{"id":141128,"date":"2023-12-04T14:43:34","date_gmt":"2023-12-04T13:43:34","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=141128"},"modified":"2023-12-04T14:43:34","modified_gmt":"2023-12-04T13:43:34","slug":"ein-stuckchen-aus-dem-adventkalender","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=141128","title":{"rendered":"Ein St\u00fcckchen aus dem Adventkalender"},"content":{"rendered":"\n<p>Gehen wir am Montag, den vierten Dezember ins Jahr 2015 zur\u00fcck, wo der vierte November ein Freitag war. Denn da habe ich ja meine <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/03\/05\/vorschau-auf-nika-weihnachtsfrau-oder-ein-dezember\/\">&#8220;Nika Weihnachtsfrau&#8221;<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/13\/nika-weihnachtsfrau\/\"> endlich<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/23\/bucheradventkalender\/\"> geschrieben <\/a>und das war das Jahr der gro\u00dfen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/08\/31\/demo-fuer-menschlichkeit-und-buechersegen\/\">Fl\u00fcchtlingswelle <\/a>,und der Willkommenskultur, wo ich mir gro\u00dfe Sorgen machten, da\u00df ich mich zu wenig um die Fl\u00fcchtlinge k\u00fcmmerte und h\u00f6chstens etwas gespendet oder dar\u00fcber geschrieben habe, zum Beispiel die Geschichte der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/08\/04\/ein-adventkalender-im-august\/\">Germanistikstudentin Nika Horvath,<\/a>die sich im Dezember bei einem Kaufhaus auf der Mariahilferstra\u00dfe, als Weihnachtsfrau verdingt. <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_nika.html\">Drei <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/12\/02\/in-den-corona-advent\/\">Geschichten<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2022\/12\/03\/das-dritte-nika-turchen\/\"> gibt es<\/a> im Blog schon aus dem Buch, jetzt \u00f6ffnet sich das vierte T\u00fcrchen und weitere Geschichten kann man hier auch immer wieder finden.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Freitag 4. Dezember<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schlagzeilen hatten auch am Freitag nicht aufgeh\u00f6rt, sich mit Vera Mosebachs Toilette zu besch\u00e4ftigen und so schwirrte der Weihnachtsfrau immer noch der Kopf, als sie mit ihrem Sack und ihren Flyers auf der Mariahilferstra\u00dfe auf und abmarschierte und versuchte, all die in ihr vorhandenen Eindr\u00fccke zu ordnen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Nur nichts anmerken lassen!&#8221;, dachte sie, w\u00e4hrend sie zwei \u00e4lteren Damen einen Flyer in die Hand dr\u00fcckte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Und versuchen sich nicht verwirren zu lassen!&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Denn eigentlich ging Vera Mosebachs toter Klient, ganz egal, ob er einen Schlaganfall erlitten hatte oder, wie, sowohl die Polizei, als auch die Zeitungsschreiber behaupteten, von einem Leuchter, der auf Veras Klo gestanden hatte und von dem sie bisher keine Ahnung hatte, erschlagen worden war, niemanden etwas an. Die Spuren auf Kronauers Stirn wiesen deutlich darauf hin. Einen Herzstillstand hatte er aber offenbar auch erlitten. Vera schwor, den Leuchter, den die Polizei gefunden hatte, noch nie gesehen zu haben. Hatte aber hinzugef\u00fcgt, den ganzen Tag nicht auf der Toilette gewesen zu sein. Vielleicht hatte ihn einer ihrer anderen Klienten mitgebracht und dort vergessen. Vera hatte mit  R\u00fccksprache des Psychotherpievereinsjuristen ihre Patientenliste bei der Polizei abgeliefert und die Zeitungsschlagzeilen besch\u00e4ftigten sich immer noch mit dem toten Vergewaltiger auf dem Therapeutenklo, beziehungsweise der Tatsache, da\u00df er von einer Lesbe therapiert worden war, die mit einer Menschenrechtsaktivistin zusammenlebte, die ein Kind von einem Mann bekam, von dem sie nichts wissen wollte. Und der, der Schauspieler Joe oder Johann Prohaska, geh\u00f6rte nachweislich nicht zu Veras Klienten. Hatte also mit dem Fall nichts zu tun. Trotzdem war sein Foto am Titelbild der Gratis-U-Bahnzeitung zu finden, die sich Nika genommen hatte, bevor sie eingestiegen war. Joe Prohaska, ein zugegeben sch\u00f6ner Mann, der als Schauspieler offenbar trotzdem nicht sehr erfolgreich war, hatte der Zeitung ein Interview gegeben und sich bitter \u00fcber den Egoismus der Frauen von heute beklagt und damit ihre Schwester Ruth gemeint, die mit einem Balken vor den Augen im Sommerkleidchen mit Vera am Strand von Brighton, wo sie mit ihr im letzten Juli zwei Wochen Urlaub machte, zu sehen war.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Der Egoismus mancher Frauen ist sehr schrecklich und f\u00fcr mich v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich!&#8221;, hatte Joe Prohaska dem Zeitungsreporter geklagt und geoutet, da\u00df er Ruth in einen Jazzclub kennengelernt hatte. Da war sie an der Bar gesessen, hatte einen &#8220;Campari Soda&#8221; getrunken, ihn angel\u00e4chelt und nichts dagegen gehabt, da\u00df er sie auf einen zweiten eingeladen hatte. Sie hatte ihm im Gegenteil zugeprostet und sich so intensiv mit ihm unterhalten, da\u00df er sich in sie verliebt hatte. So hatte er sie, da er Single war und eine Partnerin suchte, eingeladen, die Nacht mit ihm zu verbringen und sie hatte keinen Einwand gehabt. Nicht aufgeschrieen oder emp\u00f6rt gewesen und ihm auch nicht verraten, da\u00df sie sich mehr f\u00fcr Frauen als f\u00fcr M\u00e4nner interessiere. Diesen Eindruck habe er, der sich bei Frauen auskenne, in keiner Weise gehabt und nicht daran gezweifelt, da\u00df die braunhaarige Juristin mit dem kurzen roten R\u00f6ckchen, die ihn verliebt angesehen und ihm viel \u00fcber ihre Arbeit erz\u00e4hlt hatte, an ihm interessiert gewesen war.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Keinen Moment habe ich daran gedacht, der ich kein Waserl bin, sondern mit Frauen durchaus meine Erfahrungen machte, da\u00df sie mir etwas vorspielt und nur meinen Samen will, damit sie Mutter werden und mit ihrer Freundin mein Kind aufziehen kann! Denn ich h\u00e4tte mich, wenn ich das geahnt h\u00e4tte, geweigert mitzuspielen! Bin ich doch kein Zuchtochse und es war auch durchaus eine sch\u00f6ne Nacht, die ich mit ihr verbracht habe! Nur war sie am n\u00e4chsten Morgen verschwunden! Da habe ich mir noch nichts dabei gedacht, habe ich doch gewu\u00dft, da\u00df sie jeden ihrer Tage am Westbahnhof verbringt, um bei der Fl\u00fcchtlingsberatung ihre juristischen Kenntnisse einzubringen. Nur, da\u00df sie mir ihre Telefonnummer nicht hinterlassen hat, hat mich ein wenig gewundert! Aber gedacht, da\u00df sie vergessen hat und selber geforscht, um sie herauszubekommen, was im Internetzeitalter nicht schwierig war! So habe ich sie angerufen, mich f\u00fcr die sch\u00f6ne Nacht bedankt, sie wiedertreffen wollen und war vor den Kopf gesto\u00dfen, als sie durchblicken lie\u00df, kein Interesse an mir zu haben! So leicht habe ich aber nicht aufgegeben, immer wieder angerufen und als ich von ihrer Schwangerschaft erfuhr, habe ich erst recht meine Verantwortung wahrnehmen und mich um sie und mein Kind k\u00fcmmern wollen! Jetzt erfahre ich aus der Zeitung, da\u00df sie mich betrogen hat und bin zutiefst entt\u00e4uscht!&#8221;, hatte Joe Prohaska dem Reporter Clemens Wunderlich erz\u00e4hlt und ihn dabei genau treuherzig, wie verzweifelt angesehen und der Reporter hatte nicht gez\u00f6gert, seine Einsch\u00e4tzung \u00fcber Frauen, wie Ruth abzugeben! Das schienen auch einige der Leser und Leserinnen der Gratiszeitung zu tun, die bei Ruth anriefen, sie beschimpften und sich bei ihren Vorgesetzten \u00fcber sie beschwerten. Das war am Mittwoch geschehen und Ruth hatte das so zugesetzt, da\u00df sie sich an ihren alten Freund Harald  erinnert und ihn angerufen hatte. Der war auf der Mariahilferstra\u00dfe aufgetaucht und hatte sie zum Essen eingeladen. Eigentlich verstand Nika gar nicht, was sie mit der Sache zu tun hatte? Kannte sie doch Vera nicht besonders gut und Joe Prohaska war ihr vollends unbekannt. Sie hatte Haralds Schwabeneder wahrscheinlich nichts anderes \u00fcber ihre Schwester erz\u00e4hlen k\u00f6nnen, als er schon wu\u00dfte. Trotzdem war der Umstand, da\u00df er ihrem Traummann zum Verwechseln \u00e4hnlich sah, sehr verwirrend. Wahrscheinlich war es Einbildung und es war nur der Wuschelkopf, der sie an ihn erinnerte, trotzdem kam sie nicht umhin, sich einzugestehen, da\u00df ihr der &#8220;Standard-Reporter&#8221;, der, wie er ihr beim &#8220;Asia-Nudeltopf&#8221; erz\u00e4hlt hatte, geschieden war und derzeit allein lebte, gut gefiel.  Also hatte sie ihm bereitwillig mitgeteilt, was sie \u00fcber ihre Schwester wu\u00dfte. Viel war das nicht gewesen und es hatte auch nichts mit dem toten Peter Kronauer  auf Veras Klo zu tun. Nur, da\u00df ihre Schwester seit einigen Jahren mit Vera zusammen lebte und sich ein Kind w\u00fcnschte, das sie, wenn es die Gesetzeslage zulie\u00df, von Vera adoptieren lassen und mit ihr gemeinsam aufziehen wollte, konnte sie ihm erz\u00e4hlen und das hatte Ruth schon getan.<\/p>\n\n\n\n<p>Beziehungsweise stand in der Zeitung, da\u00df der Vater des Kindes Joe Prohaska war. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Das ist alles was ich Ihnen erz\u00e4hlen kann!&#8221;, hatte sie gesagt, als der Nudeltopf gegessen und das Cola getrunken war und hatte nicht verhehlen k\u00f6nnen, da\u00df ihr der braune Wuschelkopf sehr gut gefiel, denn sie interessierte sich durchaus f\u00fcr M\u00e4nner. Aber das wollte sie ihm nicht verraten, hatte es doch mit dem Toten auf Veras Klo gleichfalls nichts zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Jetzt mu\u00df ich wieder auf die Mariahilferstrra\u00dfe, um weiter meine Zuckerln zu verteilen. Mein Chef schimpft, wenn ich zu sp\u00e4t komme, hat er mir doch absolute P\u00fcnktlichkeit als unerl\u00e4\u00dfliche Tugend aller Weihnachtsfrauen eingepr\u00e4gt!&#8221;, hatte sie gescherzt, war aufgestanden und etwas z\u00f6gernd ihre Geldb\u00f6rse mit der Weihnachtsfraum\u00fctze aus der Hosentasche gezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Sie sind von mir eingeladen, haben wir uns doch sozusagen dienstlich oder aus Sympathie f\u00fcr meine Jugendfreundin miteinander unterhalten!&#8221;, hatte Harald Schwabeneder erwartungsgem\u00e4\u00df gesagt und ihr dabei so tief in die Augen geschaut, da\u00df sie wieder rot geworden war und verlegen. Dann hatte er abgestritten, da\u00df die Ausk\u00fcnfte nicht n\u00fctzlich f\u00fcr sie waren.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Denn ich werde jetzt einen etwas sachlicheren Bericht schreiben und wenn Sie nichts dagegen haben, werde ich mich auch mit den anderen Teil besch\u00e4ftigen, denn ich bin,  das werden Sie vielleicht komisch finden, ein gro\u00dfer Freund von Kriminalromanen und habe in meinen Jugendtagen Detektiv werden wollen! Ein &#8220;Tom Turbo&#8221; oder &#8220;Nick Knatterton&#8221; ist mir vorgeschwebt, was mir meine energische Mutter aber ausgeredet hat! So habe ich gehorsam Publizistik studiert und beim &#8220;Standard&#8221; angeheuert! Das Interesse ist aber geblieben! So schreibe ich Gerichtskolumnen und schlage auch vor, da\u00df wir uns \u00fcbermorgen wieder treffen! Wenn Sie nichts dagegen haben, hole ich Sie um Punkt sieben von hier ab,  dann besuchen wir Vera Mosebachs Praxis und sehen uns am Tatort um!  Vielleicht finden wir etwas heraus, was der Polizei und den &#8220;Heute-\u00d6sterreich-Reportern&#8221; entgangen ist! Ruth werde ich auch anrufen! Vielleicht kann sie ebenfalls kommen! Zu viert finden wir sicher mehr heraus!&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Da war sie nicht herumgekommen zuzustimmen, war sie auf Veras Praxis zugegebenermassen auch ein wenig neugierig. So hatte sie genickt und war zum Kaufhaus zur\u00fcckgegangen. F\u00fcnf Minuten vor eins war sie dort gewesen, was gut war, so konnte ihr Widerling Seidler nichts anhaben, der sie prompt abgepasst und ihr ihren Abgang mit Harald Schwabeneder vorgehalten hatte. Von dem asiatischen Nudeltopf schien er zwar nichts gewu\u00dft zu haben, hatte aber wissen wollen, warum sie nicht in der Kantine gegessen hatte und sich zu Mittag prompt neben sie gesetzt, nachdem sie sich eine Portion Salat und ein Vollkornbaguette vom Buffet geholt hatte. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Da bin ich, Frau Magister! Nachdem Sie mich so freundlich eingeladen haben!&#8221;, hatte er ges\u00e4uselt und wieder versucht ihr in den Ausschnitt zu schielen. Sie hatte ihre Weihnachtsfraujacke aber fest verschlossen, war ein wenig zur Seite ger\u00fcckt und sagte sachlich, da\u00df das ein Mi\u00dfverst\u00e4ndnis sei! Sie habe nur darauf hingewiesen, da\u00df sie heute im Kaufhaus essen w\u00fcrde und ihn nicht hindern k\u00f6nne, sich neben sie zu setzen, da die Kantine wahrscheinlich f\u00fcr alle Kaufhausangestellten zug\u00e4ngig sei!<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Seien Sie nicht immer so streng zu mir!&#8221;, hatte Klaus Widerling gefordert und ins Leere gegriffen, als er ihren Busen begrapschen wollte. Sie hatte den Kopf gesch\u00fcttelt und &#8220;Ich bin nicht streng, sondern nur korrekt und sachlich, wie es sich meinen Chef gegen\u00fcber geh\u00f6rt!&#8221;, geantwortet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann hatte sie von ihrer Arbeit gesprochen und ihm erkl\u00e4rt, da\u00df ihr die sehr gut gefiele.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Sie sind eine exzellente Weihnachtsfrau!&#8221;, hatte er etwas verstimmt gesagt und sie ermahnt, da\u00df er sich von ihr korrektes Arbeiten erwarten w\u00fcrde! F\u00fcr die Kinder, die Zuckerln und die Schokoladest\u00fcckchen, f\u00fcr die Mamis, die Flyer, w\u00e4hrend die Obdachlosen, die sich jetzt bevorzugt an den Kaufhauseing\u00e4ngen und vor den Schaufenstern breitmachen, nichts bekommen w\u00fcrden und sie eigentlich ein Skandal seien, weil sie die Kunden vom Einkaufen abhalten w\u00fcrden und er sich daher \u00fcberlege, die Polizei zu rufen&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Aber da sind die Gutmenschen sicher dagegen und die geh\u00f6ren auch zu unseren Kunden! Sie sehen, Frau Magister, es ist nicht leicht!&#8221;, hatte er geklagt und wieder nach ihren Busen geschielt. Aha, der Herr von der FP\u00d6 hatte sie verklagt.  Es war aber nichts geschehen, was er ihr vorwerfen k\u00f6nnte. Denn der junge Bursch, der heute wieder beim Kaufhauseingang kauerte und sie nach wie vor anstarrte, hatte ihre Zuckerln und ihre &#8220;Naps&#8221; nicht genommen und, da\u00df sie ihn gefragt hatte, wie es ihm ging, konnte er ihr nicht verbieten, denn das geh\u00f6rte zu den B\u00fcrgerpflichteen und h\u00f6chstwahrscheinlich auch zu den aufgaben eine Weihnachtsfrau! Es hatte aber ohnehin nichts geholfen. Er hatte sie nicht verstanden und, da\u00df sie gestern Sandra angerufen, die versprochen hatte, ihre Freundin Fatma Challaki vorbeizuschicken, die Arabisch konnte, um mit ihm zu sprechen, mu\u00dfte sie Klaus Seidler nicht auf die Nase binden. Also war sie aufgestanden, hatte auf die Uhr geschaut, die leere Salatsch\u00fcssel genommen und freundlich zu ihm gesagt, da\u00df sie Pause vorbei w\u00e4re und sie wieder auf die Stra\u00dfe m\u00fcsse!<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Ja, ja, Frau Magister, Sie sind sehr korrekt!&#8221;, hatte er geantwortet und sich erkundigt, ob sie eine Lesbe, wie ihre Schwester sei? Darauf hatte sie nicht geantwortet.  Weder genickt, noch den Kopf gesch\u00fcttelt. Sollte er es glauben, wenn er wollte, dann lie\u00df er sie in Ruhe und sie brauchte ihre Energien nicht in Abwehrstrategien verpuffen. Die Antwort war aber nein.  Lesbisch war sie nicht und so kam sie auch nicht umhin, da\u00df Harald Schwabeneder in ihren Kopf herumspukte, obwohl das l\u00e4cherlich war oder auch nicht.  Eigentlich war es sch\u00f6n, sich auf ein Treffen mit ihm zu freuen und so hatte sie, ganz ehrlich, sie gestand es sich nur selbst in ihrem Inneren ein, auch heute Nacht von ihm getr\u00e4umt. Da war sie mit ihm , Vera Mosebach und Peter &lt;kronauer im &#8220;Asia-Noodleshop&#8221; gesessen und als der Mi\u00dfbraucht\u00e4ter gerade erz\u00e4hlen wollte, wie der Leuchter auf Vera Mosebachs Klo gekommen war, hatte der Wecker gekongelt. Sie war aufgewacht zu ihrem Adventkalender gest\u00fcrmt und hatte dort wirklich und wahrhaftig, einen Leuchter hinter dem Fenster mit der Zahl vier gefunden. Wenn das kein Omen war? Ein Gutes oder auch ein Schlechtes, da war sie nicht sicher? Sie hatte sich jedenfalls angezogen, ihren Kffee getrunken, die Milchberotschnitte hinuntergeschlungen, sich bei der U-Bahnstation eine Gratiszeitung aus dem diesbez\u00fcglichen St\u00e4nder genommen und \u00fcberlegt, ob sie sich einen &#8220;Standard&#8221; leisten sollte, um Harald Schwabeneders Artikel zu lesen?  aus Sparsamkeitsgr\u00fcnden hatte sie es unterlassen und die Gratiszeitung war von den Causen  Mosebach, Horvath, Kronauer voll gewesen. Interessant was die Zeitungsfritzen so aslles interessierte. Da schien die Fl\u00fcchtlingsfrage in den Hintergrund zu treten. Auch der kommende Adventsamstag war unwichtig geworden. nur der Tote auf dem therapeutenklo schien zu interessieren und da war auch wieder Andrea &gt;Herbst, Kronauers Stieftochter mit der Schlagzeile &#8220;&lt;mi\u00dfbrauchsopfer packt aus!&#8221;, auf Seite drei zu sehen. Vielleicht hatte sie den Stiefvater  mit dem Leuchter erschlagen?  Vielleicht war sie,  w\u00e4hrend Vera ihre Dokumentationspflichten nachgekommen war, mit dem Leuchter in die Praxis geschlichen und hatte ihn,  um sich an ihren Vergewaltiger zu r\u00e4chen, ihm auf den Kopf geknallt!  Das schien bei einem so schlanken M\u00e4dchen, Andrea Herbst wirkte fast ein wenig magers\u00fcchtig, zwar unwahrscheinlich. Daie Zeitungsfritzen konnten aber auf die Idee kommen und von Vera und Ruth ablassen. Aber nein, das w\u00e4re politisch unkorrekt und sollte sie sich nicht w\u00fcnschen!  Also hatte sie die Zeitung zugeschlagen, war umgestiegen, in die Garderobe gehetzt und stand jetzt einige Stunden auf der Stra\u00dfe.  L\u00e4chelte dem verwirrten Burschen zu, verteilte ihre Zettel und wartete darauf, da\u00df sie mit Harald Schwabeneder in Veras Praxis gehen konnte.  Das schien zwar ein wenig absurd, war aber, wenn sie ehrlich war, so. Vielleicht war das Zettelverteilen so langweilig, da\u00df sie auf diese Idee kam. Sie wu\u00dfte es nicht und ehe sie dar\u00fcber nachdenken konnte, h\u00f6rte sie ein d\u00fcnnes Stimmchen &#8220;He, Frau Weihnachtsfrau!&#8221;, rufen und sp\u00fcrte, da\u00df sie am Kost\u00fcm gepackt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Erkennst du mich noch? Ich bin die Jessica! Du warst so lieb und hast mich am Dienstag in deinen Sack greifen lassen und ich habe dir versprochen wiederzukommen! Ich habe der Mama aber zusagen m\u00fcssen, das erst heute zu tun, damit ihr Chef nicht schimpft!  &#8220;Nicht jeden Tag, Jessi, sei ein braves M\u00e4dchen und mach mir keine Schwierigkeiten!&#8221;, hat sie mich angefleht. Aber heute ist Freitag! Wir hatten fr\u00fcher aus! Da ist mir langweilig und da kann sie nichts dagegen haben, wenn ich einen Abstecher her mache und au\u00dferdem besuche ich dich, Weihnachtsfrau und hole mir ein Zuckerl! Bist du so lieb und l\u00e4\u00dft mich in deinen Sack greifen?&#8221;, fragte sie und l\u00e4chelte Nika verf\u00fchrerisch an, die nickend &#8220;Bitte sehr!&#8221;, sagte. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Danke!&#8221;, antwortete Jessica begeistert, zog wieder eine Hand voll &#8220;Naps&#8221; und &#8220;Stollwercks&#8221; heraus, steckte ein oranges &#8220;Nimm zwei Bonbon&#8221; in den Mund und grinste \u00fcber beide Ohren.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Das mu\u00df  bis morgen reichen, denn morgen ist der zweite Einkaufssamstag, da komme ich meine Weihnachtsgeschenke f\u00fcr die Mama und die Oma kaufen und wenn das Geld reicht, auch f\u00fcr den Papa! Obwohl da nicht klar ist, ob er Zeit hat, uns zu Weihnachten zu besuchen und ihn seine neue Flamme Lydia das auch l\u00e4\u00dft! Denn die hat ihm jetzt ein kleines Br\u00fcderchen geschenkt und da hat er keine Zeit f\u00fcr mich, sondern braucht seine Energie f\u00fcr den Dominik! Also spare ich das Geschenk f\u00fcr ihn vielleicht ein! Aber dich werde ich, wenn es recht ist, besuchen, denn die Weihnachtsfrau ist f\u00fcr die Kinder da und da kann der Chef der Mami nichts dagegen haben, nicht wahr?&#8221;, fragte sie zwinkernd. Nika nickte und griff neuerlich in ihrem Sack, um ein &#8220;Naps&#8221;  mit Erdbeergeschmack herauszunehmen und es einem kleinen M\u00e4dchen hinzuhalten, das die ganze Zeit schon vor ihr stand und sie ungeduldig anstarrte.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gehen wir am Montag, den vierten Dezember ins Jahr 2015 zur\u00fcck, wo der vierte November ein Freitag war. 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