{"id":1428,"date":"2009-06-12T12:11:29","date_gmt":"2009-06-12T10:11:29","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1428"},"modified":"2009-06-12T12:11:29","modified_gmt":"2009-06-12T10:11:29","slug":"jandl-preis-und-schreibklusur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1428","title":{"rendered":"Jandl-Preis und Schreibklausur"},"content":{"rendered":"<p>Vom 12. bis zum 14. Juni wird bei den Lyriktagen in Neuberg an der M\u00fcrz, der Ernst Jandl Preis, der  2001 in Gedenken an Ernst Jandl, der 2000 verstorben ist, vom Bundesministerium f\u00fcr Unterricht und Kunst gestiftet wurde, an den experimentellen Dichter Ferdinand Schmatz vergeben, der, 1953 geboren wurde und seit 2007 Tutor beim Literaturkurs Klagenfurt ist.<br \/>\nDen Jandl Preis bekommen experimentelle Lyriker.  J\u00f6rg Drews, Paul Jandl, Alfred Kolleritsch, Friederike Mayr\u00f6cker und Klaus Reichert sind heuer in der Jury.<br \/>\nPreistr\u00e4ger waren Thomas Kling, Felix Philipp Ingold, Michael Donhauser, Paul W\u00fchr, und ich wei\u00df davon, weil das Bundesministerium fr\u00fcher ein gro\u00dfes und ein kleines Programmheftchen aussandte. Jetzt wurde eingespart, wer f\u00e4hrt von Wien aus schon nach Neuberg an der M\u00fcrz, wenn er nicht die Spesen ersetzt bekommt?<br \/>\nDas Programm habe ich aber in der alten Schmiede gefunden und war auch zweimal dort, heuer nicht, weil Alfred ja in Italien und ich keine Autofahrerin.<br \/>\nAls 2003 Felix Philipp Ingold der Preistr\u00e4ger war, war ich in der GAV Neuaufnahme Jury und habe mir  die meist ebenfalls experimentellen Texte durchgesehen und da hat Benedikt Lebedur eingereicht und der hat auch die Laudatio gehalten.<br \/>\n2005 war Michael Donhauser an der Reihe und ich bin mit Alfred und seinem Freund Karl an M\u00fcrzzuschlag vorbeigefahren, weil wir das Wochenende wandern wollten, aber leider hat es am Samstag geregnet, so da\u00df Karl zur\u00fcckfahren wollte und da habe ich gesagt, ich will einen Zwischenstop.<br \/>\nDas gab ein Problem, weil der Karl nicht wollte, so ist er mit dem Zug zur\u00fcckgefahren und wir haben im Bahnhof von Neuberg an der M\u00fcrz eine sch\u00f6ne Lesung mit dem Wolfram Berger geh\u00f6rt, dessen Sohn mit Nazis raus Parolen auf der Jean wahrscheinlich neben der Gro\u00dfmutter im Publikum gesessen ist.<br \/>\nErika Kronabitter war da, die mich damals zu den Text- und Kritiktagen nach Vorarlberg eingeladen hat und mir von einem tollen Gespr\u00e4ch mit Staatssekret\u00e4r Morak vorgeschw\u00e4rmt hat und 2007 sind wir von Harland am Samstag hingefahren und das war toll.<br \/>\nEinen Teil der Lesungen geh\u00f6rt, von da kenne ich Stephan Schmitzer, im Hof des M\u00fcnsters gabs Wein und Brote und am Bahnhof von Neuberg an der M\u00fcrz, der ein tolles Geb\u00e4ude ist, bin ich neben der Frau Minister gesessen, die sich zur Preisverleihung im  Festsaal umgezogen hat und nach der Preisverleihung an Paul W\u00fchr sind wir nach Harland zur\u00fcckgefahren, so da\u00df sich der Aufwand in Grenzen hielt.<br \/>\nHeuer geht das nicht, meine liebe Freundin Edith Brocza hat mir aber f\u00fcr Sonntag schon ein Ersatzprogramm mit Ernesto Cardenal in der Wotruba Kirche geschickt.<br \/>\nUnd dieses verl\u00e4ngerte Wochende habe ich ohnehin vor, mich in Schreibklausur zu begeben, um an &#8220;Sophies Krisenwelt&#8221; weiterzuarbeiten und das habe ich gestern auch schon sehr intensiv getan.<br \/>\nEtwa siebzig Seiten  und f\u00fcnfundvierzig Szenen gibt es schon und ich bin diesbez\u00fcglich etwas ambivalent.<br \/>\nEinerseits ist es gut gegangen, drei oder vier Szenen habe ich gestern geschrieben, es gibt drei Handlungsstr\u00e4nge, die Sophie mit Karl Lakner und Franka Stein, der Postbeamte Felix Baum, der mit Valerie Oswald auf Reisen geht und dann noch Hertha Werner mit den Kindern.<br \/>\nDas habe ich jetzt insofern abge\u00e4ndert, da\u00df ich die Sophie Hunger Szenen reduziere. Die Valerie Oswald Geschichte und die Reise bis nach Budapest ist schon ziemlich klar, das bietet auch das Grundger\u00fcst, zu Hertha Werner habe ich jetzt eine kurdische Sozialarbeiterin zum Hausbesuch geschickt, das ist das Originelle und einen Messie Therapeuten an der SFU wird es auch geben.<br \/>\nBei der Sophie Hunger ist noch vieles unklar und da gab es auch die meisten Ver\u00e4nderungen. Passiert das jetzt in ihrem Kopf oder real am Donaukanal? Wird sie durch das Literaturquiz s\u00fcchtig oder findet sie neue Freunde? Das wird  so sein und der Karl Lakner ist kein Gespenst und die Franka Stein keine Vampirin und der Nachrichtenhintergrund mit dem Nachrichtensprecher HUAE  tritt in den Hintergrund.<br \/>\nIch schreibe wieder recht fl\u00fcssig, mit ein paar Szenen im Voraus, die sich langsam weiterentwickeln.<br \/>\nZufrieden bin ich nicht, denn der Zensor im Kopf, das ist nicht neu, das hatte ich  schon, was wird Christa Nebenf\u00fchr dazu sagen?, ja vorhanden und den bekomme ich auch nicht weg, wenn ich daran denke, da\u00df jetzt auch schon die Schreibwerkst\u00e4tten zum &#8220;Mut zur L\u00fccke&#8221; raten.<br \/>\nGanz klar, da\u00df man f\u00fcr den ersten Entwurf nicht den Nobelpreis bekommt, wie Jacqueline Nagel oder Vellguth, wie sie sich jetzt nennt, von <a href=\"http:\/\/Schriftsteller-werden.de\">Schriftsteller-werden.de<\/a>, in ihrem Artikel schreibt. Nur bei mir ist das nicht so. Denn da habe ich immer geh\u00f6rt, das ist nicht gut, jeder Satz mu\u00df stimmen und das wird sich nie \u00e4ndern, da kannst du machen was du willst! Und solche Hammer bekomme ich nicht so leicht heraus, obwohl ich sie  f\u00fcr Unsinn halte. Denn es ist ja so. Da stehen zwanzig  B\u00fccher in meinem Regal und werden nicht wahrgenommen, so da\u00df ich  denke, es geht schon wieder nicht, das ist zu flach, zu naiv oder was auch immer.<br \/>\nUnd das mit dem Ausgeschrieben trifft nat\u00fcrlich auch zu. Was ist die Alternative? Aufh\u00f6ren? Ja nat\u00fcrlich, aber dann fehlt ein wichtiger Teil in meinem Leben und daher tue ich es  nicht, weil es ja auch ein psychologischer Bl\u00f6dsinn w\u00e4re. Aber sehr lustig ist der Gedanke, du kannst machen, was du willst, du hast keine Chance, nat\u00fcrlich nicht und das ist schon eine alte Diskussion.<br \/>\nDas habe ich schon in den Siebzigerjahren meinem alten Freund Rudolf Blazejewsky geschrieben und der hat mich, Pfarrer vom Beruf, getr\u00f6stet, da\u00df nur wichtig ist, da\u00df es mir Freude macht und nicht, was die anderen sagen.<br \/>\nDa habe ich emp\u00f6rt zur\u00fcckgeschrieben, da\u00df das zuwenig ist. Ich will schon Erfolg, denn der Handke und die Jelinek, die damalig Gro\u00dfen, bekommen ihn ja auch. Was er wieder nicht verstanden hat. Und ich ertappe mich jetzt oft dabei, da\u00df ich wie er denke und dann zucke ich zusammen, denn das ist es nicht! Das ist so mein Dilemma.<br \/>\nUnd wenn die Sophie Hunger vielleicht nicht mein originellstes Werk werden sollte, wei\u00df ich warum und vielleicht wird es auch noch. Es ist ja erst der Rohentwurf,  vielleicht kommt die Inspiration, wenn ich z.B. am Sonntag zur Wotruba-Kirche gehe, um Edith Brocza ihre Belegexemplare zu bringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 12. bis zum 14. 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