{"id":1588,"date":"2009-07-30T09:29:09","date_gmt":"2009-07-30T07:29:09","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1588"},"modified":"2009-07-30T09:29:09","modified_gmt":"2009-07-30T07:29:09","slug":"fit-und-fun-und-sommerfrische","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1588","title":{"rendered":"Fit und fun und Sommerfrische"},"content":{"rendered":"<p>Unter dem Namen &#8220;Schreibbar 2009&#8221; sucht der neue <a href=\"http:\/\/schreibbar.newsboard.at\">newsboard.at<\/a> Literaturwettbewerb Kurzgeschichten zum Sommer 2009 mit Texten \u00fcber Festivals, Musik, Events und allem was Drumherum pasiert von Menschen bis zu siebenundzwanzig Jahren, die in Nieder\u00f6sterreich oder Wien leben.<br \/>\nCornelia Travnicek und ein Germanistikstudent, der hoffentlich Elfriede Gerstl kennt, sind unter anderem in der Jury, der Einsendeschlu\u00df ist der 30. August und ich liege altersm\u00e4\u00dfig nat\u00fcrlich weit dar\u00fcber, habe das Ganze aber der Anna schmackhaft machen wollen, die mir daraufhin  ihren Namen als Ghostwriterin angeboten hat, aber \u00fcber die Sommerfrische in St. P\u00f6lten l\u00e4\u00dft es sich auch schreiben, wenn man  sechsundf\u00fcnfzig wird, eine Wohnung im Haus der Schwiegereltern  zur Verf\u00fcgung hat und dort nach einigen Pendeljahren den Sommer, mit zwei regelm\u00e4\u00dfigen Praxistagen in Wien pro Woche, verbringt.<br \/>\n&#8220;Ist dir das nicht zu fad?&#8221;, hat mich meine Tochter Anna vor ein paar Jahren gefragt, die, seit sie in ihren ersten Lebensjahren von St. P\u00f6lten nach Wien pendeln mu\u00dfte, mit dieser Stadt nicht viel anfangen kann und Harland liegt noch sieben Kilometer au\u00dferhalb und wenn ich am Abend zwischen den Feldern Rad fahre, fahre ich manchmal einem Hasen nach.<br \/>\nIst es nicht, denn Land und Stadt tun ja viel f\u00fcr den Freizeitcharakter und es kommt von Jahr zu Jahr eine Attraktion dazu und so fahre ich viel Rad in meiner Sommerfrische.<br \/>\nAn der Traisen entlang nach St. P\u00f6lten, um beim Lidl einzukaufen, damit das Ganze nicht teurer als das Wiener Leben kommt und dort gibt es jetzt auch, wie es Irmgard Gelter nannte, einen Freizeitpark. N\u00e4mlich den Ratzersdorfersee, den ich ich schon l\u00e4nger kenne und an dem ich, als ich noch in Harland wohnte und t\u00e4glich zu meinem Vater nach Wien pendelte, an praxisfreien Tagen gesessen bin, um an meinem Romanfragment &#8220;Schizophrenie oder Reden wir miteinander&#8221; zu schreiben und dazwischen auf Anna und ihre Freundinnen aufzupassen.<br \/>\nInzwischen gibt es auch die Viehhofner Seen mit dem Aussichtsturm und der Verbindungsbr\u00fccke, damit man zwei Seerunden drehen kann. Die &#8220;Seedose&#8221; ist ein Kultlokal und Anfang Juli gibt es auch die Kultkonzerte, die Stadt und Umgebung in eine Lautwolke verwandeln und in Zelten auf den Wiesen campiert die Jugend in Hundertschaften, die dann am Weg sitzt, friedlich vor sich hinraucht und die Radfahrerin  hindert in die Kremsergasse zu ihren Thalia-Buchabverkauf  zu kommen. Die Feldhasen hoppeln davon.<br \/>\nDen Klangturm gibt es auch und da bin ich im Vorjahr mehrmals hinauf gefahren und durch die Ausstellungen, besonders in die von Otto M. Zykan, die mich sehr beeindruckte, gegangen und als ich das heuer wiederholen wollte, stand ich vor einer versperrten T\u00fcr.<br \/>\n&#8220;Wetterbedingt bis auf Weiteres geschlossen!&#8221;, was auch das Informationscenter mit den vielen Brosch\u00fcren, Zeitschriften und Veranstaltungstips betraf und der Ausblick von oben ist wirklich wundersch\u00f6n.<br \/>\nDie Aussichtswarte beim Viehhofner See gibt es aber immer noch und dort ist auch das Traisencenter in dem ich manchmal gern flaniere, mit seiner Schokothek und der verbilligten Schokolade und vor einigen Jahren konnte man sich in der Traisenapotheke an der Vitaminbar auch mit Gratis Vitaminprodukten erfrischen, was vorwiegend die \u00e4lteren M\u00e4nner taten, so da\u00df die Ginseng Flasche leer war, wenn ich am Abend eintraf.<br \/>\nAuf der anderen Seite geht es zur Rudolfsh\u00f6he, dort wandere ich an den Sonntagen mit dem Alfred zum Mittagessen oder am Nachmittag regelm\u00e4\u00dfig hin. Nach Wilhelmsburg, wo es einen schattingen Platz bei der Kirche gibt, da sieht man dann den Herrn Pfarrer im Talar mit dem Hund spazieren gehen und in der Buchabverkaufskiste beim Schreibwarengesch\u00e4ft, den Libro gibt es ja nicht mehr, liegen ein paar verstaubte Ein Euro B\u00fccher und ein teurerer Schreiblernkurs von einer etwas anr\u00fcchigen Selbstzahl-Gesellschaft herum.<br \/>\nIn Ochsenburg gibt es das Schlo\u00df mit der Schubertbank und der Schubertgedenktafel, dort wandere ich auch gern hinauf und dann gibt es die St. Georgener Runde, wo man auf verschwiegenen Wegen am Sportplatz und an einem Haus vorbei, vor dem meist ein Caritas Hauskrankenpflege Bus steht, zur Haltestelle von St. Georgen kommt. Das sind die Radfahrrunden, die ich ein bis zweimal t\u00e4glich an der Traisen, durch die Felder drehe.<br \/>\nNach dem Ratzersdorfersee gibt es noch einen Naturlehrpfad, den au\u00dfer mir nicht viele zu betreten scheinen, so da\u00df er langsam verf\u00e4llt, aber ein Erlebnis mit seinen verwachsenen Wegen und der Br\u00fccke ist, auf der man, wenn man dar\u00fcber geht, die Schw\u00e4ne gut beobachten kann.<br \/>\nManchmal fahre ich bis nach Herzogenburg und in Traisen auf der anderen Seite war ich auch einmal. Aber da mu\u00df man den Flu\u00df bei Wilhelmsburg verlassen und weiter zwischen den Feldern fahren.<br \/>\nAnsonsten schreiben, korrigieren und nat\u00fcrlich lesen.<br \/>\nHabe ich im  Wohnzimmer ja den gr\u00f6\u00dften Teil meiner f\u00fcnftausend B\u00fccher, die geerbte B\u00fcchergilde Gutenberg Bibliothek meines Vaters und die SUB-Stapel, die sich von den Thalia Sommerabverk\u00e4ufen angesammelt haben.<br \/>\nIm Jahr 2004, als ich mich noch stark bei den Standard Gewinnspielen beteiligt und auch viel gewonnen habe, wurde einmal ein Platz in einer Sommerschreibwerkstatt verlost, den ich nicht bekommen habe, nur das Angebot, ihn mir mit zehn Prozent Erm\u00e4\u00dfigung selbst zu leisten.<br \/>\nIch bin nat\u00fcrlich nicht gefahren, wollte mir in Harland aber eine eigene Schreibwerkstatt machen und bin daran gescheitert, weil mir au\u00dfer den Bachmann Texten und dem Lesen eines Kriminalromans nicht viel eingefallen ist, wie das zu tun ist.<br \/>\nJetzt gibt es den Sommerworkshop des Autorenhaus Verlags von Bonni Goldbergs Buch &#8220;Raum zum Schreiben&#8221; mit den 200 kurzen Schreibimpulsen, die man sich mit einem Notizbuch herrlich auf die Radfahrten und zu den Seen mitnehmen kann.<br \/>\nDa\u00df ich mich selber an die Traisen setzen und \u00fcber Wolken, Steine, Blumen, Wetter, fit und fun und Sommerfrische schreiben kann, ist mir damals nicht eingefallen.<br \/>\nJetzt bin ich auch da gescheiter. Man kann sich also weiterentwickeln, auch wenn mir das Christa Nebenf\u00fchr nicht glauben will und vor einigen Jahren hat Ruth Asp\u00f6ck Ende Juni zu einem Saisonabschlu\u00dffest in der Burggasse und ein paar Tage sp\u00e4ter zu einem Sommerfest in ihrem damaligen Verlagssitz in St. Peter am Wimberg geladen und dazu erw\u00e4hnt, da\u00df das fr\u00fcher die Salons so praktizierten, bevor man aufs Land zur Sommerfrische fuhr.<br \/>\nDie Sommerfrische  in Harland bei St. P\u00f6lten ist also, wie ich selbst wahrscheinlich, etwas altmodisch Anachronistisches, aber sehr erholsam und sparen bzw. den Konsum verweigern, l\u00e4\u00dft sich herrlich auch dabei.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Namen &#8220;Schreibbar 2009&#8221; sucht der neue newsboard.at Literaturwettbewerb Kurzgeschichten zum Sommer 2009 mit Texten \u00fcber Festivals, Musik, Events und allem was Drumherum pasiert von Menschen bis zu siebenundzwanzig Jahren, die in Nieder\u00f6sterreich oder Wien leben. 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