{"id":1407,"date":"2009-06-09T00:53:40","date_gmt":"2009-06-08T22:53:40","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1407"},"modified":"2009-06-09T00:53:40","modified_gmt":"2009-06-08T22:53:40","slug":"die-geschichte-in-den-geschichten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1407","title":{"rendered":"Die Geschichte in den Geschichten"},"content":{"rendered":"<p>Montag Abend war es wieder schwer, denn auf beinahe jedem literarischen Ort gab es eine hochkar\u00e4tige Veranstaltung und ich hatte mich zu entscheiden.<br \/>\nIn der alten Schmiede las Paul Nizon, der  schon im J\u00e4nner lesen h\u00e4tte sollen und in der Hauptb\u00fccherei gab es einen Leserinnenzirkel zum Thema Sommerlekt\u00fcre und da gehe ich gerne hin und als das Thema &#8220;Wende&#8221; war konnte ich nicht. Dann waren im Amerlinghaus wieder die von Richard Weihs, Michaela Opferkuh und Franz H\u00fctterer veranstalteten &#8220;Wilden Worte&#8221; und da hatte ich mir vorgenommen, hinzugehen und wenigstens im zweiten Teil meine neuen B\u00fccher vorzustellen, aber da gibt es ja nur die Korrekturexemplare und im Literaturhaus gab es Montag und Dienstag Ditha Brickwells Werkstattgespr\u00e4che und das ist zumindestens Teil zwei, denn bei Teil eins habe ich mich beworben, ich glaube  mit &#8220;Wilder Rosenwuchs&#8221;, denn die Geschichten zum Literaturbetrieb sind ja ein Thema \u00fcber das ich gerne diskutiere.<br \/>\nEs wurde nichts daraus, aber letzten Februar mailte mich Ditha Brickwell, die in Berlin lebt, an, lud mich ins Cafe Hummel auf eine hei\u00dfe Schokolade ein, kaufte mir  &#8220;Und Trotzdem&#8221; ab und schien vom &#8220;Novembernebel&#8221; begeistert, so da\u00df ich glaubte, sie l\u00e4dt mich ein, aber leider, leider diesmal nur historische Romane aus den Drei\u00dfigerjahren des vorigen Jahrhunderts und da habe ich zwar nat\u00fcrlich etwas,  n\u00e4mlich &#8220;Das Haus&#8221;, die Geschichte von hundert Jahren Steinhof, aber leider nur das Korrekturexemplar und das auch nicht mehr, denn das habe ich in der Hoffnung, da\u00df morgen meine B\u00fccher kommen, Ditha Brickwell verkauft und eine Chance f\u00fcr Teil drei, wenn da nicht zuf\u00e4llig utopische Romane das Thema sind.<br \/>\nIch hatte alle Veranstaltungen im  Kalender angestrichen und bin  ins Literaturhaus gegangen. Denn  historischen Romane sind ja interessant und ich wollte auch Ditha Brickwell und Silvia Bartl von meinen neuen B\u00fcchern erz\u00e4hlen, am Dienstag kann ich  nicht, denn da ist unser Kassenjourfix.<br \/>\nAlso Montag mit dem &#8220;Haus&#8221;- Exemplar losmarschiert und es war auch intensiv. Zuerst hat Inge Rowhani-Ennemoser ihren bei Mandelbaum erschienen Roman &#8220;Nachrichten vom Verlust  der Welt &#8211; Spuren einer Familie&#8221; vorgestellt, den kannte ich aber schon und zwar wurde das Buch am Tage der Nobelpreisverk\u00fcndung 2002, beim Gewerkschaftstreff in der Strudelhofgasse, den es damals noch gab, vogestellt. Dann kam ein Buch an die Reihe, das noch nicht erschienen ist, n\u00e4mlich Wolfgang Fritz &#8220;Die Geschichte von Hans und Hedy. Chronik zweier Hinrichtungen&#8221;, das im Herbst bei Milena erscheinen soll.<br \/>\nDen Juristen und Mitarbeiter in der Finanzverwaltung habe ich nicht gekannt und da\u00df der Milena Verlag, der ja als  Frauenverlag von Elfriede Haslehner mitbegr\u00fcndet wurde, inzwischen, wie dem Programm zu entnehmen ist, fast nur M\u00e4nner verlegt, finde ich schade, so beklemmend die Geschichte von dem proletarischen Ehepaar, das in der Erwerbslosensiedlung Leopoldau Hasen z\u00fcchtete und leider einen Abziehapparat von widerst\u00e4ndischen Kommunisten in ihrem H\u00e4uschen stehen hatte, was ihnen 1941 das Leben kostete, auch war.<br \/>\nWie auch Inge Rowhani-Ennemosers Familiengeschichte, die wenn ich mich nicht irre, auch an der Begr\u00fcndung des Frauenverlags 1978 oder 1979 mitbeteiligt war, sehr spannend ist, die Geschichte mit dem Koffer alter Briefe ihrer Mutter, die sowohl mit einem j\u00fcdischen Postbeamten in der Herklotzgasse, als auch mit einem Wehrmachts-Soldaten der in Stalingrad gefallen ist, verheiratet war und ihre Tochter Lotte mit einem Kindertransport nach Schweden schickte, was die ihr nie verziehen hat.<br \/>\nVorher habe ich Michael  Baiculesco von dem um einen Euro gekauften in der Buchlandung gekauften &#8220;Germano&#8221;-Buch erz\u00e4hlt, was ihn sehr erstaunte und Silvia Bartl &#8220;Das Haus&#8221; gezeigt und erz\u00e4hlt, da\u00df es zum Thema passt.<br \/>\n&#8220;Nat\u00fcrlich, nat\u00fcrlich&#8221;, hat sie etwas gepresst geantwortet.<br \/>\nNat\u00fcrlich nicht, es ist aber so und Herr Blaha vom Augustin hat mir viel von Psychiatrie bzw. Antipsychiatrie erz\u00e4hlt.<br \/>\nErnst K\u00f6lz war da und hat mir berichtet, da\u00df er nicht mehr komponiert. Und nach der Pause kam Gy\u00f6rgy Dalos mit seinem Buch &#8220;Jugendstil&#8221; an die Reihe, bei dem die Leute lachten.<br \/>\nDa ging es um sehr viel Amnesie w\u00e4hrend einer Stra\u00dfenbahnfahrt durch Wien, in der die ehemalige Geliebte auftaucht und der Held, der in den Westen gegangen ist, um ein angesehener Wissenschaftler zu werden, kann sich partout nicht mehr an die Kovacs, Nemeths etc. mit denen er zu Schule ging, erinnern.<br \/>\nDann gab es eine Diskussion um den Ungarnaufstand 1956, bei dem Gy\u00f6rgy Dalos  dreizehn war und  bedauerte, da\u00df es keine Romane dazu g\u00e4be und zeigte gleich eine m\u00f6gliche Handlung dazu auf.<br \/>\nEr hat ein Sachbuch dar\u00fcber geschrieben und ich kenne zumindestens Ivan Ivanji &#8220;Ein ungarischer Herbst&#8221;, das bei Picus erschienen ist und habe zuerst Ditha Brickwell, dann Gy\u00f6rgy Dalos darauf angesprochen, der das Buch zwar kannte, aber meinte, das w\u00e4re  eine Biographie, ein Roman ist etwas anderes.<br \/>\nIch glaube aber Ivan Ivanji versteht das Buch als solchen und die Gattungsbezeichnung &#8220;Roman&#8221; ist auch am Umschlag angegeben.<br \/>\nNachher gab es Brot und Wein, Weintrauben und Tomaten und sehr viel Informationsmaterial und es war ein sehr interessantes Werkstattgespr\u00e4ch \u00fcber das Thema Schreiben, obwohl ich dar\u00fcber ja schon etwas wei\u00df.<br \/>\nUnd Richard Weihs und Franz H\u00fctterer werde ich, wenn sie erschienen sind, jeweils eines meiner neuen B\u00fccher, in der Hoffnung vielleicht im Herbst als Gast eingeladen zu werden, zu schicken und da, die Hoffnung, wie ich immer  h\u00f6re, zuletzt stirbt, habe ich  vielleicht eine Chance.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag Abend war es wieder schwer, denn auf beinahe jedem literarischen Ort gab es eine hochkar\u00e4tige Veranstaltung und ich hatte mich zu entscheiden. 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