{"id":1464,"date":"2009-06-25T23:31:47","date_gmt":"2009-06-25T21:31:47","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1464"},"modified":"2009-06-25T23:31:47","modified_gmt":"2009-06-25T21:31:47","slug":"bachmannpreislesungen-mit-zitronenkuchen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1464","title":{"rendered":"Bachmann mit Zitronenkuchen"},"content":{"rendered":"<p>Tag eins der Lesungen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt und da ich ein bi\u00dfchen ehrgeizig bin, habe ich noch ein Extraprogramm dazu gef\u00fcgt.<br \/>\nSo bin ich am Morgen  \u00fcber lillyberry auf einen Bachmannblog gesto\u00dfen und habe  ein bi\u00dfchen von der Literaturkurslesung und den Erfahrungen Jan Drees, der ein Kind war, als Rainald Goetz  sich 1983 mit der Rasierklinge schnitt und nun das erste Mal in Klagenfurt ist und nicht wu\u00dfte, wie  dort der Dresscode ist und man sich  benehmen soll, gelesen.<br \/>\nDas habe ich schon hinter mir, bin ich ja 1996 auf eigene Faust hingefahren und habe, da ich nicht angemeldet war, nicht die Texte bekommen, wegen des Urheberrechts. Wie sich die Zeiten \u00e4ndern, jetzt kann man sie sich ausdrucken, nachdem der Autor gelesen hat.<br \/>\nEs begann um zehn Uhr mit der Lesung des Schweizer Autors Lorenz Langenegger, der 1980 geboren wurde und ein Buch bei Jung und Jung ver\u00f6ffentlicht hat. Der Text &#8220;Der Mann mit der Uhr&#8221; war eine Art deja vue Erlebnis, ging es ja um einen, der sein Leben abwechselnd zwischen den B\u00e4nken vor dem Kindergarten und denen auf dem Friedhof verbringt, sich selbst als kauzigen Kerl bezeichnet und von einem Mann angesprochen wird, der auf die Entscheidung einer Bef\u00f6rderung wartet und nachdem er genommen wird, kommentarlos verschwindet.<br \/>\nAn etwas \u00c4hnlichem arbeite ich ja an meinem Wirtschaftsroman. Auch da kommen Parkb\u00e4nke auf dem Friedhof bzw. Spielplatz vor. Ich gebe zu, sprachlich bin ich nicht so weit und war das schon gar nicht, als  ich neunundzwanzig war.<br \/>\nDer Jury hat es trotzdem nicht so gut gefallen, es  altmodisch genannt und  Kafka zitiert, aber ich habe es sehr aktuell gefunden.<br \/>\nDann kam der noch j\u00fcngere Wiener Phillip Weiss, das ist der, der in seinem Portrait nur das Gesicht verzieht. Seinen Text konnte ich leider nicht gleich h\u00f6ren, denn da war der Server \u00fcberlastet und hat mich hinausgeschmissen. So habe ich mir die ersten zwei Texte ausgedruckt und bin in die K\u00fcche gegangen.<br \/>\nBei der Diskussion bekam ich wieder  Kontakt und es wurde interessant, denn da hat der Autor seinen Text, bei dem es  um das Schreiben geht, anstrengend hat ihn Clarissa Stadler genannt und Thomas Bernhard wurde als Vorbild zitiert, genommen und  ihn aufgegessen, was alle ratlos machte.<br \/>\nDanach kam der Berliner Karsten Krampitz an die Reihe, den ich eigentlich f\u00fcr einen der Favoriten gehalten hatte. Die Jury war aber nicht so \u00fcberzeugt. Es ging um eine ostdeutsche Geschichte. Republikflucht in den Himmel, passend zum Thema zwanzig Jahre Mauerfall, um einen Pastor, der einmal Uhrmacher war und sich fast zu Tode gesoffen h\u00e4tte und um einen Spitzel, der einem Journalisten seine Geschichte erz\u00e4hlt und dabei behauptet, da\u00df er niemals Mitarbeiter der Staatssicherheit war und alle gingen dem Autor auf dem Leim und es wurde diskutiert, ob man das beurteilen soll, was man h\u00f6rt oder das, was man sich erwartet.<br \/>\nDanach ging die Jury in die Mittagspause, es folgte wieder eine Diskussion zum  Urheberrecht und ich machte mich ins AKH zum klinischen Mittag auf, denn da war ich schon lange nicht und ich soll ja j\u00e4hrlich drei\u00dfig Stunden Fortbildung sammeln und au\u00dferdem war das Thema &#8220;Psychoedukation bei Schizophrenie&#8221; interessant und die beiden Nachmittagstexte lassen sich ja nachh\u00f6ren.<br \/>\nChristiane Neudecker, die ihr Portrait ebenfalls selbst gestaltet hat und sich als Ringkampfk\u00e4mpferin darstellte, las einen Text, dem sie den T\u00e4nzer Frieder Weiss gewidmet hat und der aus der Sicht eines Mannes geschildert wurde, der seinen Schatten verliert, also eine echte Horrorgeschichte ist.<br \/>\nLeider war es  nicht m\u00f6glich, die Diskussion zu h\u00f6ren, er wurde aber sehr gelobt und auch ihr Portrait ist gut angekommen.<br \/>\nVorher hat noch der 1957 geborene Bruno Preisend\u00f6rfer seinen Text &#8220;Fifty blues&#8221; gelesen, in der ein Psychoanalytiker seinen f\u00fcnfzigsten Geburtstag feiert und sich dabei mit Gott vergleicht.<br \/>\nDa habe ich haupts\u00e4chlich die Diskussion geh\u00f6rt, denn ich hatte ja  noch etwas anderes vor. Gab es ja um neunzehn Uhr in der Hauptb\u00fccherei die Buchpr\u00e4sentation der Edition Exil &#8220;Zitronenkuchen f\u00fcr die sechsundf\u00fcnfzigste Frau&#8221; der 1971 in Istanbul geborenen und seit 1983 in Wien lebenden Seher Cakir, die 2005 den &#8220;Exil-Preis &#8211; Zwischen den Kulturen&#8221; gewonnen hat und das ist interessant.  Ist ja Sandra Gugic, die beim Literaturkurs mitmachen durfte, die Preistr\u00e4gerin von 2008 und Cornelia Travnicek hat da ja auch einmal einen Preis gewonnen.<br \/>\nDie Edition Exil gibt also sehr viel Literarisches her, so hat Julya Rabinowich mit ihrem Roman &#8220;Spaltkopf&#8221; den Rauriser Literaturpreis gewonnen und Seher Cakir bekommt inzwischen ein Staatsstipendium.<br \/>\nAls ich eintraf wurde Seher Cakir, die ein schwarzes Abendkleid mit einem roten Schal trug und sehr viel l\u00e4chelte,  gerade vom ORF interviewt.<br \/>\nDas Buch &#8220;Zitronenkuchen f\u00fcr die sechsundf\u00fcnfzigste Frau&#8221; enth\u00e4lt zehn Kurzgeschichten von Frauen mit oder ohne Migrationserfahrungen und Seher Cakir hat davon ein paar in Teilen vorgelesen. So begr\u00e4bt eine Mutter in der Geschichte &#8220;Der Nu\u00dfbaum&#8221;  das neugeborene Baby der Tochter und pflanzt einen Baum dar\u00fcber und bei &#8220;Sevim u. Savas&#8221; geht es um eine Zwangsverheiratung, der Sevim durch Hungerstreik entkommt, als sie aber Savas, nach \u00d6sterreich zur\u00fcckgekommen, eine SMS schicken will, bekommt sie keine Antwort,  glaubt schon, er h\u00e4tte sie betrogen, obwohl ihn ihre Familie offenbar inzwischen ermordet hat.<br \/>\nEs gab Musik von D\u00fczg\u00fcn Celebli und Christa Stippinger wies auf eine Buchparty n\u00e4chste Woche mit anatolischem Buffet hin.<br \/>\nBuffet gab es auch heute und als ich Christa Stippinger meine neuen B\u00fccher zeigte, hat sie sie mir nicht nur abgekauft, sondern mir auch das von Seher Cakir und eines von Mircea Lacatus geschenkt, der 2007 den Lyrikpreis bekommen hat.<br \/>\nJulya Rabinowich war auch anwesend,  hat sich mit Jessica Beer unterhalten und davon gesprochen, da\u00df sie Steven Spielberg fragen wird, ob er nicht ihren Roman verfilmen will, was mir irgendwie bekannt erscheint, bei mir aber ganz anders ist.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag eins der Lesungen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt und da ich ein bi\u00dfchen ehrgeizig bin, habe ich noch ein Extraprogramm dazu gef\u00fcgt. So bin ich am Morgen \u00fcber lillyberry auf einen Bachmannblog gesto\u00dfen und habe ein bi\u00dfchen &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1464\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-1464","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1464","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1464"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1464\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1464"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1464"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1464"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}