{"id":128993,"date":"2023-02-11T00:00:00","date_gmt":"2023-02-10T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=128993"},"modified":"2023-02-11T00:00:00","modified_gmt":"2023-02-10T23:00:00","slug":"heute-ist-mitten-in-der-nacht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=128993","title":{"rendered":"Heute ist mitten in der Nacht"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/06\/06\/pandemische-zeiten\/\">Die <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/02\/24\/das-corona-texte-buch\/\">Pandemie<\/a>, hatte auf das Schreiben der Autoren offenbar eine gr\u00f6\u00dfere Auswirkung als ich bisher glaubte, wo ich ja nach dem ersten Buch der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/06\/online-corona-romane-zur-recherche\/\">Marlene Streeruwitz<\/a> immer h\u00f6rte, &#8220;Covid interessiert uns nicht! Und nicht schon wieder ein <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/04\/14\/kleiner-corona-bucher-quiz\/\">Covidroman<\/a>!&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber jetzt tauchen pl\u00f6tzlich B\u00fccher auf, die sich mit dem  Sterben besch\u00e4ftigen, wo eine Bestatterin <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2023\/01\/15\/die-bestatterin-von-killcross\/\">mit ihren Toten spricht<\/a> oder die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2023\/01\/26\/mit-milena-michiko-flasar-japanisch-essen\/\">Reinigungsfirmen dann die Wohnungen aufr\u00e4umen<\/a>, wo die Leute einsam gestorben sind.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2023\/02\/02\/armut-im-alter-und-brigitte-schwaiger-interview\/\">&#8220;Mit Sprache unterwegs&#8221; hat sich mit der Armut im Alter besch\u00e4ftigt <\/a>,und dann diskutiert ob die Insprachnahme der mobilen Pflegedienste oder die Pflegeheime besser w\u00e4ren?<\/p>\n\n\n\n<p> Die Pflegeheime nicht, denke ich, habe das schon fr\u00fcher gedacht, nach <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/15\/hassposting-an-corona-oder-veranstaltungsstop-ii\/\">Covid<\/a>, wo man seine Angeh\u00f6rigen aber noch immer nicht ohne <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/12\/21\/positiv-negativ-positiv\/\">Test<\/a> oder <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/07\/20\/wiedereinfuhrung-der-maskenpflicht\/\">Maske<\/a> besuchen darf und die Leute dort monatelang keine Besuche empfangen durften und einsam gestorben sind und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/29\/leben-im-dystopischen-raum\/\">Covid<\/a>ist schon sowieso schwer zu erkl\u00e4ren. Ein Dementer wird sich vielleicht vor den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/22\/die-veraenderung\/\">pflegenden Zoombies<\/a>, die da auf einmal auftauchten gef\u00fcrchtet haben.<\/p>\n\n\n\n<p>So weit so gut, und eigentlich eine Themenverfehlung, denn es geht ja um das neue Buch, der 1980 geborenen Kerstin Preiwu\u00df, die in Leipzig lebt, beim <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/07\/06\/klagenfurter-wettlesen\/\">&#8220;Bachmann-Preis&#8221;<\/a> gelesen hat auf der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/08\/15\/vier-und-zwei-aus-zwanzig\/\">Buchpreisliste<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/16\/nach-onkalo\/\">stand<\/a> und jetzt auch noch Professorin  am <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/03\/27\/von-der-leipziger-messe\/\">Leipziger Literaturinstitut<\/a> ist, das den klingenden Namen &#8220;Heute ist mitten in der Nacht&#8221; hat, wo man nat\u00fcrlich einen Roman vermuten w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nichts davon, es sind eher lyrische  pers\u00f6nliche kleine St\u00fccke, die sich mit der Angst und dem Tod besch\u00e4ftigen, in Zeiten, wie diesen, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/08\/13\/neuerliche-angstmache\/\">wo wir von der Pandemie in den Ukrainekrieg und die Weltkriegangst stolperten<\/a>, absolut verst\u00e4nlich und vielleicht ganz sch\u00f6n, w\u00e4hrend einer Panikattacke oder nach dem Verlust eines Lieben, dieses Buch zu lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die kleinen St\u00fcckchen beginnen mit einem Autorstoperlebnis der Autorin in Frankfurt, wo sie wahrscheinlich einer Vergewaltigung entkam und dreht sich dann, um die Angst. Wo sie anf\u00e4ngt und wo sie kommt, beim Autofahren wahrscheinlich. Aber auch nach einer Fehlgeburt, die Kerstin Preiwu\u00df einmal erlebte. Dann kommt sie zu dem Unfalltod ihres Vaters, der auf dem Fahrrad von einem Ajuto meterweit geschleudert wurde und sich dann die Angeh\u00f6rigen  mit der Frage besch\u00e4ftigen mu\u00dften, ob sie den noch brauchbaren K\u00f6rper, als Ersatzteillager zu Verf\u00fcgung stellen, was in Deutschland anders als in \u00d6sterreich geregelt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann geht es schon zu Covid und der Frage, ob man jetzt seine Kinder &#8220;Corona&#8221; oder &#8220;Covid &#8220;nennen soll und &#8220;Bleiben Sie gesund!&#8221;, ist der neue Gru\u00df der Zeit, wie Kerstin Preiwu\u00df erw\u00e4hnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gedichte gibt es in dem pers\u00f6nlichen Essay immer wieder auch:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Jetzt ziehen wir ins Schneckenhaus.\/Die Zeit wei\u00df schon Bescheid.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Und fiktive Briefe, einen an die Kinder und eines an Emily Dickinson, die sich offenbar auch von der Welt zur\u00fcckgezogen hat und die nur mehr aus ihrem Fenster hinaus betrachtete. Rose Ausl\u00e4nder hat das, glaube ich, auch gemacht, aber die war ja kriegstraumatisiert und da darf man keine Vergleiche ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt das Gedicht von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/05\/08\/christine-lavant-ausstellung\/\">Christine Lavant<\/a> &#8220;Wieder brach er bei den Nachbarn ein&#8230;&#8221;, das analysiert wird und die Winter, Sommer, etcetera, der Zur\u00fcckgezogenheit. War die Pandemie offenbar etwas, das Kerstin Preiwu\u00df sehr ernst nahm und in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/12\/04\/psychologie-der-angst\/\">Angst versetzte.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem was macht man als schreibende Frau, Kerstin Preiwu\u00df nennt sich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/07\/22\/genderwahnsinn\/\">Schriftsteller,<\/a> wenn man nebenbei noch Kinder im Homeoffice zu versorgen hat, weil die Schulen und die Kitas ja geschlossen sind?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Es gibt mich kaum noch.\/Ich nehme mir nichts vor.\/Ich arbeitete ab.\/ Ich denke nicht mehr nach&#8230;&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Dann werden die Phasen des Schocks erkl\u00e4rt. Das habe ich auch den Pflegehelfern unterrichtet, als ich in Lainz noch die Fortbildungen machte und verschiedene Worte und Begriffe werden analysiert.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Was deutet sich als beschaffbar an, Masken, Impfungen, Tests, sofort stellt sich die Bereitschaft ein,vorzusorgen.&#8221; Die &#8220;Hoffnung schwindet&#8221; und das &#8220;Fr\u00fcher wird zu einem Sehnsuchtsort.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Fr\u00fcher als wir alle noch schwelgten in Erinnerungen, die man nun als verloren betrachtet, darum mit Sehnsucht verbindet.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Dann geht es zu den &#8220;Petitionen der Kunst&#8221;. Da gab es  bei uns am <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/01\/kein-maiaufmarsch-mehr\/\">Anfang<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/29\/zwei-meter-abstand-fur-kunst-und-kultur\/\">einige<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/07\/01\/ohne-kunst-wirds-still\/\">Demonstrationen<\/a>, bis diese aufh\u00f6rten, wahrscheinlich weil die F\u00f6rderungen kamen und die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/01\/31\/online-demos\/\">Demos dann den rechten zugeordnet wurden.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Wir gaben alles aus der Hand, wir lie\u00dfen unser gesellschaftliches Dasein ruhen, wir gaben die Kultur auf und ermahnten uns sogar dazu. Wir handelten vorsorglich.&#8221; &#8211; &#8220;Aus Gew\u00f6hnung wird also Gewohnheit.&#8221; und dann gibt es noch die &#8220;Katastrophen&#8221;, die man mit den &#8220;W-Fragen&#8221;, die man im Erste Hilfekurs oder Journalistenseminar lernt, analyasieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann kommt sie zu den &#8220;Kindern, die weinen, weil sie als Einzige in der Klasse positiv getestet sind.&#8221;, bis es &#8220;Pl\u00f6tzlich alle haben, hat man es auch und der Abstand verliert sich.&#8221; und &#8220;Nach der Krankheit kommt der Krieg&#8221;, schreibt Kerstin Preiwu\u00df immer wieder, was sie wieder zur Angst zur\u00fcckkommen l\u00e4\u00dft und dann listenartig die Situationen aufz\u00e4hlt, die sie in der Schule erlebt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ukrainie-Krieg wird erw\u00e4hnt und sogar die Gedichte der Kaiserin Sissi, Zusammenh\u00e4nge und, die ein bi\u00dfchen schwer zu verstehen sind, wenn man  nicht aufmerksam genug liest, um die Gedankenspr\u00fcnge der Autorin zu verstehen, die mit diesen Buch sich in einer sehr sch\u00f6nen Sprache, mit der Sprache, wohl auch selber Klarheit gewinnen will.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Kerstin Preiwu\u00df, vielfach ausgezeichnete Autorin von Romanen, Gedichten und Essays legt mit &#8220;Heute ist mitten in der Nacht&#8221; einen Text vor, der Angst und Schreiben auf eindrucksvolle Weise zusammenf\u00fchrt und ein Zeitempfinden in den Blick nimmt, das unsere Gegenwart bestimmt.&#8221;, steht am Buchr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein interessantes Buch in dem man \u00fcber die \u00c4ngste und die Gef\u00fchle der Autorin erfahren kann.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Pandemie, hatte auf das Schreiben der Autoren offenbar eine gr\u00f6\u00dfere Auswirkung als ich bisher glaubte, wo ich ja nach dem ersten Buch der Marlene Streeruwitz immer h\u00f6rte, &#8220;Covid interessiert uns nicht! 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