{"id":1255,"date":"2009-05-09T20:27:40","date_gmt":"2009-05-09T18:27:40","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1255"},"modified":"2009-05-09T20:27:40","modified_gmt":"2009-05-09T18:27:40","slug":"zwischen-den-festen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1255","title":{"rendered":"Zwischen den Festen"},"content":{"rendered":"<p>Gestern habe ich von neun bis zwanzig Uhr meine Wochenstunden gemacht und dazwischen die in Bozen geschriebenen Szenen eingetippt. Um halb neun war ich damit fertig und bin auf den Rathausplatz zu dem Freiluftkonzert und Festwochener\u00f6ffnung gegangen bzw. gefahren, da auf den Wiener Linien ab siebzehn Uhr freie Fahrt war, denn da war ich schon l\u00e4nger nicht. Diesmal stand es unter dem Motto: Wien\/Lissabon\/Paris\/New York.<br \/>\nWilli Resetarits hat er\u00f6ffnet bzw. gesungen und ich habe, obwohl ich ziemlich sp\u00e4t gekommen bin, einen Platz ziemlich vorn gefunden. Das hei\u00dft um viertel zehn lassen sie  die Prominenz vor dir in das Sperrgitter hinein und wenn du Pech hast, stehst du hinter einem Gro\u00dfen, war diesmal aber nicht so. Juliette Greco hat gesungen, Wolfgang Ambros, Eva Jantschitsch, Dulce Pontes, Lynne Kieran, Wienerlieder, portugiesischen Fado, existenzialistische franz\u00f6sische Chansons und kraftvollen Soul und am Schlu\u00df ist einer auf die B\u00fchne gekommen und hat in die Menge gerufen &#8220;Am Heldenplatz marschieren die Nazis auf!&#8221;, es kam die Security und das Publikum rief &#8220;Zeit wirds!&#8221;, aber Willi Resetarits hat die Botschaft wiederholt und ich bin am R\u00fcckweg \u00fcber den Heldenplatz gegangen, weil ich die \u00fcbervollen U-Bahnen f\u00fcchtete. Dort war nur ein einsames Polizeiauto und vorher habe ich Thomas Northoff getroffen, der mir erz\u00e4hlte, da\u00df er sich von seiner Freundin das Buch ausgeborgt hat, aus dem er am Montag im Literaturhaus lesen wird.<br \/>\nDas war also die Festwochener\u00f6ffnung, die ich mir gern gebe, zwar nicht sehr literarisch, aber das wird es am Dienstag bei der Margareten Art und heute ging es mit den Festen weiter,  Europatag auf der Freyung und im Stadtpark gabs ein dreit\u00e4giges Genu\u00dffestival, auf dem ich schon im vorigen Jahr war und das ist toll, weil man sich an den verschiedenen St\u00e4nden durchkosten kann, K\u00e4se, Schinken, Schokolade, Marmelade, S\u00e4fte, alles durcheinander und dazwischen auf der Wiese sitzen und schreiben.<br \/>\nVorher hab ich noch im Bett meine f\u00fcnf Szenen korrigiert und ein paar Blogs gelesen, Cornelia Travnicek beklagte auf Frau Travnicek in Wien, da\u00df sie schon zum dritten Mal nicht zum Literaturkurs in Klagenfurt eingeladen wurde.<br \/>\nDabei h\u00e4tte ich gedacht, sie wird heuer beim Bachmannwettbewerb lesen und im Herbst den Priessnitzpreis bekommen, so wie Olga Flor, Angelika Reitzer oder Gerhild Steinbuch, aber offenbar wird das immer schwerer und die Zahl der Schreibenden immer mehr.<br \/>\nWenn zehn  Autoren von \u00fcber hundert Bewerbungen ausgesucht werden, bleiben eben viele \u00fcber und das geh\u00f6rt zum Trend, h\u00f6rte ich ja im Morgenjournal, da\u00df man nur mehr in die AHS aufgenommen wird, wenn man lauter sehr gut im Zeugnis hat, was schon die Volkssch\u00fcler zu den Nachhilfelehrern treibt und den freien Hochschulzugang gibts auch schon lang nicht mehr.<br \/>\nAlles ist Selektion, nur die Besten bekommen die Chance zum Weiterlernen, eigentlich pervers, denn das sollte jeder d\u00fcrfen, denke ich und die Besten k\u00f6nnen es vielleicht auch schon, aber da liege ich nicht im Trend und habe diese Woche auf meine Anfrage bez\u00fcglich der Mittleren IV auch geh\u00f6rt, &#8220;Ich kann von mir nicht eingeladene Autorinnen nicht immer wieder beobachten, ob mir nicht vielleicht doch etwas gef\u00e4llt, meine subjektive Entscheidung ist bindend. Punkt!&#8221;<br \/>\nDa bin ich anderer Meinung und k\u00f6nnte eine Reihe von Gegenbeispielen und Irrt\u00fcmern angeben, auch von mir selbst, denn ich halte bekanntlich nichts vom neoliberalen Literaturbetrieb, interessiere mich f\u00fcr vieles und da bin ich, wie ich immer wieder merke, in der Minderheit.<br \/>\nDas St\u00fcckchen &#8220;Diagonal&#8221;, das ich nach dem Nachhausekommen noch h\u00f6rte, handelte vom Jahr 1984 und in dem gleichnamigen Buch ist das B\u00fccherlesen ja verboten, weil zu gef\u00e4hrlich, ebenso in Ray Bradburys &#8220;Fahrenheit 451&#8221; und das f\u00fchrt wieder zum Tag der Freihheit des Wortes und der B\u00fccherverbrennung der Nazis am 10. Mai 1933.<br \/>\nSo gesehen ist es sehr erfreulich, da\u00df das gewonnene Buch von Kerstin Hensel jetzt gekommen ist, ich lese aber vorher den Rudolf Brunngraber, weil ich den ja, bzw. seinen Karl Lakner in meinen neuen Roman einbauen will und bevor ich heute zuerst zur Freyung und sp\u00e4ter in den Stadtpark gegangen bin, habe ich noch das Erinnerungsmail f\u00fcr die Lesung zum Tag der Freiheit des Wortes ausgeschickt.<br \/>\nIm Stadtpark war es dann sehr sch\u00f6n, es gab das gr\u00f6\u00dfte Muttertagsherz, bestehend aus tausend Einzeltorten, das zuerst vom chinesischen Fernsehen gefilmt und dann gegen eine Spende verkauft wurde, zu bewundern und ich habe Margot Koller mit ihrer Freundin getroffen, die mir versicherte, da\u00df sie am Montag ins Literaturhaus kommt, um auch von einem Fre\u00dffestival etwas Literarisches zu berichten. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern habe ich von neun bis zwanzig Uhr meine Wochenstunden gemacht und dazwischen die in Bozen geschriebenen Szenen eingetippt. 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