{"id":1719,"date":"2009-08-19T10:37:41","date_gmt":"2009-08-19T08:37:41","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1719"},"modified":"2009-08-19T10:37:41","modified_gmt":"2009-08-19T08:37:41","slug":"thomas-glavinic","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1719","title":{"rendered":"Thomas Glavinic"},"content":{"rendered":"<p>Gleich ein zweiter Artikel, hat doch Leselustfrust das neue Buch von Thomas Glavinic &#8220;Das Leben der W\u00fcnsche&#8221; besprochen und da fl\u00fcstere ich lieber, bevor ich es vergesse, wenn ich bis morgen warte.<br \/>\nDer 1972 in Graz geborene Autor ist auch noch ein eher junger Mann und mit seinen inzwischen sieben Romanen, ein Star in der j\u00fcngeren Literaturszene. In &#8220;Boboville&#8221; kommt er vor und das Interessante an ihm ist, da\u00df er, so weit ich wei\u00df, einer der ersten war, die jeden ihrer Romane in einem anderen Stil schreiben, sozusagen am Rei\u00dfbrett komponieren.<br \/>\n&#8220;Karl Haffners Liebe zum Unentschiedenen&#8221; war 1998 der erste, dann kam 2000 &#8220;Frau Susi&#8221;.<br \/>\nBeide habe ich nicht gelesen und damals auch nicht viel von ihnen und dem Autor mitbekommen.<br \/>\nDas wurde mit dem &#8220;Kameram\u00f6rder&#8221; 2001, ein Krimi, wie Leselustfrust anmerkt, anders. Darin geht es darum, da\u00df sich zwei Paare in einem Haus am Land zum Osterurlaub treffen, den Schinken vorbereiten etc., gleichzeitig wird im Fernsehen ein Video \u00fcbertragen, das zeigt, wie ein paar Kinder von einem T\u00e4ter gezwungen werden, in den Tod zu springen.<br \/>\nDie Paare diskutieren dar\u00fcber, das Fernsehen er\u00f6rtert, ob man sowas zeigen soll oder mu\u00df und am Schlu\u00df stellt sich heraus, da\u00df einer der beiden M\u00e4nner, ich glaube, der Ich-Erz\u00e4hler, der T\u00e4ter war. Hervorragend konzipiert, ich war bei einer Lesung im Literaturhaus und habe mit dem Autor sehr emotional diskutiert, weil ich ihm sagte, da\u00df ich das nicht lesen will und auch nicht finde, da\u00df man sowas beschreiben sollte. Das Publikum hat mich als zu emotional betroffen abgestempelt, das Buch hat sich gut verkauft. Sp\u00e4testens jetzt war Thomas Glavinic ber\u00fchmt, hat wieder seinen Stil gewechselt und mit &#8220;Wie man leben soll&#8221; einen Roman im Sinn der Ratgeberliteratur, ich glaube, \u00fcber einen Schw\u00e4chling und Unsympathler, der sich in diesem Stil &#8220;man soll oder so&#8221; durch das Buch hantelt und seine Tanten umbringt etc. &#8230; geschrieben. Ich habe ein St\u00fcck bei &#8220;Rund um die Burg&#8221; geh\u00f6rt. Der n\u00e4chste gro\u00dfe Erfolg war vor drei Jahren &#8220;Die Arbeit der Nacht&#8221;. Ein d\u00fcsterer Roman schreibt Leselustfrust, es geht um einen Jonas, der eines Morgens munter wird und darauf kommt, er ist alleine auf der Welt, alle anderen sind verschwunden. Auch das habe ich nicht gelesen und dann kam es vor zwei Jahren.<br \/>\nIch hatte mit &#8220;Wilder Rosenwuchs&#8221; gerade wieder eine Satire \u00fcber den Literaturbetrieb und das erfolglose Schreiben geschrieben. Franziska Link, Mitglied einer Germanisten-WG, in der alle unter den prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen leiden, putzt bei einem alten Germanistikprofessor und schreibt einen Roman \u00fcber eine Frau, die der Bachmann \u00e4hnlich sieht und im Mistk\u00fcbel ein abgelehntes Manuskript einer Maria Schneider findet, von dem sich dann herausstellt, da\u00df es das schon als schwedischen Bestseller gibt.<br \/>\nIch schreibe \u00f6fter \u00fcber solche Verwechslungen und h\u00f6re dann, da\u00df man das nicht darf, weil es niemanden interessiert und ich nicht so larmoyant vor mich hinjammern soll und als ich das schon beinah glaubte, kam der junge Erfolgsautor daher und schrieb mit &#8220;Das bin doch ich&#8221; eine Satire \u00fcber den Literaturbetrieb und \u00fcber einen Autor der Thomas Glavinic hei\u00dft, ein Hypochonder ist, einen Roman &#8220;Die Arbeit der Nacht&#8221; geschrieben hat, auf die Ver\u00f6ffentlichung wartet, dabei im 5. Bezirk und seinen Szenelokalen herumstolpert, im Rabenhof liest und von seiner Mutter mit Informationen beliefert wird, wie hoch oben sein Freund Daniel Kehlmann jetzt schon auf der Bestsellerliste steht.<br \/>\nEr ist damit sogar auf die Shortlist des deutschen Buchpreises gekommen und ich war verwirrt, denn ich habe ja gedacht, dar\u00fcber darf man nicht schreiben. Noch mehr hat mich verwirrt, da\u00df der Autor offenbar in meiner N\u00e4he wohnt und die Buchpr\u00e4sentation fand auch in dem Lokal an der Ecke statt. Da habe ich fast gedacht, er h\u00e4tte die Idee \u00fcber den Literaturbetrieb zu schreiben von mir und vielleicht sogar meine weggeschmissenen Manuskriptseiten aus dem M\u00fcllcontainer geholt. Inzwischen denke ich, er wird von selber daraufgekommen sein und wenn man einen gro\u00dfen Namen hat, darf man auch dar\u00fcber schreiben. Dann ist es interessant, denn die Dusl hat ja, wie Leselustfrust ebenfalls anmerkte, mit &#8220;Boboville&#8221; den Fortsetzungsroman geschrieben, der spielt auch im f\u00fcnften Bezirk und in seinen Szenelokalen, Thomas Glavinic und Thomas Maurer kommen vor und die drei haben auch das Lesefest der Buch-Wien im Museumsquartier im letzten Jahr er\u00f6ffnet.<br \/>\nWer wird den dritten Roman dieser Serie schreiben?, hat Leselustfrust gefragt und ich habe, glaube ich, auf Klaus N\u00fcchtern getippt.<br \/>\nNun hab ich ja auch einiges \u00fcber den f\u00fcnften Bezirk und das erfolglose Schreiben, aber das lockt nicht die Massen zu Anna Jeller.<br \/>\nDiesen Roman habe ich gelesen und bevor ihn mir Alfred schenkte, auch bei Libro in St. P\u00f6lten durchgebl\u00e4ttert, schon um \u00c4hnlichkeiten zu entdecken. Waren nat\u00fcrlich keine. Aber die Buchhandlung Jeller kommt in beiden B\u00fcchern vor und der Unterschied zu mir ist wahrscheinlich auch, da\u00df ich mit Herzblut dar\u00fcber schreibe, w\u00e4hrend die sich lustig machen.<br \/>\nJetzt gibt es ein neues Glavinic-Buch, <a href=\"http:\/\/leselustfrust.wordpress.com\">leselustfrust.wordpress.com<\/a> hat es gestern besprochen und sehr viel Wissenwertes \u00fcber den Autor und seine B\u00fccher angef\u00fcgt und es geht, wenn ich es richtig verstanden habe, um einen Jonas, die Fortsetzung aus der &#8220;Arbeit der Nacht&#8221; vielleicht, der auf einer Parkbank einen seltsamen Mann trifft, der ihm seine W\u00fcnsche erf\u00fcllen will.<br \/>\nEr nimmt das nicht ernst und rennt dadurch ins Chaos, weil pl\u00f6tzlich alle um ihn sterben und am Ende schwimmt er mit seiner Freundin Marie im Meer davon. Das hab wohl ich jetzt ein wenig flapsig zusammengefa\u00dft, ohne das Buch zu kennen.<br \/>\nLeselustfrust nennt den Roman d\u00fcster, meint man soll oder mu\u00df ihn mehrmals lesen, um alle seine M\u00f6glichkeiten und Anspielungen zu verstehen und zitiert Kafka.<br \/>\nKlingt sehr interessant, ich werde in den n\u00e4chsten Wochen sicher mehr dar\u00fcber h\u00f6ren.<br \/>\nIch k\u00f6nnte dazu anmerken, da\u00df es beim &#8220;verr\u00fcckten Traum der Thea Leitner&#8221; auch um das W\u00fcnschen geht. Da verspricht eine gute Fee der erfolglosen Autorin, da\u00df ihr ab nun alles gelingt, sie wacht auf, ihr einziger Klient sagt ab, sie will ihr Manuskript kopieren, geht auf die Bank, hebt ihr Erspartes ab und f\u00e4hrt nach Salzburg, landet im Starverlag und verliebt sich in den Lektor &#8230;<br \/>\nJa, ich wechsle meinen Stil und meine Themen nicht so schnell. B\u00f6se Zungen k\u00f6nnten wieder vom Dilettantismus sprechen und meine drei W\u00fcnsche habe ich auch parat, wenn ich zuf\u00e4llig die gute Fee auf einer Parkbank treffen sollte, w\u00e4hrend ich mein Manuskript korrigiere.<br \/>\nAlso wegh\u00f6ren, denn ich w\u00fcnsche mir wirklich den Nobelpreis, das Charisma mit allen gut auszukommen und als dritten Wunsch, da\u00df sich alle an die zehn Gebote halten, also nicht l\u00fcgen, morden, stehlen, schwarzfahren oder Steuer hinterziehen, das mit der Unkeuschheit sehe ich nicht so genau und gl\u00e4ubig bin ich ebenfalls nicht.<br \/>\nAlso wieder sehr naiv, das ist wahrscheinlich auch ein Unterschied zu Thomas Glavinic, Daniel Kehlmann und Andrea Maria Dusl, die das vermutlich nicht sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gleich ein zweiter Artikel, hat doch Leselustfrust das neue Buch von Thomas Glavinic &#8220;Das Leben der W\u00fcnsche&#8221; besprochen und da fl\u00fcstere ich lieber, bevor ich es vergesse, wenn ich bis morgen warte. 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