{"id":2270,"date":"2009-11-28T23:27:05","date_gmt":"2009-11-28T22:27:05","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=2270"},"modified":"2009-11-28T23:27:05","modified_gmt":"2009-11-28T22:27:05","slug":"laut-lauter-lyrik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2270","title":{"rendered":"laut lauter lyrik"},"content":{"rendered":"<p>Erich Fried Tage 2009, die Veranstaltung der internationalen Erich Fried Gesellschaft im Wiener Literaturhaus mit einem viert\u00e4gigen Literaturfest, das den unersch\u00f6pflichen Ausdruck von Lyrik in allen ihren Seiten und Facetten beleuchtete, aber eigentlich hat es schon  mit der Ausstellung &#8220;Alles Liebe und Sch\u00f6ne, Freiheit und Gl\u00fcck&#8221; &#8211; Briefe von und an Erich Fried begonnen.<br \/>\nDie Buchpr\u00e4sentation am Mittwoch habe ich vers\u00e4umt, weil ich im Nanowrimo Fieber alles nicht unbedingt N\u00f6tige ausgeblendet habe und  Donnerstags war ich in der alten Schmiede, um ein eigenes St\u00fcck Literaturgeschichte zu erleben und  daher die Performance von Saul  Williams  vers\u00e4umt.<br \/>\nEs hat f\u00fcr mich also erst gestern Nachmittag mit dem Thema &#8220;Die Freiheit dern Mund aufzumachen &#8211; wenn Lyrik eine Botschaft hat&#8221;, bzw., der sehr beeindruckenden Performance von Yuri  Lane aus Chicago  begonnen.<br \/>\nDas ist ein Schauspieler und Wortk\u00fcnstler mit Hut, der einen Ausschnitt aus seinem Hip-Hop-Musical &#8220;Von Tel Aviv to Ramallah&#8221; zeigte, das was wirklich sehr beeindruckend war. So etwas habe ich noch nie gesehen. Da ist einer herumgeh\u00fcpft und hat seinen K\u00f6rper als Maschinengewehr, Hubschrauber etc. ben\u00fctzt.<br \/>\nDann gabs eine Diskussion zu dem bewu\u00dften Thema, bzw. eine Pause, weil erst die Technik adaptiert werden mu\u00dfte, mit Saft und Wasser und einer Automatenliteraturaktion, wo man sich in einem dieser Fotoautomaten fotografieren lassen konnte und Thomas Ballhausen, J\u00f6rg Zemmler, Sophie Reyer, bzw.  Judith Pfeiffer sa\u00dfen im Hintergrund vor einem Computer und schrieben eine Textzeile auf die R\u00fcckseite des Fotos und der, der im Automaten sa\u00df, sollte &#8220;Los!&#8221; schreien, bzw. sich auf die Nase greifen, wenn er fotografierbereit war und da die R\u00fcckmeldung fehlte, habe  ich mein Foto erst heute  mit einem starren Gesichtsausdruck und dem Satz &#8220;Was in meinem Kopf ist wei\u00df nur er selbst&#8221;, von wahrscheinlich J\u00f6rg Zemmler, den ich nicht kenne, gefunden.<br \/>\nLyrik also in allen ihren Formen, das ber\u00fchmte Fried Bild von der Heide Heide auf der Literaturhauswand fehlte, Robert Huez sagte mir, es wurde heute in der Bibliothek aufgeh\u00e4ngt, aber das Plenum eins unter der Moderation von Klaus Amann mit Esther Dischereit, der heurigen Preistr\u00e4gerin,  Robert Schindel, Nora Iuga aus Rum\u00e4nien, Visar Zhiti aus Albanien und Barbara Hindegger war sehr interessant.<br \/>\nZwei Nachkommen von Holocaust-Betroffenen, die ihr Leben im Versteck und Untergrund begannen und zwei Autoren, die aus L\u00e4ndern kommen, in denen lang die Freiheit verboten war.<br \/>\nNora Iuga las trotzdem ein in der Rum\u00e4nischen Diktatur erschienenes, sehr offenes Gedicht vor, w\u00e4hrend Visar Zhiti, der von Andrea Grill \u00fcbersetzt wurde, wegen eines solchen Gedichtes jahrelang im Gef\u00e4ngnis war.<br \/>\nWie Barbara Hundegger dazu passte, habe ich nicht ganz verstanden, sie ist aber eine bekannte \u00f6sterreichische Avantgarde Dichterin.<br \/>\nDas Plenum II besch\u00e4ftigte sich mit den verschiedenen Spielarten der Poesie. Geleitet hats der Josef Haslinger, der Yuri Lane nach Wien gebracht hat, es gab dann noch einen ber\u00fchmten deutschen Poetry Slammer, der auch diese Text Box erfunden hat, bzw. dort mitarbeitet, mir im Vergleich zu Yuri Lane und Markus K\u00f6hle, den Slammer, den ich kenne, als eher leise erschienen ist, Michaela Falkner mit ihren Manifesten, die sich bei ihren Performances auf den Boden legt und  einige Tage liegen bleibt, war auch dabei und Ann Cotton, die Priessnitz-Preistr\u00e4gerin, die sich damals in eine Kiste setzen wollte und einen Band bei Suhrkamp hat.<br \/>\nUnterschiedliche Lyrikformen, die mit Erich Fried nicht viel zu tun haben, mehr mit Ernst Jandl und von dem gab es einen Film, wo er  in der Royal Albert Hall aufgetreten ist.<br \/>\nDanach gab es, glaube ich, endlich was zu essen und die Poetinnennacht mit Lyrik aus \u00d6sterreich, n\u00e4mlich Gedichte von Elfriede Czurda, Maja Haderlap, Sonja Harter, Friederike Mayr\u00f6cker, Judith Pfeifer und Angelika Reitzer und das war sehr interessant und spannend.<br \/>\nBei der Pr\u00e4sentation von Friederike Mayr\u00f6ckers neuem Gedichtband war ich schon mit dem Alfred in der alten Schmiede, in Sonja Harter und Judith Pfeifer habe ich aber zwei sehr junge neue Stimmen erkannt, wobei ich Judith Pfeifer wirklich kennenlernte, von Sonja Harter habe ich schon einiges in den Manuskripten gefunden, bzw. hat Andrea Stift einen Link zu ihrem Blog und auch interessant, das Gedicht &#8220;feuertod, ins Wasser&#8221; bezieht sich auf den Briefwechsel Bachmann-Celan, den ich gerade lese und da ich bis zur  Besprechung noch etwas brauche, ist das ein Tip f\u00fcr den Otto und auch andere, inzwischen dieses Gedicht zu lesen.<br \/>\nEnthalten ist es in dem Gedichtband &#8220;laut lauter lyrik&#8221;, herausgegeben von Robert Huez und Anne Zauner, der zu dem Symposium bei Skarabaeus erschienen ist.<br \/>\nZwei sehr interessante junge Frauenstimmen also, dann gabs nach einer Pause, die &#8220;Rotten Klinck Show&#8221; mit Ann Cotten,  Monika Rinck und Sabine Scho mit der ich nicht viel anfangen konnte, da mir hier die Poetik fehlte.<br \/>\nDrei j\u00fcngere Frauen streuten nach dem Motto &#8220;Gewalt an Dinge&#8221;  Zucker, steckten Br\u00f6tchen in eine Mikrowelle und warfen sie  ins  Publikum, wobei sie theoretische Texte verlasen und ein drogens\u00fcchtiges Pferd tanzen lie\u00dfen, was mir sehr improvisiert erschien.<br \/>\nHeute gings mit poetischen Kurzfilmen aus \u00d6sterreich und anderswo weiter, die mir sehr interessant erschienen, darunter einen nach Celan-Gedichten, was wieder zum Briefwechsel passt. Dann gabs den Kuchen fr\u00fcher und vor dem Plenum drei, wo es um die Vermarktung von Gedichten ging, las Oswald Egger sehr beeindruckende Gedichte.<br \/>\nNach einer weiteren Pause wurde es im Literaturhaus sehr voll, denn dann kamen &#8220;Attwenger goes Goas&#8221; und unterhielten die G\u00e4ste mit ober\u00f6sterreichischen Dialekt, Gesang und Zieharmonika.<br \/>\nSmall talk heute und gestern, gelegentliche Gef\u00fchle von Isolation und Einsamkeit, aber mit der sehr kommunikativen rum\u00e4nischen Autorin habe ich mich lang unterhalten, Josef Haslinger von meinem Blog erz\u00e4hlt und von ihm erfahren, da\u00df er am Donnerstag nur deshalb nicht in der alten Schmiede war, weil die Filmpremiere seines &#8220;Vaterspiels&#8221; stattgefunden hat und morgen geht es weiter mit der Verleihung des Preises an die Berlinerin Esther Dischereit und ich habe in Bezug auf Lyrik wirklich viel gelernt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erich Fried Tage 2009, die Veranstaltung der internationalen Erich Fried Gesellschaft im Wiener Literaturhaus mit einem viert\u00e4gigen Literaturfest, das den unersch\u00f6pflichen Ausdruck von Lyrik in allen ihren Seiten und Facetten beleuchtete, aber eigentlich hat es schon mit der Ausstellung &#8220;Alles &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=2270\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-2270","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2270","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2270"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2270\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2270"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2270"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2270"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}