{"id":129551,"date":"2023-03-05T00:19:00","date_gmt":"2023-03-04T23:19:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=129551"},"modified":"2023-03-05T00:19:00","modified_gmt":"2023-03-04T23:19:00","slug":"gesprach-uber-kunst-und-politik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=129551","title":{"rendered":"Gespr\u00e4ch \u00fcber Kunst und Politik"},"content":{"rendered":"\n<p> Jetzt kommt ein interes<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/01\/16\/im-herzen-der-gewalt\/\">santes B\u00fcchlein. Zwei Dialoge, die der 1991  geborene Edouard Lois dessen <\/a>&#8220;Im Herzen der Gewalt&#8221;,  ich w\u00e4hrend des <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/10\/15\/von-frankfurt\/\">Frankreich Schwerpunkt in Frankfurt<\/a>  gelesen haben mit dem 1936 geborenen Regisseur Ken Loach gef\u00fchrt hat, in dem es um sehr aktuelle gesellschaftliche Fragen geht, die uns, wie man merken kann, auch betreffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der erste Dialog in dem es um &#8220;Arbeit und Gewalt&#8221; geht, beginnt mit Edouard Louis Buch &#8220;Wer hat meinen Vater umgebracht&#8221;, der mit ungef\u00e4hr f\u00fcnfunddrei\u00dfig Jahren einen Arbeitsunfall hatte, daraufhin bezog er einige Jahre eine  Invalidenrente, bis ihn der franz\u00f6sische Staat wieder zum Arbeiten schickte, da die Voraussetzungen f\u00fcr Renten und Sozialhilfen h\u00e4rter geworden ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein Thema das man auchu bei uns k\u00fcrzlich h\u00f6ren konnte, hat da doch Arbeitsministerr Kocher, den Teilzeitbesch\u00e4ftigten angedroht, die Sozialleistungen zu streichen, wenn sie nicht voll arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, das Leben ist h\u00e4rter geworden, was sich auch in den Filmen, des mir bisher unbekannten Ken Loach spiegeln l\u00e4\u00dft. Einer davon hei\u00dft &#8220;Ich Daniel Blake&#8221;, der 2016 mit der &#8220;Goldenen Palme von Cannes&#8221; ausgezeichnet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gewalt und die Polizeimacht, die vor allem schwarze Personen betreffen, ist h\u00e4rter geworden und die Beiden diskutierten auch, ob es Sinn macht, da\u00df Leute \u00fcberhaupt noch in Fabriken arbeiten, wenn die nachweislich ihre Gesundheit sch\u00e4digen und sie krank machen? Da wehren sich meistens die Arbeiter, die ja leben m\u00fcssen und sich daher oft auch zu Hungerl\u00f6hnen zwingen lassen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>An den Dialog kn\u00fcpft sich dann die Frage, wie man seine Stimme findet? Haben doch Umfragen ergeben, da\u00df die meisten Arbeiter, das Gef\u00fchl haben, keine zu haben, weil sie sich von der &#8220;Kultur des politisch Korrekten&#8221; zensiert f\u00fchlen und andererseits dann bald in die F\u00e4nge der Rechten fallen. Etwas was bei uns auch zu beobachten ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ken Loach meint, da\u00df Gruppen, wie Gewerkschaften eine gute M\u00f6glichkeit da ist, sich mit Gleichmeinenden zu unterhalten und seine Meinung zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht dann, um den Begriff der &#8220;&#8221;Opferhaltung&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>So hat Edouard Louis in seinem Bucb &#8220;Das Ende von Eddy&#8221;, die Armut seiner Kindheit geschildert, worauf er von seiner Mutter ger\u00fcgt wurde, das doch nicht \u00f6ffentlich zu outen, weil die Politik den Leuten ja einredet, sie w\u00e4ren selber schuld, wenn sie keine Arbeit oder keine Wohnung h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das f\u00fchrt dann zu den Obdachlosen, die in England verst\u00e4rkt auftauchen und zu der Frage ob die Politik was dagegen tun w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Nein!&#8221;, antwortete Edouard Louis, weil sich die eher um den Immboilienmarkt, als um Obdachlosen k\u00fcmmern. Sie wollen Wohnungen verkaufen und nicht die Armen unterst\u00fctzten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht auch um die Rolle der Technologien und der sozialen Medien, die die Kommunikation verst\u00e4rken und die Empathie f\u00f6rdern k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im zweiten  Dialog geht es um &#8220;Politik und Transformation&#8221; und da, um den Aufstieg der extremen Rechten, etwa was man in Italien, in Spanien, in Frankreich und in Brasilien beobachten komnte und Edouard Louis meint, da\u00df er viele Leuten kennen  w\u00fcrde, die bei den letzten Wahlen f\u00fcr die Rechten gestimmt haben, weil sie sich von den Linken nicht mehr vertreten f\u00fchlten und das Gef\u00fchl haben, da\u00df die Politiker auf sie pfeifen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht auch, um den Feminismus und die Homophobie, sowie um das Gef\u00fchl, das manche Leute haben, da\u00df ihnen die &#8220;Homosexuellen ihre Lebensweise aufzwingen wollen&#8221;, aber auch wieder sehr aktuell, da\u00df manche Jugendliche ihre Arbeitsweise selbst bestimmen wollen und nicht mehr von den Chefs ausgebeutet werden wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann gehts zur Kunst in Krisenzeiten und zu der Frage, wie sie zu den sozial benachteiligten Gruppen kommt? Zu den Menschen, die nicht das Gl\u00fcck haben B\u00fccher zu schreiben oder Filme zu machen. Die  Filme werden von Ken Loach umsonst vorgef\u00fchrt und Edouard Louis meint, da\u00df man der Kunst gegen\u00fcber auch mi\u00dftrauisch sein sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Kunst mu\u00df subversiv sein&#8221;, meint Ken Loach. Sie mu\u00df den Minderheiten auch einen sicheren Raum bieten und nat\u00fcrlich geht es um die Verbesserungen der Lebensbdingungen, die allen ein gutes Leben bieten kann.<\/p>\n\n\n\n<p>So weit so what und ein interessantes Buch, das man schnell lesen, aber noch lange dar\u00fcber nachdenken kann und das von Hinrich Schmidt-Henkel, von dem ich schon einige \u00dcbertragungen gelesen habe, \u00fcbersetzt wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt ein interessantes B\u00fcchlein. 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