{"id":2015,"date":"2009-10-04T00:07:39","date_gmt":"2009-10-03T22:07:39","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=2015"},"modified":"2009-10-04T00:07:39","modified_gmt":"2009-10-03T22:07:39","slug":"sechzig-jahre-jeunesse-und-ubersetzerfest","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2015","title":{"rendered":"Sechzig Jahre Jeunesse und \u00dcbersetzerfest"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende haben wir endlich auf den Hochschwab gehen wollen, deshalb habe ich am Freitag lange meinen Text korrigiert, das Buch besprochen und bin am Samstag sehr fr\u00fch aufgestanden, Cornelia Travniceks &#8220;F\u00fctter mich&#8221; in den Rucksack gepackt, um loszufahren. Nur leider ist das Auto nicht angesprungen.<br \/>\nSo habe ich mich auf meinen Besuch in der Augustin Schreibwerkstatt vorbereitet und die Einladungen f\u00fcr mein Geburtstagsfest ausgedruckt und in Kuverts gesteckt.<br \/>\nIm Radio gaben sie st\u00e4ndig durch, da\u00df im Museumsquartier  &#8220;Sechzig Jahre Jeunesse&#8221; mit halbst\u00fcndigen live Konzerten und einer gro\u00dfen Party gefeiert werden w\u00fcrde und dann war noch das Hieronymusfest der \u00dcbersetzergemeinschaft im Literaturhaus.<br \/>\nSo bin am Nachmittag ins Museumsquartier gegangen und dort war es toll. Im Hof eine B\u00fchne und ein Programm, bei dem es mir \u00e4hnlich, wie Frau Heidegger bei der Poet Night gegangen ist. Lauter tolle Gruppen in einem halbst\u00fcndigen Rhythmus und ich habe nichts davon gekannt, da die Musik bei mir nur sekund\u00e4r l\u00e4uft. Ich h\u00f6re zwar viel \u00d61, aber da h\u00f6re ich oft nicht hin und bei Konzerten denke ich mir oft meine eigenen Szenen aus und das habe ich auch am Nachmittag getan, denn ich habe schon wieder Pl\u00e4ne f\u00fcr das N\u00e4chste.<br \/>\nEs war aber trotzdem eine tolle Lernerfahrung. Zuerst gabs die Jazzwerkstatt, dann kam eine tolle slowenische S\u00e4ngerin, ein Vokalquartet, dann spielte Johannes Maria Bogner &#8220;Bach&#8221; auf dem Clavicord, nach dem Quadriga Consort bin ich gegangen. Nach jeder Auff\u00fchrung riefen die Auftretenden &#8220;Alles Gute zum Geburtstag, Jeunesse!&#8221;, was mich an die Blog-Geburtstage erinnert hat und das Tolle waren die vielen Kinder, die vor der B\u00fchne spielten und gelegentlich &#8220;J\u00f6, schau, die Mama!&#8221;, riefen.<br \/>\nUnd Literarisch war nicht nur Maja Osojnik, die die grauslichen Gedichte eines slowenischen Dichters vom Herz aus der Brust schneiden und der ewigen Mutterliebe sang, sondern auch Helmut Rizy, der eifrig fotografierte, aber, da\u00df sich der und Judith Gruber f\u00fcr die Jeunesse Konzerte interessieren, war mir schon bekannt.<br \/>\nIch bin nach sieben gegangen, um nicht zu sp\u00e4t ins Literaturhaus zu kommen. Es war auch schon ein bi\u00dfchen kalt, obwohls mir sehr gefallen hat. Im Literaturhaus habe ich mich ein bi\u00dfchen fremd gef\u00fchlt, denn es war die \u00f6ffentliche Abschlu\u00dfveranstaltung der \u00dcbersetzergemeinschaft und die haben ein Buch pr\u00e4sentiert und an ihrem Selbstbild gearbeitet. Da\u00df die literarischen \u00dcbersetzer, um ihr Image k\u00e4mpfen, war mir schon von den IG-Sitzungen bekannt. Das passt zum gestrigen Eintrag, obwohl ich es von der Autorenseite sehe. N\u00e4mlich ein bi\u00dfchen als Gefahr, da\u00df der \u00dcbersetzer aus dem Text nach Lust und Laune, Geschick oder Ungeschick etwas anderes machen kann und man merkt es nicht.<br \/>\nEin bi\u00dfchen was dar\u00fcber habe ich einmal bei einem Jelinek Symposium geh\u00f6rt, wo die \u00dcbersetzer erz\u00e4hlt haben, wie sie &#8220;Gier&#8221; oder &#8220;Die Klavierspielerin&#8221; auf franz\u00f6sisch \u00fcbersetzt und was daran ver\u00e4ndert haben. Und ich bin ja auf Hindi \u00fcbersetzt und habe den \u00dcbersetzer Amrit Mehta kennengelernt, der auch auf dieser Jelinek-Tagung war und inzwischen &#8220;Lust&#8221; \u00fcbersetzt und was meine &#8220;Zeitungsmeldung&#8221; in der ersten \u00d6sterreich-Anthologie auf Hindi &#8220;Videsh&#8221; betrifft, bin ich mir inzwischen nicht mehr sicher, ob ich damit zufrieden bin und dann gibts noch das Schreckerlebnis mit dem &#8220;Eine Stadt-ein Buch&#8221;, &#8220;La\u00dft die B\u00e4ren los&#8221; von John Irving, das so schlecht \u00fcbersetzt war, da\u00df ich den Sinn nicht mehr verstanden habe. Das w\u00e4ren die Schattenseiten der \u00dcbersetzung, die \u00dcbersetzer sehen das nat\u00fcrlich anders und leiden darunter, da\u00df sie unterbezahlt sind, schlechte Vertr\u00e4ge haben und oft nicht namentlich genannt werden.<br \/>\nSie haben eine neue Homepage eingerichtet und dann gibt es zwei \u00dcbersetzer, die Romane sammeln, in denen \u00dcbersetzer, die Hauptrolle spielen. Einige wurden vorgestellt und das war interessant, denn da gibt es einen offenbar noch nicht auf Deutsch erschienenen Roman eines \u00dcbersetzers, der sich von den Autoren, die Romane f\u00fcr seine \u00dcbersetzungen nach seinen W\u00fcnschen schreiben l\u00e4\u00dft, weil er mit den Vorlagen nicht zufrieden ist und wenn sich die Autoren seinen W\u00fcnschen widersetzen, lie\u00df er sie beseitigen. Die omnipotenten Phantasien eines begnadeten \u00dcbersetzers und ein bi\u00dfchen hat mich das an die Diskussionen erinnert, die ich von den Psychotherapeutentreffen kenne. Also die andere Seite, obwohl auch viele Autoren \u00fcbersetzen und ich einige bekannte Gesichter getroffen habe, Daniela Beuren zum Beispiel. Das Buffet war reichhaltig,  der Wein zu bezahlen, auch etwas, was bei den literarischen Veranstaltungen nicht \u00fcblich ist. Sonst war viel los in Wien, die lange Nacht der Museen, zum Beispiel, aber da habe ich die Berichterstattung nur im Radio geh\u00f6rt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende haben wir endlich auf den Hochschwab gehen wollen, deshalb habe ich am Freitag lange meinen Text korrigiert, das Buch besprochen und bin am Samstag sehr fr\u00fch aufgestanden, Cornelia Travniceks &#8220;F\u00fctter mich&#8221; in den Rucksack gepackt, um loszufahren. 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