{"id":135884,"date":"2023-08-04T00:02:00","date_gmt":"2023-08-03T22:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=135884"},"modified":"2023-08-04T00:02:00","modified_gmt":"2023-08-03T22:02:00","slug":"mobilmachung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=135884","title":{"rendered":"Mobilmachung"},"content":{"rendered":"\n<p>Jetzt geht das Lesen wieder nach \u00d6sterreich, da naht ja bald der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/oesterreichischer-buchpreis\/\">&#8220;\u00d6sterreichische Buchpreis&#8221;<\/a> und die 1953 in Linz geborene Margit Schreiner, da\u00df ist die mit dem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/06\/haus-frauen-sex\/\">&#8220;HausFrauenSex&#8221; <\/a>ist ja schon einmal  mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/02\/10\/kein-platz-mehr\/\">&#8220;Kein Platz mehr&#8221; <\/a>darauf gestanden und in zwei Autofiktionen hat sie sich auch mit ihrer Kindheitbesch\u00e4ftigt und weil das heute ja sehr modern ist und man sogar den &#8220;Nobelpreis&#8221; damit bekommen kann, bleibt sie mit &#8220;Mobilmacung&#8221; auf dieser Schiene und geht sogar vor ihre Geburt zur\u00fcck. <\/p>\n\n\n\n<p>Dabei behauptet sie sich genau zu erinnern zu k\u00f6nnen, wie das damals war, wie sie im Fruchtwasser geschwommen ist und ihre Mutter Unmengen  saure Gurken gegessen hat, w\u00e4hrend der Vater das Klo und die K\u00fcche putzen mu\u00dfte, denn das Mutterwerden, war f\u00fcr &#8220;die modern junge Frau&#8221;, die diese war, nicht so einfach, da gab es einige Fehl- und Totgeburten, denn der Primar der dabei anwesend war, hat sich eingebildet, die Geburt zu schaffen. Dabei ist die &#8220;Vorg\u00e4ngerin&#8221; gestorben und die Mutter gerettet, die und das wird von Margit sehr kritisch beschrieben, dann nat\u00fcrlich sehr \u00e4ngstlich war, da\u00df ihr das nicht wieder passiert, daher die F\u00fc\u00dfe hochlegte und nur manchmal einen Aktivit\u00e4tsschub bekam um den Vater mit dem Schreibtisch in den Keller zu schicken.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann gehts zur Geburt, die erfolgt vom Primar h\u00f6chstpers\u00f6nlich vorgenommen durch Kaiserschnitt und am zweiundzwanzigsten Dezember, zwei Tage vor Weihnachten, da darf dann auch der Papa sein Kindchen sehen und \u00fcberall wird offenbar &#8220;Stille Nacht&#8221; gesungen. Es gab aber noch die Kinderzimmer und Mutter vom S\u00e4ugling getrennt, der in ein Steckkissen gesteckt wurde und die Mama hat auch nicht gestillt, was dem naseweisen S\u00e4ugling sehr angenehm war. <\/p>\n\n\n\n<p>Zu den heiligen drei K\u00f6nigen ging es nach Hause und da hatte das Kindchen seine liebe Not mit dem Papa, denn sein Bart kratzte und er wollte klein Margit auch ins Wasser werfen oder sehr jung in den Urlaub mitnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p> Das hat die Mama verhindert und so hat eine Nachbarin auf das Kind aufgepasst, das dann in die &#8220;Fremdelnphase&#8221;st\u00fcrzte und Lesen hat das Wunderkind auch schon mit eineinhalb Jahren sich selber beigebracht, n\u00e4mlich auf der Zeitung mit dem Figl-Bildnis sitzend, w\u00e4hrend die Eltern mit Sekt feierten und die hatten da schon Fernsehen, Telefon und genau, wie mein Vater eine Beiwagenmaschine, wo der Schreiner- Vater Frau und Kind ausf\u00fchrte. Einen Teddyb\u00e4r hat sich die kleine Margit auch geholt und der Vater war  stolz auf sein Wunderkind, was dieses nat\u00fcrlich dementierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gehen erfolgte zum Leidwesen der Eltern etwas sp\u00e4ter, weil die kleine Margit erst ihre Wahrnehmung ert\u00fcchtigen wollte,  obwohl sie zum Weihnachtsfest 1954 schon den Christbaum umgeschmissen hat. Die Besuche von Onkel und Tanten, die st\u00e4ndig Heringsalat mit Mayonnaise in sich und die kleine Margit schaufelten, waren dagegen unangenehmer, obwohl sie der Cousin Otto vor der Overprotecness der Mutter gerettet und ihr den L\u00f6ffel zum Alleineessen gegeben hat. Der Vater war da fordernder und so hat die kleine Margit zum zweiten Geburtstag ein Dreirad, das es, wie Margit Schreiner behauptete, damals noch nicht gegeben hat, sondern selbstgebastet wurde, bekommen und so hei\u00dft es am Schlu\u00df des Buches:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Ich war am 22. Dezember 1955 mit nur zwei Jahren mobil geworden. Und die ganze Welt stand mir offen.&#8221;, womit ich den Titel verstanden habe, weil ich mich die Ganze Zeit schon fragte, was diese eher unkindlichen Erinnerungen mit dem milit\u00e4rischen Ausdruck zu tun haben?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann das Buch empfehlen. Es ist wenn man von der Lesef\u00e4higkeit mit nur eineneinhalb Jahren absieht, sicher  interessant und vor allem leicht und schnell zu lesen. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich war es besonders spannend, wurde ich ja <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/20\/erinnerungen\/\">sechs Wochen vorher in Wien geboren<\/a> und lernte zwischen sechs und sieben von Herrn Aschenbrenner lesen. Aber sonst kann ich vieles nachvollziehen, obwohl meine Eltern Telefon, Fernseher und Auto, es war auch ein VW-K\u00e4fer sehr viel sp\u00e4ter bekommen haben und nach <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/01\/italienische-schreibewoche\/\">Italien<\/a> und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/03\/13\/zum-bloggerdebutpreis-an-klaus-caesar-zehren-nach-essen\/\">Essen <\/a>bin ich erst als Erwachsene gekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Cover ist wahrtscheinlich die f\u00fcnf oder sechsj\u00e4hrige Margit Schreiner im karierten Kleidchen und mit Z\u00f6pfchen mit einem P\u00fcppchen im Steckkissen zu sehen, obwohl sie sie offebar eher von Teddies schw\u00e4rmte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt geht das Lesen wieder nach \u00d6sterreich, da naht ja bald der &#8220;\u00d6sterreichische Buchpreis&#8221; und die 1953 in Linz geborene Margit Schreiner, da\u00df ist die mit dem &#8220;HausFrauenSex&#8221; ist ja schon einmal mit &#8220;Kein Platz mehr&#8221; darauf gestanden und in &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=135884\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[474,1974,3851,4537],"class_list":["post-135884","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-autofiction","tag-fuenfziger-jahre","tag-margit-schreiner","tag-phantasierte-kindheitserinnerungen"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/135884","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=135884"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/135884\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=135884"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=135884"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=135884"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}