220;und &#8220;negroid&#8221; vor und die Literaturkritiker die dar\u00fcber berichteten, erw\u00e4hnen alle einheitlich, da\u00df ihnen das Lesen dieser W\u00f6rter schwer gefallen ist. Aber auf die Worte kommt es wohl nicht an, sondern auf die Haltung, denke ich noch immer und die hat sich seit 1953, wo ich  auch geboren wurde, bis heute noch nicht sehr ver\u00e4ndert, obwohl wir vielleicht nicht mehr &#8220;Onkel Toms H\u00fctte&#8221; lesen d\u00fcrfen, was eigentlich total unlogisch ist oder <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/09\/05\/1984-revisited\/\">Dreadlocks<\/a> tragen d\u00fcrfen, wenn wir wei\u00dfer Hautfarbe sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Der zweite Teil, der immer wieder abgewechsend zu lesen ist und womit das Buch auch beginnt handelt von einer \u00f6sterreichischen Schriftstellerin namens Franziska oder Fran, die in Green Bay, Wisconsin, USA, ein Aufenthaltsstipendium hat, sich in dem ihr zugeteilten Wohnheim nicht wohl f\u00fchlt und daher zu einer Joan Truttmann zieht, die ihr ein Zimmer wochenweise vermietet und die ist, das ist interessant, die Tochter einer koreanischen Mutter und eines \u00f6sterreichischen Vaters. Hat also das asiatische Aussehen, das ihrer Vermieterin sofort auff\u00e4llt und da haben wir schon die Verbindung zu Celeste Ngs <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/29\/leben-im-dystopischen-raum\/\">dystopischen<\/a> Roman und die ist mit jenen Danny verheiratet, der zur Zeit von Frans Einzug nach einem Schlaganfall in einem Pflegeheim liegt, weshalb sein Zimmer auch vermietet wird, damit Joan nicht allein ist und die \u00fcbergibt Fran die Sozialakte und gibt ihr auch den Auftrag nach Dannys Vater zu suchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da war also im Jahr 1953 die zwanzigj\u00e4hrige Telefonistin Carol  Truttmann, die ihr kind zur Adoption freigegeben hat. Es im Krankenhaus zur\u00fccklie\u00df und sechs Jahre lang st\u00f6berten dann die Sozialarbeiter in ihrem Leben herum und \u00fcberredeten sie ihnen den Namen des Vaters preiszugeben, damit es in der richtigen Umgebung aufwachsen kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Carol schweigt und wird durch eine Sozialarbeiterin namens Marlene Winckler fast in den Selbtmord getrieben. Sie mu\u00df dem Spital auch Geld f\u00fcr ihren Aufenthalt zahlen und tut oder hat es nicht. Das Kind wird schlie\u00dflich in eine Pflegefamilie gegeben und sechs Jahre sp\u00e4ter von ihr adoptiert und zum T\u00e4nzer ausgebildet und Fran reist mit der Akte  nach Wien zur\u00fcck und soll dort jene Sozialarbeiterin aufsuchen, denn die ist in den F\u00fcnzigerjahren, nach dem sie Anthropologie studierte, nach Amerika ausgewandert und in den Siebzigerjahren nach Wien zurckgekehrt, in den Achtzigerjahren ist sie, glaube ich, gestorben. So trifft Fran in der Htzinger Villa nur deren Tochter Silvia an und Fran sp\u00fcrt ihren eigenen Wurzeln nach, nennt ihre Mutter, die sich in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/06\/21\/koreanische-comics\/\">Korea als Krankenschwester<\/a> ausbilden lie\u00df, um nach Wien kommen zu k\u00f6nnen, nur Ha und wird zwischen ihr und der Gro\u00dfmutter Barbara zerrieben, die Fran ihre koreanischen Wurzeln ersparen will. So streitet sich Fran mit ihrer Mutter, wirft ihr ihre Herkunft vor, die schlie\u00dflich die Villa verl\u00e4\u00dft und das Buch wirf viele Fragen auf. Und besonders spannend finde ich  die Verbindung zu Celeste Ngs Buch, das ich zuf\u00e4llig zwischendurch gelesen habe. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buch elf der deutschen Longlist und das zweite der \u00f6sterreichischen Liste, Anna Kims &#8220;Geschichte eines Kindes&#8221; schlie\u00dft fast nahtlos an Celestes Ngs &#8220;Unsere verschwunden Herzen&#8221; an. 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