{"id":140080,"date":"2023-11-07T00:10:00","date_gmt":"2023-11-06T23:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=140080"},"modified":"2023-11-07T00:10:00","modified_gmt":"2023-11-06T23:10:00","slug":"schock-in-der-u-bahn","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=140080","title":{"rendered":"Schock in der U-Bahn"},"content":{"rendered":"\n<p>Und jetzt eine Kostprobe aus meinem heurigen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2023\/11\/01\/doch-nichts-mit-dem-nanowrimo\/\">&#8220;Nichtnanowrimo&#8221;<\/a>, der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2023\/10\/10\/was-ist-jetzt-mit-dem-nanowrimo\/\">&#8220;Stalkingstory&#8221;<\/a>, die ich in diesem Monat korrigieren und eventuell erweitern werde und die derzeit aus 36.690 Worten, einundvierzig Szenen und \u00fcber dreiundsiebzig Seiten besteht.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Laura Hofgarten atmete tief durch, als sie die Werbeagentur verlie\u00df, bei der sie ab Montag Praktikantin sein w\u00fcrde. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Geschafft, geschafft!&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p> Sie k\u00f6nnte sich freuen und erleichtert sein, dachte sie und sch\u00fcttelte den Kopf. Denn das war sie nicht. War sie undankbar, da\u00df sie sich nicht freuen konnte, da\u00df das Leben weiterging und die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/15\/hassposting-an-corona-oder-veranstaltungsstop-ii\/\">Pandemie <\/a>und die Schrecken der letzten Jahre vor\u00fcber waren und sie alles vergessen konnte, wie ihr ihre Schwester Barbara, die besorgte Sozialarbeiterin, immer predigte? Wenn das nur so einfach w\u00e4re, dachte Laura seufzend und schlug den Weg zur U-Bahnstation ein, um nach Hause zu fahren, wo sie Barbara von ihrem Erfolg berichten konnte. Das war es auch. Das wu\u00dfte sie schon. Da hatte die Schwester recht, da\u00df sie sich freuen und das Andere vergessen sollte. Denn jetzt war sie zu Barbara gezogen und konnte die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/10\/31\/lockdown-und-demos\/\">Lockdowns<\/a> vergessen, die sie mit Walter dem damaligen Lebensgef\u00e4hrten der Mutter, die als systemrelevante Krankenschwester in ihrer Klinik gebraucht wurde, in der Wohnung verbracht und dort mehr oder weniger verzweifelt versucht hatte, ihr Graphikdesignstudium im Distancelearning zu beenden. Das war jetzt geschehen, dachte Laura, atmete erleichtert auf und versuchte sich zu freuen. Nat\u00fcrlich war es sch\u00f6n, da\u00df ihr das gelungen und die Lockdowns  und die Pandemie vor\u00fcber waren. Sie w\u00fcrde am Montag mit einem Praktikum bei &#8220;Allfritz&#8221; beginnen und die Idee Comics zu zeichnen, hatte sie auch nicht aufgegeben. Alles bestens also und in sch\u00f6nster Ordnung, auch wenn sie noch ein bi\u00dfchen brauchte, um sich zu freuen, w\u00fcrde sie es versuchen und am Abend mit Barbara ein Gl\u00e4schen Wein  trinken. Die Mutter w\u00fcrde sie auch anrufen und ihr berichten, da\u00df es mit dem Praktikum geklappt hatte und sie sich keine Sorgen machen mu\u00dfte. Eigentlich machte Laura sich Sorgen, um die Mutter, an der die letzten Jahre auch nicht spurlos vor\u00fcbergegangen waren. Die sie in Verdacht hatte, depressiv zu sein und die h\u00f6chstwahrscheinlich \u00f6fter, als ihr gut tat, nach einem Gl\u00e4schen griff. Vielleicht hatte sie all das auch noch nicht verkraftet, obwohl es gut war, da\u00df sie sich von Walter getrennt hatte. F\u00fcr sie war es gut. F\u00fcr die Mutter vielleicht weniger, dachte Laura, als sie die U-Bahnstation erreicht hatte und die Stufen zum Bahnsteig hinunterging. Obwohl es ihr egal sein k\u00f6nnte, wie Barbara immer predigte. Nat\u00fcrlich war es so. Da hatte die Schwester schon recht. Die Pandemie war vorbei und als die Lockdowns vor\u00fcber waren und sie wieder normal die Wohnung verlassen konnte, hatte sie ihre Koffer gepackt und war zu der Schwester gezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Das wird dir gut tun!&#8221;, hatte die behauptet und nur die Mutter hatte traurig geschaut, wie sie sich erinnern konnte, obwohl sie nichts dagegen gesagt hatte. So war sie ausgezogen und hatte die Mutter mit Walter zur\u00fcckgelassen, den diese, wie sie ihr vor vier Wochen mitgeteilt hatte, hinausgeschmissen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Ich habe mich von Walter getrennt, Laura! Jetzt kannst du mich wieder besuchen kommen!&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Laura hatte es ihr versprochen und nur die vern\u00fcnftige Barbara hatte sich eingemischt und &#8220;Du mu\u00dft nicht, Laura! Nur wenn du es willst!&#8221;, gesagt.  Und das wu\u00dfte sie ganz ehrlich nicht, obwohl sie es der Mutter versprochen hatte. Inzwischen war der U-Bahnzug eingefahren. Laura hatte sich hineingedr\u00e4ngt, einen Platz gefunden und dachte erleichtert, da\u00df man nun auch in Wien schon seit einem halben Jahr keine Maske mehr in den \u00d6ffis tragen mu\u00dfte, obwohl f\u00fcr den nahenden Herbst wieder gefordert wurde, um sich und die vulnerablen Gruppen zu sch\u00fctzen, eine solche freiwillig zu tragen. Laura wusste auch hier nicht recht, ob sie das wollte oder nicht? Das hei\u00dft, sie wollte es nat\u00fcrlich nicht. Hatte auch  keine solche aufgesetzt. Andererseits konnte sie nicht  verhehlen, da\u00df sie etwas \u00e4ngstlich war und nicht krank werden wollte. Aber jetzt war keine Gefahr, denn der Zug war nicht so voll, so da\u00df der Babyelefantenabstand gewahrt werden konnte, obwohl der auch nicht mehr vorgeschrieben war. Laura atmete noch einmal auf und sah in das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/07\/20\/wiedereinfuhrung-der-maskenpflicht\/\">maskenlose<\/a>n Gesicht des jungen Mannes, der ihr gegen\u00fcber sa\u00df. Ein attraktiver junger Mann mit einem braunen Wuschelkopf und einer runden Brille, der sie anzustarren schien, so da\u00df sie, als gebranntes Kind den Kopf, erschrocken den Kopf sch\u00fcttelte und abwehrend dreinschaute. Sie wollte ihre Ruhe haben, sich \u00fcber ihren Erfolg freuen, nicht angequatscht und dadurch an Walter erinnert werden, dachte sie und versuchte noch abwehrender zu schauen, als sie h\u00f6rte, da\u00df er jetzt etwas herausstotterte, da\u00df wie &#8220;Haben Sie etwas Zeit? Wollen Sie ein Cola oder einen  Kaffee mit mir trinken?&#8221;, klang. Das hei\u00dft, soviel hatte er, der etwas sch\u00fcchtern schien, gar nicht herausgebracht. Denn da hatte sie wieder  Walters Grinsen und seine grapschende Hand vor ihrem Gesicht gesehen, mit der er ihr \u00fcber ihren Schenkel gefahren war und sie an sich gedr\u00fcckt hatte, so da\u00df sie gar nichts weiter h\u00f6ren, sondern schleunigst aussteigen sollte, um nicht den U-Bahnzug vollzukotzen und dann vielleicht Strafe zahlen mu\u00dfte, obwohl sie nichts daf\u00fcr konnte, da\u00df Walter grapschende Hand und sein schleimiges Gesicht nicht aus dem Kopf zu bekommen war und sie das Geschehene nicht vergessen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Stop, halt!&#8221;, verzweifelt denken. Dann war sie schon aufgesprungen und aus dem Zug gest\u00fcrzt, der gerade in die Station eingefahren war. Nicht auf den Perron kotzen und Strafe f\u00fcr etwas zahlen, f\u00fcr das sie nichts konnte. Das nicht ihre Schuld war, wie ihr Barbara st\u00e4ndig predigte, dachte Laura, die die Toilette gerade noch rechtzeitig erreicht hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Alles gut, Laura!&#8221;, murmelte sie mit hochroten Kopf vor sich hin, hielt den dann \u00fcber das Waschbecken, um sich den &lt;mund mit kalten Wasser auszusp\u00fclen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Alles gut, Laura! Du kannst dich beruhigen! Es ist nichts geschehen und es  ist auch nichts dabei, wenn dich ein sch\u00fcchtener junger Mann ansprechen will!&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Barbara w\u00fcrde das sogar gefallen, die ihr immer einredete, da\u00df sie sich nicht so einigeln, sondern ihr Leben genie\u00dfen sollte, da die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/06\/06\/pandemische-zeiten\/\">Pandemie<\/a> vorbei, Walter Krieger und sie ausgezogen und eigentlich nichts geschehen war.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Gar nichts war geschehen!&#8221;, dachte sie, als sie vorsichtig die Toilettent\u00fcr \u00f6ffnete, um nachzusehen, ob ihr der Wuschelkopf vielleicht nachgeschlichen war, um dann sogar ein wenig entt\u00e4uscht zu sein, da\u00df er nicht zu sehen war und h\u00f6chstwahrscheinlich \u00fcber die fl\u00fcchetende Laura den Kopf sch\u00fcttelnd, weitergefahren war, w\u00e4hrend sie auf den n\u00e4chsten Zug warten musste.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Stell dich nicht so an, Laura!&#8221;, schimpfte sie mit sich.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Es ist nichts passiert und das Leben ist sch\u00f6n! Du kannst nach Hause fahren und mit Barbara ein Gl\u00e4schen Wein trinken&#8221; Ihr erz\u00e4hlen, da\u00df es mit dem Praktikum geklappt hatte und sie am Montag in der Agentur anfangen konnte!&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mutter w\u00fcrde sie das Gleiche erz\u00e4hlen. Konnte es aber nicht. Zumindestens nicht gleich. Denn jetzt meldete sich ihr Handy. Es war ihre Freundin Sandra, die wissen wollte, wie es mit dem Praktikum stand?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Hast du Zeit, Laura? K\u00f6nnen wir uns im &#8220;Phil&#8221; auf einen Cafe latte treffen? Ich habe dir etwas zu erz\u00e4hlen, denn ich habe, da wir jetzt beide mit unseren Studium fertig sind, einen tollen Plan!&#8221; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und jetzt eine Kostprobe aus meinem heurigen &#8220;Nichtnanowrimo&#8221;, der &#8220;Stalkingstory&#8221;, die ich in diesem Monat korrigieren und eventuell erweitern werde und die derzeit aus 36.690 Worten, einundvierzig Szenen und \u00fcber dreiundsiebzig Seiten besteht. &#8220;Laura Hofgarten atmete tief durch, als sie &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=140080\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[1818,5523,5707],"class_list":["post-140080","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-textbeispiel","tag-erstes-kapitel","tag-stalkingstory","tag-textszene"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140080","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=140080"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140080\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=140080"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=140080"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=140080"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}