{"id":131278,"date":"2023-04-16T00:00:00","date_gmt":"2023-04-15T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=131278"},"modified":"2023-04-16T00:00:00","modified_gmt":"2023-04-15T22:00:00","slug":"christoph-martin-wieland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=131278","title":{"rendered":"Christoph Martin Wieland"},"content":{"rendered":"\n<p>Buch drei der nominierten <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2023\/03\/24\/preis-der-leipziger-buchmesse-2\/\">B\u00fccher des Leipziger Buchpreises<\/a> und das erste aus der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/preis-der-leipziger-buchmesse\/\">Sachbuchreihe<\/a>, ist sehr dick und umfangreich.<\/p>\n\n\n\n<p>Jan Philipp Reemtsmas Biografie \u00fcber den 1733 geborenen und 1813 verstorbenen Christoph Martin Wieland, der mit Johann Gottfried Herder, Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller als Viergestirn der Weimarer Literatur gilt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Die Erfinder der modernen   deutschen Literatur&#8221;, hei\u00dft der Untertitel, des \u00fcber sechshundert Seiten Buchs, das einen dicken Anhang hat,  an dem Fanny Estherhazy mitgearbeitet hat und das Ziel Reemtsma war wohl Wieland aus dem Schatten Goethes und Schillers herauszul\u00f6sen und auf seine literarische Bedeutung hinzuweisen, was wohl interessant und wichtig ist, denn ich mu\u00df gestehen, au\u00dfer den Namen nicht viel \u00fcber Christoph Martin Wieland, den in Oberholzheim geborenen und in Biberach aufgewachsen Pfarrersohn, dessen Literatur inzwischen auch ziemlich unbekannt ist, zu wissen und sein Leben scheint, obwohl mir das Lesen des Buchs nicht ganz einfach fiel, weil Reemtsma, der ja schon seine Dissertation \u00fcber Wieland geschrieben hat, viel zitiert und sehr weitl\u00e4ufig, bis in die Gegenwart hineinreichend interpretiert,  auch sehr interessant.<\/p>\n\n\n\n<p>So hat er sich 1750 mit seiner Cousine Sophie Gutermann verlobt, die die Verlobung drei Jahr sp\u00e4ter wieder aufl\u00f6ste, einen Herrn la Roche heiratete und auch Schriftstellerin war.<\/p>\n\n\n\n<p>Er hat auch 1750, obwohl er immer Dichter werden wollte ein Jusstudium in T\u00fcbingen begonnen und ist 1752 nach Z\u00fcrich gegangen, wo er Sch\u00fcler des Philologen Johann Jakob Bodmer war, von dem er sich sp\u00e4ter trennte, zuerst in Z\u00fcrich, dann in Bern Hauslehrer war und seine ersten Werke verfa\u00dfte. Shakespeare hat er \u00fcbersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p> &#8220;Die Natur der Dinge &#8211; zw\u00f6lf moralische Briefe in Versen&#8221;, geschrieben, den &#8220;Anti-Ovid&#8221; und auch  Theaterst\u00fccke.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Frauen hat er sich den \u00c4lteren hingezogen gef\u00fchlt, sich in der Schweiz aber mit Julie von Bondeli verlobt, mit der er, wie auch mit Sophie la Roche noch l\u00e4nger in Kontakt blieb, bevor er wieder nach Biberach zur\u00fcckkehrte, wo er als Kanzleisekret\u00e4r t\u00e4tig ist, komische und Verserz\u00e4hlungen schreibt, von seiner Haush\u00e4lterin ein Kind bekommt und schlie\u00dflich Anna Dorothea von Hillenbrand heiratet, vo der er drei T\u00f6chter bekommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Romane &#8220;Agathon&#8221; der in Griechenland spielt,  ein philosophischer ist und von Lessing als &#8220;Erster Roman f\u00fcr Leser des klassischen Geschmacks&#8221; gepriesen wurde und der Bestseller &#8221; Don Sylvio von Rosalva&#8221;, der dem &#8220;Don Quichotte&#8221; nachempfunden ist, werden geschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p> 1769 geht er als Professor f\u00fcr Philosophie obwohl er das gar nicht studiert hat, an die etwas heruntergekommene Universit\u00e4t nach Erfurt und als der Plan nach Wien zu gehen, scheitert, verhandelt er mit der Herzogin Anna  Amalia von Sachsen-Weimar sehr lange, als Erzieher f\u00fcr ihren Sohn  Carl August nach Weimar zu kommen und handelt sich da auch das entsprechende Honorar aus.<\/p>\n\n\n\n<p>In Weimar , wo er 1813 auch stirbt, schreibt er dann Opern-Libretti, zum Beispiel den &#8220;Alcente&#8221; bekommt noch mehr Kinder, von denen nicht alle \u00fcberleben und gilt in der Stadt als ber\u00fchmter Mann, der viele Briefe und auch Gedichte zugeschickt bekommt und lernt Goethe, dessen  &#8220;Wahlverwandten&#8221; ihm nicht sehr gefallen, Herder und auch Schiller kennen, mit denen er die schon erw\u00e4hnte &#8220;Weimarer-Klassik&#8221; bildet.<\/p>\n\n\n\n<p>Den &#8220;Teutschen Merkur&#8221; gibt er heraus und ein Kapitel ist auch dem &#8220;politischen Autor&#8221; gewidmet, hat Wieland ja die franz\u00f6sische Revolution miterlebt und da schon lang die Alleinherrschaft Napoleons vorhergesagt, den er 1806 auch trifft.<\/p>\n\n\n\n<p>Reemtsma wechselt immer zwischen Kapitel, die das Leben beschreiben mit denen, die das Werk beschreiben, ab. <\/p>\n\n\n\n<p>So werden, die weiteren Romane &#8220;Diogenes&#8221;, der sich mit dem Leben des Philosophen besch\u00e4ftigt, der &#8220;Goldene Spiegel&#8221; der die Herzogin bewogen hat, Wieland als Erzieher ihres Sohnes zu besch\u00e4ftigen,  &#8220;Peregrinus Proteus&#8221;, Agathod\u00e4mon&#8221;, &#8220;Aristipp&#8221;, etc, erw\u00e4hnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den \u00dcbersetzungen hat sich Wieland mit Horaz und Cicero besch\u00e4ftigt und nachdem er die Erziehungsarbeit am Kronprinzen beendet hat, \u00fcbersiedelt er im M\u00e4rz 1997  auf das Gut O\u00dfmannstedt, weil sich in dessen N\u00e4he eine seiner T\u00f6chter verheiratet hat. Der Kontakt mit Sophie von la Roche wird wieder aufgenommen, deren Enkeltochter Sophie von Brentano, die Schwester des Clemens, zu der Wieland sowohl ein freundschaftliches als auch ein v\u00e4terliches  Verh\u00e4ltnis hat, 1800 auf dem Gut stirbt. Sie wird  auf den Friedhof begraben, wo  ein Jahr sp\u00e4ter Wielands Gattin  begraben wird  und schlie\u00dflich auch Wieland seine Ruhest\u00e4dte finde, der 1803 wieder nach Weimar zur\u00fcckkehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Jan Philipp Reemtsma, der einen interessanten Lebenslauf aufzuweisen hat, hat in der &#8220;vorliegenden Bografie versucht, ein Bild Wielands in seiner Zeit, seine Bedeutung f\u00fcr seine Zeit und f\u00fcr die Entwicklung der deutschen Literatur zu geben, die frei von der Optilk des 19. Jahrhunderts ist&#8221;, zu geben, was ich f\u00fcr sehr interessant halte, mir aber trotzdem die Frage stelle, wieviele Leser sich die siebenhundert Seiten Band wohl geben werden, den ich, ich gebe es zu, an manchen Stellen auch nur \u00fcberflogen habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehe ich in meinen Bibliothekskatalog, finde ich den ersten Band der gesammelten Werke, der &#8220;Aufbau Gesamtauflage&#8221;, die ich mir unter anderen als Studentin geleistet habe. Das Sp\u00e4twerk &#8220;Das Hexameron von Rosenain&#8221; habe ich vor kurzem im B\u00fccherschrank gefunden. Jetzt m\u00fc\u00dfte ich das alles lesen,  werde da aber h\u00f6chstwahrscheinlich auch die zeitgen\u00f6ssische Literatur vorziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Christoph Martin scheint aber auf jedenfall ein vielseitiger Mann gewesen sein, der viel geleistet hat und viele Interessen hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buch drei der nominierten B\u00fccher des Leipziger Buchpreises und das erste aus der Sachbuchreihe, ist sehr dick und umfangreich. 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