{"id":1735,"date":"2009-08-20T10:42:23","date_gmt":"2009-08-20T08:42:23","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1735"},"modified":"2009-08-20T10:42:23","modified_gmt":"2009-08-20T08:42:23","slug":"lange-liste","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1735","title":{"rendered":"Lange Liste"},"content":{"rendered":"<p>Nach soviel Selbstlob aber auch Besch\u00e4ftigung mit den eigenen Grenzen, bin ich gestern prompt abgest\u00fcrzt und lustlos auf der Terrasse mit den gr\u00fcnen Korbst\u00fchlen gesessen und es hat in mir gedacht &#8220;Das schaffst du nicht, das ist nicht neu und originell, denn \u00fcber den Donaukanal hast du ja schon oft geschrieben und auch \u00fcber die B\u00fcchergilde-Gutenberg Sammlung deines Vaters und wen interessiert ein alter Mann, der sich mit einer arbeitslosen Lektorin trifft und, da\u00df ein achtundvierzigj\u00e4hriger ausrangierter Postbeamter mit einer Messie-Frau nach Bratislava f\u00e4hrt und von ihr ein sch\u00fcchternes K\u00fc\u00dfchen bekommt, w\u00e4hrend sie immer wieder auf die Uhr sieht und die altkluge kleine Clarissa einen dreibeinigen Stoffelefanten in den Kindergarten schleppt&#8230;? Alles nicht originell, dazu meine einfache Sprache, meine Rechtschreibung und und und &#8230;&#8221;<br \/>\nDa habe ich wieder herumgegooglet und bin daraufgekommen, die lange Liste aus der im September sechs Namen ausgew\u00e4hlt werden, aus der dann einer oder eine den deutschen Buchpreis bekommt, gibt es schon.<br \/>\nUnter <a href=\"http:\/\/www.deutscher.buchpreis.de\">www.deutscher.buchpreis.de<\/a> kann man sie sich ins Zimmer holen, ab Samstag soll es heuer so ein Buch mit den Namen, Textausz\u00fcgen und Hintergrundinformationen in den Buchhandlungen geben und bei <a href=\"http:\/\/www.libreka.de\">www.libreka.de<\/a> kann man sich die Ausz\u00fcge ab heute  auf seinen Computer oder E-Reader laden.<br \/>\nDa war ich nat\u00fcrlich abgelenkt, bzw. weiter deprimiert, denn so weit werde ich es wahrscheinlich niemals bringen, so da\u00df ich, bevor ich mich wieder an das Korrigieren mache, ein bi\u00dfchen dar\u00fcber philosophieren will.<br \/>\nDenn das ist ja interessant und auf jeden Fall sehr medienwirksam. Da reichen 79 Verlage, die Mitglied beim deutschen, schweizer oder \u00f6sterreichischen Buchhandelsb\u00f6rsenverein sind, 154 Titel ein, sieben Jurymitglieder darunter Iris Radisch und Daniela Strigl sichten sie, w\u00e4hlen zuerst zwanzig, sp\u00e4ter sechs heraus, eine oder einer bekommt, wenn er im Oktober nach Frankfurt f\u00e4hrt, 25.000 Euro, das Buch wird sich gut verkaufen, w\u00e4hrend die vielen anderen, die nicht auf der Liste stehen, \u00fcberbleiben.<br \/>\nDar\u00fcber habe ich schon im Vorjahr diskutiert, eigentlich absurd aus 154 oder nat\u00fcrlich noch mehr B\u00fcchern, das angeblich beste auszuw\u00e4hlen?<br \/>\nWenn man aber daran denkt, da\u00df der Durchschnittsleser f\u00fcnfzig B\u00fccher im Jahr liest, die meisten weniger und die Leselustfrustbetreiberin zweihundert, ist das nicht absurd. Denn f\u00fcr sie gehen sich die zwanzig Langlistenfavoriten aus, sie las zwar gerade einen zehn Jahre alten Ernst Molden Krimi, der Durchschnittsleser h\u00e4lt sich an die sechs bzw. das Preisbuch, der Buchhandel freut sich, Sigrid L\u00f6ffler schimpft, weil die wirklich besten B\u00fccher wieder \u00fcbergeblieben sind und ich werde nur lesen, was ich geschenkt bzw. um einen Euro bekomme.<br \/>\nMan kann sich aber, wie Leselustfrust meint, auch selber an die Nase nehmen und \u00fcber den Tellerrand schauen.<br \/>\nIch versuche es mit dem Literaturgefl\u00fcster und die zwanzig Namen habe ich mir angeschaut. Vier davon geh\u00f6ren \u00f6sterreichischen M\u00e4nnern und, um mich oder den Zufall zu loben, \u00fcber die H\u00e4lfte habe ich in den letzten Tagen geschrieben, n\u00e4mlich \u00fcber <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/05\/18\/das-leben-der-wunsche\/\">Thomas Glavinic<\/a> und Clemens J. Setz, die mit &#8220;Das Leben der W\u00fcnsche&#8221; und &#8220;Die Frequenzen&#8221; auf der Liste sind.<br \/>\nDann stehen noch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/14\/was-kommt\/\">Thomas Stangl mit &#8220;Was kommt&#8221;<\/a> und Wolf Haas mit seinem neuen Brenner-Krimi darauf. Da kann man nat\u00fcrlich fragen, warum nur M\u00e4nner? Und wieso der neue Henisch und Robert Menasse nicht und \u00fcberhaupt, wo bleibt die Frau Mayr\u00f6cker mit ihrem &#8220;Scardanelli&#8221;?, obwohl man das der alten Dame wahrscheinlich nicht mehr zumuten soll, wieder auf einer Liste zu stehen und \u00fcberzubleiben, da sich ihre Lyrik h\u00f6chstwahrschlich nicht so f\u00fcr die Massen verkauft. Interessant, Daniel Kehlmanns &#8220;Ruhm&#8221; ist auch nicht dabei.<br \/>\nUnd ich hab mich ge\u00e4rgert, denn sowohl Thomas Stangl, als auch Clemens J. Setz haben ihre neuen B\u00fccher im April im Literaturhaus vorgestellt und ich bin zu beiden Lesungen nicht gegangen, weil ich lieber schreiben wollte &#8230;<br \/>\nSonst gibt es das Feinste vom Feinsten, n\u00e4mlich  Sibylle Berg, Anna Katharina Hahn, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/22\/atemschaukel\/\">Herta M\u00fcller<\/a>, Therezia Mora, Ernst Wilhelm H\u00e4ndler u.u.u. Selber nachschauen bzw. sich das Lange Listen Buch holen.<br \/>\nNun ja, auf dieser Liste werde ich nicht stehen, ich kann es nicht ver\u00e4ndern und sollte trotzdem schauen, da\u00df ich meine Sprache und das, was ich kann, so hinbekomme, da\u00df im n\u00e4chstes Jahr ein sch\u00f6nes Digitalbuch daraus wird. Das w\u00e4re dann mein Zwanzigstes, hurra!&#8221; Ansonsten gibts schon das Programm f\u00fcr das Linke-Wort am Volksstimmefest und wenn man unter <a href=\"http:\/\/www.linkes-wort.at\">www.linkes-wort.at<\/a> nachschaut, kann man auch meine neuen B\u00fccher finden.<br \/>\nChristoph Janacs und Erika Kronabitter haben mich per mail zu ihren Lesungen in der Pr\u00fcckl-Sommerreihe eingeladen. Da bin ich ja beleidigt, weil ich dort nicht lesen darf und wollte trotzdem zu der Abschlu\u00dflesung am 3. September in die alte Schmiede gehen. Das Volksstimmefest ist aber erst am 5. und 6. und ich habe meistens meine Sommerfrische damit beendet. Ich k\u00f6nnte also eine Woche l\u00e4nger Ferien machen oder gewissenhaft, wie ich bin, schon am 1. September in Wien bleiben, in die alte Schmiede gehen und mich mit Erika Kronabitter treffen.<br \/>\nMal sehen, auch das mu\u00df ich noch nicht entscheiden.<br \/>\nUnd sonst, Stammleser haben es schon erraten, habe ich \u00fcber die Namensfindung  weiter nachgedacht und bin auf eine  L\u00f6sung gekommen, die ganz einfach ist. Denn da die Sophie eine Ich-Erz\u00e4hlerin ist, kann es dank der Fallschreibung so bleiben, niemand kann mich klagen und denen, die fragen, kann ich erkl\u00e4ren, warum das nichts mit der Musikerin zu tun hat.<br \/>\nIm ganzen Text spricht nur Franka Stein Sophie mit ihren Nachnamen an und die wird halt Sophie Hungers sagen. Man sieht, wie mich das besch\u00e4ftigt und es ist auch interessant.<br \/>\nJetzt gehe ich in die Badewanne und werde Alberto Moravia &#8220;Die Gleichg\u00fcltigen&#8221; lesen, was ein wirklich starkes Buch ist, auch wenn es  M\u00e4nnerphantasien auf ein langvergangenes italienisches Frauenbild spiegelt, sollte man es gelesen haben! Ich besprechs als n\u00e4chstens, bis morgen werde ichs wahrscheinlich nicht schaffen und da morgen wieder Wanderwochenende ist, wo ich vielleicht auch Otto Lambauer sehe, gibts vermutlich ein paar Tage kein Literaturgefl\u00fcster, wenn nicht was passiert, was ich unbedingt schreiben mu\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach soviel Selbstlob aber auch Besch\u00e4ftigung mit den eigenen Grenzen, bin ich gestern prompt abgest\u00fcrzt und lustlos auf der Terrasse mit den gr\u00fcnen Korbst\u00fchlen gesessen und es hat in mir gedacht &#8220;Das schaffst du nicht, das ist nicht neu und &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1735\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-1735","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1735","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1735"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1735\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1735"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1735"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1735"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}