{"id":1832,"date":"2009-09-03T07:20:19","date_gmt":"2009-09-03T05:20:19","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1832"},"modified":"2009-09-03T07:20:19","modified_gmt":"2009-09-03T05:20:19","slug":"schlafriges","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1832","title":{"rendered":"Schl\u00e4friges"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1837\" style=\"width: 178px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1837\" class=\"size-medium wp-image-1837\" title=\"20090902-191657\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/20090902-191657.jpg?w=168\" alt=\"Lesung\" width=\"168\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-1837\" class=\"wp-caption-text\">Lesung<\/p><\/div>\n<p>Schlafes Krise? Die Abschlu\u00dfveranstaltung zur Sommerlesereihe &#8220;Literatur und Schlaf&#8221; mit Lesungen von Erika Kronabitter und Susanne Ayoub und einem Podiumsgespr\u00e4ch mit der Germanistin Gabriele Klug und dem Schlafforscher Gerhard Kloesch unter der Moderation von Christa Nebenf\u00fchr gibts zwar erst am Abend in der alten Schmiede.<br \/>\nAntonio Fian hat aber auch ein neues Buch zu diesem Thema geschrieben. Es hei\u00dft &#8220;Im Schlaf&#8221; Erz\u00e4hlungen nach Tr\u00e4umen und da hat der Droschl-Verlag schon am Mittwoch in das neuer\u00f6ffnete Theater &#8220;Nestroy Hof-Hamakom&#8221;  eingeladen.<br \/>\nDas Foyer war, als ich hingekommen bin, sehr voll. Es gab Wein und einige bekannte Gesichter zu entdecken. Also Herbert J. Wimmer die Hand gegeben und mir einen Platz in der zweiten Reihe gesucht.<br \/>\nEs sind auch bald Antonio Fian und der Droschl Lektor auf das Podium gekommen, Rainer G\u00f6tz hat den Erz\u00e4hlband vorgestellt.<br \/>\nEs sind, glaube ich, sechsundf\u00fcnfzig Erz\u00e4hlungen nach Tr\u00e4umen, wobei nicht ganz klar ist, was davon erst im Wachzustand dazugeschrieben wurde, da Antonio Fian keine  Protokolle und keine Deutungen, sondern die Geschichten dazu schreiben wollte.<br \/>\nSigmund Freud und sein ber\u00fchmtes Werk wurde vom Lektor trotzdem mehrmals erw\u00e4hnt, dann griff Antonio Fian zum Buch, lie\u00df es wieder fallen und zog aus seiner Jackentasche den Text &#8220;Buchpr\u00e4sentation&#8221; heraus, den er, wie er sagte, heute erst geschrieben hat und der damit beginnt, da\u00df es um 20. 30 im Theater Nestroyhof eine drei\u00dfigmin\u00fctige Lesung aus seinem neuen Buch mit anschlie\u00dfender Autogrammstunde geben soll, er aber nicht beginnen kann, weil er noch auf den Bundespr\u00e4sidenten und den Bundeskanzler warten m\u00f6chte.<br \/>\nStattdessen kam Wolfram Berger auf das Podium und begann weiter aus dem Buch zu lesen, das viele solcher Tr\u00e4ume hat.<br \/>\nAntonio Fian will irgendeinen ber\u00fchmten Autor \u00fcbersetzen, die siebzehj\u00e4hrige Tochter f\u00e4hrt ihn aber aus der Stadt hinaus, so wird nichts aus der \u00dcbersetzung und auch nichts mit dem Vertrag mit dem Luchterhand-Verlag, da der nur Autoren nimmt, die einen Lastwagenf\u00fchrerschein haben, weil sich der Verlag sein Geld eigentlich durch Transporte verdient.<\/p>\n<div id=\"attachment_1838\" style=\"width: 178px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1838\" class=\"size-medium wp-image-1838\" title=\"20090902-204156\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/20090902-204156.jpg?w=168\" alt=\"Antonio Fian\" width=\"168\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-1838\" class=\"wp-caption-text\">Antonio Fian<\/p><\/div>\n<p>In einem anderen Traum will Fian eine sch\u00f6ne Frau v\u00f6geln und geht mit ihr in ein Privatschwimmbad und mu\u00df zusehen, wie sie ihn vertr\u00f6stet, weil sie zuerst sehr viel sticken mu\u00df.<br \/>\nWerner Koflers &#8220;Guggile&#8221; kommt vor und ein Kritiker, der mit seinen scharfen Bemerkungen die Lesungen immer st\u00f6rt, w\u00e4hrend Antonio Fian Werner Koflers Pullover w\u00e4scht, sie aber nicht b\u00fcgeln will und am Schlu\u00df gibt es den Bundespr\u00e4sidenten Burger und den Bundeskanzler Menasse (wenn ich die Namen nicht verwechsle), weil es die Republik \u00d6sterreich seit 2001 nicht mehr gibt und man sich diese \u00c4mter um viel Geld kaufen kann.<br \/>\nDem Publikum hat es gefallen und es wurde viel gelacht dabei, w\u00e4hrend ich mir wieder einmal dachte, da\u00df ich meine Tr\u00e4ume, da\u00df ich zum Beispiel nach Stockholm zum Nobelpreis fahre, aber zu sp\u00e4t komme, weil dort der K\u00f6nig schon l\u00e4ngst Antonio Fian die Krone \u00fcbergeben hat, wahrscheinlich nicht bei Droschl ver\u00f6ffentlichen kann und  bei einer Lesung auch nicht so viel Publikum kommt, solche Geschichten aber schreiben kann und auch schon geschrieben habe.<\/p>\n<p>Es war aber trotzdem eine sch\u00f6ne Veranstaltung und ein sch\u00f6ner Saisonauftakt nach soviel Sommerfrische.<br \/>\nEs gab ein tolles Buffet mit Truthahn, Feigen, Weintrauben, K\u00e4se und ich habe zuerst meine Psychologenkollegin Brigitte Juen getroffen, die gekommen ist, weil sie im selben Haus wie Antonio Fian wohnt.<br \/>\n\u00dcberschneidungen zwischen meinem literarischen und psychologischen Bekanntenkreis gibt es nur selten, scheinen die Psychologen und die Psychiater, die ich kenne, ja eher zu Lesungen zu gehen, wenn sie die Autoren pers\u00f6nlich kennen, was auch nicht uninteressant ist.<br \/>\nDanach bin ich in den Keller hinuntergegangen und habe mir die Wehrmachtsausstellung &#8220;Was damals Recht war&#8221; angeschaut, die am 1. September er\u00f6ffnet wurde, da an diesem Tag vor 70. Jahren der 2. Weltkrieg begonnen hat und habe mir die hundertj\u00e4hrige Geschichte des j\u00fcdischen Theaters, das es jetzt im Nestroyhof wieder geben wird, durchgelesen.<br \/>\nEin viel ernsteres Thema als Antonio Fians Tr\u00e4ume, aber auch sehr interessant.<br \/>\nIm Theater war die Stimmung gut und viel Prominenz zu sehen, die auch mit mir gesprochen hat.<br \/>\nSo habe ich mich mit Karin Fleischanderl \u00fcber den Bachmannpreis unterhalten, Bernhard Strobel nach seinem neuen Buch gefragt, mich von Alfred mit Antonio Fian fotografieren lassen und die Verlegerin Annette Knoch, auf das Longlistenbuch angesprochen, weil sie mit Thomas Stangl ja auch auf dieser Liste steht.<\/p>\n<div id=\"attachment_1852\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1852\" class=\"size-medium wp-image-1852\" title=\"20090903-181252\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/20090903-181252.jpg?w=300\" alt=\"Lesung\" width=\"300\" height=\"168\" \/><p id=\"caption-attachment-1852\" class=\"wp-caption-text\">Lesung<\/p><\/div>\n<p>Donnerstagabend ging es weiter mit dem Schlafen, in der alten Schmiede, mit einer sehr komplizierten Gruppendynamik und vielen bekannten Gesichtern. Es haben sich zwar nicht alle \u00fcber mein Kommen gefreut, denn es waren viele da, die offenbar nicht mit mir k\u00f6nnen, so da\u00df ich mich nachher im Cafe Engl\u00e4nder ziemlich unbehaglich f\u00fchlte. Erika Kronabitter hat mich aber lieb begr\u00fc\u00dft, Petra Ganglbauer, G\u00fcnter Vallaster, Marietta B\u00f6ning, Judith Gruber-Rizy und Ruth Asp\u00f6ck, die ja \u00fcbermorgen mit dem Schiff zum Donau-Delta f\u00e4hrt und daher weder zum Volksstimmefest noch zur Poet Night kommt, waren da. Sp\u00e4ter habe ich noch Hilde Langthaler, Hilde Schm\u00f6lzer und Manfred Chobot gesehen.<br \/>\nZwei Texte zum Thema Schlaf. Erika Kronabitters &#8220;Viktor&#8221; und Susanne Ayoubs Monolog mit dem Zitat: &#8220;Ich habe mir den Schlaf nicht verdient, ich mu\u00df ihn mir kaufen&#8221;, f\u00fchrten  zu der Diskussion mit einer Spezialistin zum Thema Schlaf in der Literatur des  Mittelalters, das gibt es und einem neurophysiologischen Schlafforscher hin\u00fcber.<br \/>\nVom Schlaf als Schuld und M\u00fc\u00dfiggang, wie man es fr\u00fcher nannte, zu der schlaflosen Gesellschaft, wo sich die Schlaflosen in ihren Betten w\u00e4lzen und die Psychopharmafirmen und die Bettenstudios an ihnen Geld verdienen.<br \/>\nInteressant der Aspekt und das Zitat, das Christa Nebenf\u00fchr von Heinrich Mann erw\u00e4hnte, n\u00e4mlich da\u00df, wenn man mit dem Manuskript nicht weiterkommt, ein Mittagsschlaf von zwanzig Minuten helfen kann,  Klarheit in die unscharfen Szenen zu bringen.<br \/>\nDas mu\u00df ich einmal ausprobieren, liege ich ja oft genug schlaflos im Bett herum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schlafes Krise? 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