{"id":1599,"date":"2009-08-03T14:26:56","date_gmt":"2009-08-03T12:26:56","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1599"},"modified":"2009-08-03T14:26:56","modified_gmt":"2009-08-03T12:26:56","slug":"halbzeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1599","title":{"rendered":"Halbzeit"},"content":{"rendered":"<p>Schon ist er da, der zweite Monat des Sommers und der Sommerfrische. Durch die Sommerakademie und die zehn Tage in der hohen Tatra ist der Juli so schnell vergangen, da\u00df sich der Rhythmus mit den f\u00fcnf Tagen auf dem Land nach den zwei Praxistagen gar nicht so recht einspielen konnte.<br \/>\nObwohl ich meine Radrunden inzwischen fast vollz\u00e4hlig absolviert und den Juli auch damit zugebracht habe, regelm\u00e4\u00dfig Ruth Asp\u00f6ck anzurufen, um mit ihr ein Treffen in St. P\u00f6lten auszumachen, da sie in diesem durch ihren Freund Robert Egelhofer, den sie bei ihrer Verlagsabschlu\u00dfradreise 2007 kennenlernte, \u00f6fter ist.<br \/>\nAm Samstag ist das endlich gelungen. Die beiden sind am Nachmittag kurz aufgetaucht, bevor sie nach Melk abgefahren sind, um sich dort die Sommerfestspiele &#8220;Krieg und Frieden&#8221; anzusehen.<br \/>\nAlfred wollte am Wochenende eigentlich auf den Hochschwab gehen, da man in dem neuen Schiestlhaus im Sommer aber monatelang vorher reservieren mu\u00df, haben wir am Sonntag auf eine Traisen-Donauradtour umdisponiert, denn das wollte ich ja gern, von Harland an Traisen und Donau bis Hollenburg und von dort \u00fcber Nu\u00dfdorf wieder zur\u00fcckfahren. Da der Alfred am n\u00e4chsten Sonntag Geburtstag hat, h\u00e4tte sich auch ein Mittagessen bei der ber\u00fchmten Liesl Wagner-Bacher in Mautern angeboten, aber die M\u00e4nner zieren sich allesamt, sich feiern zu lassen und so hat der Alfred auf eine Fahrt nach Melk und von dort mit dem Zug zur\u00fcck bestanden, mit einem Zwischenstop in Schwallenbach, um die Gabi zu besuchen, der Ruths Radkarawane so gut gefallen hat, da\u00df sie von Bamberg noch zur\u00fcckgeradelt ist und sich in Schwallenbach ein Haus kaufte.<br \/>\nUnd die Wachauer Marillen, die vom Baum herabgefallenen, auf der Stra\u00dfe liegenden, bieten sich auch an, obwohl die Fahrt mit ihren achtzig Kilometern schon sehr weit ist und hei\u00df war es auch. Im Melker Bahnhof haben wir allerdings eine Seniorenrunde getroffen, die sich austauschte, ob sie nun 83,4 oder 84,1 Kilometer gefahren sind?<br \/>\nJetzt bin ich wieder in Wien, habe mir ein Treffen mit meiner Cousine Irmi f\u00fcr n\u00e4chste Woche ausgemacht, mich f\u00fcr eine dieser Gratisfahrten nach Bratislava, wo ich angeblich schon f\u00fcnftausend Euro und sieben Kilogramm feinste Delikatessen gewonnen habe, angemeldet und will heute zum ersten Mal in dieser Saison auf den Rathausplatz zum Filmfestival gehen.<br \/>\nDas hei\u00dft, ich war schon einmal dort, aber da hat es erstens geregnet und zweitens gab es ein Popkonzert, so da\u00df ich gegangen bin, nachdem ich eine meiner Szenen geschrieben habe. Heute gibt es &#8220;Carmen&#8221;, vielleicht h\u00e4lt das Wetter durch.<br \/>\nWas gibt es sonst? In Salzburg, die Festspiele, da befindet sich offenbar Julia Kr\u00f6hn, die Linzerin, die in Frankfurt lebt und sehr erfolgreich und engagiert historische Romane mit mehreren Identit\u00e4ten und Pseudonymen schreibt. Den Sinn von Pseudonymen verstehe ich zwar nicht ganz, au\u00dfer, da\u00df es sich um Verlagsstrategien handelt, aber ich lese ihren Blog <a href=\"http:\/\/www.juliakroehn.at\">www.juliakroehn.at<\/a> ganz gern und es hat ja auch Daniel Kehlmann vorige Woche, wie ich lesen konnte, als wir von der hohen Tatra zur\u00fcckgekommen sind, die Festspiele mit einer sehr umstrittenen Rede er\u00f6ffnet.<br \/>\nDie habe ich mir ausgedruckt. Er stellt sich gegen das Regietheater und dagegen, da\u00df die Regisseure alles ver\u00e4ndern und neue St\u00fccke daraus machen, mit Bez\u00fcgen, die gar nicht hingeh\u00f6ren.<br \/>\nDas ist interessant, denn ich habe als Studentin, als ich noch einmal in der Woche in die Oper und auch ins Theater gegangen bin, in eine  Mappe mit einem sch\u00f6nen B\u00fcchereinband Artikel mit der Hand geschrieben, die sich f\u00fcr die Werktreue und gegen das Ver\u00e4ndern des Textes richteten.<br \/>\nDamals war ich ziemlich allein mit dieser Ansicht. Jetzt kann ich das in \u00d61 und  bei Otto Brusatti \u00f6fter h\u00f6ren, was Hoffnung gibt, vielleicht doch irgendwann einmal geh\u00f6rt zu werden und bei der Kehlmann Rede war  interessant, da\u00df er meinte, da\u00df die Intellektuellen, die B\u00fccher lesen und sich f\u00fcr Kunst interessieren, aus diesen Grund nicht in Theater gehen und ich habe gedacht &#8220;Stimmt, das ist der Grund, warum ich zwar viel lese, aber kaum Theaterauff\u00fchrungen besuche und auch von Dramatik, sowohl aktiv als auch passiv nicht viel halte!&#8221;<br \/>\nAuf was man alles kommen kann.<br \/>\nAnsonsten lese ich in Wien immer noch Per Olov Enquist &#8220;Der Sekundant&#8221; und in Harland &#8220;Fritz Habecks &#8220;Der Ritt auf dem Tiger&#8221; und Walter Bacos &#8220;Blockroman&#8221; hat sich inzwischen erweitert.<br \/>\nEr hat meinen Kapitelvorschlag zwar nicht genommen, es gibt aber ein paar weitere, so da\u00df ich, wenn mir beim Korrigieren fad wird, wieder einen Versuch machen kann.<br \/>\nJa und der Schreibtintenwettbewerb der Schreibwerkstatt ist abgelaufen und Lillyberrys Geburtstagsbuch noch immer nicht gekommen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon ist er da, der zweite Monat des Sommers und der Sommerfrische. 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