{"id":1474,"date":"2009-06-27T17:01:26","date_gmt":"2009-06-27T15:01:26","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1474"},"modified":"2009-06-27T17:01:26","modified_gmt":"2009-06-27T15:01:26","slug":"3-bachmann-lesetag","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1474","title":{"rendered":"3. Bachmann-Lesetag"},"content":{"rendered":"<p>Inzwischen bin ich mit Alfred nach Harland gefahren, um das Wochenende auf dem Lande zu verbringen.<br \/>\nDeshalb habe ich die Gregor Sandor-Lesung vers\u00e4umt, da Alfred nach einer Abschiedsfeier eines Kollegen erst sehr fr\u00fch am Morgen nach Hause kam und auch einen Teil der Satanik-Lesung, weil ich bei den Schwiegereltern Mittagessen war.<br \/>\nHabe aber alles nachgeholt und in der kurzen Mittagspause gab es einen Bericht \u00fcber zwanzig Jahre Fall der Mauer, bzw. Was ist DDR-Literatur? &#8211; Was mich dazu veranla\u00dfte, mir das Tellkamp-Portrait und einen Teil der Lesung aus dem Jahr 2004 noch einmal anzusehen. Es gab  auch eine Einsch\u00e4tzung von Lektoren und Verlegern zu der Qualit\u00e4t der Texte, die der Meinung waren, das Niveau war diesmal sehr gering.<br \/>\nDa bin ich anderer Meinung, wahrscheinlich liegt es an meinem Literaturbegriff, der naturgem\u00e4\u00df ein realistischer ist.<br \/>\nIch bleibe dabei, der gestrige Lesetag mit den sehr vielen realistischen Texten war f\u00fcr mich der beste und die Texte haben mir gefallen, auch wenn nat\u00fcrlich nicht Herr Goethe oder Frau Bachmann am Lesepult sa\u00dfen und Faust und Malina schon geschrieben sind!<br \/>\nAber der kritische Ex-Juror hat ja auch etwas sehr Interessantes gesagt, da war einmal Jurek Becker und ist ohne Preis nach Hause gefahren und bei Josef Winkler habe ich das 1996 auch so erlebt.<br \/>\nAber zur\u00fcck zum letzten Lesetag, da gabs  ja noch zwei \u00d6sterreicherinnen, n\u00e4mlich Andrea Winkler, die so etwas wie ein Jungstar ist, eine sch\u00f6ne junge Frau mit einer wunderbaren Sprache und sehr poetischen vielen Bildern.  Ich habe mich aber, wie, ich glaube, es war Herr Mangold, gefragt, um was geht es da eigentlich?<br \/>\nDie Ich-Erz\u00e4hlerin liegt auf einer Wiese, h\u00f6rt Stimmen und l\u00e4\u00dft sich mit sehr wenig Handlung  Bilderstereotype durch den Kopf treiben, spricht vom kleinsten Bahnhof der Welt und immer wieder von ihrer ausgesprochen wirklichen Hand. Irgendwie geht es auch um eine Trennung, aber sonst erf\u00e4hrt man nichts von dieser Welt, als diese zugegeben sch\u00f6nen Bilder in einer f\u00fcr meine Begriffe etwas antiquierten Sprache.   Narzistische Allmachtsphantasien eines Schriftstellers hat es einer der Juroren genannt.<br \/>\nDas war dann bei Caterina Sataniks Debuttext &#8220;Leben ist anders&#8221; etwas differenzierter, denn die ist auch Psychotherapeutin und Religionslehrerin und deren Heldin bew\u00e4ltigt die Trennung von ihrem Mann namens Wolf mit, wie es genannt wurde &#8220;gespielter Naivit\u00e4t&#8221; und der Inanspruchnahme von Ratgeberliteratur.<br \/>\nDa wurden dann die Austriazismen angeprangert und Karin Fleischanderl meinte, da\u00df Alltagssprache in einem literarischen Text k\u00fcnstlich sein mu\u00df, sonst hat sie keinen Bestand.<br \/>\nDas bitte, verstehe ich nicht und  denke, die Sackerln und die Leiberln m\u00fc\u00dften in Klagenfurt schon standhalten, der Berliner Jargon tut es ja auch und da sind wir wieder bei dem Punkt, da\u00df es \u00d6sterreicher in Klagenfurt immer etwas schwer haben.<br \/>\nDann gab es, wie erw\u00e4hnt, noch Gregor Sander aus Berlin mit einer DDR-Geschichte, die am Meer und unter Fischen und Fischern spielt und Katharina Borns &#8220;Fifty fifty&#8221; eine Abrechnung mit 1968, wie ich h\u00f6rte oder auch eine Dreiecksgeschichte.<br \/>\nEine Frau zwischen zwei M\u00e4nnern, einer ist ein ber\u00fchmter Schriftsteller und die neunzehnj\u00e4hrige Tochter \u00fcbersetzt seine Texte und kommt drei Jahre sp\u00e4ter mit einem zerrissenen Blusenkragen ohne Geld,  aber schwanger zu den Eltern zur\u00fcck.<br \/>\n&#8220;Wo ist die Gewalt?&#8221;, fragten die Juroren und empfahlen Katharina Born einen Lektor, der ihr die beiden Hunde hinausstreichen soll, die innerhalb von vier Seiten vorkommen.<br \/>\nDas waren die heurigen Lesetage. Ab f\u00fcnfzehn Uhr kann man abstimmen, ich werde f\u00fcr Linda Stift votieren, die ja leider heuer diejenige war, die Pech hatte, obwohl mir ihr Text sehr gut gefallen hat, und dann  Radfahren gehen.<br \/>\nIn Klagenfurt gibt es um 16 Uhr ein Fu\u00dfballmatch der Autoren. Aber diese Seite des ber\u00fchmtesten Betriebsausflugs der Literatur geht mir ab, weil ich das Ganze ja nur virtuell erlebe. Wenn ich aber so in den Zeitungen lese, denke ich, da\u00df ich vielleicht mehr, als die, die dort sind,  mitbekommen habe.<br \/>\nIn den W\u00f6rtersee kann ich nat\u00fcrlich nicht baden gehen, nur an der Traisen radfahren, vielleicht bis nach Herzogenburg, denn mir raucht der Kopf von soviel Intensiv-Literatur. Alfred hat zum Grillen eingekauft, so da\u00df es noch gem\u00fctlich werden kann.<br \/>\nMorgen um elf gibt es die Preisverleihung und den neuen Preistr\u00e4ger, der, wie ich sch\u00e4tzen w\u00fcrde, Jens Petersen oder Ralf B\u00f6nt hei\u00dfen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inzwischen bin ich mit Alfred nach Harland gefahren, um das Wochenende auf dem Lande zu verbringen. Deshalb habe ich die Gregor Sandor-Lesung vers\u00e4umt, da Alfred nach einer Abschiedsfeier eines Kollegen erst sehr fr\u00fch am Morgen nach Hause kam und auch &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1474\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-1474","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1474","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1474"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1474\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1474"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1474"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1474"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}