{"id":1790,"date":"2009-08-29T16:51:19","date_gmt":"2009-08-29T14:51:19","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1790"},"modified":"2009-08-29T16:51:19","modified_gmt":"2009-08-29T14:51:19","slug":"geheimbericht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1790","title":{"rendered":"Lauter Geheimberichte"},"content":{"rendered":"<p>Wieder was gelernt in meiner Endsommerfrischenein\u00f6de, n\u00e4mlich, da\u00df sich f\u00fcr den deutschen Buchpreis weder der Durchschnittsleser noch der Durchschnittsbuchh\u00e4ndler interessieren. Es gibt zwar eine Tauschb\u00f6rse im Raum Heidelberg, Mannheim, Karlsruhe und die berichtet auf ihren Seiten &#8220;Thalia&#8221; in Bonn hats liegen und haben sonst das Gleiche wie ich erlebt und der D\u00fcnenwanderer, der diese Erfahrung schon im Vorjahr machte, lie\u00df sich ein Presseexemplar in die D\u00fcnen schicken und stellte es ins Internet, damit es sich die Gl\u00fccklosen anschauen k\u00f6nnen und die Twittergemeide um Leselustfrust m\u00f6chte gern die ganze Liste der 154 eingereichten Titeln haben und scheiterte bislang an irgendeiner Verschwiegenheitsklausel.<br \/>\nDabei ist das noch relativ einfach, denn wenn man auf die Seite von deutscher Buchpreis de geht, steht, da\u00df alle Verlage, die Mitglied beim Deutschen, \u00d6sterreichischen oder Schweizer Hauptverbandes bzw. B\u00f6rsevereins sind, zwei Titel vorschlagen d\u00fcrfen. Jetzt lautet nat\u00fcrlich die Frage, wer ist dort Mitglied?<br \/>\nDa die \u00f6sterreichischen Verlage mit Listenb\u00fccher Residenz und Droschl hei\u00dfen, die deutschen Hanser, Rowohlt, Suhrkamp, usw. werden es wohl die gro\u00dfen sein. Das Ganze soll sich ja, wenn ich es richtig verstanden habe, an die literarisch interessierte Masse wenden, die zu Weihnachten B\u00fccher kauft. Nur scheint sich die eher f\u00fcr Stephenie Meyer, Sebastian Fitzek und Dan Brown zu interessieren oder Krimis zu lesen und der ehrenwerte Versuch, die Leser bis Weihnachten auf die zwanzig besten B\u00fccher einzustimmen, an der Selbstbehaltfrage bzw. an dem Bem\u00fchen, das B\u00fcchlein anzeigenfrei zu halten, gescheitert zu sein.<br \/>\nLeselustfrust fragte, wurde Julya Rabinovichs &#8220;Spaltkopf&#8221; eingereicht? Wahrscheinlich nicht, ist das Buch doch schon 2008 erschienen, hat aber die Buchpr\u00e4mie vom BUMOK bekommen.<br \/>\nWenn man Leselustfrust liest, erf\u00e4hrt man \u00fcberhaupt sehr viel vom Wiener Literaturleben, n\u00e4mlich, da\u00df offenbar 3000 Personen zu der Wolf Haas Lesung am Donnerstag ins Museumsquartier gekommen sind. Es gibt auch einen Link, mit dem man sich ein Standard Video dar\u00fcber ansehen kann. Ich habs getan, war ich Donnerstag ja auf dem Land und da habe ich dann von dem sehr launigen Langlistensteher geh\u00f6rt, warum es einen neuen &#8220;Brenner&#8221; gibt, weil n\u00e4mlich nicht der, sondern nur der Erz\u00e4hler im letzten Buch gestorben ist und ich mu\u00df gestehen, da\u00df ich das, obwohl ich &#8220;Das ewige Leben&#8221; gelesen habe, nicht mitbekam.<br \/>\nAuf dem Video gibts auch keine Lesung aus dem Buch, sondern Haas verlas die Standard Postings zu dieser Frage.<br \/>\nWar &#8220;Das Wetter vor f\u00fcnfzehn Jahren&#8221; vielleicht so schlecht oder hat er durch die Wirtschaftskrise Geld verloren?<br \/>\nUnd wenn man in der Sommerfrischenein\u00f6de zu <a href=\"http:\/\/www.lillyberry.de\">www.lillyberry.de<\/a> geht, erf\u00e4hrt man, da\u00df sich die im sch\u00f6nen Rostock, ein Lesezeichen von <a href=\"http:\/\/jokers.de\">jokers.de<\/a> schicken lie\u00df, auf dem die f\u00fcnfzig B\u00fccher stehen, die man bis zu seinem Tod gelesen haben soll!<br \/>\nDa wird nun wohl nicht nur Leselustfrust aufschreien, da\u00df f\u00fcnfzig  B\u00fccher viel zu wenig sind, aber die f\u00fcnfzig angef\u00fchrten Titel sind auch sehr verwirrend, f\u00fchren n\u00e4mlich von der Bibel, \u00fcber den &#8220;Ulysses,&#8221; zu &#8220;Harry Potter&#8221;, &#8220;Rebecca&#8221; und &#8220;Der g\u00f6ttlichen K\u00f6m\u00f6die&#8221; und Lillyberry \u00e4u\u00dferte auch ziemlich freim\u00fctig von welchen B\u00fcchern sie auf dieser Liste noch nie etwas geh\u00f6rt hat.<br \/>\nBei meiner Langlistenbuchrecherche bin ich aber auch auf etwas anderes gekommen, n\u00e4mlich das, was auch das <a href=\"http:\/\/literaturcafe.de\">literaturcafe.de<\/a>, zu erregen scheint.<br \/>\nEs gibt ja, wie ich in den letzten Tagen wieder mal erleben konnte, relativ wenige, die sich f\u00fcr den deutschen Buchpreis interessieren, aber doch einige, die gern schreiben, bzw. ver\u00f6ffentlichen wollen,  das nicht k\u00f6nnen und an die wenden sich dann gern die Zuschu\u00dfverlage und zocken sie ab und da hat es eine Testaktion gegeben.<br \/>\nDa haben n\u00e4mlich drei Autoren von der 42er Autorengruppe unter ihnen Tom Liehr, einen Autor namens Rico Beutlich erfunden, der angeblich einen Fantasy-Romann geschrieben hat und neun bewu\u00dft sehr schlecht geschriebene Seiten, an sechs Zuschu\u00dfverlage, wie R.G. Fischer, Frieling, Wagner, Novum, bzw. den Frankfurter August von Goethe Verlag, geschickt. Es kam, wie es kommen mu\u00dfte, alle sechs Verlage waren begeistert,  wollten bis zu drei\u00dfigtausend Euro f\u00fcr das schlechte Manuskript, den Fantasy-Roman in der Dadaismusreihe herausbringen und merkten nicht, da\u00df die restlichen Kapitel aus anderen Romanen stammten.<br \/>\nWeil ich mir ja meine B\u00fccher selber mache und mir auch elf davon bei Novum drucken lie\u00df, geht es mir nicht ganz so gut, mit diesen Berichten.<br \/>\nZwar bin ich auch gegen die Abzocke von Autoren, die nicht so gut wie Wolf Haas schreiben oder sich vermarkten k\u00f6nnen, bin aber auch gegen die H\u00e4me, die sie erfahren m\u00fcssen, wenn sie trotzdem ein Buch ver\u00f6ffentlichen wollen.<br \/>\nDer Satz &#8220;Jetzt sa\u00df er da ohne Butter&#8221;, in dem bem\u00fcht schlechten Manuskript, gef\u00e4llt mir zum Beispiel ganz gut und ich denke immer noch, man soll Leuten, die schreiben wollen und keinen Verlag finden, nicht immer mit Horrorgeschichten \u00fcber diese Zuschu\u00dfverlage drohen, sondern ihnen sagen:<br \/>\n&#8220;Macht euch eure B\u00fccher selbst, wir interessieren uns daf\u00fcr, schauen sie an und sagen euch auch, wie man es besser machen kann!&#8221;<br \/>\nWieder ganz sch\u00f6n naiv, ich wei\u00df und weil ich vielleicht auch so eine  bem\u00fchte flei\u00dfige Dilettantin bin, die mit der H\u00e4me \u00fcberbleibt, mich aber f\u00fcr den deutschen Buchpreis interessiere, wage ich mich an einen Geheimtip und gebe meine Prognose ab, wer in Frankfurt auf der Messe den Preis gewinnen, bzw. vorher auf der Shortlist stehen wird.<br \/>\nIch tippe auf Herta M\u00fcller f\u00fcr den deutschen Buchpreis und auf Sibylle Berg, Wolf Haas, Ernst-Wilhelm H\u00e4ndler, Anna-Katharina Hahn und Terezia Mora f\u00fcr die kurze Liste. Da fehlt noch Brigitte Kronauer, ich wei\u00df, auf die habe ich bei meiner Sch\u00e4tzung vergessen. Ich habe aber ohnehin in einer Rezension gelesen, da\u00df &#8220;Der Mann schl\u00e4ft&#8221; von Sibylle Berg eine Entt\u00e4uschung sein soll.<br \/>\nMal sehen, wie falsch oder richtig ich mit meiner Sch\u00e4tzung liege, wenn das jetzt ein Gewinnspiel w\u00e4re, w\u00fcrde ich pro richtigen Tipp das Buch bekommen, so bleibt mir nur darauf hinzuweisen, da\u00df unter den zwanzig Auserw\u00e4hlten sehr viele ehemalige Bachmannpreisgewinner bzw. Teilnehmer sind, was wieder ein Tipp f\u00fcr Cornelia Travnicek w\u00e4re,  zu versuchen, dorthin zu kommen, ihre B\u00fccher w\u00fcrden aber dann wahrscheinlich auch nicht in den Buchhandlungen liegen &#8230;<br \/>\nIch schlie\u00dfe mit der Mitteilung, da\u00df man schon wei\u00df, wer die neue Erich Fried Preistr\u00e4gerin, sein wird, denn da hat sich der einzige Juror Josef Winkler f\u00fcr die in Berlin lebende Esther Dischereit entschieden, von der ich, da mu\u00df jetzt ich eine Bildungsl\u00fccke eingestehen, noch nie etwas geh\u00f6rt habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder was gelernt in meiner Endsommerfrischenein\u00f6de, n\u00e4mlich, da\u00df sich f\u00fcr den deutschen Buchpreis weder der Durchschnittsleser noch der Durchschnittsbuchh\u00e4ndler interessieren. 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