{"id":140735,"date":"2023-11-26T22:51:00","date_gmt":"2023-11-26T21:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=140735"},"modified":"2023-11-26T22:51:00","modified_gmt":"2023-11-26T21:51:00","slug":"literatur-in-zeiten-des-krieges","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=140735","title":{"rendered":"Literatur in Zeiten des Krieges"},"content":{"rendered":"\n<p>Die &#8220;Literatur im Herbst&#8221;, die Veranstaltung, die Walter Famler, der Generalsekret\u00e4r der &#8220;Alten Schmiede&#8221;, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/11\/17\/ukrainisches-wochenende\/\">seit<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/08\/exilliteratur-im-dilemma\/\"> einigen<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/08\/jugoslavija-revisited-iii\/\"> Jahren<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/07\/jugoslawija-revisited-ii\/\"> im<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/06\/jugoslavija-revisited\/\"> &#8220;Odeon-<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/30\/via-donau-ii\/\">Theater&#8221; <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/29\/literatur-im-flus\/\">mit<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/11\/mare-nostrum\/\"> einer <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/09\/norden\/\">Matinee<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/11\/22\/stimmen-aus-dem-iran\/\"> in<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/11\/20\/echos-aus-japan\/\"> der<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/11\/26\/dialektik-der-befreiung\/\"> &#8220;AS&#8221;<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/11\/26\/anderswelten\/\">veranstaltet<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/11\/25\/der-utopische-raum\/\">hat <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/11\/22\/30-jahre-kraft-der-literatur\/\">heuer<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2021\/11\/21\/identissimo-im-odeon\/\"> ein <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/10\/16\/nachhallendes-nachhaltiges\/\">interessantes Thema<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p> &#8220;Das andere Russland &#8211; Literatur in Zeiten des Krieges&#8221; und das w\u00e4re fast an mir vorbeigegangen, verbringen wir das Wochenende ja in Harland und  August Bisinger hat mir  einmal gesagt, sie streamen nicht mehr. <\/p>\n\n\n\n<p>Das stimmt bei Walters Famlers Festival zum Gl\u00fcck nicht und so habe ich mein Wochenendprogramm umdisponiert, m\u00fcssen wir ohnehin schon am Sonntag in Wien zur\u00fcck, also keine Rudolfsh\u00f6he und das mit dem Festival stimmt, wie Walter Famler gleich in der Einleituung erw\u00e4hnte,  in Zeiten des Krieges auch nicht so ganz, deshalb wird die Veranstaltung eher Seminarcharakter haben und findet vielleicht auch deshalb nicht im &#8220;Odeon&#8221; sondern zur G\u00e4nze in der &#8220;AS&#8221; statt und wurde, wie auch schon bei den vorigen Festivals von dem 1961 geborenen \u00dcbersetzer und Literaturkritiker Erich Klein mitkuratiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Er\u00f6ffnungsrede durch die Stadtr\u00e4tin Kaup-Hasler fiel offenbar aus und so begann es gleich mit der Er\u00f6ffnungsrede des 1966 in Moskau geborenen Kirill Rogov, der seinen Vortrag &#8220;Russland die Zukunft und der Krieg&#8221; auf Englisch hielt. Dann ging es gleich mit den Unp\u00e4sslichkeiten weiter, denn der n\u00e4chste Vortragende, Alexander Etkind, war noch nicht eingetroffen, so gab es stattdessen ein Gespr\u00e4ch zwischen Kirill Rogov und Erich Klein.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann kam doch der 1955 in Leningrad oder St. Petersburg geborene Psychologe und Journalist Alexander Etkind, der derzeit, glaube ich, an der Uni- Wien lehrt und im Gespr\u00e4ch mit Erich Klein sein neues Buch &#8220;Russia against Modernity&#8221; vorstellte und es auch um den Krieg und die Klimaver\u00e4nderung ging.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann gabs um neun noch ein Konzert mit zwei russischen Musikern, die schon lange in Wien leben, aber das wurde, glaube ich nicht gestreamt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Samstag begann dann um vier mit der 1993 in Chabarowsk geborenen Lyrikerin und Feministin Darja Serenko, die im Februajr 2022 f\u00fcnfzehn Tage in Haft genommen wurde und dar\u00fcber in ihrem Buch &#8220;M\u00e4dchen und Instititutionen &#8211;  Geschichten aus dem Totalitarismus&#8221; geschrieben hat, in dem Buch geht es um junge Frauen, die ihr Leben in staatlichen Kultureinrichtungen fristen. Walter Famler fragte nach der Lesung, die von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/10\/29\/priessnitzpreis-an-barbi-markovic\/\">Mascha Dabic<\/a> gedolmetscht wurde, ob man ausgebeutete Praktikantinnnen nicht auch in anderen L\u00e4ndern finden k\u00f6nne?, was h\u00f6chstwahrscheinlich auch so ist und Darja Serenko von ihren spanischen Erfahrungen berichtete, da das Buch auch auf Spanisch \u00fcbersetzt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann ging es zum zweiten Teil der Lesung \u00fcber, &#8220;Ich w\u00fcnsche Asche meinem Haus&#8221;, der bisher nur auf Deutsch oder vielleicht auch auf Spanisch erschienen ist und ihre Hafterfahrungen schildert und die B\u00fccher beschreibt, die sie in der Haft, wie beispielsweise <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/06\/28\/jeder-stirbt-fuer-sich-allein\/\">Hans Falladas &#8220;Jeder stirbt f\u00fcr sich allein&#8221; <\/a>gelesen hat, worauf Walter Famler nach den Gemeinsamkeiten der beiden Widerst\u00e4nde fragte und Darja Serenko sagte zum Schlu\u00df, da\u00df sie ihre Lesungen immer einer bestimmten Hilfsorganisation widmen w\u00fcrde und daf\u00fcr auch Geld sammelte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann gabs eine Programm\u00e4nderung. Statt Nikolai Epplee  und Dimitry Glukhovsky trat der 1982 in Moskau geborene Filipp Dzydako, der Philologie studierte und 2022 Russland verlassen hat, auf. Er ist jetzt an einem PEN-Projekt in Berlin beteiligt und stellte gemeinsam mit Erich Klein seinen Roman &#8220;Radio Martin&#8221; vor,  in dem es um einen russischen Heizer geht, der mit einem Radiosender Widerstand gegen Putin leisten will, der, glaube ich, noch nicht auf Deutsch gibt. Es wurden aber einige deutsche Stellen, in denen es darum ging, da\u00df man in Russland von keinen Krieg sprechen darf,  es aber trotzdem Widerstand dort gibt, von Robert Reinagl gelesen, der dann gleich ins Burgtheater mu\u00dfte.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab dann ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Filopp Dzydakos Gro\u00dfmutter, da er aus einer ber\u00fchmten Oppositionellenfamilie stammt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der angek\u00fcndigte Film \u00fcber die &#8220;Russischen Juden&#8221;, fiel dann auch aus und so gabs um sieben eine Diskussion \u00fcber die &#8220;Kultur im Krieg&#8221; mit Marina  Davydova,  die  1966 in Baku geboren wurde, bei den Wiener Festwochen inszenierte und jetzt  die Schauspielleitung der Salzburger Festspiele innenhaben wird, Alexander Etkind und Kirill Rogov, wo betont wurde, da\u00df die Kulturschaffenden verhindern mu\u00df, da\u00df man sich an den Krieg gew\u00f6hnt und Erich Klein wies darauf hin, da\u00df man in \u00d6sterreich derzeit eigentlich keine russischen Stimmen h\u00f6ren w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wurde dann ein Moskauer Kindertheater erw\u00e4hnt, da\u00df  die Jetztzeit mit dem Faschismus vergleicht, aber nicht geschlossen wird, weil der Regisseur sehr realistisch inszeniert, w\u00e4hrend andere Kunstschaffende dieses Gl\u00fcck nicht haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann gab es noch eine Gedichtesession mit dem von Filipp  Dyzadko schon vorher erw\u00e4hnten Michail Eisenberg, der 1948 in Moskau geboren wurde und eigentlich als Architekt ausgebildet wurde <\/p>\n\n\n\n<p>Der Dichter begann dann mit einem Gedicht aus 2012 und lie\u00df darauf sp\u00e4ter entstandene folgen, die er auf Russisch und Erich Klein dann in der deutschen \u00dcbersetzung las. Am Schlu\u00df gab es noch eine Diskussion um die Frage was Poesie ist , was der Autor trotz drei dar\u00fcber geschriebener B\u00fccher, wie er sagte noch immer nicht sagen kann und dann folgte die 1972 in Moskau geborene Maria Stepanova, die inzwischen auch nicht mehr dort lebt und heuer in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2023\/04\/30\/leipziger-buchmesse-mit-dem-gastland-osterreich\/\">Leipzig <\/a>den &#8220;Preis f\u00fcr die europ\u00e4ische Verst\u00e4ndigung&#8221; bekommen hat. Erich Klein las einen Auszug aus ihrer Erkl\u00e4rung, was es f\u00fcr die bedeutet eine russische Dichterin zu sein und fragte die Autorin, ob sich f\u00fcr sie etwas seit dem siebenten Oktober ge\u00e4ndert hat? Es ging dann in der Diskussion zur <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/06\/06\/pandemische-zeiten\/\">Pandemie<\/a> zur\u00fcck, die Maria Stepanova als Chance gesehen hat, da\u00df die Kriege, wenn alle dieses Virus bek\u00e4mpfen, \u00fcberfl\u00fc\u00dfig werden, was aber, wie man in zwischen wei\u00df, nicht eingetroffen. Sie las dann noch nicht publizierte Gedichte, die im Sommer entstanden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Film, den es am Sonntag um elf Uhr gegeben h\u00e4tte, konnte man dann nicht streamen. So sind wir essen gegangen und dann nach Wien gefahren, wo ich mich  zu der ab Sechzehnuhrsession live in die &#8220;AS&#8221; begegeben habe und da begann, die immer noch in Moskau lebende, 1962 dort geborene, Olga Skonechnaya mit ihren halb autobiografischen Text, wo es um die Ermordung ihrer Gro\u00dfmutter gegangen ist. Der Text ist in der Exilzeitschrift &#8220;5. Welle&#8221; erschienen und dann trat der in Amsterdam lebende Herausgeber dieser Zeitschrift, der 1963 in Moskau geborene Maxim Osipov auf, erz\u00e4hlte \u00fcber die Zeitschrift und las dann einen eigenen Text.<\/p>\n\n\n\n<p> Dann kam, glaube ich, der Star des Abends, der 1947 in Moskau geborene Viktor Jerofejew, der mit den den Roman &#8220;Der gute Stalin&#8221;, glaube ich, ber\u00fchmt geworden ist. Jetzt stellte er den Roman &#8220;Der gro\u00dfe Gopnik&#8221; vor und erz\u00e4hlte von einer Begegnung mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2023\/02\/25\/der-magier-im-kreml\/\">Putin<\/a>, die er einmal auf einer Buch-Fair in Paris hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann gab es wieder eine &#8220;Dichtung in Zeiten des Krieges-Session&#8221; und da traten die 1962 geborene Jelena Fanailowa und der 1964 in Moskau geborene Yuli Gugolev auf und brachten von Robert Reinagl auf Deutsch gelesen eine Auswahl ihrer kritischen seit 2022 geschriebenen Gedichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine interessante Veranstaltung, die interessanteste &#8220;Literatur im Herbst&#8221;, seit je, w\u00fcrde ich sch\u00e4tzen, weil man ein bi\u00dfchen in die kritische russsische Literaturszene hineinschnuppern konnte, von der man sonst vielleicht nicht soviel h\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die &#8220;Literatur im Herbst&#8221;, die Veranstaltung, die Walter Famler, der Generalsekret\u00e4r der &#8220;Alten Schmiede&#8221;, seit einigen Jahren im &#8220;Odeon-Theater&#8221; mit einer Matinee in der &#8220;AS&#8221; veranstaltet, hat heuer ein interessantes Thema. &#8220;Das andere Russland &#8211; Literatur in Zeiten des Krieges&#8221; &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=140735\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[199,1469,3301,3610,3685],"class_list":["post-140735","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-veranstaltungen","tag-alte-schmiede","tag-die-andere-russische-literatur","tag-kriegszeiten","tag-literatur-im-herbst","tag-livestream"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140735","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=140735"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140735\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=140735"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=140735"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=140735"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}