{"id":2160,"date":"2009-11-08T23:42:43","date_gmt":"2009-11-08T22:42:43","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=2160"},"modified":"2009-11-08T23:42:43","modified_gmt":"2009-11-08T22:42:43","slug":"exilliteratur-im-dilemma","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2160","title":{"rendered":"Exilliteratur im Dilemma"},"content":{"rendered":"<p>Das Wochenende war, wie erwartet intensiv und keine Zeit f\u00fcr nanowrimo, denn, wie meist um meinen Geburtstag, war die Literatur im Herbst. Meistens war ein osteurop\u00e4isches Land das Thema, voriges Jahr war es die Ukraine, diesmal hie\u00df es Dilemma 89 und das habe ich noch immer nicht ganz verstanden, aber nat\u00fcrlich ging es um den Mauerfall und die Ver\u00e4nderungen in Osteuropa. Ich bin aber nicht oft dort gewesen, denn begonnen hat es am Freitag, zeitgleich mit dem literarischen Geburtstagsfest. Da h\u00e4tte Richard Wagner, der Ex-Mann von Herta M\u00fcller die Er\u00f6ffnungsrede halten sollen. Er hat abgesagt, die Rede war aber in Ausz\u00fcgen im Standard enthalten. Diesmal gab es an den Vormittagen ein sogenanntes Rewriting History in der alten Schmiede und zwar wurden da am Samstag zwei B\u00fccher von Eva Horn und Peter Waterhouse vorgestellt, das Thema war der Krieg, der kalte und der geheime und es ging um Spionageabwehr. Bei Peter Waterhouse ist mir, wie schon bei der Laudatio f\u00fcr Michael Hammerschmid, seine sensible aber auch kritische Art, die Dinge zu betrachten, aufgefallen. Diesmal ging es um die Verst\u00f6rung durch Zweisprachigkeit und um die Spionaget\u00e4tigkeit eines Vaters und eines Sohnes, der dessen Aufzeichnungen nach oder auch schon vor seinem Tod findet. Leider mu\u00dfte ich fr\u00fcher weg, habe ich mich mit Alfred und Anna doch am Naschmarkt zum Geburtstagsessen getroffen und meine Geburtstagsgutscheine vom Leiner und der gr\u00fcnen Erde eingel\u00f6st.<br \/>\nIm Odeon gab es am Nachmittag eine Lesung eines slowakischen und eines ungarischen Dichters Anton Hyksch und Otto Tolnai, die mir beide nichts sagten, der eine schreibt historische Romane, beim anderen hat sich mir die Metapher von rosa Flamingos f\u00fcr die Berliner Kanalsysteme eingepr\u00e4gt. Offenbar war der rosa Faden, die Beziehung, die die ausgew\u00e4hlten Dichter zu 1989 haben. Da\u00df sich daraus verschiedene Dilemma ergeben, ist klar. <\/p>\n<div id=\"attachment_2161\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2161\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/20091107-210115.jpg?w=300\" alt=\"Preistr\u00e4gerInnen\" title=\"Preistr\u00e4gerInnen\" width=\"300\" height=\"168\" class=\"size-medium wp-image-2161\" \/><p id=\"caption-attachment-2161\" class=\"wp-caption-text\">Preistr\u00e4gerInnen<\/p><\/div>\n<p>Es folgte Josef Haslinger mit zwei Artikeln, einen von 1993, den er f\u00fcrs Profil geschrieben hat und einen neuen und verwirrte mich durch die Feststellung, da\u00df er zwar gegen die EU gewesen ist, sie aber akzeptieren mu\u00df, weil zwei Drittel der \u00d6sterreicher daf\u00fcr stimmten. Da habe ich energisch den Kopf gesch\u00fcttelt, weil ich denke, da\u00df eine solche Denkweise gef\u00e4hrlich werden kann. Vorher habe ich Robert Eglhofer im Publikum entdeckt und bin mit ihm ins Amerlinghaus gegangen, weil dort die Exilliteraturpreise verteilt wurden und das ist eine Veranstaltung, zu der ich regelm\u00e4\u00dfig gehe, weil erstens f\u00fcr die das wissen wollen, ein tolles Buffet, warm und multikulti, aber auch, weil sich immer deutlicher herausstellt, da\u00df man dort Leute kennenlernt von denen man sp\u00e4ter noch viel h\u00f6rt. So zum Beispiel Cornelia Travnicek, Julya Rabnowisch hat inzwischen den Rauriser Literaturpreis bekommen, Seher Cakir ein Staatsstipendium, Gzegorz Kielawski war heuer in der Jury und wurde in die GAV aufgenommen, Sandra Gugic, die \u00dcber- bzw. Unterqualifizierte, hat voriges Jahr gewonnen, etc.<br \/>\nChrista Stippinger hat bei ihrer Einleitungsrede darauf hingewiesen, da\u00df das auch ein Ziel dieses Literaturpreises f\u00fcr Menschen mit Migrationshintergrund ist, die T\u00fcre zum Literaturbetrieb zu \u00f6ffnen und sie engagiert sich sehr daf\u00fcr. Sie schenkt mir auch immer die Anthologie, so da\u00df ich mich in die Texte der neuen Preistr\u00e4ger einlesen und mir die Namen merken kann, wenn ich sie f\u00fcr sp\u00e4ter brauche und es waren auch wieder interessante Texte.<\/p>\n<div id=\"attachment_2164\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2164\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/20091108-205145.jpg?w=300\" alt=\"Ilja Trojanow\" title=\"Ilja Trojanow\" width=\"300\" height=\"168\" class=\"size-medium wp-image-2164\" \/><p id=\"caption-attachment-2164\" class=\"wp-caption-text\">Ilja Trojanow<\/p><\/div>\n<p>Dann gab es ein Konzert der grup safran mit armenischen, t\u00fcrkischen und kurdischen Liedern und heute ist es in der alten Schmiede mit einer Diskussion mit Alfred Gusenbauer zu Timothy D. Snyders Buch &#8220;Der K\u00f6nig der Ukraine &#8211; Die geheimen Leben des Wilhelm von Habsburg&#8221;, weitergegangen. Am Nachmittag las Dragan Velikic, der noch ein paar Tage serbischer Botschafter ist, aus dem &#8220;Russischen Fenster&#8221; und meinte, da\u00df das n\u00e4chste Buch mehr Fiction enthalten soll. Ich habe &#8220;Dante-Platz&#8221; gelesen und ihn auch schon in der alten Schmiede geh\u00f6rt. Danach wurde es immer voller, alle wollten Herta M\u00fcller h\u00f6ren, die um acht lesen sollte, aber von Ilija Trojanow vertreten wurde, der auch die Laudatio des Franz Werfel Preises hielt, den sie vorige Woche bekommen hat, er hat von Ersch\u00f6pfung und Schlafst\u00f6rungen durch starke R\u00fcckenschmerzen gesprochen und zwei Stellen vorgelesen. Das Buch liegt auf meinem Klo, ich werde es lesen, sobald ich mit dem Nanowrimo fertig bin und zum Signieren habe ich es ohnehin nicht mitgenommen.<br \/>\nDie Absage Herta M\u00fcllers und die Entt\u00e4uschung dar\u00fcber war ein gro\u00dfes Thema beim Gespr\u00e4ch danach, wie lange das schon die Veranstalter schon wu\u00dften und es nicht sagten, um das Odeon zu f\u00fcllen, Robert Eglhofer hat es ja schon gestern vermutet. Anni B\u00fcrkl habe ich gesehen, Toni Gruber und noch viele Stammbesucher. Morgen habe ich f\u00fcr den Nanowrimo wieder etwas Zeit, bevor ich zur Lesefestwochener\u00f6ffnung gehe. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wochenende war, wie erwartet intensiv und keine Zeit f\u00fcr nanowrimo, denn, wie meist um meinen Geburtstag, war die Literatur im Herbst. 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