{"id":174,"date":"2008-09-13T02:30:34","date_gmt":"2008-09-13T00:30:34","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=174"},"modified":"2008-09-13T02:30:34","modified_gmt":"2008-09-13T00:30:34","slug":"im-grenzland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=174","title":{"rendered":"Im Grenzland"},"content":{"rendered":"<p>Der 1964 in Berlin geborene und in der DDR aufgewachsene Sherko Fatah steht mit seinem Roman &#8220;Das dunkle Schiff&#8221; auf der Liste f\u00fcr den deutschen Buchpreis.<br \/>\nIch habe schon lange seinen Debutroman &#8220;Im Grenzland&#8221; und die Erz\u00e4hlung &#8220;Donnie&#8221;, von einem der B\u00fcchert\u00fcrme der Literatur im M\u00e4rz nach Haus gebracht und lange nicht gelesen.<br \/>\nJetzt hat mich die Buchpreisberichterstattung dazu angeregt, mich mit dem Debutroman zu besch\u00e4ftigen und eine Kurzrezension zu schreiben, was ich hier noch nicht gemacht habe.<br \/>\nWas nicht so leicht ist, denn vieles bleibt vage in dem Roman und angedeutet. Im Klappentext kann man erfahren, da\u00df es um  kleine Geschichten \u00fcber Krieg, Willk\u00fcr und Folter geht.<br \/>\nEs war mir  lang nicht klar, in welchen Land der 2001 erschienene Roman spielt.<br \/>\nFatah ist der Sohn eines Kurden und einer deutschen Mutter,  in der DDR aufgewachsen und  lebt in Berlin. Das Buch soll im Grenzland von Iran, Irak, T\u00fcrkei spielen, habe ich dann nachgelesen. Es geht um einen Schmuggler, der keinen Namen hat. Ein Kleinkrimineller der Konsumg\u00fcter, wie Computer durch das Grenzland schmuggelt, dabei in die F\u00e4nge der inneren Sicherheit ger\u00e4t und in einem roten Haus landet, das mich auch an die DDR erinnert hat und dann geht es, nach ein paar politischen Andeutungen und Erkl\u00e4rungen,  um eine Vater-Sohn Geschichte. Der dreizehnj\u00e4hrige Sohn hat sich mit den falschen Leuten eingelassen,  wird verhaftet und verschwindet. Der Vater verl\u00e4\u00dft seine Frau, besorgt sich von seinen Schwestern  Geld und sucht nach dem Sohn, dabei wird er gefoltert und einen geheimnisvollen Beno, der in der inneren Sicherheit mit ihm zusammenarbeitet, gibt es auch.<br \/>\nDas Ganze  sehr vage und verschwommen, ein bi\u00dfchen hat es mich an Kafka erinnert und weniger an das orientalische Erz\u00e4hlen.<br \/>\nEine Geschichte von der Hitze in der Stadt, in der die Meteorologen im Fernsehen jeden Tag von 40 Grad Celsius sprechen, obwohl die Leute auf ihren Thermometern \u00fcber f\u00fcnfzig Grad haben und dann, als sie sich beschweren, vom Reporter vor laufender Kamera erfahren, da\u00df von oberster Stelle angeordnet wurde, da\u00df die Hitze nie mehr als 40 Grad betragen darf, gibt es auch. Aber die hat mich auch mehr an die DDR erinnert. Da hat man solches ja  geh\u00f6rt.<br \/>\nInteressant also  Buch und  Sprache eines in Deutschland aufgewachsenen M\u00e4rchenerz\u00e4hlers, der Philosophie und Kunstgeschichte studiert hat und \u00fcber das Grenzland schreibt.<br \/>\nDer neue Roman  spielt  auch dort und ist, wie ich ebenfalls gelesen habe, auf der Shortlist f\u00fcr den Leipziger Buchpreis gestanden. F\u00fcr den jetzigen gibt es noch keine solche, die wird  erst n\u00e4chste Woche verk\u00fcndet und dazu soll es auch  sogenannte &#8220;Blinddate&#8221;-Lesungen geben. Das habe ich aus dem Standard at.<br \/>\nDort gab es heute auch ein paar Preisank\u00fcndigungen.<br \/>\nSo wird Katja Lange-M\u00fcller den Raabe-Preis f\u00fcr &#8220;B\u00f6se Schafe&#8221; bekommen, Daniel Kehlmann den Per Olov Enquist Preis und Bettina Balaka den Friedrich Schiedel Literaturpreis.<br \/>\nDas wird mir mit meinen Digitalb\u00fccher nicht passieren. Das ist der Nachteil des Selbermachens, so angenehm die Eigenst\u00e4ndigkeit  sonst auch ist.<br \/>\nIn eigener Sache habe ich heute ein bi\u00dfchen \u00fcber das Otto Wagner Spital und &#8220;Hundert Jahre Steinhof&#8221; recherchiert und ausgedruckt, obwohl ich wahrscheinlich noch sehr lang an der &#8220;Radiosonate&#8221;  arbeiten werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 1964 in Berlin geborene und in der DDR aufgewachsene Sherko Fatah steht mit seinem Roman &#8220;Das dunkle Schiff&#8221; auf der Liste f\u00fcr den deutschen Buchpreis. 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