{"id":2092,"date":"2009-10-22T00:53:34","date_gmt":"2009-10-21T22:53:34","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=2092"},"modified":"2009-10-22T00:53:34","modified_gmt":"2009-10-21T22:53:34","slug":"literarischer-schreibunterricht-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2092","title":{"rendered":"M\u00f6glichkeit und Grenzen literarischen Schreibunterrichts"},"content":{"rendered":"<p>Der zweite Teil des Themenschwerpunktes zur literarischen Praxis, war sehr gekonnt zusammengestellt. Ein Kompliment an Barbara Zwiefelhofer oder wer die Idee dazu hatte, denn das ist ja ein heikles Thema, h\u00f6rt man doch immer noch, da\u00df man Schreiben gar nicht lernen kann oder, da\u00df man es, wie mir gestern eine Dame sagte, in der Schule mit den Gliederungen der Deutschaufs\u00e4tze lernt.<br \/>\nMan mu\u00df es trotzdem tun und seit ein paar Jahren spricht sich das auch bei uns mehr oder weniger herum und so boten die zwei Abende  eine sehr interessante, wenn auch hierarchisch gegliederte Zusammenfassung.<br \/>\nEs war voller als gestern, man sieht das Thema interessiert und das kam auch bei der Ex-Libris Diskussion am Schlu\u00df heraus.<br \/>\nZuerst hielt aber Marlen Schachinger einen Vortrag in dem die kreativen Schreiblehrg\u00e4nge der Universit\u00e4t von Iowa vorgestellt wurden. Denn das Ganze kommt ja aus Amerika, dort lernt man creativ writing schon l\u00e4nger an den Universit\u00e4ten.  Josef Haslinger, der auch dort war, hat es nach Europa oder Leipzig gebracht und das Literurhaus bot, wie Barbara Zwiefelhofer sagte, eine Informationsb\u00f6rse an, wo Christa Nebenf\u00fchr,  Friedrich Hahn,  die Volkshochschulen und das Institut f\u00fcr Schreibp\u00e4dagogik ihre Prospekte auslegten.<br \/>\nDann wurden die verschiedenen Schreibmodelle vorgestellt, die es bei uns gibt, beginnend mit der Schule f\u00fcr Dichtung, die Christian Ide Hintze gegr\u00fcndet hat.<br \/>\nG\u00fcnther Vallaster stellte sein Buch &#8220;Das literarische Sprachlabor&#8221; vor. Gustav Ernst die Leondinger Akademie f\u00fcr Literatur, Sabine Scholl den neugegr\u00fcndeten Lehrgang an der Angewandten und Petra Ganglbauer den Lehrgang Wiener Schreibp\u00e4dagogik, alles eher experimentell und bis auf die Wiener Schreibp\u00e4dagogik auch ziemlich elit\u00e4r.<br \/>\nMan mu\u00df sich bewerben, beim Lehrgang f\u00fcr Sprachkunst haben das  375 Personen getan, 16 wurden genommen, bei Gustav Ernst Akademie mu\u00df man ordentlich zahlen, kann dann acht Monate studieren, wird aber auch ausgew\u00e4hlt, beim Lehrgang f\u00fcr Schreibp\u00e4dagogik ist es, glaube ich, bez\u00fcglich Auswahl nicht so schwierig, zahlen mu\u00df man aber auch recht viel und wird daf\u00fcr als Multiplikator ausgebildet, das hei\u00dft, man kann sein Wissen in Schreibworkshops und an Schreibwerkst\u00e4tten weitergeben.<br \/>\nDie realistischen Ans\u00e4tze, wie die Augustin Schreibwerkstatt oder auch die AGA der Barbara Neuwirth fehlten,  das wurde bei der Diskussion auch angemerkt, es ist aber sicher ein interessantes Thema und in der Pause war der Tisch mit dem Infomateralien auch sehr  gut besucht.<br \/>\nDanach wurde es noch elit\u00e4rer. Es kam n\u00e4mlich Peter Zimmermann um mit Josef Haslinger, Uwe Heldt und Michael Kr\u00fcger eine Ex-Libris Sendung auszunehmen und da wurde als erstes beklagt, da\u00df soviele Leute schreiben.<br \/>\n&#8220;Jeder will das!&#8221;, st\u00f6hnte der ber\u00fchmte Autor und Verleger, dabei denke ich, da\u00df 375 bzw. 479, die sich in Leipzig bewarben, gar keine so gro\u00dfe Zahl ist. Ich finde es bekannterma\u00dfen schade, da\u00df so wenige Bewerber genommen werden, aber die d\u00fcrften, wie Josef Haslinger aus der Schule plauderte, die ehrgeizigsten sein, die die drei Studienjahre zum Austausch n\u00fctzen, im dritten wird der Roman oder der Erz\u00e4hlband geschrieben, der auch das Verlagsgutachten bekommt und die H\u00e4lfte der Leute, habe ich verstanden, schaffen es, bei gro\u00dfen Verlagen unterzukommen.<br \/>\nVerena Rossbacher ist ein Beispiel des Erfolgs. Josef Haslinger will den anderen gern eine journalistische Ausbildung anbieten, aber das wollen die Studenten nicht und Peter Zimmermann meinte, da\u00df bei den meisten Verlagsvorschauen, schon ein Studium in Leipzig oder Hildesheim angef\u00fchrt steht, das b\u00fcrgt den \u00fcberforderten Verlagen offenbar die Qualit\u00e4t.<br \/>\nIn \u00d6sterreich ist das wahrscheinlich anders, da gibt es keine gro\u00dfen Verlage und \u00d6sterreich verschwindet, wie man in Klagenfurt merkt, auch hinter dem gro\u00dfen Deutschland, obwohl sich im Vergleich, viel mehr Leute f\u00fcr Wien, als f\u00fcr Leipzig bewarben.<br \/>\nInteressant auch, da\u00df der sehr selbstbewu\u00dfte Michael Kr\u00fcger, am Schlu\u00df die Frage, was denn mit den abgelehnten anderen geschieht, stellte und der Agent Uwe Heldt verwies auf die Schreibforen im Internet, wo sich vermutlich die restlichen Autoren tummeln, was auch gut ist, denn Schreiben ist ja, soll Gustav Ernst oder H.C. Artmann gesagt haben, kein Beruf, sondern eine Lebensform und, da\u00df die vielleicht nicht so erfolgreichen Autoren ihr Wissen in Schreibwerkst\u00e4tten und Literaturworkshops weitergeben ist auch klar oder sie bloggen, wie ich und das ist auch eine interessante Nische seinen Drang zum Schreiben zu verwirklichen, \u00fcber die es vielleicht ebenfalls eine Veranstaltung geben sollte und etwas fehlt noch, wie in der Diskussion angemerkt wurde, die Schreibseminare f\u00fcr das bessere Deutsch, der \u00fcbrigen Akademiker, Michael Kr\u00fcger f\u00fchrte die Philosophen als Beispiel an, aber da bietet ja das Writersstudio Hilfe an, das sich auch, um die Schreibblokaden der Studenten k\u00fcmmert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der zweite Teil des Themenschwerpunktes zur literarischen Praxis, war sehr gekonnt zusammengestellt. 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