{"id":1717,"date":"2009-08-19T02:27:00","date_gmt":"2009-08-19T00:27:00","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1717"},"modified":"2009-08-19T02:27:00","modified_gmt":"2009-08-19T00:27:00","slug":"rechtschreibregeln","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1717","title":{"rendered":"Rechtschreibfragen"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber die Rechtschreibung, die alte und die neue und, wie ich dazu stehe, habe ich auf diesem Blog noch nicht geschrieben.<br \/>\nEs ist aber wichtig, ich habe dazu eine Meinung und die hat sich im Laufe meines Schreiberinnenlebens auch ver\u00e4ndert.<br \/>\nIch mache viele, viele Rechtschreibfehler, meinte Frau Heidegger und das meinte anno 1972 oder so, auch Frau Professor Friedl in der h\u00f6heren Lehranstalt f\u00fcr wirtschaftliche Frauenberufe in der Wiener Stra\u00dfergasse. Sie hat den Kopf gesch\u00fcttelt und gesagt &#8220;Da kann ich Ihnen wirklich nur ein minus sehr gut geben!&#8221;,  hat es gut gemeint und mir in weiterer Folge damit wahrscheinlich einige Stipendien vermasselt.<br \/>\nOder nat\u00fcrlich nicht, denn ich bin f\u00fcr mich selbst verantwortlich und  habe damals auch sehr selbstbewu\u00dft,  individualistisch gedacht, die Rechtschreibung ist egal, ich schreibe, wie ich will!<br \/>\nDa\u00df das in einer Gesellschaft wie dieser sehr schwer ist, habe ich erst viel sp\u00e4ter begriffen, logisch erscheint es mir immer noch und als Ansatz ist es das, zu dem ich stehe, obwohl ich mich nicht mehr daran halte!<br \/>\nDenn dann kam die inzwischen sechsunddrei\u00dfigj\u00e4hrige Schreiberfahrung und auch die Rechtschreibreform und die \u00f6sterreichische Autorenschaft hat sich der neuen Rechtschreibordnung ja ziemlich geschlossen verweigert.<br \/>\nEs kam auch der Computer, nicht das Rechtschreibprogramm, das verwende ich nicht.<br \/>\nIch bin au\u00dfer individualistisch aber auch sehr ehrgeizig und genau,  machte eine Verhaltenstherapieausbildung, lernte in meinem Therapeutinnenleben, da\u00df Menschen mit \u00c4ngsten und Depressionen Strukturen und Haltegriffe brauchen und in meinem Schreiberinnenleben gew\u00f6hnte ich mir an, in ein paar Monaten einen Rohtext zu verfassen und dann ein halbes Jahr lang daran zu korrigieren.<br \/>\nWas mache ich in dieser Zeit, werden meine Leser fragen?<br \/>\nIch lese mir den Text solange durch, bis ich damit zufrieden bin und so habe ich mir in den letzten Jahren auch eine ziemlich genau Rechtschreibung nach der alten Ordnung mit einigen Adaptionen erarbeitet und auch einen Duden auf meinen Schreibtischen liegen. Einen ganz alten, aus der ehemaligen DDR und da schaue ich dann nach, in der letzten Zeit immer mehr bei Google.<br \/>\nDie S-Schreibung, die F\u00e4lle und die Beistriche verweigere ich noch immer. Das korrigiert mir dann der Alfred.<br \/>\nAnsonsten bin ich in den letzten Jahren sehr genau geworden, denke mir zwar manchmal, &#8220;Hallo, du wolltest dich doch nicht an  Rechtschreibregeln halten?&#8221;<br \/>\nUnd meine Liebe zur Literatur hat sich sicher bei der Frau Professor Friedl entwickelt, bzw. hat sie wohl den Grundstein dazu gelegt. Mit ihren langen Leselisten, auf denen neben Schiller und Goethe auch die Namen  Anton Wildgans, Max Mell, etc standen.<br \/>\n&#8220;Lesen Sie das alles!&#8221;, hat sie gesagt, dann war das Schuljahr zu Ende, die Matura da und ich habe auch viel gelesen.<br \/>\nIm Sommer 1973 oder 1974  &#8220;Den Mann ohne Eigenschaften&#8221; und sicher nicht verstanden, aber auch Jahre gebraucht, um die Geschichte hinter den Namen Wildgans, Mell etc. zu begreifen, um das mal so auszudr\u00fccken, weil ich keine Ahnung von der politischen Sozialisierung der Frau Professor Friedl habe, die schon lang gestorben ist und eine sehr gute Lehrerin war!<br \/>\nInzwischen habe ich mir dieses Wissen erarbeitet, neunzehn Digitalb\u00fccher (und eins in der Edition Wortbr\u00fccke, eines beim Fischer TB Verlag und eines bei ORAC) geschrieben und, wie ich aus einigen R\u00fcckmeldungen wei\u00df, mache ich wenig Fehler.<br \/>\nAber nat\u00fcrlich viele viele in der alten Rechtschreibordnung mit dem falschen S, den F\u00e4llen und meinen emotional gesetzten Beistrichen. Der Alfred korrigierts, das scharfe \u00df gebe ich nicht her und ansonsten glaube ich immer noch, man soll so scheiben, wie man will.<br \/>\nWei\u00df, da\u00df ich damit gegen Windm\u00fchlen renne, denn ich will gleichzeitig perfekt und ohne Fehler sein!<br \/>\nWer l\u00f6st mir diesen Widerspruch? Vielleicht ist es auch keiner! Oder sagen wir mal so, ich kann damit leben und nun wieder zum aktuellen Korrigierbericht, denn damit geht es mir ganz gut.<br \/>\nBei der &#8220;Radiosonate&#8221; vor einem Jahr kann ich mich erinnern, da\u00df ich eine Zeitlang sehr lustlos war, das ist jetzt nicht der Fall und zu 80% gef\u00e4llt es mir auch. Ein paar holprige Stellen sind zwar noch drin, aber eigentlich nur wenige.<br \/>\nDa\u00df es mit der &#8220;Verwinklerung&#8221; der Sprache nicht klappen wird, haben sich meine Stammleser wahrscheinlich ohnehin gedacht. Das liegt mir nicht, ich bin eine realistische Schreiberin. Es ist aber viel Dialog enthalten und auch eine Handlung, die sich weiterentwickelt, auch die Charaktere ver\u00e4ndern sich.<br \/>\nEher einfach strukturiert,  das liegt wohl an meiner Person, an meinem Literaturbegriff und daran, da\u00df ich mich f\u00fcr Randgruppen interessiere und f\u00fcr die, die nun wissen wollen, ob es eine Sophie Essen, Sophie Hunger, etc. werden wird?<br \/>\nDa habe ich einen Kompromi\u00df gefunden, denn der Hinweis hat schon gepasst. Wenn ich zu Anni B\u00fcrkl  nach Gars am Kamp gefahren w\u00e4re, h\u00e4tte ich genau das diskutiert und so wird aus der Sophie Hunger eine Sophie Hungerer werden.<br \/>\nVielleicht nicht ganz so sch\u00f6n und f\u00fcr das n\u00e4chste Mal nehme ich mir vor, auch da ein wenig genauer zu sein, denn ich bin ein impulsiver Typ, ich nehme, was ich h\u00f6re und  habe dann das Problem!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber die Rechtschreibung, die alte und die neue und, wie ich dazu stehe, habe ich auf diesem Blog noch nicht geschrieben. 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