{"id":134817,"date":"2023-07-04T00:18:00","date_gmt":"2023-07-03T22:18:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=134817"},"modified":"2023-07-04T00:18:00","modified_gmt":"2023-07-03T22:18:00","slug":"eine-erfreuliche-uberraschung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=134817","title":{"rendered":"Eine erfreuliche \u00dcberraschung?"},"content":{"rendered":"\n<p>Nun ein angek\u00fcndigtes Schmankerl zum <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2023\/06\/06\/werkdiskussion\/\">Blogjubil\u00e4um,<\/a> damit das &#8220;F\u00fcnfzehn Jahre &#8220;Literaturgefl\u00fcster&#8221; feiern&#8221;, so richtig durchgehen kann, ein Probekapitel <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2023\/06\/18\/will-ich-einen-roman-schreiben\/\">aus meinen neuen Romanprojekt &#8220;Die Toten <\/a>lassen gr\u00fc\u00dfen&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p> Da habe ich ja schon einen ungef\u00e4hren Szenenplan. Also Julia und Julian waren Zwillinge, sie Volksschullehrerin, er studierte noch Philosophie, als er vor zwei Jahren einen Schlaganfall hatte. Jetzt ist Julia achtundzwanzig und noch immer traumatisiert. Ist sie doch am Morgen nach einer Party, wo Julian sich etwas gespritzt und getrunken hatte, am Morgen aufgewacht und hat ihn tot neben sich im Bett gefunden. Jetzt hat sie ihre Freundin Mila zu ihren Geburtstagsfest eingeladen und da erlebt sie einen neuerlichen Schock, kommt da doch ein Freund der Schreibtrainerin  in das Zimmer und der sieht Julian zum Verwechseln \u00e4hnlich. Das ist Fabian Richter, 32, Literaturwissenschaftler und angehender Autor und der schreibt gerade an einem  dystopischen Roman dem Arbeitstitel &#8220;2035&#8221; und daraus nun eine Probe&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Lisa stand in ihrer K\u00fcche und war dabei Zwiebel f\u00fcr das Mittagessen zu schneiden. Dazu Kartoffeln, ein bisschen K\u00e4se und zwei Eier in die Pfanne geben. Ein bisschen Salat war auch noch da. Musste sie doch, seit die Pflegestation in der sie seit ihrer Ausbildung gearbeitet hatte, voll rationalisiert und mit Robotern best\u00fcckt worden war, sie entlassen hatte, sehr sparen, um \u00fcber die Runde zu kommen, da ein neuer Job, weil sich auch die anderen Spit\u00e4ler aus Kostengr\u00fcnden  gr\u00f6\u00dftenteils mit KIs begn\u00fcgen, kaum zu bekommen war. Sie seuftze also auf und zuckte zusammen, als sie an der Wohnungst\u00fcr Sperrger\u00e4usche h\u00f6rte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das war ihr Lebenspartner,  der Programmierer, Erhart, dem vor einem Jahr das gleiche Schicksal passiert war, da\u00df er von seiner Firma entlassen wurde, weil die, seit die KIs \u00dcberhand genommen hatten, keine Programmierer mehr brauchte, was Lisa zwar immer noch nicht erstand, aber offenbar so war und Erhart kam gerade vom AMS-Termin, die ihn regelm\u00e4\u00dfig bestellten, um ihn die ohnehin nur sehr geringe Unterst\u00fctzung, da die Inflation immer noch sehr hoch war, auszubezahlen. Also w\u00fcrde auch er sehr frustriert sein, dachte Lisa aus Erfahrung und h\u00e4tte sich aus dieser Stimmung heraus fast in den Finger geschnitten. Ihre Augen glitzerten \u00e4ngstlich und sie zitterte auch ein bisschen, als sie Erhart eintreten sah.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Wie war es es?&#8221;, erkundigte sie sich zaghaft und wunderte sich, als er sie strahlend anl\u00e4chelte und offenbar erfreut in die Arme nahm, um ihr ein Begr\u00fcssungsk\u00fc\u00dfche n auf die Stirn zu dr\u00fccken. Offensichtlich waren ihre Bef\u00fcrchtungen \u00fcbertrieben und es war gar nicht so arg.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Haben sie dir eine neue Stelle gefunden?&#8221;, fragte sie also schon wieder ein bisschen hoffnungsvoll und sah ihm den Kopf sch\u00fctteln.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Das nicht Lis! Aber ich bin in das neue Grundsicherungsprogramm aufgenommen worden! Das ist doch ein Grund zur Freude und du solltest mit deiner Betreuerin sprechen und sie fragen, ob das auch etwas f\u00fcr dich w\u00e4re und sie dir das ebenfalls anbieten k\u00f6nnen?&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Das neue Grundsicherungsprogramm?&#8221;, wiederholte Lisa und sah Erhart fragend an..<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Da war doch etwas in den Nachrichten! Da hat der Sozialminister davon gesprochen und das Programm mit dem er die Arbeitslosigkeit, der durch die KI Entlassenen absichern will! Aber ich wei\u00df nicht, ob das etwas f\u00fcr uns ist und wir uns das w\u00fcnschen sollen? Hat doch der Minister gesagt, da\u00df das neue Programm auch &#8220;Zweimal f\u00fcnfzehn&#8221; genannt wird!  F\u00fcnfzehn Minuten Bewegungsradius und f\u00fcnfzehn Minuten Ausgehzeit! Daf\u00fcr bekommst du monatlich eintausendf\u00fcnfhundert digitale Euros angewiesen und wenn dein soziales Konto in Ordnung ist, kannst du  in den dir zugestandenen f\u00fcnfzehn Minuten zum n\u00e4chsten Supermarkt einkaufen gehen, damit das C02-Konto nicht belastet wird! Wenn du aber vielleicht nicht so brav warst und zu viel Strom verbraucht und zulang geduscht hast, darfst du dir von deinen zugewiesenen tausenf\u00fcnfhundert Punkten nur die absoluten Grundnahrungsmittel eintauschen und das Gleiche gilt, wenn wieder einmal Virenwarnung oder Grippewelle herrscht und du nicht geimpft bist! Ich wei\u00df nicht, ob das gut ist und ich das will und du hast da zugestimmt?&#8221;, fragte sie und sah Erhart schon wieder besorgt an, der den Kopf sch\u00fcttelte und sie nochmals in den Arm nahm, um \u00fcber ihre Stirn zu streichen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Sei  doch nicht so pessimistisch! Das bist du immer, meine kleine Warnerin, die auch oft genug recht behalten hat! Frau Heidenreich hat mir das ein bisschen anders dargestellt und mir erkl\u00e4rt, da\u00df ich ein absoluter Gl\u00fcckspilz bin, da\u00df die Kommission entschieden hat, mich in das Programm aufzunehmen! Dann bin ich &#8220;F\u00fcnfzehn Prozent- Grundgehaltempf\u00e4nger&#8221; und brauche mir um meine Zukunft keine Sorgen machen und wenn ich einen Job finde, kann ich auch jederzeit wieder austreten, hat mir Frau Heidenreich versichert! Und ja, ich habe zugestimmt und unterschrieben! Bleibt mir doch keine Wahl und, da\u00df es immer wieder Klima- und Virenlockdowns gibt, ist in den letzten Jahren ohnehin schon selbstverst\u00e4ndlich geworden! Die m\u00fcssten wir auch einhalten, wenn du noch deine Station und ich den Job in der Firma h\u00e4tte! Da k\u00f6nnten wir zwar zur Arbeit, aber nicht ins Kino und wenn das Wasser knapp wird, wird es sowieso rationiert! Also habe ich unterschrieben und du solltest das vielleicht auch tun! Bleibt dir wahrscheinlich ohnehin nichts anderers \u00fcber! Aber jetzt schau nicht so entsetzt und freu dich \u00fcber die Nachricht, die ich f\u00fcr gut halte! Sprechen wir \u00fcber etwas anderes! Es riecht k\u00f6stlich aus der K\u00fcche und ich bin hungrig! La\u00df uns essen und an etwas anderes denken! Und schau, was ich dir mitgebracht habe? Eine Flasche Rotwein, damit wir etwas zu feiern haben! Die gab es im Supermarkt im Sonderangebot! Also war ich leichtsinnig und habe zugegriffen und der Kassa-Robot hat sich auch nicht geweigert, die zwei Euro f\u00fcnfzig von meinem Konto abzubuchen und mir sogar einen sch\u00f6nen Tag gew\u00fcnscht!&#8221; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun ein angek\u00fcndigtes Schmankerl zum Blogjubil\u00e4um, damit das &#8220;F\u00fcnfzehn Jahre &#8220;Literaturgefl\u00fcster&#8221; feiern&#8221;, so richtig durchgehen kann, ein Probekapitel aus meinen neuen Romanprojekt &#8220;Die Toten lassen gr\u00fc\u00dfen&#8221;. 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