{"id":1460,"date":"2009-06-25T02:12:51","date_gmt":"2009-06-25T00:12:51","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1460"},"modified":"2009-06-25T02:12:51","modified_gmt":"2009-06-25T00:12:51","slug":"geistiges-eigentum-und-bachmannpreiseroffnung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1460","title":{"rendered":"Geistiges Eigentum und Bachmannpreiser\u00f6ffnung"},"content":{"rendered":"<p>Der Mittwoch war wieder ein h\u00f6chst literarischer Tag. Das geht auch in Wien in einer psychologischen Praxis, wo sich Leute von einer Supervision abmelden, die schon vor einem Jahr stattgefunden hat und ich am Vormittag die drei Dienstag Abend geschriebenen Szenen eintippte und am Nachmittag zwischen einer Stunde noch einmal drei Szenen schrieb und das ging gut, hatte ich mir in den letzten Tagen ja soviel von den Literaturkursteilnehmern angeschaut und mir am Vormittag  auch noch die Namen der 31 \u00f6sterreichischen Autoren ausgedruckt, die im Juli beim Literaturfestival in Br\u00fcnn lesen d\u00fcrfen.<br \/>\nEs sind die Mittleren, nicht die ganz Ber\u00fchmten, wie z.B. die, die sich jetzt auch in Klagenfurt treffen oder trafen. Andrea Grill, Sabine Gruber, aber auch Peter Henisch, um nur drei zu nennen, die anderen findet man unter <a href=\"http:\/\/www.buecher.at\">www.buecher.at<\/a>, der Seite des Hauptverbandes des \u00f6sterr. Buchhandels, so da\u00df ich mir einfach denken mu\u00dfte, jetzt mache ich einen Literaturkurs f\u00fcr mich selbst und schreibe so gut, wie ich nur kann und das ist mir irgendwie auch gelungen und einen neuen Handlungsstrang bzw. Protagonistin, n\u00e4mlich Felix Baums Mutter Emilie gibt es auch und am Abend bin ich, w\u00e4hrend man sich in Klagenfurt zum Gartenfest r\u00fcstete, in den Republikanischen Club zur Podiumsveranstaltung &#8220;Vom Eigentum geistiger Arbeit im Zeitalter elektronischer Reproduzierbarkeit&#8221; mit  Sandra Csillag, Klaus N\u00fcchtern, Gerhard Ruiss, Max Kossatz, Marietta B\u00f6ning und Andrea Sodomka  unter der Leitung von Doron Rabinovici gegangen. Das war interessant von wegen Google Books und den diesbez\u00fcglichen Anstrengungen der Literar Mechana. Die Meinung von Gerhard Ruiss kannte ich ja schon. Klaus N\u00fcchtern hatte dagegen eine etwas andere, will er doch Charly Parker gratis h\u00f6ren. W\u00e4hrend Gerhard Ruiss selbst bestimmen will, wo er was ver\u00f6ffentlicht und Sandra Csillag die Bem\u00fchungen der Literar Mechana erkl\u00e4rte, stellten sich auch einige Medienk\u00fcnstler vor.  So macht Andrea Sodomka seit einigen Jahren Musik im Internet und wurde von der Literar Mechana deshalb von E auf U hinuntergestuft und Max Kossatz ist st\u00e4ndig online und hat einige Blogs und die Community-Lobbyistin Marietta B\u00f6ning wu\u00dfte einiges Interessantes zu erz\u00e4hlen, wurde aber von der starken Selbstdarstellungsgabe von Gerhard Ruiss in den Schatten gestellt.<br \/>\nJa unter starken M\u00e4nnern hat man es manchmal schwer. So hat mich nach der Diskussion mein Nachbar angesprochen und mich gefragt, ob ich ebenfalls schreibe, sagte ich doch Marietta B\u00f6ning, die meinte, da\u00df sie bei Google Books nicht zu finden ist, da\u00df das wahrscheinlich nicht stimmt, da ich ja mit meinen B\u00fcchern ohne ISBN Nummer auch vertreten bin &#8211; ich nickte und zog meine neuen B\u00fccher heraus. Da pirschte sich ein stadtbekannter linker Buchh\u00e4ndler heran, um sie zuerst interessiert anzusehen, dann fragte, ob ich im Eigenverlag publiziere, um mich zu belehren, da\u00df ich das tue, ohne zuzuh\u00f6ren, als ich ihm von den neuen M\u00f6glichkeiten des Digitaldrucks erz\u00e4hlen wollte.<br \/>\nEs gab wieder Wasser, Wein und Salzgeb\u00e4ck. Helmut Rizy war da, Katharina Riese,  Sabine Gruber, die mich \u00fcbersah, so da\u00df ich ihr erst zuwinken mu\u00dfte und Christine Huber, die sehr sch\u00f6n den Unterschied zwischen Buch und Text zu erkl\u00e4ren wu\u00dfte.<br \/>\nIch habe mich lange mit dem interessierten Techniker unterhalten, bis er mir erkl\u00e4rte, er m\u00fcsse weg. Ich auch, denn in Klagenfurt gab es ja die Er\u00f6ffnungsrede von Josef Winkler und die Verlosung der Lesereihenfolge. Die Er\u00f6ffnungsveranstaltung, die man sich im Internet ansehen kann und inzwischen ist auch die Qualit\u00e4t sehr gut.<br \/>\nClarissa Stadler ist die neue Moderatorin und hat das sehr charmant gemacht. Zuerst gab es die Er\u00f6ffnungsreden von bem\u00fchten Herren, die sch\u00f6ne Worte zur Literatur machten.  Der ORF Landesdirektor lobte die gro\u00dfe Chance der Antretenden, die durch  die \u00dcbersetzung ihres Textes in sieben Sprachen nur gewinnen k\u00f6nnen.  Markus Orths &#8220;Zimmerm\u00e4dchen&#8221; ist inzwischen in noch mehr Sprachen \u00fcbersetzt und Wolfgang Lorenz verglich die Lesung mit einem Casting, da verzog der Juryvorsitzende Burkhard Spinnen das Gesicht, aber erst kam Josef Winkler mit dem &#8220;Katzensilberkranz in der Henselstra\u00dfe&#8221; an die Reihe und das war eine sehr starke Klagenfurter Rede, die wie Clarissa Stadler meinte, sicherlich noch lang in K.  f\u00fcr Gespr\u00e4chsstoff sorgen wird und die man sich unbedingt anh\u00f6ren oder lesen sollte (<a href=\"http:\/\/www.bachmannpreis.at\">www.bachmannpreis.at<\/a>).<br \/>\nIn der Henselstra\u00dfe 26 verbrachte Ingeborg Bachmann ihre Jugend und hat in der Erz\u00e4hlung &#8220;Jugend in einer \u00f6sterreichischen Stadt&#8221; dar\u00fcber geschrieben und dann kam noch ein kleiner Bub vor, der jetzt am Annabichler Friedhof unweit der Bachmann begraben liegt und Josef Winklers Sohn, der sich gegen die T\u00fcrschwelle der Schule stemmte, weil er Schriftsteller werden wollte.<br \/>\nUnd in Klagenfurt sa\u00dfen die vierzehn Auserw\u00e4hlten, w\u00e4hrend sich Cornelia Travnicek in ihrem Blog dar\u00fcber \u00e4rgerte, da\u00df sie zu Hause sitzt, w\u00e4hrend die anderen nach Klagenfurt fuhren und einen Text schreiben m\u00f6chte, &#8220;der den Leuten die S\u00e4tze um die Ohren haut, da\u00df ihnen Tage sp\u00e4ter noch die W\u00f6rter im Hirn stecken&#8221;  und die Jury, die aus vier neuen Mitgliedern besteht, darunter Karin Fleischanderl von der Zeitschrift Kolik und Paul Jandl, der einmal in der alten Schmiede gro\u00dfe Schwierigkeiten hatte, sich gegen Robert Menasse durchzusetzen und Burkhard Spinnen, der Juryvorsitzende, entschuldigte sich in seiner Rede, da\u00df es den Juroren sicher wieder nicht gelingen wird, es allen recht zu machen und bei den nicht eingeladenen Autoren, daf\u00fcr, da\u00df sie zu Hause bleiben m\u00fcssen und forderte sie auf, trotzdem weiterzuschreiben.<br \/>\nBei mir und Cornelia Travnicek scheint das geklappt zu haben und bei mir ist nach sechsunddrei\u00dfig Jahren erfolglosem Schreiben auch der Frust verschwunden, so da\u00df ich mir h\u00f6chstwahrscheinlich in den n\u00e4chsten Tagen, dank der Segnungen des Internets  ein sehr erf\u00fclltes Bachmann Kolloquium geben kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mittwoch war wieder ein h\u00f6chst literarischer Tag. 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