{"id":1398,"date":"2009-06-04T22:24:50","date_gmt":"2009-06-04T20:24:50","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1398"},"modified":"2009-06-04T22:24:50","modified_gmt":"2009-06-04T20:24:50","slug":"stadtflanerie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1398","title":{"rendered":"Stadtflanerie"},"content":{"rendered":"<p>Umherschweifen im Gr\u00e4tzel des Buches. Die Wiederholung der viel beachteten M\u00e4rz-Flanerie des Aktionsradius im Monat der Langsamkeit habe ich eigentlich vers\u00e4umen wollen. Habe ich ja noch viel einzutippen und dann meldet sich das schlechte Gewissen. Ich bin ja eine flei\u00dfige Schreiberin, manche nennen es besessen. Aber der angek\u00fcndigte Spaziergang von der legend\u00e4ren Buchhandlung Brigitte Salanda, bei der Otto Lambauer  seine B\u00fccher kauft, zum Mandelbaum-Verlag und dann noch zu der Bibliothek von unten mit der gr\u00f6\u00dften \u00f6sterreichischen Auswahl an anarchistischer Literatur lockte nat\u00fcrlich und passte auch zu der gestrigen Veranstaltung.<br \/>\nAlso habe ich, als meine Stunden gemacht und die begonnene Szene fertig geschrieben war, Otto Lambauer gemailt, ob er Interesse hat und bin mit dem Stadtplan losgezogen.<br \/>\nDenn ich war noch nie in der legend\u00e4ren a.Punkt &#8211; Buchhandlung. Die Buchhandlung Jeller kenne ich, dort gehe ich oft vorbei, meine B\u00fccher tausche ich aber bevorzugt, bekomme sie geschenkt oder ziehe sie h\u00f6chstens aus der Ein-Euro-Kiste, aber die Buchhandlung der Buchh\u00e4ndlerin, bei der die Achtundsechziger ihre B\u00fccher kauften, ist sicher interessant.<br \/>\nIch habe die Fischerstiege leicht gefunden, vor der Buchhandlung sa\u00df schon Martina Handler, die die F\u00fchrung organisierte und erz\u00e4hlte von zwei Damen, die auch kommen w\u00fcrden und, da\u00df die Buchhandlung ausfallen w\u00fcrde, weil Frau Salanda leider keine Zeit hat.  Aber sie w\u00fcrde einem sicher was erz\u00e4hlen, wenn man sie in ihrem Gesch\u00e4ft aufsucht, stattdessen gehen wir ins Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstandes in der Wipplingerstra\u00dfe.<br \/>\nSie erz\u00e4hlte dann, es waren noch zwei M\u00e4nner dazugekommen, eine der beiden Damen war die Margaretner Mundartdichterin Roswitha Miller, ein bi\u00dfchen was \u00fcber Brigitte Hermann, die ihre Kunden speziell betreut und genau wei\u00df, was sie ihnen empfehlen kann, wenn sie das Gesch\u00e4ft betreten, das erz\u00e4hlt auch Otto Lambauer, da\u00df er nur liest, was ihm seine Buchh\u00e4ndlerin empfiehlt.<br \/>\nIch habe mich der Gruppe vorgestellt und meine B\u00fccher hergezeigt. &#8220;Und trotzdem&#8221; und das Musterexemplar vom &#8220;Haus&#8221;.<br \/>\nDann sind wir in die Wipplingerstra\u00dfe marschiert, konnten uns ein paar Gratisb\u00fccher aussuchen, erhielten einen tollen Vortrag \u00fcber die Aufgaben des Dokumentationsarchiv und seine Buchproduktion und durften uns kurz in der Dauerausstellung umsehen, die ich schon gekannt habe, weil sie gerade er\u00f6ffnet wurde, als ich f\u00fcr den &#8220;Stadtroman&#8221; recherchierte und einmal wurde dort ein Buch der Kramer Gesellschaft vorgestellt. Dann gings ein St\u00fcckchen die Wipplingerstra\u00dfe hinunter,  das Haus in dem der Mandelbaumverlag untergebracht ist, war mir auch bekannt. Denn erstens war da ja  die Br\u00fccke-Druckerei, wo die Akin gedruckt wurde und dort war einmal ein Auge-Fest am ersten Mai und dort, wo  heute die &#8220;Bibliothek von unten&#8221; ist, war 2003 ein Kulturtreff den Martin Auer machte und dort gab es einen Open Mike, bei dem ich einmal mit Christa Urbanek gelesen habe.<br \/>\nBeim Mandelbaum Verlag war ich noch nicht, der h\u00e4tte nur einmal fast die &#8220;Wiener Verh\u00e4ltnisse&#8221; verlegt, zumindest hat mir das Ruth Asp\u00f6ck so angedeutet. Es ist aber nichts daraus geworden und Michael Baiculescu, der Verleger, sagte uns auch, da\u00df er nur am Rande Literatur verlegt, da die unbekannten Autoren nicht gelesen werden, w\u00e4hrend er die bekannten nicht bezahlen kann. Er verlegt also spezielle Kochb\u00fccher, bestimmte Reisef\u00fchrer, besondere H\u00f6rb\u00fccher und Kataloge f\u00fcr das j\u00fcdische Museum. Ich habe aber ein paar literarische B\u00fccher des Mandelbaum-Verlags, n\u00e4mlich das von Charles Ofoedu &#8220;Morgengrauen&#8221;, Stefan Pollatscheks &#8220;Dr. Ascher und seine V\u00e4ter&#8221;, das mir einmal Konstantin Kaiser zum Geburtstag schenkte und Traude Verans Buch \u00fcber den j\u00fcdischen Friedhof in der Rossau ist auch bei Mandelbaum erschienen. Susanna Germanos Roman einer Kindheit habe ich einmal bei der &#8220;Buchlandung&#8221; um einen Euro gekauft, dar\u00fcber gab es eine angeregte Diskussion, wir lernten die Praktikantin kennen und stiegen in  den Keller. Da gibt es n\u00e4mlich die &#8220;Bibliothek von unten&#8221; und das &#8220;Archiv der sozialen Bewegungen&#8221; und da wird auf hundertvierzig Laufmetern alles gesammelt, was links aber nicht parteipolitisch ist.<br \/>\nSehr interessant, denn ich bin daraufgekommen, da\u00df ich in Harland auch so ein Archiv habe, da ich von den Volksstimmefesten vor 1989 alle DDR Brosch\u00fcren, die dort auflagen, nach Hause schleppte und gesammelt habe. Und die sind zwar nicht wertvoll, aber nicht mehr zu bekommen und Martina Handler interessierte sich auch daf\u00fcr, denn da will der Aktionsradius einmal einen Schwerpunkt setzen. Es war also die ideale Erg\u00e4nzung und eine weitere Variante des literarischen Wiens.<br \/>\nJetzt habe ich zwei neue B\u00fccher, n\u00e4mlich &#8220;\u00d6sterreicher und der zweite Weltkrieg&#8221; aus dem Jahr 1989 und eines \u00fcber den Zeitzeugen Fritz Bock, die ich mir demn\u00e4chst in der Badewanne anschauen werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umherschweifen im Gr\u00e4tzel des Buches. Die Wiederholung der viel beachteten M\u00e4rz-Flanerie des Aktionsradius im Monat der Langsamkeit habe ich eigentlich vers\u00e4umen wollen. Habe ich ja noch viel einzutippen und dann meldet sich das schlechte Gewissen. 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