{"id":167,"date":"2008-09-11T11:46:43","date_gmt":"2008-09-11T09:46:43","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=167"},"modified":"2008-09-11T11:46:43","modified_gmt":"2008-09-11T09:46:43","slug":"bestseller","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=167","title":{"rendered":"Bestseller"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Wie schreibe ich einen Bestseller?&#8221;, fragte sich gestern Jaqueline Nagel von schriftsteller-werden.de und meinte, da\u00df man daf\u00fcr ortsunabh\u00e4ngig, zeitenunabh\u00e4ngig, genre\u00fcbergreifen und etwas Neues schreiben mu\u00df.<br \/>\nMir ist dazu eingefallen, da\u00df es 1998, glaube ich, beim Libro im Donauzentrum (den es auch schon lang nicht mehr gibt), eine Art Leserclub gegeben hat. Man konnte sich daf\u00fcr im Libro-Journal ein Thema w\u00fcnschen.<br \/>\nIch habe  &#8220;Wie wird ein Buch ein Bestseller?&#8221; vorgeschlagen. Libro hat  daf\u00fcr ein Buch versprochen (Handkes &#8220;In einer dunklen Nach ging ich aus meinem stillen Haus&#8221;, habe ich mir  ausgesucht, weil ich &#8220;Die Luftg\u00e4ngerin&#8221;, den damaligen Bestseller, schon hatte)  und einen Herrn von einem deutschen Gro\u00dfverlag eingeladen, der einen Vortrag zu diesem Thema gehalten hat.<br \/>\nNeues habe ich dabei nicht erfahren, jedenfalls nicht, wie man einen Bestseller schreibt, allerdings habe ich Walter Famler im sp\u00e4rlichen Publikum getroffen, der  ja eine kurze Verlags- und Gesch\u00e4ftsverbindung mit Libro eingegangen ist.<br \/>\nInzwischen denke ich, da\u00df haupts\u00e4chlich die F\u00f6rderung des Verlages dazu geh\u00f6rt, der mu\u00df das Buch aufbauen und eine Menge Geld hineinstecken. Und das tun die Verlage, habe ich vorige Woche bei der Diskussion in der alten Schmiede geh\u00f6rt, immer weniger und ich glaube man braucht auch einen bekannten Namen, damit sich die Verlage das trauen. So passiert das manchmal bei ber\u00fchmten Schauspielerinnen und K\u00fcnstlern, wie Erika Pluhar oder Madonna (das ist wahrscheinlich auch eine Chance f\u00fcr Ghostwriter.)<br \/>\nBei Harry Potter habe ich geh\u00f6rt, da\u00df das Buch nur zuf\u00e4llig ein Erfolg wurde und zuerst abgelehnt wurde. Aber hier haben wir den spannenden Inhalt, der gut vermarktet und aufgebaut wird und da sind wir schon beim Thema Kriminalromane.<br \/>\nDen w\u00fcnschen sich die Verlage , weil das die Leute gerne lesen und veranstalten Events wie Krimin\u00e4chte und Krimifestivals, die auch \u00fcberlaufen sind.<br \/>\nDa ist dann schon das Spiel mit dem Verbotenen, Negativen dabei.<br \/>\nBei unseren zwei gro\u00dfen Autoren Thomas Bernhard und Elfriede Jelinek liegt, glaube ich, der Erfolg im negativen Inhalt und der musikalischen Sprache.<br \/>\nBeide werden aber von den Durchschnittslesern eher nicht verstanden und oft abgelehnt.<br \/>\nF\u00fcr den spannenden Inhalt, dem hartn\u00e4ckigen konsequenten Arbeiten und einer guten F\u00f6rderung w\u00e4re Daniel Kehlmann mit seiner &#8220;Vermessung der Welt&#8221; ein  Beispiel.<br \/>\nDas ich nicht gelesen habe, weil mich das Thema nicht sehr interessiert. Wie ich \u00fcberhaupt gern wissen w\u00fcrde, wieviel der hunderttausenden verkauften B\u00fccher  gelesen werden? Ich w\u00fcrde  einmal sch\u00e4tzen, da\u00df es nicht sehr viele sind.<br \/>\nFaszinierend sind  auch die sogenannten Fehleinsch\u00e4tzungen der Verlage und die Beispiele der Autoren, die es meist mit dem ersten Buch geschafft haben, an die Spitze zu kommen. Dann aber  fallen gelassen wurden und meist sehr lang daran leiden.<br \/>\nBrigitte Schwaiger ist es mit &#8220;Wie kommt das Salz ins Meer&#8221; so gegangen. Sie hat dann noch  sehr viele Romane  geschrieben und ist erst jetzt wieder mit ihren Psychiatrieerfahrungen in den Medien.<br \/>\nEin anderes Beispiel ist nat\u00fcrlich Robert Scheider. Da h\u00f6rt man  auch, da\u00df &#8220;Schlafes Bruder&#8221; zuerst abgelehnt wurde, dann der gro\u00dfe Erfolg, w\u00e4hrend die Kritik mit seiner &#8220;Luftg\u00e4ngerin&#8221; nichts anfangen konnte und ihn ziemlich abgeurteil hat. Sein Roman &#8220;Die Offenbarung&#8221; wurde im J\u00e4nner in der Hauptb\u00fccherei von Angelika Reitzer vorgestellt und hat auch seine Leser, w\u00e4hrend sich die Fachwelt ein wenig schwer tut und mit dem Kitschvorwurf kommt.<br \/>\nKarin Struck ist  noch ein Beispiel, das mir  einf\u00e4llt. In den Siebzigerjahren mit der &#8221; Mutter&#8221; eine gefeierte Suhrkamp Autorin mit &#8220;Zwei Frauen&#8221; ist sie dann zu einem kleineren Verlag gewechselt, inzwischen verstorben und den Lesern glaube ich, nicht mehr sehr bekannt.<br \/>\nDer Erfolg liegt also nicht am Schreiben, denn das k\u00f6nnen glaube ich, alle der Genannten und noch viele mehr. Der wird, glaube ich gemacht und lohnt sich oft offenbar nicht mehr und ich denke, es k\u00f6nnte auch an den Lesern liegen, denn die k\u00f6nnen sich ja aussuchen,  was ihnen gef\u00e4llt, so da\u00df nicht immer st\u00e4ndig dasselbe Thema wiederholt und variiert werden mu\u00df.<br \/>\nDie Holocaust-Romane sind  ein Dauerbrenner, die mich auch sehr interssieren .<br \/>\nEs geht dabei aber sicher viel verloren und das wurde bei der Diskussion am vorigen Donnerstag  auch beklagt.<br \/>\nUnd leider scheint es wirklich so zu sein, da\u00df  &#8220;schreiben&#8221; allein nicht mehr gen\u00fcgt, obwohl  oft behauptet wird, da\u00df man  nur gut genug sein mu\u00df.<br \/>\nJaqueline Nagels Lesergemeide sieht ihre Hoffnung in der Nische, die sich jeder Schreiber suchen  kann und das, denke ich, hat etwas an sich und ich praktiziere es auch.<br \/>\nSo habe ich im Juli  beim Thalia-Krimi-Wettbewerb mitgemacht und prompt die T\u00fcrdacke gewonnen und einmal eine Hautcreme und eine Chris-Lohner-Cassette, weil ich meinen &#8220;Letzten Versuch&#8221; zu einem Wettbewerb einer Hautcremefirma schickte,  die wissen wollte, was es f\u00fcr Probleme beim \u00c4lterwerden gibt. Um Literatur ist es dabei gar nicht gegangen.   <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Wie schreibe ich einen Bestseller?&#8221;, fragte sich gestern Jaqueline Nagel von schriftsteller-werden.de und meinte, da\u00df man daf\u00fcr ortsunabh\u00e4ngig, zeitenunabh\u00e4ngig, genre\u00fcbergreifen und etwas Neues schreiben mu\u00df. 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