{"id":1871,"date":"2009-09-07T01:21:57","date_gmt":"2009-09-06T23:21:57","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1871"},"modified":"2009-09-07T01:21:57","modified_gmt":"2009-09-06T23:21:57","slug":"linkes-wort-und-volksstimmefest-09","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1871","title":{"rendered":"Linkes Wort und Volksstimmefest 09"},"content":{"rendered":"<p>Nach einem zur\u00fcckbekommenen Mail, in dem ich meine Befindlichkeit bez\u00fcglich der Donnerstagslesung ausdr\u00fccken wollte, war ich dieses Wochenende auf dem Volksstimmefest, wo die Gruppendynamik gl\u00fccklicherweise etwas besser war.<br \/>\nDas Wetter war auch sch\u00f6n, am Sonntag mehr, am Samstag weniger, wo es meistens regnet und die zwanzig Jahre danach haben auch f\u00fcr mich einen realen Bezug.<br \/>\nHabe ich ja ab 1989 mehr oder minder regelm\u00e4\u00dfig beim linken Wort gelesen. Am Samstag auf der European Left-B\u00fchne, die einmal Jura-Soyfer-B\u00fchne hie\u00df, da gab es auch lange Zeit das  ber\u00fchmte Jura Soyfer Portrait zu sehen.<br \/>\nDas Thema, zu dem es bald eine Anthologie geben soll, hei\u00dft &#8220;Wir retten ein System&#8221;, deshalb habe ich mir auch den Beginn von &#8220;Sophie Hungers Krisenwelt&#8221; ausgesucht, weil die ja ihre Ich-AG zu retten versucht, obwohl es ein eher kurzes Kapitel ist.<br \/>\nBeim Korrigieren letzte Woche habe ich zwar gedacht, da\u00df eine der Felix Baum Szenen auch gut passen w\u00fcrde, es kam aber die Information, da\u00df die Texte bereits layoutiert werden und Roman Gutsch hat mir auch die Fahnen  am Samstag \u00fcbergeben, so da\u00df ich die verlesen habe.<\/p>\n<div id=\"attachment_1873\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1873\" class=\"size-medium wp-image-1873\" title=\"20090905-153408\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/20090905-153408.jpg?w=300\" alt=\"Lesung\" width=\"300\" height=\"168\" \/><p id=\"caption-attachment-1873\" class=\"wp-caption-text\">Lesung<\/p><\/div>\n<p>Die Textzusammenstellung war wieder interessant, eine gelungene Mischung von neuen jungen und schon bekannten Linke-Wort Autoren.<br \/>\nSo hat G\u00fcni Noggler mit einem sehr politischen Text begonnen, in dem es um die Innenministerin, die Gewalt in der Familie und das Komatrinken ging, dann wurde es poetisch mit Stephan Schmitzer, dem Grazer Jungautor, der mit Max H\u00f6fler, ebenfalls ein junger Grazer, den ich von &#8220;Rund um die Burg&#8221; kenne, weil er dort einmal einen Poetry Slam gewonnen hat, lesen sollte. Aber der war nicht da, sondern hat  eine &#8220;Golem&#8221; genante Roboterpuppe, neben mich setzen lassen und Stephan Schmitzer hat das Tonband bedient. Junge experimentelle Textlyrik. Dann kam ich mit meiner Ich-AG, der Freisetzung einer Lektorin, die sich daraufhin totzustellen versucht.<\/p>\n<p>Nach mir las Hilde Schm\u00f6lzer \u00fcber die \u00d6ko-Feministinnen, die die Krise schon vor dreizehn Jahren voraussagten und Alternativen dazu anzubieten h\u00e4tten, danach kam Hilde Langthaler mit den &#8220;Schinkenfleckerln&#8221;, die ihre kleine Gro\u00dfmutter in den Drei\u00dfigerjahren der ersten Wirtschaftskrise immer kochte. Fritz Spielmann hat das Lied dazu geschrieben, das Hermann Leopoldi gesungen hat.<br \/>\nManfred Bauer las aus seinem dritten Krimi und zwar wird ein Kind in Bad Tatzmannsdorf aus einem Zirkus entf\u00fchrt und nat\u00fcrlich sollen es die Zigeuner gewesen sein.<br \/>\nHelmut Rizys Text &#8220;Operation Ruhe und Ordnung&#8221;, bezog sich auf die Unruhen und die Gewaltattacken, die der Maiaufmarsch heuer in Linz  ausl\u00f6ste. Dann gabs noch Martin Just &#8220;Frederic und Friederike und wie es mit der Revolution doch (nicht) funktionieren kann&#8221; und die  Literaturgruppe Narrenfreiheit.<br \/>\nDie Lesung von Irina Valtscheva ist ausgefallen, weil sie ein Opfer von Sky-Europe wurde, was f\u00fcr die Wirtschaftskrise, bzw. die Systemrettung auch ganz sch\u00f6n bezeichnend ist und Lidio Mosca Bustamante hat am Sonntag gelesen.<br \/>\nNachher gabs Kaffee und Kuchen und am Abend auf der diesmaligen Jury-Soyfa-B\u00fchne, die Schmetterlinge &#8211; Collage &#8220;Jura Soyfer &#8211; verdr\u00e4ngte Jahre&#8221;, die der Alfred schon in der Volkshochschule gesehen hat. Das war wieder  interessant, die erste Krise pur, nur das Dachau Lied wurde ausgelassen, weil es nicht zu dem L\u00e4rm, den der Vergn\u00fcgungspark gegen\u00fcber ausl\u00f6ste, passte und am Sonntag ging es weiter mit dem Linken Wort.<br \/>\nDa bin ich zwar zu sp\u00e4t gekommen, so da\u00df ich Lale Rodgarkia-Dara ganz und Christoph Aistleitner fast vers\u00e4umte.<br \/>\nJosef Haslinger hat in seinem &#8220;Jammern f\u00fcr Europa&#8221; dar\u00fcber gelesen, wie er als Kind mit seinem Vater einen Ausflug an die tschechoslowakische Grenze machte, um hin\u00fcber zu sehen, wo die Gro\u00dfmutter herstammte, w\u00e4hrend er jetzt mit Auto oder Zug  w\u00f6chentlich \u00fcber Prag nach Leipzig f\u00e4hrt, dort nach Lust und Laune aussteigt, um mit einer Pager Schriftstellerin Kaffee zu trinken, bzw. drei\u00dfig Euro Verwaltungsstrafe zahlen mu\u00df, wenn er seinen Personalausweis vergessen hat, weil der Polizist oder Grenzer bei der Kontrolle nicht an seinem F\u00fchrerschein erkennen kann, ob er ein Europ\u00e4er ist.<br \/>\nElfriede Haslehner hatte eine beklemmende utopische Geschichte namens &#8220;Geisterfahrer&#8221; von M\u00e4nnern mit Dreitageb\u00e4rten und Frauen mit zerrauften Haaren, die mit ihren Autos im Kreis herumfahren, weil es auf der Insel zuviele Autos, aber keine Parkpl\u00e4tze gibt und Eugenie Kain hat sich noch einmal auf den Linzer Maiaufmarsch bezogen.<br \/>\nDie junge Autorengruppe waren Ursula Knoll und Florian Haderer, die mir sehr professionell vorgekommen sind. Phillip Hautmanns Roman klang  fast wie ein Parteiprogramm. Gerald Grassl berichtete, wie man mit Verstand und Computer  Spielcasinos knacken kann, Christian Schreibm\u00fcller und Eugen Bartmer hatten Balladen und den Abschlu\u00df bildete wieder Rolf Schwendter mit seinem &#8220;Wir retten das System&#8221; &#8211; Poem.<br \/>\nDer gab mir gleich das Programm f\u00fcr die Poet-Night am Samstag. Interessant f\u00fcr alle, die wissen wollen, wann ich lese, weil sie mich und meinen &#8220;Wunderbaren Tintentraum&#8221; h\u00f6ren wollen. Es wird um 16.45 sein. Man mu\u00df wegen mir also nicht lang aufbleiben, ich bin die f\u00fcnfte. Nach mir gibts aber noch bis zwei Uhr fr\u00fch ein dichtes Programm mit vielen bekannten oder unbekannten Namen und Gedenklesungen f\u00fcr Elfriede Gerstl und Gert Jonke, die beide regelm\u00e4\u00dfig bei der Poet-Night aufgetreten sind.<br \/>\nAm Volksstimmefest gabs noch mal Kaffee und Kuchen, diesmal eine sehr gute Lemonen-Chili-Torte und ein Konzert vom Kollegium Kalksburg mit einem Auftritt von Antonio Fian als Special Guest mit einem Dramolett vom vorletzten Wiener 1. Mai und einem &#8220;V\u00f6lker h\u00f6rt die Signale,  auf zu einer rauchfreien Welt!&#8221;<br \/>\nUnd als ich vorhin meine mails aufmachte, kam von Jaqueline Vellguth die Nachricht, da\u00df ich beim Traumtintenwettbewerb, einen der Zusatzpreise f\u00fcr die Verkn\u00fcpfung gewonnen habe. Die Siegertexte kann man sich auf der <a href=\"http:\/\/Schreibwerkstatt.de\">Schreibwerkstatt.de<\/a> ansehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einem zur\u00fcckbekommenen Mail, in dem ich meine Befindlichkeit bez\u00fcglich der Donnerstagslesung ausdr\u00fccken wollte, war ich dieses Wochenende auf dem Volksstimmefest, wo die Gruppendynamik gl\u00fccklicherweise etwas besser war. 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