{"id":1250,"date":"2009-05-07T21:20:45","date_gmt":"2009-05-07T19:20:45","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1250"},"modified":"2009-05-07T21:20:45","modified_gmt":"2009-05-07T19:20:45","slug":"bozen-und-outlet-center","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1250","title":{"rendered":"Kurzurlaub"},"content":{"rendered":"<p>Am Montag sind wir f\u00fcr zwei Tage nach Bozen gefahren, da Alfred dort eine Security-Tagung hatte. An B\u00fcchern habe ich nur &#8220;Sofort verhaften&#8221; und nicht darin gelesen, sowie meine Manuskriptmappe und mein Notizbuch mitgenommen. Um vier sind wir angekommen, um f\u00fcnf ist Alfred in der Universit\u00e4t verschwunden, ich bin allein herumgestiegen und habe bald herausgekommen, da\u00df es am Abend eine Lesung gibt und zwar hat im  Waltherhaus der Zeit-Kolumnist Harald Martenstein aus seinen B\u00fcchern &#8220;M\u00e4nner sind wie Pfirsiche&#8221; und &#8220;Der Titel ist die halbe Miete&#8221; gelesen, da der Eintritt aber sechs Euro kostete, hatte ich nicht vor hinzugehen, bin aber um acht, als ich schon ins Hotel wollte, am Naturkundemuseum vorbeigekommen und dort wurde gerade eine Mineralienausstellung er\u00f6ffnet. Zwar war das Buffet schon weg, nur der Sacherkuchen wurde gerade angeschnitten und eine Flasche Rotwein hat sich auch noch gefunden und w\u00e4hrend ich dem Saxophonspieler lauschte, bin ich daraufgekommen, da\u00df fast ausschlie\u00dflich M\u00e4nner anwesend waren.<br \/>\nAm Dienstag bin ich an der Etsch entlang und  zu der Ruine  hinaufmarschiert, bei der Seilbahnstation habe ich eine alte Dame getroffen, die mir bekannt erschien, sie konnte sich zwar nicht  an mich erinnern, ich bin mir aber ziemlich sicher, da\u00df es die Dorothea Merl aus Innbruck war, die ich immer bei den IG-Autoren treffe, danach bin ich zum Schlo\u00df Runkelstein marschiert und \u00fcber die Oswald Promenade zur Stadt zur\u00fcck. Dazwischen habe ich immer wieder geschrieben, f\u00fcnf Szenen auf f\u00fcnf verschiedenen B\u00e4nken, die ich noch eintippen mu\u00df und bin lang in der Althesia-Buchhandlung gesessen und habe in der S\u00fcdtiroler Literatur geschm\u00f6kert. Und zwar in den Romanen von Selma Mahlknecht und Anna Maria Leitgeb und in dem Krimi &#8220;Mauss&#8221; von Peter Oberdorfer, alles in der Edition Raetia erschienen.<br \/>\nIch war schon einmal in Bozen und zwar bin ich 1978 mit meinen Eltern mitgefahren, als sie eine S\u00fcdtirol Busreise machten, bin vorwiegend in der Pension geblieben, um zu wandern, dann bin ich aber mehrmals nach Bozen gefahren, habe dort in einer Buchhandlung Agatha Christie Krimis entdeckt, gekauft und gleich gelesen und in einer Konditorei eine &#8220;Brigitte&#8221; mit einem Artikel \u00fcber Hertha Kr\u00e4ftner gefunden, die damals niemand kannte.<br \/>\nAm Mittwoch sind wir nach einem guten Fr\u00fchst\u00fcck wieder zur\u00fcckgefahren. Das Stadthotel Citta, in dem wir wohnten, ist, habe ich in den Brosch\u00fcren vom Touristenverband gelesen, bekannt f\u00fcr seine guten Kuchen und die siebenunddrei\u00dfig Zeitungen, die dort aufliegen und man trifft sich dort den ganzen Tag, zum Cafe, zum Aperitif, zum Lunch etc. Es gab  beim Fr\u00fchst\u00fcckskaffee neben Erdbeeren und Obstsalat  auch eine gute Kuchenauswahl. Der Sachershop hat sich auch gleich neben dem Hotel befunden, aber das nur nebenbei.<br \/>\nAls wir Montag hingefahren sind, habe ich im Leporello erfahren, da\u00df ich am Abend eine Gerstl-Gedenklesung vers\u00e4ume und gestern Abend habe ich die Lesung von Lidio Mosca Bustamante in der Augustin Schreibwerkstatt vers\u00e4umt, mu\u00dfte aber meine Mails aufarbeiten.<br \/>\nHeute bin ich fr\u00fch aufgestanden, weil ich mich zu so einer kostenlosen Werbefahrt ins Parndorf Outlet Center angemeldet habe und so bin ich in vier Tagen beinahe durch ganz \u00d6sterreich und jeweils ein St\u00fcck dar\u00fcber gekommen, denn die Werbeveranstaltung hat diesmal in Sopron in einem Gasthaus zwischen dem Mc Donald und dem Tesco stattgefunden. Es ging vier Stunden lang um Q 10 Kapseln, dann kam das kostenlose P\u00f6rk\u00f6lt, zum Kaffee gab es eine Tombola, wo man Reisegutscheine gewann, mit denen man sich gleich f\u00fcr die passende Reise anmelden konnte. Das versprochene ungarische Wurstpaket war eine Stange Extrawurst und das vierundzwanzigteilige Extrageschenk f\u00fcr die K\u00e4ufer eine Tafel Schokolade. Wie sagte Frau Stephanie im Bus mit gewollt ungarischem Akzent &#8220;Na habe ich wieder gelernt, alles ist Schm\u00e4h!&#8221;, als wir schon ins Outlet Center unterwegs waren, wo wir eineinhalb Stunden einkaufen durften.<br \/>\nMeinen Kritikern wird das wahrscheinlich nicht gefallen, aber ich mag diese Werbefahrten, bieten sie doch Stoff zur Inspiration und ich habe schon ganze B\u00fccher damit ausgeschm\u00fcckt, so handeln ja sowohl &#8220;Die begrenzte Frau&#8221; als auch &#8220;Die Reise nach Odessa&#8221; von solchen Werbefahrten.<br \/>\nZu Hause habe ich ein Buch im Briefkasten gefunden. Fein, das von Kerstin Hensel ist schon da, habe ich gedacht, es war aber &#8220;Karl und das zwanzigste Jahrhundert&#8221;, das mir Alfred bestellt hat und das sollte ich ja lesen, um herauszubekommen, wie sich  Karl Lakner schreibt.<br \/>\nUnd noch etwas Trauriges, n\u00e4mlich die Todesmeldung von Monika Jensen, die am 19. April gestorben ist, die eine alte Freundin von mir war und meinen Weg in die Literatur entscheidend mitverfolgte. Zwar war sie eine meiner ersten Kritikerinnen, sie hat mich aber zu der Lesung im Literatureck der alten Schmiede angemeldet, weil ich mich das  noch nicht traute und sie hat mich auch in den Arbeitskreis schreibender Frauen gebracht. Kennengelernt habe ich sie in den Siebzigerjahren im Club logischer Denker, wir haben beide Psychologie studiert, sie war in Analyse bei Erika Danneberg und hat damals in dem sch\u00f6nen Margaretenhof gewohnt. Geheiratet haben wir auch im selben Monat, sie war mehrmals bei meinen Geburtstagsfesten, wo auch ihr Mann Michel gelesen hat. In den letzten Jahren hat sich unser Weg verloren, sie war, glaube ich, schon krank und ist nicht mehr aus dem Haus gegangen, w\u00e4hrend sie ja fr\u00fcher viel unterwegs war. Ich habe aber beim Osterspaziergang mit  Christa Mitaroff \u00fcber sie gesprochen, die den Margaretenhof vorstellte und die ich bei der Monika kennengelernt habe.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Montag sind wir f\u00fcr zwei Tage nach Bozen gefahren, da Alfred dort eine Security-Tagung hatte. An B\u00fcchern habe ich nur &#8220;Sofort verhaften&#8221; und nicht darin gelesen, sowie meine Manuskriptmappe und mein Notizbuch mitgenommen. 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