{"id":1753,"date":"2009-08-25T01:41:44","date_gmt":"2009-08-24T23:41:44","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1753"},"modified":"2009-08-25T01:41:44","modified_gmt":"2009-08-24T23:41:44","slug":"schreiben-lernen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1753","title":{"rendered":"Schreiben lernen"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber das Schreiben lernen bin ich meiner treuen Leserin noch eine Antwort schuldig. Ich habe zwar immer wieder auf diesen Seiten ein paar Andeutungen gemacht, wie ich zum Schreiben lernen stehe, da wir uns aber noch im Sommerloch befinden, das Ganze zu einem Artikel zusammengefa\u00dft. Wieso ich Schreibratgeber lese, wollte Frau Heidegger wissen und ob ich glaube, da\u00df man damit das Schreiben lernen kann?<br \/>\nJa, aber ich kann es schon ein bi\u00dfchen, was nicht hei\u00dft, da\u00df ich nicht glaube, da\u00df ich solange ich schreibe, weiterlernen werde und ich besch\u00e4ftige mich auch sehr damit, weil es mich interessiert und ich wahrscheinlich wegen der fehlenden Anerkennung sehr davon besessen bin.<br \/>\nAls ich vor sechsunddrei\u00dfig Jahren mit dem literarischen Schreiben begann, war man der Meinung, da\u00df man es nicht lernen kann und die kreativen Schreibeschulen gab es nur in England und Amerika.<br \/>\nAber nat\u00fcrlich mu\u00df man es trotzdem irgendwie lernen und das habe ich auch getan.<br \/>\nNach meiner Matura, 1973, habe ich sehr euphorisch, die erste Erz\u00e4hlung hingelegt, ich glaube, es ging um eine Hure und um eine Nonne, nat\u00fcrlich nie ver\u00f6ffentlicht und auch nicht korrigiert, aber zu Ende geschrieben und sogar ziemlich fl\u00fcssig. Dann war ich einige Jahre  ziemlich allein, bis ich 1979 in den Arbeitskreis schreibender Frauen gesto\u00dfen bin, der irgendwie ein Vorl\u00e4ufer von dem war, was man heute Literatursalon nennt. Bei Anni B\u00fcrkl mu\u00df man aber zahlen, beim Bund demokratischer Frauen war es  gratis, daf\u00fcr ein bi\u00dfchen politisch ausgerichtet und die Kritik, die dort ge\u00fcbt wurde, war, w\u00fcrde ich behaupten auch nicht konstruktiv. Da war ich ein paar Jahre und habe ansonsten ziemlich allein vor mich hingeschrieben. Denn es gab ja niemanden, der mir sagte, wie man es macht. Dann bin ich irgendwann auf dieses Fernstudium der Axel Andersson Akademie oder so gesto\u00dfen und habe mir die Unterlagen zuschicken lassen, nat\u00fcrlich ohne daran zu denken, das wirklich zu buchen.<br \/>\nDie f\u00fcnzehn goldenen Regeln des Schreibens, die man da bekam, habe ich aber sehr studiert.<br \/>\nDann kamen meine ersten Ver\u00f6ffentlichungen und mein erster Preis bei diesem Jugend und Volk Wettbewerb dieses frauenspezifischen Kinderbuches &#8220;M\u00e4dchen d\u00fcrfen pfeifen, Buben d\u00fcrfen weinen&#8221;, meine GAV Mitgliedschaft und 2000 habe ich das erste Mal einen der hinteren Luitpold Stern Preise gewonnen und bin von der Gewerkschaft zu einer Schreibwerkstatt eingeladen worden, zu der ich ca. eineinhalb Jahre gegangen bin, obwohl ich damals schon schreiben zu k\u00f6nnen glaubte,  fand es aber trotzdem interessant. Evelyn Haas hat es moderiert und auch mitgeschrieben, es gab immer ein Thema bzw. einen Schreibimpuls, alle haben es dann vorgelesen,  es wurde geklatscht, nicht kritisiert, was ich als sehr angenehm empfunden habe. Es war zum Beispiel eine Frau dabei, die sich schwer beim Schreiben getan hat, aber keiner hat ihr gesagt, da\u00df sie schlecht schreibt, das war auch nicht n\u00f6tig, finde ich.<br \/>\nPetra \u00d6llinger habe ich dabei getroffen, die inzwischen eigene Schreibwerkst\u00e4tten macht. Denn das machen jetzt viele Autoren, ihr Wissen in Volkshochschulen an Interessierte weiterzugeben und man kennt inzwischen auch die kreativen Writingkurse aus Amerika.<br \/>\nMein erstes und einziges Schreiblernbuch, das ich mir gekauft habe, ist das von James N. Frey &#8220;Wie man einen verdammt guten Roman schreibt&#8221; und dann habe ich mir einmal auch aus Leipzig &#8220;Das N\u00e4hk\u00e4stchen erfolgreich schreiben&#8221;, der Cornelia Goethe Akademie, eines vielleicht umstrittenen Zuschu\u00dfverlages samt Schreibfernkurs mitgenommen. Daf\u00fcr habe ich auch einmal ein kostenloses Stipendium gerade nicht gewonnen.<br \/>\nDann hat mich  Erika Kronabitter 2005 zu dieser Text und Kritik Werkstatt nach Vorarlberg eingeladen, wo man einen Text vorgelesen hat, der im kleinen Kreis diskutiert wurde, nicht \u00f6ffentlich, wie in Klagenfurt und ehe ichs vergesse im J\u00e4germayrhof in Linz,  veranstaltet im Rahmen des Max von der Gr\u00fcn Preises zur Literatur der Arbeitswelt, war ich 1987 auch einmal bei einer solchen Textwerkstatt.<br \/>\nBeide Schreibwerkst\u00e4tten waren interessant und ich habe viel gelernt dabei. In Vorarlberg habe ich aus den &#8220;Fluchtbewegungen&#8221; gelesen, in Linz meine &#8220;Slavica&#8221; Geschichte, mit der ich 1989 nach Klagenfurt zum Preis der Arbeit eingeladen wurde und wieder nicht gewonnen habe.<br \/>\nInzwischen gibt es, wie erw\u00e4hnt, an den Volkshochschulen viele Schreiblernkurse, es gibt die Schule f\u00fcr Dichtung, das Leipziger Literaturinstitut, aber das gab es schon DDR Zeiten und gibts jetzt wieder unter Josef Haslinger und richtet sich an die professionell Schreibenden, man wird ausgew\u00e4hlt, wie beim Klagenfurter Literaturkurs und da kommt dann auch die N\u00e4he zu den Verlagen dazu und da\u00df man, wenn man dort ist, wahrscheinlich leichter beim Bachmannpreis lesen darf.<br \/>\nInzwischen gibt es auch das Internet und die literarischen Blogs und die verfolge ich seit zwei, drei Jahren ziemlich intensiv, denn da gibt es einiges Interessantes.<br \/>\nAnni B\u00fcrkls Texte und Tee oder die Schreibwerkstatt bzw. Jaqueline Nagls <a href=\"http:\/\/schriftsteller-werden.de\">schriftsteller-werden.de<\/a> z.B., die habe ich schon oft erw\u00e4hnt. Im vorigen Jahr habe ich das &#8220;Ein Roman in einem Jahr&#8221; Projekt vom Autorenhaus Verlag verfolgt und interessant gefunden.<br \/>\nInteressant ist auch der Blog von Julia Kr\u00f6hn und da gibt es einen ziemlich aktuellen Artikel in dem sie beschreibt, da\u00df es beim Schreiben um die Kondition geht. Die Idee, damit reich und ber\u00fchmt zu werden ist ja schnell da. Aber dann sitzt man vor dem leeren Blatt,  merkt seine Grenzen und gibt entweder auf oder macht weiter, solange bis man es kann und das tue ich seit sechsunddrei\u00dfig Jahren und bin damit schon ein sch\u00f6nes St\u00fcck vorangekommen, aber nat\u00fcrlich liegt h\u00f6chstwahrscheinlich noch ein genauso sch\u00f6nes St\u00fcck vor mir. Ich freue mich darauf,  schreibe bem\u00fcht und flei\u00dfig weiter und bin wahrscheinlich eine Grenzg\u00e4ngerin in Sachen Literatur, eine zwischen E und U.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber das Schreiben lernen bin ich meiner treuen Leserin noch eine Antwort schuldig. 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