{"id":1961,"date":"2009-09-17T23:54:42","date_gmt":"2009-09-17T21:54:42","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=1961"},"modified":"2009-09-17T23:54:42","modified_gmt":"2009-09-17T21:54:42","slug":"alte-schmiede-und-kurze-liste","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1961","title":{"rendered":"Alte Schmiede und kurze Listen"},"content":{"rendered":"<p>Der Abend in der alten Schmiede kn\u00fcpft perfekt an die Sonntagsdiskussion mit meiner Lieblingskommentiererin \u00fcber die reichhaltige Wiener Literaturszene an, hat doch Ilse Kilic, als Vorvorletzte bei der Poet-Night gelesen und heute ihren bei Ritter erschienenen Prosaband &#8220;Das Wort als sch\u00f6ne Kunst betrachtet&#8221; vorgestellt.<br \/>\nAstrid Poier-Bernhard von der Uni-Graz, das ist die mit dem Sonderzahlband &#8220;Viel Spa\u00df mit Haas&#8221; \u00fcber den Sprachstil von Wolf Haas, hat sie mit den Worten eingeleitet &#8220;Nicht jeder wird Ilse Kilic kennen, aber jedem, der sich in Wien f\u00fcr die zeitgen\u00f6ssischen Literatur interessiert, ist sie bekannt und von einem Lottogewinner gesprochen, der nach Wien kommt, in die alte Schmiede geht und zu ihrer Lesung ger\u00e4t und in dem Kilic Buch geht es, um genau diesen Lottogewinner. Er oder sie kommt nach Wien und wundert sich \u00fcber die Werner Herbststra\u00dfe, die Anita oder Rainer Pichlergasse, die Heimrad B\u00e4ckerstra\u00dfe, die Petra Ganglbauergasse u.u.u., der sehr naive Ich-Erz\u00e4hler, von dem nicht sicher ist, ob er m\u00e4nnnlich oder weiblich ist.<br \/>\nEr oder sie will etwas \u00fcber die Wiener Literatur erfahren, spricht also die  Passanten an und trifft auch gleich auf eine Schriftstellerin, die dem Ich ihr M\u00e4rchen von einem Mondscheinchen, genannt Mo auf der Parkbank vorliest und eine andere Passantin beim B\u00fccher Crossing.<br \/>\nDas Ich wird dann selber Dichter oder Dichterin und ich habe mich bei dieser Buchvorstellung k\u00f6stlich am\u00fcsiert.<br \/>\nEin Buch, das ganz besonders beeindruckend ist, geht es dabei doch \u00fcber mein Lieblingsthema, dem Schreiben in seiner vielf\u00e4ltigen Form, in den vielf\u00e4ltigsten Sprachstilen dargestellt.<br \/>\nKurz eine Einf\u00fchrung zu Ilse Kilic, f\u00fcr die, die sie doch nicht kennen.<br \/>\nMir ist sie solang bekannt, wie ich in der GAV bin, n\u00e4mlich seit 1987, war sie damals dort Sekret\u00e4rin und  hat eine Vielzahl B\u00fccher in ihrem sehr individuellen Sprachstil und Themen, die sich immer wieder mit sehr realistischen Inhalten, n\u00e4mlich ihrer Kindheit, ihrer Krankheit, ihrer Beziehung zu Fritz Widhalm, der Wiener Literaturszene mit ihren experimentellen Dichtern, die  sich im  fr\u00f6hlichen Wohnzimmer und im Gl\u00fccksschweinmuseum treffen, geschrieben.<br \/>\nSie zeichnet, singt und hat mehrere B\u00fccher im Ritter-Verlag herausgebracht. Ich habe einiges von ihr gelesen &#8220;Monikas Chaospotokoll&#8221; oder &#8220;Die R\u00fcckkehr der heimlichen Zwei&#8221; zum Beispiel und war auch schon bei vielen ihrer  Lesungen. Sie veranstaltet seit einigen Jahren auch die xxxxxxx-small Kleinverlagmesse vor Weihnachten im Amerlinghaus.<br \/>\nDie zweite Leserin war Margret Kreidl, ebenfalls eine eher experimentelle Schreiberin, die mit der Sprache und den Lauten spielt und die Sprachformen mischt, Gedichte, Kinderreime, Dialoge, Prosast\u00fccke ect kommen in der Geschichten von den zwei Schwestern Judith und Edith vor,  in der es um ihre Krankheiten, ihre Beziehung und um die Vogelkunde geht und das alles distanziert und nicht festgelegt.<br \/>\nSo hat sie ihren bei Korrespondenzen erschienenen Band &#8220;Eine Schwalbe Falten&#8221; in etwa eingeleitet und das f\u00fchrt zum zweiten Teil meines heutigen Blog-Eintrags, ist sie damit n\u00e4mlich auf die Hotlist der Independentverlage gelangt, dem Gegenst\u00fcck zur Lang-bzw. Kurzliste des deutschen Buchpreises.<br \/>\nVon dieser Liste kenne ich zwar nicht wirklich viele B\u00fccher, eigentlich ist mir au\u00dfer dem Kreidl Buch nur noch Martin Kubaczek bekannt, dessen bei Folio erschienener Roman &#8220;Sorge&#8221;  demn\u00e4chst ebenfalls in der alten Schmiede vorgestellt werden wird.<br \/>\nAber mit der Longlist habe ich mich in den letzten Wochen intensiv besch\u00e4ftigt, meine Kurzlistensch\u00e4tzung abgegeben und mich dabei total versch\u00e4tzt!<br \/>\nBei meiner Mainstreamsch\u00e4tzung, man merkt, ich brauche die Struktur und die bekannten Namen, das war auch bei meinen Juryt\u00e4tigkeiten so, bin ich nur bei Herta M\u00fcller richtig gelegen und glaube noch immer, da\u00df sie die Preistr\u00e4gerin wird, bzw. habe ich bereits f\u00fcr sie gestimmt.<br \/>\nBei allen anderen hatte die Jury andere Ideen und so ist aus \u00d6sterreich  Clemens J. Setz mit seinen &#8220;Frequenzen&#8221; auf der Liste und dann noch B\u00fccher und Autoren, die mir nicht viel sagen.<br \/>\nKathrin Schmidt &#8220;Du stirbst nicht&#8221;, die Geschichte eines Erwachens auf der Intensivstation, klingt aber interessant.<br \/>\nSpannend, wie es weitergehen wird. Christiane Zintzen hat in ihrem Inad\u00e4quat eine kritische Stellungnahme vom Vorantreiben des Leserviehs geschrieben und da f\u00fchle ich mich mit meiner gro\u00dfen Bibliothek der uralten ungelesenen B\u00fccher nicht wirklich angesprochen. Herta M\u00fcller und Kathrin Schmidt w\u00fcrde ich, wie alle B\u00fccher, wenn ich sie geschenkt bekomme,  zwar gerne irgendwann lesen.<br \/>\nIm Augenblick habe ich aber mit dem Oldie aus den F\u00fcnfzigerjahren, der in seiner Neuauflage auf Platz Vier der ORF-Bestenliste lag, begonnen,  von Cornelia Travnicek erfahren, da\u00df  &#8220;F\u00fctter mich&#8221;  verschickt wurde und  bei Amazon von meinem Schreibwerkstatt-Zusatzgewinn, einen Krimi bestellt, der noch nicht erschienen ist.<br \/>\nDie Buch Wien, die wieder im November stattfinden wird, hat ein neues Lesespa\u00dfheftchen herausgebracht, mit dem man um 2.50 statt um 9 Euro hineinkommt, wenn man vorher drei B\u00fccher kauft und ich habe mir vorgenommen, da\u00df ich, wenn ich mit dem Korrigieren bis Ende Oktober fertig werden sollte,  beim Nanowrimowriting mitmachen werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Abend in der alten Schmiede kn\u00fcpft perfekt an die Sonntagsdiskussion mit meiner Lieblingskommentiererin \u00fcber die reichhaltige Wiener Literaturszene an, hat doch Ilse Kilic, als Vorvorletzte bei der Poet-Night gelesen und heute ihren bei Ritter erschienenen Prosaband &#8220;Das Wort als &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=1961\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-1961","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1961","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1961"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1961\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1961"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1961"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1961"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}