{"id":1438,"date":"2009-06-15T23:29:50","date_gmt":"2009-06-15T21:29:50","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1438"},"modified":"2009-06-15T23:29:50","modified_gmt":"2009-06-15T21:29:50","slug":"jeannie-ebner-und-monika-bargmann","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1438","title":{"rendered":"Jeannie Ebner und Monika Bargmann"},"content":{"rendered":"<p>Im Institut f\u00fcr Wissenschaft und Kunst in der Berggasse finden die tollsten Vortr\u00e4ge, Buchpr\u00e4sentationen und Seminare im meist kleinen bis sehr kleinen Rahmen statt.<br \/>\nIm Mai gab es die Buchpr\u00e4sention &#8220;Gina Kaus -Schriftstellerin und \u00d6ffentlichkeit&#8221;, vor einem Jahr stellte Raimund Bahr seine Nachla\u00dfarbeitspl\u00e4ne zu Erika Danneberg vor und heute gab es in der Reihe &#8220;Frauennetzwerke in Wissenschaft und Kunst&#8221; f\u00fcr die Susanne Blumesberger verantwortlich ist, Monika Bargmanns Vortrag zu &#8220;Jeannie Ebner als Mentorin \u00f6sterreichischer Schiftstellerinnen nach 1945&#8221;,  das war, nachdem ich vor allem in ihren letzten Lebensjahren einige sehr beeindruckende Begegnungen mit der Dichterin hatte und auf Monika Bargmanns Jeannie Ebner Blog vor einem Jahr gesto\u00dfen bin, nat\u00fcrlich interessant, so da\u00df ich hingegangen bin, obwohl ein Befund zu schreiben war und das Epsylon noch nicht eingetragen und ich bin ein paar Minuten nach halb sieben in den Vortragssaal gekommen, wo die Referentin und die Moderatiorin, sowie  Evelyn Adunka und noch ein Paar gesessen sind.<br \/>\nEin totaler Luxus im Vergleich zu gestern in der Wotruba-Kirche, wo der  ORF die Prominenten interviewte, w\u00e4hrend sich daf\u00fcr kaum jemand interessierte, obwohl das Institut f\u00fcr Wissenschaft und Kunst regelm\u00e4\u00dfig die Progammhefte versendet und der Eintritt gratis war.<br \/>\nIch kenne Jeannie Ebner wahrscheinlich aus den Siebzigerjahren, als ich angefangen habe, mich mit Literatur zu besch\u00e4ftigen und ich habe einem meiner fr\u00fchen Texte auch ein Zitat von ihr vorangestellt.<br \/>\n&#8220;Die Liebe ist des Weibes ganzes Wesen, der Mann hat dazwischen zu tun!&#8221;<br \/>\nIch glaube, das ist aus der &#8220;Wildnis fr\u00fcher Sommer&#8221;, das ich in den Siebzigerjahren gelesen habe und habe ihr, glaube ich, auch einmal etwas geschickt. Pers\u00f6nlich kennengelernt habe ich sie viel sp\u00e4ter, in der Gesellschaft f\u00fcr Literatur, da stand sie schon etwas hilflos herum, erz\u00e4hlte jedem, da\u00df sie nur mehr Kartoffelp\u00fcrree essen k\u00f6nne und sich vor dem Mittersteig f\u00fcrchte, bei dem Frauenspaziergang mit der Frau Bezirksrat Steininger haben wir sie auf einer Bank sitzen gesehen, da hat sie uns auch gleich viel erz\u00e4hlt und Paul Wimmer hat sie bis vor ihrem Tod vor f\u00fcnf Jahren betreut.<br \/>\nSo weit meine Begegnungen mit der Dichterin, als ich &#8220;Holzf\u00e4llen&#8221; gelesen habe, hatte ich keine Ahnung von den Anspielungen, die habe ich, glaube ich, erst durch die Dissertation der Frau Millner begriffen. Ich habe eben nicht Germanistik studiert, sondern bin Autodidaktin und vor mehr als einem Jahr bin ich beim Surfen, da habe ich auch angefangen, mich richtig mit dem Internet zu besch\u00e4ftigen, auf Monika Bargmanns Jeannie Ebner Blog gekommen, den ich seither verfolge und auf die Bibliothekarin gesto\u00dfen, die ihre Diplomarbeit \u00fcber die Dichterin schrieb, aber durch den Tod von Wendelin Schmid-Dengler das Thema gewechselt hat.<br \/>\nJetzt schreibt sie \u00fcber Science Fiction oder so und h\u00e4lt dar\u00fcber morgen auch einen Vortrag im Rahmen der Bezirksfestwochen in der Wien Bibliothek, da kann ich aber nicht hingehen, weil ich Stunden habe, bin aber auch kein so besonderer Science Fiction Fan.<br \/>\nMonika Bargmann ist sicher eine Blog-Pionierin und f\u00fchrt einige und heute habe ich sie pers\u00f6nlich kennengelernt.<br \/>\nEs ist zwar von den Frauennetzwerken bald zu den M\u00e4nner \u00fcbergegangen. Hatte Jeannie Ebner ein Verh\u00e4ltnis zu Thomas Bernhard? Sie hat es in ihren Briefen bestritten, aber Alois Vogel oder war es Alois Eder h\u00e4tte das einmal in einem &#8220;Tag f\u00fcr Tag&#8221;  so gesagt. Und dann kamen noch so brisante Klatschger\u00fcchte, wie hatte sie Verbindung zu Nazi-Dichtern oder gar zum CIA in ihren Briefen zur Sprache.<br \/>\nJeannie Ebner hat jedenfalls die Frauen sehr gef\u00f6rdert und war der Meinung, da\u00df sie viel solidarischer als M\u00e4nner miteinander umgehen.<br \/>\nDa mu\u00df ich widersprechen, ich habe mit  den Frauengruppen, die ich kenne, eher negativere Erfahrungen gemacht und mich st\u00e4rker ignoriert als von M\u00e4nnern gef\u00fchlt, die haben mich eher einmal irgendwohin eingeladen, bei Frauen habe ich das Konkurrenzdenken st\u00e4rker empfunden, aber bei Jeannie Ebner war das anders und Monika Bargmann, die den Nachla\u00df ordnete, hat viele Dankschreiben gefunden und auch den Briefwechsel mit Hilde Spiel zitiert.<br \/>\nDa fallen mir nat\u00fcrlich die drei  F\u00f6rderer der F\u00fcnfziger und Sechzigerjahre ein,  Hans Weigel auf der einen, Hermann Hakel auf der anderen Seite und Rudolf Felmayer dazwischen. Aber es gab  nat\u00fcrlich auch die Erika Danneberg und die hat Monika Bargmann ebenfalls erw\u00e4hnt. Es war also ein interessanter Abend, wo ich  sehr viel lernte oder Vorhandenes auffrischte.<br \/>\nJetzt mu\u00df ich nur schauen, da\u00df ich mit dem Kerstin Hensel Buch weiterkomme, damit ich es endlich rezensieren kann und meinen SUB Beitrag zu Ernesto Cardenal habe ich inzwischen auch gefunden und zwar ist das ein Sammelband mit Gedichten aus Nicaragua, den ich wahrscheinlich von einem der B\u00fcchert\u00fcrme der Literatur im M\u00e4rz mitgenommen und nicht gelesen habe, jetzt k\u00f6nnte ich das beispielsweise tun.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Institut f\u00fcr Wissenschaft und Kunst in der Berggasse finden die tollsten Vortr\u00e4ge, Buchpr\u00e4sentationen und Seminare im meist kleinen bis sehr kleinen Rahmen statt. 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